Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Das Ann Arbor-Modell ist das führende Modell der empirischen
Dem Ann Arbor-Modell zufolge lässt sich Wahlverhalten durch das Zusammenwirken politisch-institutioneller sozialökonomischer und Bedingungsfaktoren erklären (vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990 S.8). Dabei davon ausgegangen dass die Masse der Wähler vor jeder Wahl vor einer völlig neuen und damit Entscheidungssituation steht. Vielmehr bringen sie längerfristig gültige bzw. Abneigungen gegenüber den konkurrierenden Parteien mit. Die direkten Einflussfaktoren die Einstellungen Wähler also gegenüber den Kandidaten und den den Parteien eingenommenen Position bei aktuellen umstrittenen werden mit psychischen und sozialen Faktoren in Linie der Parteiidentifikation verbunden. Diese „psychologische Mitgliedschaft“ einer Partei beeinflusst indirekt auch die Wahrnehmung Verarbeitung politischer Informationen (Falter/Schumann/Winkler 1990 S.9). Die ergibt sich somit aus dem Zusammenspiel vorangegangener und subjektiver Situationsdeutungen (vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990 S.9).
Der Entscheidungsprozess der Wähler lässt sich Rahmen des Ann Abor-Modells mit einem Trichter an dessen Ausgangspunkt die Wahlentscheidung steht. Die als langfristiger Faktor sowie die Themen & als kurzfristige Einflussfaktoren sind dem vorgelagert.
Zur Beschreibung der sozialen Korrelate von Parteibindungen eignen sich insbesondere soziologische Modelle. Während diese Modelle ihre Grenze der Erklärung kurzfristiger „Wählerwanderungen“ finden sind sie gut geeignet um Bedingungsfaktoren des Wahlverhaltens die einen langen Zeitraum wirken zu bestimmen.
In diesem Zusammenhang werden in der die mikro- von den makrosoziologischen Erklärungsmodellen unterschieden. mikrosoziologischen Modell zufolge entstehen Parteibindungen „vor allem durch politische Sozialisation und Kommunikation Meinungsführern [...] und durch die Tendenz des mit seiner Familie seinen Freunden und Arbeitskollegen einem möglichst spannungsfreien Verhältnis zu leben“ (Falter/Schumann/Winkler 1990 S.5). Neben diesem individualsoziologisch Modell lassen sich Parteibindungen auch mit makrosoziologischen erklären. Demnach sind Parteibindungen das Resultat langanhaltender von politischen Parteien mit gesellschaftlichen Großgruppen (bspw. Gewerkschaften Kirchen etc.). Die Zugehörigkeit zu einem dieser Cleavages bedingt demnach eine bleibende Affinität zu einer Partei. Die Parteibindung bleibt durch die gelegentliche Wahl einer anderen Partei zumindest solange wie die abweichende Stimmabgabe eine bleibt.
Neben dem direkten Einfluss auf die wird auch die Einstellung der Wähler zu Sachthemen und Kandidaten von der Parteibindung beeinflusst. „Die Parteiidentifikation hilft Menschen dabei Kandidaten einzuschätzen sich über zahlreiche ihrer Eigenschaften informieren zu (Brettschneider 2000 S.50). Informationen über Politiker nach deren parteipolitischen Zugehörigkeit und nach subjektiven somit interpretativ verarbeitet (vgl. Kindelmann 1994 S.31). nehmen aus Berichten vor allem das wahr in ihr vorgefasstes Bild vom Kandidaten passt; die Aufmerksamkeit ist bei Beiträgen höher die vorhandenen Sichtweisen stützen (vgl. Schütz 1992 S.108; Dahlem Brosius 1993 S.169). Auch wenn in Studien wiederholt eine rückläufige Entwicklung der Parteibindungen wird bleibt die sie in Deutschland für Wählerverhalten von zentraler Bedeutung (vgl. Brettschneider 2000 Andere Faktoren aber werden durch diese Entwicklung relevanter.
Nachlassende Parteibindungen führen im Ann Arbor-Modell zu einem Bedeutungsgewinn von politischen Streitfragen und Dies ist generell auch keine problematische Entwicklung. aus normativer Sicht ließen sich Anzeichen die ein verstärktes themenbezogenes Wählen hindeuten positiv werten. „Zu schön wäre doch der von sozialstrukturell Bindungen befreite und kognitiv hoch mobilisierte Wähler ausschließlich an Sachthemen orientiert ist“ (Stern/Graner 2002 S.150). Dass man von solchen Idealfall aber kaum ausgehen kann lässt anhand der rationalistischen Theorie des Wählerverhaltens erklären.
Ausgangspunkt der Rational-Choice-Theorie ist ein ökonomischen nach dem Wählerinnen und Wähler ihre Wahlentscheidung abhängig machen von welcher Option sie sich größten persönlichen Nutzen versprechen. Als optionale Angebote dem Wählermarkt offerieren die konkurrierenden Parteien ihre Produkte (Wahlprogrammen). Damit die Wähler herausfiltern können Programm den größten individuellen Nutzen für sie müssten sie eigentlich die Wahlprogramme der Parteien Da der Wähler in der Logik eines Ansatzes in der Regel dem Ziel der Nutzenmaximierung das heißt eines größtmöglichen Nutzens bei möglichem Aufwand folgt wird dieser kaum seitenlange lesen und vergleichen (vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990 S.12). kostengünstiger hingegen lassen sich Informationen über Personen Dies gilt insbesondere dann wenn die Bewertung Kandidaten vornehmlich über rollenferne Merkmale wie Sympathieeinschätzungen die Bewertung der körperlichen Attraktivität geschieht. In solchen Fall kann nicht zuletzt das Privatleben Politikern mit ausschlaggebend sein für die Wahlentscheidung.
Nun scheint es aber schon aus Erwägungen wenig sinnvoll die Wahrnehmung von Kandidaten Themen strikt voneinander zu trennen. Vielmehr sollte diesem Zusammenhang eine komplementäre statt einer alternativen der beiden kurzfristigen Einflussfaktoren eingenommen werden. „Der Wähler wählt nicht Personen statt Programme &sbquoProgramme mit Personen’ [...]. Er wählt nicht Kandidat anstelle der Partei sondern den Kandidaten Partei“ (Stern/Graner 2002 S.150).
Falter Jürgen W. / Schumann Siegfried / Jürgen (1990): Erklärungsmodell von Wählerverhalten . In: Aus Politik und Zeitgeschichte: Beilage Wochenzeitung Das Parlament. B 43/89 20. Oktober S. 3-24
Stern Eva / Graner Jürgen (2002): It’s the Candidate Stupid? Personalisierung der bundesdeutschen . In: Berg Thomas (Hrsg.): Moderner Wahlkampf. hinter die Kulissen. S. 145-167