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Anschauung


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Definition

Die Anschauung bezeichnet im allgemeinen den Vorgang des visuellen Erlebens der Dinge sowie sein Ergebnis Angeschaute.

Schon bei Noetker (althochdeutsch anascouunga ) bei Eckhart ( mittelhochdeutsch anschauuunge ) wird der Begriff Anschauung verwendet für contemplatio "das Richten des Blickes" auf etwas auf das Ewige Göttliche ( Vision ) das unmittelbare Innewerden oder Innesein eines oder geistig Gegenständlichen.

Verwendung in der Philosophie

  
In der Philosophiegeschichte tritt der Begriff der Anschauung in zum Teil sich widersprechenden Bedeutungen auf:

1. Wahrnehmungsbedingte Anschauung im allgemeinen Sinn
2. Empirisches nichtbegriffliches nichtrationales Erfassen der
3. Visuelle gestalt- und formenspezifische Anschauung Eidetik ).

Anschauung kann aber ebenso verstanden werden
4. Bedeutungsschau rein logischer und mathematischer
5. unmittelbares Innewerden von Ideen und im Sinne Platons
6. sittliche Gewissheit über ethische Werte Normen im Sinne von Kant
7. Erfassen des Absoluten Gottes
8. intellektuelle Anschauung im Sinne des Idealismus ( Intuition ).

Anschauung nach Kant ==

Das Verhältnis von Anschauung und dem dem wir uns vom Angeschauten machen beschreibt Kant folgendermassen: "Vermittelst der Sinnlichkeit ... werden Gegenstände gegeben und sie allein liefert uns Anschauungen; den Verstand aber werden sie gedacht und von ihm entspringen Begriffe. Alles muß sich (...) zuletzt auf Anschauungen (...) Sinnlichkeit beziehen weil uns auf andere Weise Gegenstand gegeben werden kann."
( Kritik der reinen Vernunft B33 75)
Kant folgert dass Anschauung und Begriff zusammen gegeben sein müssen damit Erkenntnis überhaupt erst möglich werden kann.

Kant unterscheidet die äussere Anschauung (Raum-Anschauung) die die Gegenstände im betrachtet von der inneren Anschauung (Zeit-Anschauung) die uns selbst unsere auch zeitlichen Zustände betrifft.
Ebenfalls differenziert er die empirische mit Empfindungen behaftete Anschauung ( Wahrnehmung ) von der reinen Anschauung in der die Form der ohne Empfindungen und Erfahrungen zutage tritt (Anschauungsformen).

Raum und Zeit sind nach Kant Anschauungsformen ("in unserem bereitliegende" Formen) unserer sinnlichen Anschauung a priori . Demnach sind wir uns unabhängig von Erfahrung in Raum und Zeit existierend bewusst. und Zeit machen Erfahrung erst möglich.

Die Anschauung im Prozeß der Erkenntnisgewinnung

Die Anschauung ist ein Prozeß der der sich in den anschaulichen Empfindungen Wahrnehmungen und Vorstellungen vollzieht; zugleich stellt dies eine Zusammenfassung alle sinnlichen Abbildformen dar.

Das menschliche Erkennen als Gesamtprozeß beginnt der sinnlichen Anschauung und steigt zum abstrakten auf welches das Material der Sinneserfahrung verarbeitet.

Anschauung und Denken sind nicht zwei Wege des Erkenntnisprozesses sondern untrennbare sich wechselseitig Momente jedoch ist es keineswegs notwendig daß einzelne individuelle Erkenntnisprozeß mit der sinnlichen Anschauung

Auf der heutigen Entwicklungsstufe der Erkenntnis individuelle Erkenntnisprozesse oft mit theoretischen Fragestellungen wobei im Verlauf des Erkenntnisprozesses die sinnliche Anschauung das abstraktes Denken wieder durchdringen.

In der Anschauung ist die objektive dem Menschen in der Form von Wahrnehmungen Vorstellungen als einheitliche Erscheinung gegeben die Allgemeines Einzelnes Wesentliches und Unwesentliches Notwendiges und Zufälliges ungeschieden in sich enthält.

Dieses voneinander zu sondern und das Wesentliche und Notwendige herauszuheben ist Aufgabe der Verarbeitung sinnlicher Anschauung.



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