Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 26. Juli 2014 

Allgemeines Landrecht


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Das Allgemeine Landrecht für die preußischen Staaten (ALR) war ein Gesetzeswerk das von Friedrich dem Großen erlassen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Die Wurzeln des ALR reichen zurück zu den Überlegungen Friedrich I. ein einheitliches Recht zu schaffen. Diese Reform wurde jedoch erst durch Friedrich II. in Auftrag gegeben.

Maßgebliches Anliegen für die Entwicklung des war der Wunsch Friedrich II. klares und gerechtes Recht zu haben. war nachhaltig geprägt vom Müller-Arnold-Fall und nahm diesen als Anlass für umfassende Justiz- und Gesetzesreform. Besonders sollte die der Juristen durch möglichst genauen Wortlaut begrenzt

Zunächst hatte Friedrich der Große ein (Analogieverbot) verfügt mit dem Ziel den "Rechtsmißbrauch" Juristen zu beenden. Nur der Wortsinn durfte werden. Im Zweifel wurde eine eigens eingerichtete befragt die jedoch aufgrund der häufigen Anfragen wurde da dies die Rechtsprechung lähmte.

Das ALR sollte nun für jederman Recht in verständlicher Form "nachlesbar" machen.

Mit Kabinettsorder vom 14. April 1780 wurde Großkanzler von Cramer mit der beauftragt der die Arbeiten an dem Gesetzeswerk dem Willen des Königs nicht einer einzelnen übertrug. Maßgeblich schlugen sich das Wirken Svarez und Kleins (Strafrecht) im Entwurf nieder.

Das ALR wurde 1792 zunächst als "Allgemeines Gesetzbuch für die Staaten" (AGB) fertiggestellt. Eine Überarbeitung erfolgte aufgrund Ereignisse der französischen Revolution wodurch die reaktionären und konservativen Eliten Preußen ihre Bedenken gegen die freiheitliche Grundtendenz Gesetzes durchsetzen konnnten: Viele freiheitliche Rechte und Bestimmungen wurden entfernt oder eingeschränkt (z.B. Wohlfahrt Staatszweck). Das Gesetz trat so erst unter Nachfolger Friedrich Wilhelm III. am 1. Juni 1794 in Kraft.

Inhalt

Das ALR ersetzte subsidiär geltende unterschiedliche wie z.B. das Römische Recht und das Es galt ebenso nur subsidiär d.h. es nur dann zur Anwendung wenn die lokalen keine Regelung trafen. Es sorgte daher nicht eine umfassende Rechtseinheit im Lande. Lediglich für ohne eigene althergebrachte Rechtsquellen wurde ein umfassendes Recht gesetzt insbesondere in den ostelbischen Provinzen Ausnahme der Städte die auch hier häufig eigene Rechtsquellen verfügten. Auch in der Rheinprovinz (wurde preußisch nach dem Wiener Kongress 1814 ) galt nicht das ALR sondern der Code Civil der sich im liberalen Bürgertum aufgrund freiheitlichen Grundgedanken wie Gleichheit der Menschen vor Gesetz Eigentums- Vertrags- und Testierfreiheit Geschworenengerichte usw. Beliebtheit erfreute.

Das ALR regelte das allgemeine Zivilrecht und Erbrecht Lehensrecht Ständerecht Gemeinderecht Staatsrecht Kirchenrecht Strafrecht und Strafvollzugsrecht in über 19.000 Paragraphen. mögliche Fall sollte exakt geregelt sein.

Rechtsgeschichtliche Bedeutung

Rechtspolitisch war die Einführung des ALR Fortschritt auch wenn die feudale Ständeordnung im Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß war und immer die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bremste (siehe Bauernbefreiung und Leibeigenschaft ). Vor allem der Vorrang des Naturrechts vor dem Römischen Recht war ein großer Fortschritt. Auch rechtspolitische wie nullum crimen sine lege oder dass Staat dem Bürger sein Eingriffsrecht nachweisen muss neu.

Insbesondere der Entwurf des AGB spiegelte veränderte Staatsauffassung von Staat und Recht wieder im Staatsdenken von Friedrich II. ihren Ursprung Jedoch beabsichtigte das Gesetz nicht eine konstitutionelle der Monarchie sondern stellte lediglich ein Bekenntnis Selbstbeschränkung dar. Dieses wurde durch die Umarbeitung ALR abgeschwächt. So war z.B. das Verbot Machtsprüchen des Königs mit dem Ziel der des Herrschers Grenzen zu setzen im ALR mehr enthalten.

Auch die Rechte des Adels wurden gefestigt und die bestehende Sozialordnung wie z.B. Zunftzwang beibehalten. Dadurch konservierte das ALR im bestehende Besitzstände.

Eine Rechtseinheit wurde für Preußen mit ALR nicht geschaffen. Erst mit dem StGB Reichsjustizgesetzen von 1877 (StPO ZPO KO) und BGB wurde eine umfassende Rechtseinheit geschaffen die aber über den preußischen Staat hinaus eine Rechtsordnung für das zweite Deutsche Kaiserreich darstellte.

Rechtliche Fortentwicklung

Im heutigen Recht spielt das Allgemeine durch die umfassende Kodifikation des Bürgerlichen Gesetzbuches keine Rolle mehr. Wiederbelebt wurde das Allgemeine jedoch durch die Nassauskiesungsentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes das dem Bundesgerichtshof (BGH) aufgab die Entschädigung beim enteignungsgleichen nicht mehr auf Art. 14 GG zu Daraufhin stellte der BGH die Entschädigung auf gewohnheitsrechtlich anerkannten Anspruch aus §§ 74 75 Einleitung zum allgemeinem Landrecht. Bis zum Erlass (verfassungsmäßigen) Staatshaftungsgesetzes wird dies weiterhin Grundlage sein.

Landesrechtlich gelten einzelne Vorschriften bis heute.

Siehe auch: 10 II 17 ALR .

Literatur

  • Hans Hattenhauer (Hrsg.) Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten von 1970.

interne Links



Bücher zum Thema Allgemeines Landrecht

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Allgemeines_Landrecht.html">Allgemeines Landrecht </a>