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ß


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ß - das so genannte Eszett oder auch scharfes s ist ursprünglich eine Ligatur . In der deutschen Orthografie (außer in der Schweiz) hat es die Funktion eines eigenständigen Buchstabens und dient eindeutigen Repräsentation des stimmlosen s-Lautes (ß-Lautes).

Ein entsprechender Großbuchstabe existiert trotz diverser einen zu kreieren nicht stattdessen wird seit Rechtschreibreform von 1996 immer "SS" verwendet. Vor der Rechtschreibreform war Umschreibung "SZ" bei Verwechslungsmöglichkeit zulässig. Ebenfalls gab seinerzeit in der DDR Versuche ein versales "SZ" zu etablieren. einer weit verbreiteten DUDEN -Ausgabe (1965) wurde dieses auf der Titelseite

Die Diskussion um die genaue Form typisch deutschen Ligatur -Zeichens ist aber immer noch nicht abgeschlossen neue Entwürfe von Schriftdesignern zeigen.


Antiqua-ß vs. Textura-ß und Fraktur-ß

Entstehung

Es gibt verschiedene typographische Deutungen über Ursprung des ß : Als Ligatur aus dem so genannten langen s (ſ sieht aus wie ein f Querstrich) und dem normalen runden s und als Ligatur aus ſ und z.

Die Ligatur aus langem ſ und s war z.B. in englischen oder französischen Antiquaschriften anzufinden bevor das lange ſ im des 18. Jahrhunderts ausser Gebrauch geriet (siehe Bild). In deutschen Worten findet sie sich in Ausnahmen zum Beispiel auf einigen Antiqua Titelblättern zu Johannes Keplers Werken um 1620. Sie wird dort nur für das doppelte s gebraucht noch in der Wortmitte wohingegen das sz des damals nur am Wortende also im Auslaut wurde.

In Frakturschriften ist dagegen die Ligatur aus langem und z seit dem Mittelalter fürs Deutsche worden. Den Sprachgewohnheiten der frühen Neuzeit entsprechend der Buchstabe zunächst nur an Wortenden vor. Schreibweise in Fraktur entspricht auch Theorien der Lautverschiebung zum Ursprung des Buchstabens als Lautrepräsentation. im Laufe des 17. Jahrhunderts schrieb man Ligatur nicht nur am Wortende sondern auch Wort entweder in zusammengesetzten Wörtern oder am eines Wortstammes in gebeugten Wörtern.

Ende des 18. und im 19. wurden deutsche Texte dann vermehrt in Antiqua Jetzt übernahm zunächst die Buchstabenkombination ſs getrennt als Ligatur die Funktion des Fraktur- ß . Eine gewisse Logik könnte darin gelegen dass auch das runde s in Antiqua nur am Ende eines Wortes stand womit "ſs" ganz ähnlich der Fraktur-Ligatur "sz" benutzen Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwand die und wurde durch ss ersetzt. 1901 verlangte die Rechtschreibvereinheitlichung ß im Auslaut auch bei kurzem Vokal.

Das Wort "Flusswasser" würde man also Büchern erst als "Fluſswaſſer" dann als "Fluſswasser" "Flusswasser" und im 20. Jahrhundert als "Flußwasser" können.

Betrachtet man die ursprüngliche Frakturschreibweise bleibt Bezeichnung Eszett für das deutsche ß angemessen insbesondere weil es als solches der Frakturschrift auch durchweg in Gebrauch blieb.

Der Typograph Jan Tschichold versuchte dagegen herzuleiten dass auch das ß aus den Frakturschriften auf eine Ligatur einem langen ſ und einem kurzen s geht.

Verwendung

Vor der Rechtschreibreform von 1996 wurde das ß für den stimmlosen s-Laut geschrieben wenn kein Vokal folgte oder aber ein langer voranging. So wurde am Wortende stets ß geschrieben ( Faß Fluß Paß paßt ) vor Vokalen wurde hingegen manchmal ss geschrieben ( Fässer Flüsse passen Busse ) manchmal ß ( Buße Straße ).

Seit der Rechtschreibreform folgt das ß (wie andere alleinstehende einfache Konsonantenbuchstaben auch) einem langen Vokal da die Doppelung eines Konsonanten den vorstehenden Vokal in der Aussprache verkürzt (Beispiele: Maß schließen Straße ). Ehemals mit ß geschriebene Wörter in denen es einem Vokal folgt werden nun mit doppeltem s ( ss ) geschrieben (Beispiele: dass Fass ). Doppelvokale werden wie lange Vokale behandelt außer heiß ).

In der Schweiz wird das ß seit etwa 1935 nicht mehr verwendet. werden alle Wörter mit ss geschrieben einige Buchverlage verwenden jedoch ß im Drucksatz insbesondere in Publikationen für gesamtdeutschen Markt.

In einigen Teilen Bayerns wird die verbereitete Maß Bier mit einem kurzen a gesprochen. Entsprechend dort manche auf die phonetisch korrekte Schreibweise Mass .

Siehe auch: Alphabet Orthografie

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