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Alban Berg


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Alban Maria Johannes Berg (* 9. Februar 1885 in Wien ; † 24. Dezember 1935 in Wien ) war ein österreichischer Komponist der so genannten zweiten Wiener Schule . Sein Werk vereint Einflüsse der Mahlerschen Spätromantik mit Arnold Schönbergs freier Atonalität und später der Zwölftontechnik . Obwohl Berg sich selbst immer als Fortsetzer richtig verstandener guter alter Tradition" verstand er zu den großen Neuerern der Musik 20. Jahrhunderts. Sein Werk einst heftig umstritten heute längst zur klassischen Moderne und fasziniert durch eine charakteristische Verbindung von konstruktiver Strenge persönlichstem klangsinnlichem Ausdruck.

Berg wurde in Wien geboren und dort die meiste Zeit seines Lebens. Vielseitig schien er als Kind mehr an Literatur an Musik interessiert zu sein. Mit fünfzehn er als Autodidakt zu komponieren ohne groß formale musikalische Ausbildung genossen zu haben. Als 10 Jahre ältere Arnold Schönberg schon zu der Zeit ein maßgeblicher der musikalischen Moderne Kompositionskurse für den Oktober ankündigte wurden ihm von Bergs älterem Bruder einige Lieder Albans vorgelegt. Schönberg bemerkte sofort außerordentliche musikalische Begabung des jungen Mannes in Liedern er "eine überströmende Wärme des Fühlens" - ein Merkmal das auch alle weiteren Alban Bergs auszeichnen sollte. Berg wurde zusammen dem zwei Jahre älteren Anton Webern als Privatschüler aufgenommen und studierte insgesamt Jahre bei Schönberg. Der Einfluss des Älteren immens. Berg bewunderte Schönberg nicht nur als und Lehrer. Einige Biographen meinen zu wissen er ihn ihm auch einen Ersatzvater fand er über die Studienzeit hinaus sein Leben in enger Freundschaft verbunden blieb. (Sein eigener war gestorben als Berg fünfzehn war.)

Während seiner ersten zwei Jahre mit arbeitete Berg noch als Beamter (Rechnungspraktikant) aber 1906 an konnte er sich ganz der widmen. 1907 wurden seine ersten Werke öffentlich Drei der Sieben frühen Lieder wurden bei einem Konzert mit Musik Schönbergschülern in Wien aufgeführt.

1913 hatten die Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg (op. 4) in Wien ihre Uraufführung. Stück führte zu einem Skandal und die musste abgebrochen werden. Erst 1952 wurde das vollständig aufgeführt.

Von 1915 bis 1918 diente Berg der österreichischen Armee. Schon 1915 begann er seiner ersten Oper Wozzeck zu arbeiten deren Textfassung er in Anlehnung an Georg Büchners Drama Woyzeck 1917 abschloß. Nach dem Ersten Weltkrieg er nach Wien zurück und gab Musikunterricht. unterstützte er Schönberg in der Leitung des Vereins für musikalische Privataufführungen .

Die Arbeit am Wozzeck hatte Berg schon 1921 beendet. Eine von drei Ausschnitten im Jahr 1924 brachte den ersten öffentlichen Erfolg. Lange Zeit fand kein Opernhaus das die ganze Oper wegen immensen Schwierigkeiten für Orchester und Sänger zur bringen wollte. Einzig Erich Kleiber der frischgebackene junge Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden erkannte die Genialität der Partitur und den Wozzeck nach legendär gewordenen 34 Orchesterproben am 14. Dezember 1925 zur Uraufführung. Der Wozzeck gilt heute als Markstein in der der Oper und als eines der bedeutendsten des 20. Jahrhunderts.

Ähnliche Wertschätzung fand nach dem Krieg Bergs zweite unvollendet gebliebene Oper Lulu nach Text des Dramatikers Frank Wedekind . Wiederum war es Erich Kleiber der am 30. November 1934 in Berlin der fünfteiligen Lulu-Suite seines Freundes und Landsmanns zu einem begeisterten Erfolg beim Konzertpublikum in der Staatsoper aber bei der nazistischen Presse verhalf. Nur einsamer Protestierender brüllte: "Heil Mozart!" Kleiber konterte "Sie irren sich das Stück ist von Berg!" Es war wohl der letzte Triumph neuen Musik im Deutschland der Nazizeit. Vier später trat Kleiber der keine Möglichkeiten der mehr sah als Generalmusikdirektor zurück und kehrte für die nächsten 16 Jahre den Rücken.

Weitere bedeutende Werke sind die Drei Orchesterstücke (op. 6) von 1914 eine expressionistische am Vorabend des Weltkriegs und zugleich eine schwierigsten Partituren der Musikgeschichte die Lyrische Suite für Streichquartett (1927) die das 3. Quartett Béla Bartóks stark beeinflusst haben soll und das Kammerkonzert für Klavier Violine und 13 Blasinstrumente .

Das bekannteste Werk Bergs neben dem Wozzeck dürfte sein Violinkonzert (1935) sein. Es ist zugleich sein ein "Schwanengesang" in dem die Summe eines Schaffens gezogen wird. Im Februar 1935 hatte amerikanische Geiger Louis Krasner ein Violinkonzert in gegeben. Berg blieb zunächst untätig bis er April die ihn zutiefst erschütternde Nachricht vom der 18jährigen kindergelähmten Manon Gropius erhielt der Alma Mahler-Werfels aus der Ehe mit dem Architekten Walter Gropius . Berg setzte ihr mit dem Violinkonzert musikalisches Denkmal ohnegleichen komponiert mit dem Vorsatz des jungen Mädchens in musikalische Charaktere umzusetzen". Werk ist zweisätzig dabei jeweils durch verschiedene noch einmal unterteilt und so der thematischen eines Requiems folgend. Der 1. Satz (Andante - scheint Manons kurzes Leben nachzuzeichnen eine eingebaute Kärntner Volksweise verweist auf die Kindheit als Manon in Kärnten das erste Mal begenete. 2. Satz (Allegro ma sempre rubato frei eine Kadenz - Adagio) ist eine Musik Sterbens und der Verklärung durch das abschließende des Bach-Chorals Es ist genug aus der Kantate O Ewigkeit du Donnerwort (BWV 60). Die Einheit des Werkes durch die durchgängige Verwendung einer einzigen Zwölftonreihe in ihren Terzgängen überaus melodisch klingt wie Ineinandergreifen von g-moll- D-Dur- a-moll- und E-Dur-Akkorden. ist das erste Mal dass die Zwölftontechnik auf ein Solokonzert angewendet wurde. Berg gelang das konstruktive Element mit dem expressiven derart zu verschmelzen dass von diesem Konzert ein erfahrbarer ergreifender Eindruck ausgeht auch ohne dass um die Umstände der Entstehung weiß oder der Zwölftontechnik ist. Berg gab dem Violinkonzert wohl schönste Widmung für ein Musikstück: Dem Andenken eines Engels . Er vollendete die Komposition bereits schwerkrank in Vorahnung des eigenen Todes. Am Heiligen Abend 1935 erlag er einer Blutvergiftung - wie sein großes Vorbild Gustav Mahler und im gleichen Alter von knapp Jahren. Die Uraufführung des Violinkonzerts fand am 19. April 1936 mit Louis Krasner unter der Leitung Hermann Scherchen auf dem Musikfest in Barcelona statt.

Ein Kompositionsschüler von Alban Berg war blutjunge Philosoph und Musiktheoretiker Theodor W. Adorno . Die Bekanntschaft zwischen den beiden ging ein gewöhnliches Lehrer-Schülerverhältnis hinaus. Adorno übernahm die eines Postillon d'amour indem er Liebesbriefe Bergs dessen Geliebte Hanna Fuchs in Prag überbrachte. Liebesbeziehung spiegelt sich in der Lyrischen Suite wider in der im letzten Satz Tristan-Akkord erklingt.

Literatur

  • Soma Morgenstern: Alban Berg und seine Idole ISBN 3-7466-1455-4



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