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Achtzigjähriger Krieg


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Inhaltsverzeichnis

Kurzüberblick

Der Achtzigjährige Krieg bezeichnet den Freiheitskampf der Niederlande gegen die spanische Herrschaft von 1568 bis 1648 .

Der Krieg entstand ursprünglich aus inneren heraus und wurde zwischen der spanischen Armee aufständischen Niederländern („dütsche Menschen der niederen Lande”) Im Grunde handelte es sich nicht um dauerhaften Krieg er bestand aus vielen einzelnen und Kämpfen die sich über diesen langen erstreckten. So konnten durchaus immer wieder einige ohne Kämpfe vergehen.

Nachdem sich die spanischen Besatzungstruppen weitgehend konnten wurde 1609 zunächst ein für 12 Jahre festgeschriebener ausgehandelt.

Durch die großen Unruhen im gesamten Mitteleuropa in Folge des 1618 ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieges entflammten nach Ablauf des Waffenstillstands aber schnell neue Kämpfe. Dieses Mal waren die aber deutlich erfolgreicher da sie die spanische Silberflotte erbeuten und mit dem Geld neue finanzieren konnten. Eine Allianz mit Frankreich war weniger erfolgreich da sie zum von einigen größeren Städten führte.

1648 beendete schließlich der Westfälische Friede beide großen Kriege mit dem Ergebnis die "Republik der Vereinigten Niederlande" (mit Ausnahme Frankreich zugesprochenen Gebiete) Unabhängigkeit erlangte.

Vorgeschichte

Vor dem Krieg gehörte das Gebiet heute sowohl aus den Niederlanden als auch Belgien Luxemburg und einem Teil Nordfrankreichs besteht) auf Grund vererbter Herrschaft zu Spanien und bestand aus 17 Provinzen. Mitte 16. Jahrhunderts zerfallen die Niederlande im Zuge Reformation in zwei unterschiedliche konfessionelle Lager - wallonische Süden bleibt katholisch dagegen nimmt der Norden den Protestantismus an. Die Niederlande stellten zur damaligen eine bedeutende wirtschaftliche Macht dar. Antwerpen ist mit seiner Diamantenbörse das Zentrum europäischen Kapitalmarktes. Durch ihre Häfen sind Antwerpen Rotterdam außerdem bedeutende Umschlagsplätze für den Handel Waren aus Übersee und den neuen Kolonien Südamerika . Wegen dieser geballten wirtschaftlichen Macht und der wichtigen strategischen Lage (Zugang zu Nord- Ostsee) war Spanien nicht gewillt die Niederlande ihrem Besitz zu geben.

König Philipp II. übernahm die Herrschaft über die Niederlande von seinem Vater Karl V. Er setzte die bereits unter seinem begonnen Ketzerverfolgungen die bereits Unruhen in den hervorgerufen hatten mit größerer Konsequenz fort. Im 1559 ernannte er im Zuge einer kirchlichen neue Bischöfe die auch in den Generalständen Provinzen den so genannten Generalstaaten vertreten sein und verkleinerte die Bistümer . Mit dieser Maßnahme wollte Philipp einerseits Gegenreformation verschärfen andererseits aber auch die ständischen die den Provinzen im Großen Privileg 1477 zugestanden worden waren wieder rückgängig Als Statthalterin in den Niederlanden setzte er Halbschwester Margarete von Parma ein und stellte als ersten Minister den Bischof von Mecheln Antoine de Granvelle zur Seite. Philipp selbst 1560 wieder nach Spanien zurück 1561 zog dann auch seine Truppen aus den Niederlanden

Der niederländische Unabhängigkeitskampf

Einige Mitglieder des niederländischen Staatsrates unter Führung von Wilhelm I. von Oranien und des Grafen von Egmont protestierten vehement gegen diese Änderungen und 1564 Granvelles Rücktritt. Im sogenannten Adelskompromiß von Breda baten die Geusen Margarete von Parma um die Beendigung Inquisition und der Verfolgung der Protestanten sowie um die Wiederherstellung ihrer ständischen Der Protest gegen die spanische Herrschaft erreichte selben Jahr mit den Bilderstürmen der Calvinisten einen ersten Höhepunkt. Philipp hob daraufhin die Inquisition auf entsandte aber 1567 den Herzog von Alba Fernando Alvarez de Toledo als neuen mit spanischen Truppen zu einer Strafexpedition in Niederlande. Alba gelang es auch zunächst die Aufstände mit Hilfe von Sondergerichten dem sogenannten Blutsrat von Brüssel zu unterdrücken. Bei diesen Aktionen wurden als 6.000 Aufständische hingerichtet unter ihnen der von Egmont. Im selben Jahr besiegte Alba die niederländischen Truppen unter Führung von Wilhelm von Oranien.

Mit seinen rücksichtslosen und willkürlichen Aktionen Alba jedoch neue Aufstände der Niederländer. Waren Unruhen bis dahin meist regional begrenzt und größtenteils unkoordiniert so erfasste der Aufstand nun ganze Land. Vor allem die Wassergeusen - so genannt weil sie hauptsächlich See aus operierten - machten den Spaniern ihre fortwährenden Angriffe auf Seetransporte und Stützpunkte zu schaffen. 1572 gelingt ihnen der größte als sie die Provinzen Seeland und Holland Als Statthalter der befreiten Provinzen wird Wilhelm von Oranien gewählt womit ihm faktisch die des Widerstandes gegen Spanien übertragen wurde.

1573 wurde Alba durch Don Luis Zuniga y Requensens abgelöst. Auch wenn der Statthalter zunächst erfolgreicher als sein Vorgänger war den Aufständischen erneut ein großer Sieg: Sie das Land segelten nach Leiden und befreiten die Stadt von den Belagerern. Gemeinsam formulierten alle 17 Provinzen ihre nach Abzug der spanischen Truppen und religiöser in der Genter Pazifikation (1576). Sie wurde von den Generalstaaten Antwerpen ratifiziert. Der neue spanische Statthalter Don Juan de Austria ein Halbbruder von Philipp II. akzeptierte Forderungen formal trotzdem gingen die Unruhen weiter. Genter Pazifikation sollte die letzte gemeinsame Handlung der niederländischen Provinzen sein.

Der lange Weg zum Frieden

Im Jahre 1579 zerbrach die in Genter Pazifikation dokumentierte Einheit der niederländischen Provinzen an Gegensätzen. Die zehn südlichen überwiegend katholischen Provinzen sich am 6. Januar zur Union von Arras zusammen. Im Frieden von Arras erkannten sie dann im Mai die Herrschaft wieder an. Die sieben nördlichen Provinzen überwiegend calvinistischer Bevölkerung dagegen schlossen sich am Januar zur Utrechter Union zusammen. Sie opponierten weiter gegen Spanien verlangten das Recht auf freie Religionsausübung. Am Juli 1581 bildeten die Provinzen der Utrechter Union die Republik der Vereinigten Niederlande erklärten ihre Unabhängigkeit von Spanien und Wilhelm I. von Oranien zu ihrem Statthalter. treibende Kraft hinter der Utrechter Union und der Unabhägigkeitserklärung gilt die Provinz Die Trennung der Niederlande in die Generalstaaten und die Spanischen Niederlande war nun besiegelt. Aus dem Aufstand Niederlande gegen die spanischen Besatzer der im seinen Anfang nahm wurde jetzt ein Kampf Unabhängigkeit der Generalstaaten.

In den südlichen Provinzen verlief die durch die Spanier unter dem neuen Statthalter Farnese dem Sohn Margaretes von Parma erfolgreich. erfolgreich verlief aber auch der Unabhängigkeitskrieg im Zwar wurde Wilhelm 1584 von einem Katholiken die Generalstaaten konnten sich jedoch relativ schnell Wilhelms Sohn Moritz von Nassau als Nachfolger einigen. 1585 kann Alexander Antwerpen erobern die Provinzen der Utrechter Union sind nun aufs höchste gefährdet. Es jedoch dem Ratspensionär der Provinz Holland Johan Oldenbarnevelt 1596 einen Pakt der Generalstaaten mit England auszuhandeln. Durch die finanzielle und militärische kann der Krieg gegen Spanien weitergeführt werden.

Im Jahre 1598 starb Philipp II. Spanien. Damit gingen die südlichen d. h. Spanischen Niederlande in die Hände seiner Tochter Isabella und die ihres Ehemannes dem Erzherzog Albrecht von Österreich über. Im Jahre 1601 begannen die Truppen mit der verlustreichen Belagerung von Ostende die unter Ambrosio Spinola 1604 erfolgreich beendet wurde. Die Niederländer verloren ihren letzten Stützpunkt in Flandern . 1609 konnten sich beide Seiten auf zwölfjährigen Waffenstillstand einigen.

1621 brach der Krieg im Rahmen Dreißigjährigen Krieges erneut aus. Er velief zunächst ergebnislos es den Niederländern gelang die gesamte spanische zu erbeuten. Mit einem Teil der Beute Friedrich Heinrich Bruder und Nachfolger von Moritz von u. a. die Eroberung von 's-Hertogenbosch (1629) und von Maastricht (1632). Eine Allianz mit Frankreich im 1635 zur Eroberung der Spanischen Niederlande war wenig erfolgreich. Im Gegenteil sie zum Verlust von Venlo Roermond und anderen Städten an die Spanier.

Spanien war zu dieser Zeit aber den Verlust seiner gesamten Armada an Kriegsschiffen einer Schlacht mit englischen Verbänden militärisch stark und wollte den Frieden mit den Niederlanden es seine übrigen Kräfte auf den Dreißigjährigen Krieg konzentrieren musste. Nach dem Tod Friedrich 1647 setzte die Provinz Holland zusammen mit weiteren Provinzen die Verhandlungen mit Spanien gegen Widerstand von Friedrich Heinrichs Sohn Wilhelm II. fort. Diese Verhandlungen mündeten 1648 in Westfälischen Frieden der zugleich auch das Ende des Dreißigjährigen Krieges und des Achtzigjährigen Krieges bedeutete sowie die internationale Anerkennung der Republik der Vereinigten Niederlande brachte.



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