Die Tochter eines Anwalts arbeitete bis Volljährigkeit in der Kanzlei ihres Vaters mit. Berlin absolvierte sie eine Ausbildung für das an höheren Mädchenschulen und nahm parallel Schauspielunterricht. mehreren Bühnenengagements in verschiedenen Städten ging sie ihrer Freundin Sophia Goudstikker nach München um gemeinsam ein Fotostudio zu eröffnen.
Bald begann Augspurg sich in der Frauenbewegung zu engagieren und übte sich als Rednerin. Ihr Einsatz für Frauenrechte war auch Grund warum sie sich nach mehreren Jahren Arbeit für ein Jurastudium entschied. Sie übersiedelte Zürich weil Frauen in Deutschland noch keinen Zugang zu den Universitäten erhielten. Neben Rosa Luxemburg zählte sie dort zu den Mitbegründerinnen "Internationalen Studentinnenvereins". Sie schloss ihr Studium mit Doktorarbeit ab und war somit die erste Juristin des Deutschen Kaiserreichs.
Anita Augspurg engagierte sich um die in Berlin für die Rechte der Frau Bürgerlichen Gesetzbuch: Sie brachte gemeinsam mit ihren Freundinnen Minna Cauer und Marie Raschke Petitionen zum neuen und Familienrecht ein die nur zum Teil zeigten und rief anschließend zum Boykott der auf.
Während dieser Zeit trennten sich die von den konservativen Frauenvereinen die radikalen Frauen das Frauenwahlrecht als vorrangiges Ziel. Augspurg und ihre Lida Gustava Heymann engagierten sich gemeinsam im des "Verbandes fortschrittlicher Frauenvereine". Sie gründeten erst Hamburg ( 1902 ) später in Bayern ( 1913 ) einen Verein für das Frauenstimmrecht.
Im 1. Weltkrieg nahmen sie an internationalen Frauen-Friedenskonferenzen teil hielten illegale Versammlungen in ihrer Münchner Wohnung Aufgrund der gemeinsamen pazifistischen Überzeugung bot sich Zusammenarbeit mit den inzwischen von der SPD getrennten Unabhängigen Sozialdemokraten ( USPD ) an die früheren Differenzen mit den Frauen um Clara Zetkin verloren an Bedeutung. Anita Augspurg kooperierte Kurt Eisner und wurde nach der Proklamation der Republik 1918 in München Mitglied des provisorischen bayerischen Parlaments. Bei bald folgenden Wahlen kandidierte sie auf Listen sozialistischen USPD erlangte aber kein Mandat.
1933 konnte Augspurg wegen der Machtübernahme der NSDAP nicht von einer Winterreise zurückkehren weil auf der der "schwarzen Liste" der zu Personen stand. Denn sie hatte bereits 1923 gemeinsam mit Heymann persönlich beim Bayerischen die Ausweisung des Österreichers Adolf Hitler wegen beantragt. Ihr Besitz wurde beschlagnahmt ihre Aufzeichnungen verloren. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1943 lebte sie gemeinsam mit Heymann im Züricher Exil.