Ist L / K eine Körpererweiterung dann heißt ein Element a von L algebraisch über K wenn es ein Polynom mit Koeffizienten K gibt das a als Nullstelle hat. Ein Element für kein solches Polynom existiert heißt transzendent über K .
Für die Erweiterung C / Q stimmen diese Begriffe mit denen der bzw. transzendenten Zahl überein.
Die Quadratwurzel von 2 ist algebraisch Q denn sie ist eine Nullstelle des X 2 -2 dessen Koeffizienten rational sind.
π und e sind transzendent über Q aber algebraisch über R .
Jedes Element a des Körpers K ist algebraisch über K denn es ist Nullstelle von X- a .
Jede komplexe Zahl die sich durch rationale Zahlen die + - * / und Wurzelziehen (mit Wurzelexponenten) bilden lässt ist algebraisch über Q .
Aus der Galoistheorie folgt dass es aber auch über Q algebraische Zahlen gibt die sich nicht diese Weise darstellen lassen.
Über dem Körper Q p der p-adischen Zahlen ist e (als Grenzwert der Reihe reziproken Fakultäten) algebraisch denn für p>2 ist p und für p=2 ist e 4 in Q p enthalten.
Die folgenden Bedingungen sind äquivalent für Element a aus L (einem Oberkörper von K ):
a ist algebraisch über K
die Körpererweiterung K ( a )/ K hat endlichen Grad d.h. K ( a ) ist als K -Vektorraum endlichdimensional.
K [ a ] = K ( a ).
Dabei ist K [ a ] die Ringadjunktion von a an K die aus allen Elemente von L besteht die sich als g ( a ) mit einem Polynom g über K schreiben lassen; K ( a ) ist dessen Quotientenkörper in L und besteht aus allen Elementen von L die sich als g ( a )/ h ( a ) mit Polynomen g und h über K ( h ( a ) ungleich 0) schreiben lassen.
Diese Charakterisierung kann genutzt werden um zeigen dass Summe Differenz Produkt und Quotient über K algebraischen Elementen wieder algebraisch über K sind. Die Menge aller über K algebraischen Elemente von L bildet einen Zwischenkörper der Erweiterung L / K den so genannten algebraischen Abschluss in L .
Ist a algebraisch über K dann gibt es viele Polynome über K mit g ( a )=0. Es gibt aber genau ein normiertes von kleinstem Grad mit Nullstelle a dieses heißt das Minimalpolynom von a über K . Aus ihm kann man viele Eigenschaften a ablesen. Zum Beispiel ist der Grad Polynoms gleich dem Erweiterungsgrad von K ( a )/ K .