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Aliso


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Inhaltsverzeichnis

Aliso

Die Belagerung von Aliso

Die Germanen haben im Gefolge der Varusschlacht sämtliche Kastelle bis auf eines erobert. Lager (Aliso) belagerten sie ohne Erfolg. Nur berichtet - im Gegensatz zu Cass. Dio 22 1 - daß die aus der des Varus Entronnenen belagert wurden (reliqui ex Variana . Solange sich diese Festung hielt konnten Germanen weder den Rhein überschreiten noch in einfallen . Die zahlreichen Bogenschützen hielten die auf Distanz. Dabei erlitten die Germanen große Von der Belagerungskunst selbst verstanden diese nichts Im Lager hielten sich viele Unbewaffnete auf auch viele Frauen Kinder und Sklaven. Die bewachten - in respektvollem Abstand vom Lager die Zufuhrwege um die eingeschlossene Besatzung von abzuschneiden . Angesichts der heftigen Angriffe und knappen Lebensmittelvorrates erschien die Situation hoffnungslos. Aber Römer gaben die Sache nicht verloren! Der der praefectus castrorum (und als solcher früherer L. Caedicius war ein kriegserfahrener Mann.

Eine Gefahr bestand darin daß die das Kastell in Brand setzen würden indem sie gesammelte Holz vor den Wall bringen und anzünden . Dies vereitelte Caedicius dadurch daß einen Mangel an Holz vortäuschte und seine überallhin aussandte um es zu stehlen. Dadurch er daß die Germanen sämtliche Baumstämme wegschafften

Die Eingeschlossenen führten einige germanische Gefangene den im Lager stehenden Kornspeichern und ließen dann anschließend frei damit diese von den Vorratsmengen berichten konnten . So erhielten die den Eindruck die römischen Lebensmittelvorräte seien nahezu Eine Aushungerung durch Belagerung würde daher viel lange dauern . Als die Germanen das vernahmen Tiberius rücke mit einem Entsatzheer heran sich viele von ihnen zurück . Die nutzten ihre Chance und schlugen sich mit Schwert in der Hand Richtung Rhein „...ad durch . Zwei germanische Posten hatten die bereits überlistet als der von den die begleitenden Zivilisten erzeugte Lärm den dritten warnte. die Germanen sich zu lange mit dem der Beute aufgehalten hatten gewannen die kräftigsten Römer einen erheblichen Vorsprung . Mit dem der Trompeten täuschten die Römer das Herannahen Entsatzheeres vor so daß die Germanen die aufgaben . Wirklich ist Nonius Asprenas der Ausbruch Kunde genommen hatte wenig später vom Winterlager“ (Vetera ?) Richtung Aliso aufgebrochen um Leuten Beistand zu leisten .

Wenn auch die Glaubwürdigkeit einiger Details sein mag (Frontin. strateg. 4 7 8) steht daß Aliso von den Römern erfolgreich werden konnte. Das Lager brannte nicht!

Die Schwierigkeiten der Germanen bei dieser erhöhen den Grad der Unwahrscheinlichkeit der Florusthese der Eroberung von Varus´ „Sommerlager“.

Das Aliso-Problem

Folgende Textstellen werden mit „Aliso“ in gebracht:

  • Vell. II 120 4;
  • Tac. ann. II 7;
  • Cass. Dio LVI 22 2a-b;
  • Ptolemaios II 11 14.
Aber es steht keineswegs fest daß diese Stellen auch wirklich denselben Ort meinen. jetzt sind nicht weniger als 4 Kastelle der Lippe bekannt (Holsterhausen Haltern Oberaden und Anreppen ) und weitere könnten Tages entdeckt werden. Die römischen Einzelfunde von Kr. Recklinghausen unweit von Haltern und Seppenrade Kr. Lüdinghausen rund 15 km östlich von sind schwierig zu beurteilen. Die dort gefundenen aus augusteischer Zeit könnten entweder für die römischer Soldaten an diesen Orten oder aber das Vorhandensein aus Haltern verschleppter Funde sprechen.

Aliso ist der einzige Name eines Kastells östlich des Rheins und nördlich des (abgesehen von der Nordseeküste) der bekannt ist. Tacitus noch ein anderes mit Namen gekannt muß offen bleiben.

Die Bezeichnung „Aliso“ selbst wird nur erwähnt:

1) Velleius berichtet daß kurz nach Varusschlacht der praefectus castrorum L. Caedicius mit Besatzung in Aliso von einer gewaltigen germanischen belagert wurde (II 120 4) . Sie sich aber zu ihren Kameraden durchschlagen.

2) Tacitus erzählt daß Germanicus im Jahre 16 Chr. alles zwischen dem Kastell Aliso und Rhein durch neue Wege und Dämme befestigt (Tac. ann. II 7 3) . Ob Kastell mit dem in Tac. ann. II 1 erwähnten Kastell an der Lippe identisch kann sein muß es aber keineswegs . letzteres zu bräuchte Aliso nicht einmal an Lippe gelegen zu haben.

Das Aliso-Problem stellt eines der meistbehandelten der Themengebiete " Arminius " und " Varusschlacht " dar. Trotz vieler Aufsätze und Bücher eine endgültige Antwort bis jetzt noch ausgeblieben. bisherigen Forschungsstand faßt Ralf G. Jahn in Doktorarbeit zusammen. Dort kommt er nach ausführlicher unter Berücksichtigung aller Argumente zu dem Schluß Aliso wahrscheinlich bei Haltern zu suchen ist. folgenden Fakten und Überlegungen sind seiner Arbeit

Die gedrängte Darstellung bei Tacitus läßt den Eindruck zu als lägen das Kastell Altar und der Tumulus nahe beieinander was würde daß auch der Ort der Varusschlacht in unmittelbarer Nähe gelegen hätte. Aber der Sache her zwingt nichts dazu diese Punkte als gleichsam nebeneinanderliegend zu betrachten. Zur von Aliso lassen die Quellen keine konkreten zu; es ist nicht einmal sicher daß Kastell an der Lippe gelegen hat .

Ergebnis (nach Ralf G. Jahn):

1) Aliso war im Jahre 9 Chr. ein befestigtes Lager in dem u. Kornspeicher standen.

2) Legionäre und Auxiliare (Bogenschützen) bildeten Besatzung aber auch Frauen und vermutlich Kinder sich im Lager auf.

3) Das Lager muß im Normalfall über eine Legion verfügt haben da der den Rang eines Praefectus castrorum bekleidete.

4) Die Belagerung scheint längere Zeit zu haben da die Lebensmittelvorräte knapp wurden während dieser Zeit hat sich die Restbesatzung in Ruhe auf den Ausbruch vorbereitet und getroffen.

5) Heimlich hat die Besatzung Aliso was umgekehrt bedeutet daß die Germanen den nicht regelmäßig erstürmt haben; eine Schlacht hat in und um Aliso nicht stattgefunden. In Fall wird man aber voraussetzen können daß Germanen Aliso anschließend geplündert und wohl auch haben .

6) Die Bedeutung der Lippe als der Römer in das Innere Germaniens legt nahe Aliso in der Nähe der Lippe und zwar nicht allzu fern vom Rhein . Denn nur wenn Nonius Asprenas der Rhein aus zu Hilfe kam nachdem er Ausbruch der Belagerten gehört hatte nach relativ Zeit zur Stelle war hat der Rückzug können.

Elison

Cassius Dio nennt den Flußnamen „Elison“ der eine mit Aliso aufweist: Drusus legte im Jahre v. Chr. am Zusammenfluß des Lupias und einen Stützpunkt an. Der Flußname Elison wurde gedeutet:

  • die Alme bei Neuhaus-Paderborn
  • die Ahse bei Hamm
  • die Glenne bei Stift Kappel unterhalb Lippstadt
  • die Stever bei Haltern und
  • die Seseke bei Lünen.
Die letztere Meinung hat sich durchgesetzt. jüngste dendrochronologische Untersuchungen haben das absolute Gründungsdatum Lagers Oberaden gesichert. Bei der Errichtung der - Erde -Mauer wurden in saftfrischem Zustand verbaut die im Spätsommer des Jahres 11 Chr. gefällt worden sind. Diese Datierung steht besten Einklang mit dem von Cassius Dio Lagerbau im Stammesgebiet der Sugambrer .

Oberaden und Holsterhausen können nicht Aliso sein

Bei Haltern passen die überlieferten Einzelheiten ehesten während die gleichfalls an der Lippe Lager von Oberaden und Holsterhausen aus unterschiedlichen nicht Aliso sein können:

1) Oberaden ist 8/7 v. Chr. worden nachdem die Hauptaufgabe des Lagers das der Sugambrer nach der Umsiedlung eines großen des Stammes entfallen ist . Damit ist PREIN-These von der Gleichsetzung Oberadens mit Aliso .

2) Nach dem archäologischen Befund ist als Marschlager angelegt worden das nur „sehr Zeit“ belegt war. Gegen eine längere Benutzung das Fehlen jeglicher Spuren einer Innenbebauung sowie Nicht-vorhanden-sein einer Holz-Erde-Mauer . Die wenigen im und in der näheren Umgebung des Lagers Münzen lassen zwar an eine gleichzeitige Datierung Haltern denken beweisen diese aber keineswegs .

Ist Haltern Aliso?

Haltern hingegen weist eine Reihe jener auf die den Quellen für Aliso zu sind :

1) Der archäologische Befund in Haltern für das Hauptlager eine aus Legionsteilen und gemischte Truppe erscheinen die in offenbar gleicher über mindestens 10 wenn nicht 15 Jahre stationiert war .

2) Die drei Materialhorte von Haltern die Geschützpfeilgrube lassen auf Ordnungsarbeiten schließen die Legionäre getroffen haben ehe das Lager den preisgegeben worden ist. „Man kann...aus den Materialhorten eine plötzliche und chaotische Aufgabe von Haltern sondern vielmehr einen mehr oder weniger geordneten “. Das Hauptlager ist offensichtlich nicht im erobert worden.

3) Maßnahmen zur Verteidigung gegen die

4) Haltern liegt in einiger Distanz Rhein (36 km) jedoch nicht so weit daß der Ausbruchsversuch der eingeschlossenen Besatzung im 9 n. Chr. und der Durchbruch zum scheitern mußten.

5) Im Hauptlager sind Bogenschützen durch und kleiner Schleudergeschosse aus Blei nachgewiesen .

6) Zumindest ein Speicherbau ist mit Wahrscheinlichkeit im Hauptlager nachgewiesen .

Das Ende von Haltern wird allgemein Zusammenhang mit der Varusniederlage des Jahres 9 Chr. in Verbindung gebracht. Für ein abruptes des Halterner Hauptlagers könnten einige Versteckfunde aus Hauptlager und die Skelettfunde im Töpfereiquartier sprechen. eigentliche Begründung des Enddatums vom römischen Haltern letztlich auf der Tatsache daß Münzen aus frühen Regierungszeit des Tiberius dort bisher nicht wurden. Keine einzige der ca. 3.000 Münzen über das Jahr 9 hinaus. Dieses Argument dadurch relativiert daß der Archäologie von den ebenfalls keine frühtiberischen Prägungen vorliegen .

Nach dem derzeitigen Forschungsstand kann von der Archäologie eine kurze Wiederbelegung von Haltern Zeit der Germanicusfeldzüge zumindest nicht grundsätzlich ausgeschlossen . Darauf könnte auch der Bleideckel einer hinweisen die ein Archäologe in Haltern gefunden Er trägt die Inschrift EX RADICE BRI-TAN(N)ICA Diese „Britannische Wurzel“ eine Ampferart aus dem wurde von Plinius d. Ä. erstmals anläßlich Germanicus-Feldzüge erwähnt . Da es heutzutage archäologisch numismatisch keine eindeutige Unterscheidung zwischen dem „Haltern-Horizont“ einem hypothetisch angenommenen „Germanicus-Horizont“ gibt (die gleiche Sigillata „coin-drift“-Problem) gibt ist eine Datierung Halterns in die Zeit des Germanicus zwar nicht aber theoretisch möglich . Damit gewinnt auch Fund des obenerwähnten Bleideckels an Brisanz.

Siegmar von SCHNURBEIN langjähriger Leiter der von Haltern vermutet „daß Germanicus Aliso nicht an gleicher Stelle wiedererrichtet hat sondern daß an einem unbefleckten Platz in der Nähe Nachfolge-Stützpunkt zum Aliso des Jah-res 9 aufbauen ich bislang stets abgelehnt habe Haltern mit zu identifizieren spricht also doch manches für Gleichsetzung; letzte Sicherheit wird man in dieser jedoch kaum erlangen“ . Beim jetzigen Stand Forschung ist weder zu beweisen noch zu daß Haltern und Aliso identisch sind. So es 2 Lager mit dem Namen Vetera hat (Vetera I und II) so könnte nach der Auffassung von Ralf G. JAHN 2 verschiedene „Alisos“ gegeben haben. Auch LEHMANN die Wiederbegründung einer starken Lagerfestung an der mit dem traditionsreichen Namen „Aliso“ für möglich Schließlich war im Gegensatz zur Numerierung der der Name ja nicht negativ vorbelastet. Auch R. WIEGELS ist der Gedanke der Übertragung Namens Aliso auf ein – bislang im unbekanntes - Lager in der Nähe von eine theoretische Möglichkeit zumal in den Quellen Hinweis darauf fehlt daß das im Jahr n. Chr. belagerte Kastell erst von Germanicus wurde .

Beim jetzigen Stand der Forschung ist nicht auszuschließen daß das 1997 neuentdeckte "Ostlager" Aliso des Germanicus gewesen sein könnte.

Fazit (nach Ralf G. Jahn)

Aliso ist wahrscheinlich bei Haltern an unteren Lippe zu suchen . Nach dem Stand der Forschung ist es aber auch ausgeschlossen daß das augusteische Lager bei Anreppen gewesen sein kann. Dabei ist zu beachten ein wirklich sicheres Schlußdatum bislang wohl für ausgegrabenen Anlagen in Haltern (9 n. Chr.) dagegen für das Lager von Anreppen vorliegt Nach den neuesten numismatischen Forschungsergebnissen ist aber eindeutige Unterscheidung zwischen dem „Haltern-Horizont“ und einem angenommenen „Germanicus-Horizont“ nicht möglich. So ist eine Halterns bis in die Zeit des Germanicus nicht sehr wahrscheinlich aber auch nicht ausgeschlossen

Die römischen Lager an der Lippe

Haltern

Das Jahr 7 v.Chr. schien die der Drususoffensive zu bestätigen; nach vierjährigem Kampf erstmals Frieden eingekehrt. Eventuell fällt in dieses (oder etwas später) als einzige nennenswerte Maßnahme rechtsrheinischem Gebiet die Errichtung des Lippelagers Haltern 2 Tagesmärsche vom Rhein entfernt. An den Haltern und Anreppen (zumindest phasenweise mit Haltern haben als Stammbesetzung wie in zeitweiliger Belegung wohl nur Vexillationseinheiten zusammen mit Auxiliarverbänden gestanden eine ganze Legion als reguläre Garnisonstruppe.

Die Gründung des Hauptlagers von Haltern erst einige Jahre nach der Auflassung des Oberaden . Es erscheint nicht ausgeschlossen daß das von Haltern erst um Christi Geburt erbaut ist. Die weit über den normalen Bedarf Zahl an Wohn- und Dienstgebäuden für hochrangige lassen für das Hauptlager eine Funktion vermuten schwerpunktmäßig im Bereich der Militärverwaltung vermutet werden Ist diese Annahme richtig dann befand sich Haltern im ersten Jahrzehnt nach Christi Geburt vorgelagerte militärische Schaltstelle die die verwaltungsrechtlichen Vorkehrungen die Provinzialisierung der eroberten rechtsrheinischen Gebiete betrieb. nach der Varusschlacht endete der Militärstützpunkt Haltern. Wiederbesetzung des Platzes während der Feldzüge des (14-16 n.Chr.) muß nach den bislang bekannten und numismatischen Fakten ausgeschlossen werden.

1) „Feldlager“: Größe ca. 34 5 mit unregelmäßigem Umriß Graben und wohl ein-fachem keine Innenbauten wird z.T. vom „Hauptlager“ überdeckt.

2) „Hauptlager“: Anlage von 16 7 mit unregelmäßigem Umriß später auf 18 3 erweitert Doppelgraben Holz-Erde-Mauer 4 Toranlagen und im wohl vollständig be-baut reichhaltiges Fundmaterial der Zeit ca. 8 v. Chr. bis 9 n. (Münzen).

Das Legionslager Haltern hatte einen annähernd Umriß mit abgerundeten Ecken und umschloß eine von 18 ha. Nachträglich wurde es im um 50 m erweitert und damit um ha vergrößert. Die hölzernen Innenbauten sind einem zum Opfer gefallen der wohl mit der (9 n.Chr.) zusammenhängt. Zu dieser Zeit hatten Bauwerke bereits Reperaturen und Umbauten erfahren. Das Haltern ist das älteste uns bekannte römische das vollständig mit solide gabauten präzise geplanten versehen war. Sie unterschieden sich grundlegend von gleichzeitigen hibernacula. Die solidere Bauweise kann als Ausdruck dafür angesehen werden daß sich die Armee zu einem Berufsheer gewandelt hatte; die des Augustus hatte den Vorgang der Professionalisierung Militärs zum Abschluß gebracht.

Haltern-Hofestatt

Hafenkastell und Kriegshafen. Die letzte Periode eine Uferlinie von 185 m Länge innerhalb Kastells. Die wichtigste Bebauung besteht aus einem von Schiffshäusern. Innerhalb der Hofestatt waren die und Segler auf der einen Seite und (Schiffs-) Kämpfer auf der anderen Seite räumlich

Wiegel

Güterhafen. Zahlreiche augusteische Funde viel verkohltes

Annaberg

Etwa dreieckige Anlage auf der Kuppe Berges 2 5 km westlich der Stadt Rund 7 ha Flächeninhalt. Spitzgraben bis zu 50 m breit dahinter Palisade mit Türmen. Tore. Der gesamte Befund ist heute schwer der Zweck dieser Anlage unbekannt.

Holsterhausen

In Dorsten-Holsterhausen befand sich ein mehrfach Marschlager von ca. 900 x 550 m (rund 50 ha) aus den Germanenkriegen zw. v. Chr. und 16 n.Chr. das nur kurz belegt war. Augrund des geringen Fundanfalls diese Anlage nur allgemein in diesen zeitlichen einzuordnen. 18 km westlich von Haltern am Lippeufer auf flacher Erhebung gelegen; unregelmäßiger Umriß Spitzgraben (4 m breit) 3 Tore keine keine Holz-Erde-Mauer nur sehr geringe Funde. Die Münzfunde lassen zwar eine gleichzeitige Datierung mit denken beweisen diese aber keineswegs. Holsterhausen war ein mit Wall und Graben befestigtes Lager dem das römische Militär in Zelten untergebracht Die Größe des Lagers bot ausreichend Platz mindestens eine Legion und weitere Auxiliarverbände.

Oberaden

Bergkamen-Oberaden ist das älteste Lippelager von ha Größe südlich der Lippe unregelmäßiger Umriß 840 x 680 m) Spitzgraben (4-6 m 3 m tief) Holz-Erde-Mauer (2 60-3 10 breit) 4 Tore wenige Innenbauten enorme Dimensionen Stabsgebäudes (2.420 qm) extreme Fundarmut gut erhaltene (gut geeignet für dendrochronologische Datierung) bislang ältestes aus der Zeit der Germanenkriege (11-9/8 v.

Es hatte eine Umwehrung mit polygonalem die eine Fläche von 54 ha einschloß. Zweifel spricht sich darin die große Bedeutung Lagers als Standquartier des Drusus aus sowie Tatsache daß hier nicht eine sondern mindestens Legionen untergebracht waren dazu einige Hilfstruppen die Funden zufolge wohl aus Thrakien und Kleinasien Das Lager dürfte im Spätsommer des Jahres v.Chr. errichtet (Fälldatum der insgesamt ca. 9.000 25.000 Eichenstämme die in saftfrischem Zustand verbaut und gegen Ende des Jahres 8 v.Chr. worden sein. Ähnlich wie das Lager Dangstetten es nur wenige Jahre bestanden. Für die des römischen Lagerbaus ist es recht interessant. Römer bauten ähnlich wie in Dangstetten zunächst leichte provisorische Unterkünfte (hibernacula) die nur geringe im Boden hinterließen. Als das Lager aufgegeben war die Besatzung gerade dabei diese durch und präzise gebaute dauerhafte Mannschaftsbaracken aus Holz ersetzen. Einige dieser Baracken waren schon fertig anderen waren nur die Centurionenquartiere erneuert worden.

Neben Legionssoldaten waren auch Auxiliarverbände thrakischer kleinasiatischer Herkunft stationiert. Ausgehend von dem erheblichen des Lagers und der baulichen Disposition der (10.535 qm) wird man eine zeitweilige Belegungsstärke mindestens zwei Legionen annehmen dürfen. Der Bau durch Drusus als Bollwerk im Stammesgebiet der am Zusammenfluß von Lippe und Elison um vor ihnen zu schützen (Cass. Dio LIV 4). Als Tiberius im Jahr 8 v. 40.000 Sugambrer an den Niederrhein deportieren ließ Oberaden seine Funktion. Das Lager wurde daraufhin 8/7 v. Chr. von seinen Bewohnern planmäßig (Vergiftung der Brunnen durch Tierkadaver Fäkalien und Inbrandsetzen des Lagers).

Beckinghausen

2 5 km westlich von Oberaden unmittelbar auf dem südlichen Hochufer der Lippe am Fluß das sog. Uferkastell Lünen-Beckinghausen wo damals ein Legionsdetachement oder eine Auxiliareinheit zur des auf der Lippe transportierten Nachschubs stationiert Als Sicherung im Sugambrergebiet bestand das kleine (angelegt zwischen 13/11 und 9/8 v.Chr.) eventuell einige Zeit nach der Auflassung von Oberaden Die ovale Anlage von Beckinghausen umfaßte nur 6 ha (ca. 190 x 95 m) wies 3 Spitzgräben auf dahinter eine Holz-Erde-Mauer m breit) mit einem Tor im Westen. Innenbauten sind nicht erforscht; es ist auch sicher ob es gleichzeitig mit dem großen (Oberaden) bestanden hat. Münzen und Keramik scheinen zu belegen daß Legionslager Oberaden und Uferkastell zusammengehörten und gleichzeitig bestanden hatten.

Anreppen

Anreppen ist eine militärische Anlage von 26 ha (etwa 750 x 350 m) unregelmäßigem Umriß auf der hochwasserfreien flachen Geländerücken Südufer der Lippe östlich der Einmündung des Doppelgraben (3 50 m und 6 60 breit) und Holz-Erde-Mauer mit Türmen (ca. 3 breit). Anreppen wird in das erste Jahrzehnt Chr. datiert.

Das Lager in Anreppen liegt nicht das Halterner Hauptlager auf einem Hügel in Entfer-nung zur Lippe sondern fast direkt am des Flusses. Anreppen-“Einbuchtung“ (Uferbreite 140 m größte 90 m Oberfläche ca. 0 8 ha) Nordwesten der zum Lippe-Ufer gewandten Seite des Wahrscheinlich handelte es sich hier um einen Hafen wo das Marinepersonal und die sonstigen deutlich voneinander getrennt wurden. Der Güterhafen lag ganz außerhalb der Ufermauer. Andererseits war Anreppen mehr als eine Versorgungsstation auf dem Weg Weser wofür allein schon die Größe des spricht das einer Legion sowie einer gewissen von Hilfstruppen ausreichend Platz bot. Die Grabungsergebnisse daß dieses vorerst östlichste Lippelager als dauerhafter konzipiert war wobei seine logistische Funktion als und Versorgungsbasis nicht minder wichtig war.

Literatur

  • Ralf G. Jahn: Der Römisch - Krieg (9-16 n. Chr.). Inaugural-Dissertation zur Erlangung Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Bonn 2001.



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