Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Beim akuten Nierenversagen (ANV) handelt es sich um eine und anhaltende jedoch prinzipiell reversible Verschlechterung der Nierenfunktion . Dieses Syndrom entwickelt sich innerhalb von Stunden bis
Das akute Nierenversagen erfordert in der intensivmedizinische Behandlungsmethoden wobei bis zu 30% der einer Intensivstation primär oder sekundär betroffen sind.
Die Klassifizierung des ANV ist ätiologisch nach Ursachen orientiert.
ANV bei prärenaler Ursache (Diese Klasse ist an sich noch Nierenversagen da es hier noch nicht zu Änderungen im Nierengewebe gekommen ist. Es droht ein ausgebildetes ANV.)
zirkulatorisches ANV (sog. Niere im Schock Schockniere ) durch Verminderung der Durchblutung z. B. Herzversagen
toxisch bedingtes ANV (Vergiftungen der Niere) B. mit Vasokonstriktion der afferenten Gefäße
ANV bei Multiorganversagen (MODS) mit kombiniertem
renales ANV
rasch progrediente Glomerulonephritis
akute tubulointerstitielle Nephritis (Entzündung im Nierenmarkbereich ) durch toxische Medikamentenwirkung allergische Reaktion usw.
akutes Nierenversagen mit akuter Nierenrindennekrose z. B. nach prärenaler Ursache
hämolytisch-urämisches Syndrom
postrenales ANV (bilaterale Obstruktion) durch Abflußstörungen im Bereich ableitenden Harnwege (Harnleiter) deren Ursache Harnleitersteine Tumoren nach Operationen oder entzündliche Vorgänge sein können. ist dass diese Abflußstörung bilateral sein muss.
Kernstück des ANV ist eine unzureichende von Nierengewebe in deren Folge es auf Ebene zur Zerstörung funktioneller Zellen kommt.
Die primäre Schädigung erfasst die Tubuluszellen. hochaktiven Zellen bilden bei Schädigung höchst visköse die das Lumen der Tubuli verstopfen. Diese wird für den Ausfall der Nierenfunktion verantwortlich
Für die normale Nierenfunktion ist eine Blutversorgung über die zuführenden Gefäße ( vas afferens ) wichtig. Nur so steht ein bestimmter zur Verfügung (Filtrationsdruck) der in den Glomeruli für ausreichende Filtration von Primärharn sorgt siehe Niere ). Da die Niere über einen ausgeprägten ( Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ) verfügt sind systemische Blutdrücke von 80mmHg eine normale Filtration ausreichend.
Die Streßreaktion besonders in Form der endogener Katecholamine ist aber auch für den der Niere beim Kreislaufversagen mitverantwortlich. Unterschreitet der Blutdruck einen Grenzwert so bewirkt die sympatische durch die Wirkung dieser Katecholamine am vas afferens einen weiteren Perfusionsausfall. Somit sinkt auch Filtrationsdruck. Ein Abfall des Filtrationsdruckes um 10-15mmHg zum Erliegen der Filtration und somit zu führen [2].
Außer den endogenen Katecholaminen wirken auch bei Sepsis und MODS freigesetzte Zytokine vasokontriktorisch auf Nierengefäße. Sie wirken somit nephrotoxisch (siehe auch unter Nephrotoxine ).
Hypoxie ist als Sauerstoffmangel Ischämie als Missverhältnis von Sauerstoffangebot zu -bedarf Ursache können eine unzureichende Sauerstoffaufnahme durch den oder die oben genannte Vasokonstriktion sein.
Folge ist ein Abfall des Energieträgers ATP in den Zellen sobald es den nicht ausreichend gelingt von aerober auf anaerobe umzustellen. Tubuluszellen haben diese Möglichkeit nur in eingeschränktem Umfang was ihren frühzeitigen Funktionsausfall begründet.
Eine Ischämiedauer von 25min führt zu und jederzeit rückbildungsfähigen morphologischen Veränderungen. Selbst Veränderungen 40-60min Ischämie sind noch reversibel. Erst eine von 2 und mehr Stunden bewirkt bleibende in Bau und Funktion der Niere. [2]
Es gibt eine Reihe verschiedener endogener exogener Substanzen die nephrotoxisch wirken können.
Von endogener Seite sind die nach Hämolyse und Muskelzelluntergang freigesetzten Eiweiße Hämoglobin und Myoglobin wesentlich indem sie direkt auf die wirken. Die im Rahmen von MODS oder freigesetzten Mediatoren wirken mehr indirekt über die (siehe oben) nephrotoxisch.
Unter den exogenen Nephrotoxinen spielen die (z. B. Gentamycin) eine wesentliche Rolle weshalb Einsatz in nierengefährdenden Situationen (Schock Nierenkrankheit) angepasst muss.
Bei den komplexen Krankeitsbildern spielen Multi- Polytrauma Sepsis Pankreatitis und Verbrennungskrankheit eine große Rolle. Wenn Niere nicht schon betroffen sein sollte dann ein Multiorganversagen (MOV) allerhöchste Riskiokonstellation für ein dar.
Auftreten des schädigenden Ereignisses mit Abnahme Nierendurchblutung der glomerulären Filtration und die tubuläre In dieser Phase noch treten keine Symptome
Erhaltung
Die Erhaltungsphase ist durch Oligo-Anurie geprägt. werden die unten genannten diagnostischen Laborbefunde erhoben. Dauer beträgt Tage bis Wochen.
Erholung
Diese Phase ist polyurisch und dauert der Regel nur Tage.
Restitution
Bei 80-90% der Patienten kommt es Verlauf von Monaten zu einer vollständigen Erholung Nierenfunktion. Bei den verbleibenden Patienten ist mit in Form einer chronischen Niereninsuffizienz zu rechnen.
Dieser klassische Ablauf wird in der Intensivmedizin nur noch selten beobachtet da vorbestehende und Multiorganversagen den Ablauf stark modifizieren.
Bei der Statuserhebung muss nach Zeichen Überwässerung oder der Dehydratation geforscht werden. Außerdem die Palpation der Nieren der Blase und Prostata wichtig.
Klinisch fallen in Notsituationen schon eine ein foetor uraemicus sowie Schläfrigkeit bis hin zum Coma uraemicum auf.
Das Ziel besteht darin so rasch möglich eine ausreichende Durchblutung der Niere mit Sauerstoffversorgung des Nierengewebes wieder herzustellen. Wenn das zeigt die Niere eine gute Tendenz zur ihrer Funktion andernfalls droht die Ausbildung eines Nierenversagens.
Die Akuttherapie ruht prinzipiell auf 3
Sicherstellung einer ausreichenden Nierendurchblutung durch Volumensubstitution ggf. ZVD -Kontrolle
Die Gefahr der Volumensubstitution liegt in Volumenüberlastung des Kreislaufes mit der Folge einer der Lunge ( Lungenödem fluid lung ). Der ZVD sollte auf 12mmHg der auf Werte von 15mmHg eingestellt werden. In vom Elektrolytstatus usw. werden kristalloide Lösungen bevorzugt.
Dobutamin gilt derzeit als das nierenschonenste Katecholamin . An anderer Stelle wird Noradrenalin empfohlen
Die Gabe von Dopamin in sog. wird derzeit abgelehnt da die kardialen Nebenwirkungen und das Ausbleiben von prognostischen Vorteilen andererseits Nachteile dieser Therapierform erwarten lassen.
Diuretika (hier Schleifendiuretika) sind an sich Medikamente. Außerdem kann ein Einsatz dieser Mittel die Diurese stark ansteigen lassen die Prognose ANV wird aber in keiner Weise verbessert. Nutzen der Diuretika liegt allein in der Bilanzierungsmöglichkeit also darin den Wasserhaushalt über einen Zeitraum noch steuern zu können.
Für Furosemid werden Dosierungen von 250mg in einer propagiert. Wenn das nicht helfen sollte werden 80mg über 4 Stunden gegeben bis eine von 500mg erreicht ist. Bei weiterer Erfolglosigkeit der Furosemid-Behandlung.
Bei einem postrenalen Nierenversagen und bei ist dieser Therapieansatz streng kontraindiziert (abzulehnen).
Im Gegensatz zu Gehirn und Herz bei der Niere sehr häufig der Funktionsverlust einer ischämischen Episode mit Zelluntergang wieder vollständig Der Sinn der Therapie bei ausgebrochenem ANV darin die Nierenfunktion solange künstlich zu ersetzen die Niere von selbst wieder funktioniert.
Abgesehen von den Regeln der Kreislaufstabilisierrung Verbesserung der Nierendurchblutung (siehe oben) werden die der
Grundlegend ist die Beseitigung der Abflußstörung ursächlich oder durch Einlage von sog. Stents in die Harnleiter um den Harnabfluß gewährleisten. Daneben werden og. Prinzipien verfolgt.
Eckart Joachim Forst Helmuth Burchardi Hilmar: Kompendium und Repetitorium zur interdisziplinären Weiter- und 9. Auflage ecomed 2004 ISBN 3-609-20177-0