Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Albrecht der Bär (*um 1100 ; † 18. November 1170 an unbekanntem Ort) aus dem Haus Askanier trieb die deutsche Ostkolonisation voran und war im Jahr 1157 der Gründer der Mark Brandenburg und zugleich erster Markgraf von Brandenburg. Mit Albrecht kam die als Mark Brandenburg zum Kaiserreich.
Albrecht ( Adelbertus ) von Ballenstedt auch Albrecht I. war Sohn des askanischen Grafen Otto der Reiche und von Eilika Billung von Sachsen. Geburtsort von Albrecht der als Albrecht der Bär in die Geschichte einging ist unbekannt. schlüssige Deutung des Namenzusatzes der Bär liegt nicht vor.
Mit siebzig Jahren erreichte Albrecht ein diese Zeit ungewöhnlich hohes Alter. Der oft Sterbeort Stendal ist nicht belegt. Albrechts Grab liegt einiger Sicherheit im askanischen Hauskloster Ballenstedt am Harz . Er war seit 1125 / 1126 mit Sophie von Winzenburg verheiratet die Jahre vor ihm starb. Das Paar hatte Töchter und sieben Söhne darunter Otto I. Nachfolger als Brandenburger Markgraf im Jahr 1170.
Albrecht der Bär war ein Mann in dem steten Wandel des 12. Jahrhunderts mit Diplomatie und Gewalt jede Chance regionalen Machtzuwachs zu nutzen versuchte und dabei der Nordmark sein Interesse schon früh auf Ostgebiete richtete. Neben der erfolgreichen Gründung der Brandenburg war er zeitlebens in späteren Jahren durch einige seiner Söhne in letztlich vergebliche Kämpfe um Sachsen verwickelt. Obschon beide Themenkomplexe ineinandergreifen werden sie zur besseren Verständlichkeit getrennt
Albrecht nahm neben den im folgenden an weiteren Kriegen und wahrscheinlich auch an Kreuzzug teil. Dem Biographen Partenheimer gilt Albrecht als Gründer des Fürstentums Anhalt . Um 1160 leitete Albrecht der Bär die städtische Stendals mit der Verleihung eines Marktes ein.
Als Erbe des Hauses Anhalt als von Ballenstedt herrschte er nach dem Tod Vaters im Jahr 1123 über die askanischen im Harzer Raum die sich bis zum Mulde erstreckten. In den ersten Jahren seines politischen Wirkens zwischen 1123 und 1131 war – gegen den Willen des Kaisers – der Lausitz. Die Aberkennung dieser Markgrafschaft stufte 1131 in die relative Bedeutungslosigkeit eines Grafen zurück. In den Jahren 1132/1133 nahm am Italienfeldzug Kaiser Lothars teil der sich für Albrechts Verdienste zeigte indem er ihm die Mark im seines Reiches als Lehen gab nachdem der Markgraf Konrad in Italien durch einen Pfeilschuss war. Mit Albrechts Ernennung zum Markgrafen der im Jahr 1134 nahm die spätere Mark ihren ersten Anfang. Um 1134 überließ der dem Askanier zudem das thüringische Erbe Weimar -Orlamünde.
Im Zuge der Völkerwanderungen im 4. und 5. Jahrhundert verließen Sueben der elbgermanische Teilstamm der Semnonen bis auf wenige ihre Heimat an Havel und Spree in Oberrhein Schwaben . Im 6. und 7. Jahrhundert zogen den vermutlich weitgehend freien Raum slawische Stämme ein die überwiegend aus Polen und Mähren kamen.
Östlich einer Linie der Flüsse Havel - Nuthe im heutigen Barnim und in Ostteltow siedelten die Sprewanen die ihre Hauptburg Zusammenfluss von Spree und Dahme in Köpenick bildeten. Westlich der Flüsse im heutigen Havelland und in der südlich angrenzenden Zauche lebten die Heveller die sich selbst Stodoranen nannten und ihre Hauptburg in Brandenburg der heutigen Stadt Brandenburg errichteten und neben kleineren Burganlagen auf Gelände der heutigen Spandauer Zitadelle Berlin eine weitere größere Burg als wichtigen Außenposten unterhielten. Diese beiden Stämme im Gebiet der Mark Brandenburg mussten sich nicht gegen die übermächtigen Feudalstaaten aus dem Westen sondern lagen gelegentlich auch untereinander und mit angrenzenden Slawenstämmen in oft kriegerischem Streit.
Karl der Große Standbild vor dem Historischen in Frankfurt am Main
Nach den erfolgreichen Feldzügen im Jahre 808 gegen die Sachsen dankte Karl der Große den mit ihm verbündeten Slawenstämmen (Abodriten Wenden) mit der Schenkung eines Teils des Landes zwischen Elbe und Ostsee. Eine verhältnismäßig Zeit währte bis zum Jahr 928 . Dann wurden die erst Anfang des errichteten Bistümer Brandenburg im Jahr 928 und Havelberg im Jahr 948 von den Slawen zerstört. In der sogenannten ersten Phase der deutschen Ostsiedlung eroberte Heinrich der I. in den Jahren 928/ 929 Brandenburg; die Stämme bis zur Oder tributpflichtig. Unter Otto I. folgte 936 die Einrichtung von Marken deutschen Grenzregionen Slawenland. Im Lutizenaufstand von 983 verbündeten sich viele slawische Stämme und die Deutschen erneut zurück; für rund 150 bis zum Zerfall des Lutizenbundes Mitte des Jahrhunderts kam die deutsche Expansion von Bistümern Marken zum Stillstand.
Im Jahr 1127 kam in Brenna (Burg Brandenburg) der Pribislaw an die Macht. Den Deutschen gelang Pribislaw – fortan: Heinrich – zu christianisieren und das Heveller-Gebiet bis Spandau in das Deutsche Reich einzubinden. Brandenburg (Brennabor) wurde Reichsfeste und Bischofssitz. Die Ostgrenze verlief damit zwischen den beiden slawischen den Hevellern und den Sprewanen geographisch sehr gekennzeichnet auf einer Linie der Flüsse Havel-Nuthe. der östlichen Seite in Köpenick (heute Berlin-Köpenick) residierte der Sprewanenfürst Jaxa Köpenick ( Jaxa de Copnic ). Die Religion Jaxas und der Sprewanen im Gegensatz zu den christianisierten Hevellern weiterhin slawischen Gottheiten wie Radegast oder Triglaw bestimmt.
Mit der zweiten Phase der Ostsiedlung Albrecht der Bär die expansionistische Ostpolitik der entscheidend voran. Dabei erwies er sich als Diplomat. Schon in den Jahren 1123 - knüpfte er Kontakte zum Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich. Pribislaw Taufpate von Albrechts erstem Sohn Otto I. übergab Otto als Patengeschenk die an den Streubesitz angrenzende Zauche. Im selben Jahr 1134 dem er Albrecht zum Markgrafen der Nordmark erhob Kaiser Lothar den Heveller Pribislaw-Heinrich in Königstand (später wieder aberkannt). Mit dieser Maßnahme Lothar vermutlich weiteren Machtausdehnungen des Askaniers von einen Riegel vorschieben. Noch um 1134 gelang Albrecht allerdings dem kinderlosen Christen Pribislaw-Heinrich die abzuringen dass er nach Pribislaws Tod als Erbe und Nachfolger eingesetzt würde. So konnte nach dessen Tod im Jahre 1150 die Residenz der Heveller die Burg weitgehend unblutig übernehmen. Die Burg Spandau ließ als askanische Burg neu errichten. Mit diesen wird das Jahr 1150 (statt 1157) von Historikern als der eigentliche Beginn der Geschichte Mark Brandenburg betrachtet.
Die Bevölkerung der Heveller die im zu ihrem Fürsten zum Teil noch den slawischen Gottheiten nachhing stand Albrechts Machtübernahme eher gegenüber. So konnte der Sprewanenfürst Jaxa von der mit Pribislaw-Heinrich möglicherweise verwandt war und dessen Tod ebenfalls Anspruch auf Brandenburg erhob einer Mischung aus Verrat Bestechung List und und mit polnischer Hilfe die Burg Brandenburg und die Macht im Hevellerland an sich Die ältere Geschichtsforschung setzt diese Eroberung für Jahr 1153 an gesicherte Quellen zum Datum gibt nicht. Die jüngere Forschung geht eher vom 1157 aus da es laut Partenheimer nur vorstellbar sei dass Albrecht es sich angesichts ungesicherten Position im Kaiserreich hätte erlauben können Besetzung vier Jahre lang tatenlos zuzusehen.
Denkmal für "Jaxa von Köpenick" am Schildhorn Berlin
Am 11. Juni 1157 konnte Albrecht der Bär in Kämpfen die Macht in der Burg Brandenburg zurückerobern Jaxa von Köpenick vertreiben und eine Landesherrschaft auf slawischem Boden begründen. Nachdem ihm Titel schon zuvor mehrfach zugewiesen wurde nannte sich mit einer Urkunde vom 3. Oktober 1157 erstmals auch selbst Markgraf von (Adelbertus Die gratia marchio in Brandenborch) . Daher gilt das Jahr 1157 als tatsächliche Gründungsjahr der Mark Brandenburg. Dieses Datum einen offiziellen Anstrich nicht zuletzt mit der den 11. Juni 2007 vorgesehenen Feier zum 850. Geburtstag der
Die territoriale Ausdehnung dieser ersten Mark entsprach nicht der Ausdehnung des heutigen Flächenstaates. das Havelland und die Zauche zählten dazu. Erst in den folgenden Jahren gelang es den Askaniern Gebiete östlich Havel-Nuthe die Uckermark und Regionen bis zum zu gewinnen und die Mark Brandenburg bis Oder auszudehnen.
Wahrscheinlich noch 1157 rief Albrecht der Siedler in die neue Mark die insbesondere der Altmark dem Harz Flandern (daher der Begriff Fläming ) und den Rheingebieten in das Land Eine wichtige Rolle spielten dabei Holländer die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer im Deichbau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden.
Sachsen Nordmark und Slawengebiete im 12. Jahrhundert
Nach dem Tod des Kaisers im 1137 rief Kaiserin Richenza für Pfingsten 1138 Fürstenkonvent nach Quedlinburg ein um mit einer Königswahl die in Sachsen und im Reich neu zu Die Königin favorisierte den Welfen Heinrich den Stolzen. Albrecht der Bär an Sachsen interessiert und mit wenn auch Erblinie ausgestattet verhinderte die Wahl indem er für den Konvent angelegten Vorräte vernichten sowie der Stadt plündern und brennen ließ. Verabredungen den Staufern gingen dieser Tat voraus. Damit wurde Steigbügelhalter für die Wahl von Konrad von Hohenstaufen am 7. März 1138 in Koblenz zum König der sich – vermutlich zuvor ausgehandelt – mit der Belehnung von und mit der Ernennung Albrechts zum Herzog Sachsen noch im selben Jahr revanchierte.
Mehrere sächsische Fürsten und Markgrafen aus Anhängerschaft Heinrich des Stolzen schlossen sich noch in einem Waffengang gegen Albrecht zusammen. Erste konnte Albrecht mit Unterstützung der Staufer gewinnen schon Ende 1138 gelang es seinen Gegnern Bernburg im askanischen Land auf der Albrechts Eilika residierte niederzubrennen. Nach weiteren Niederlagen endete 1139 seine tatsächliche Macht in Sachsen selbst Albrecht noch bis 1142 formal Herzog von blieb; die Unterstützung der Staufer war nur halbherzig und einige ehemalige Parteigänger Albrechts wechselten das Lager von Heinrich dem Stolzen. Auf Frankfurter Reichstag wurde der Sohn Heinrich des Heinrich der Löwe im Mai 1142 mit dem Herzogtum belehnt. Nach des Königs Tod wurde 1152 Friedrich Barbarossa Herrscher im Reich; Barbarossa unterstützte in Folgezeit den Welfen Heinrich.
Heinrich der Löwe und seine Gemahlin Mathilde ihres Grabmales im sogenannten Braunschweiger Dom
Bis zu Albrechts Tod im Jahr kam es immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Löwen. Anfang der 1150er Jahre begannen kleinere Waffengänge Gefechte und Verwüstungen. Auf dem Goslarer Reichstag 1154 wurde die Macht Heinrich des Löwen gestärkt: unter Fürsprache Barbarossas wurde Heinrich Bayern Der anwesende Albrecht war gezwungen diese Verfügung seines Widersachers urkundlich mit zu bestätigen – auch einen weiteren Fürstenspruch von 1158 zugunsten des Löwen der dessen territorialen weiter festigte.
Um 1163 bildete sich aufgrund seiner harten Politik Bündnis gegen Heinrich den Löwen heraus das Beginn von Albrecht dem Bären angeführt wurde. sächsische Fürsten schlossen sich vermutlich aus Neid Missgunst auf Reichtum und Macht des Welfen Opposition an. Im Winter 1166 brachen offene Kämpfe aus die mit Belagerung der welfischen Burg Haldensleben bei Magdeburg durch Albrecht den Magdeburger Erzbischof Wichmann durch Landgraf Ludwig den Eisernen von Thüringen begannen. Trotz des Einsatzes Belagerungsmaschinen konnte die Burg nicht eingenommen werden. einem vorübergehenden Waffenstillstand im März 1167 gingen die Koalitionskräfte denen sich weitere und kirchliche Würdenträger angeschlossen hatten im Sommer erneut mit Waffengewalt gegen Heinrich vor. Goslar und die Burg Niendorf wurden erobert; weitere Burgen und Häuser wurden zerstört Städte wurden
Auf Fürstenversammlungen im Juni 1168 konnte Kaiser Barbarossa die Gegner zum unbeständigen und am 24. Juni 1170 zum dauerhafteren Frieden zwingen. Der bewahrte Heinrich damit vor dem Verlust der – Albrecht der Bär und die mit verbündeten Kräfte konnten die Stellung des Welfen nicht erschüttern.
Die Teilnahme des nunmehr 70-jährigen Albrecht dem Reichstag am 24. Juni 1170 ist belegt. Das letzte bekannte bezeugt Albrechts Teilnahme an der Weihe des Havelberger Doms am 16. August 1170 drei Monate vor seinem Tod 18. November 1170.
10 Jahre später im Jahr 1180 waren die Askanier in Sachsen am Albrechts Sohn Bernhard löste Heinrich den Löwen Herzog von Sachsen ab.
Neben der aktuellen Biographie von 2001 Partenheimer gibt es zwei historische Biographien über den Bären: die Beschreibungen von Jacob Paul Gundling aus dem Jahr 1731 und von Otto von Heinemann von 1864 .
Die bedeutendsten zeitgenössichen Aufzeichnungen stammen vom Domherrn Heinrich von Antwerpen der um 1200 die Besetzung der Mark Brandenburg schriftlich
Im Jahr 2004 sind über 300 Urkunden Annalen und Notizen in lateinischer Sprache in denen Albrecht der Bär erwähnt oder Zeuge benannt wird. Zwanzig Urkunden sind überliefert Albrecht selbst ausfertigen ließ davon sind fünf Original erhalten.