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Antiamerikanismus


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Antiamerikanismus bezeichnet eine ablehnende bis feindliche Haltung die politischen gesellschaftlichen oder kulturellen Verhältnisse in USA .

Der Begriff ist so gut wie eine Fremdbezeichnung; kaum jemand bezeichnet sich selbst als antiamerikanisch. Die des Antiamerikanismus Beschuldigten streiten der Regel den Vorwurf ab und werfen Gegnern vor eine in ihren Augen berechtigte Kritik an den USA mithilfe eines Kampfbegriffs zu diffamieren. Viele von ihnen halten den per se für unbrauchbar.

Die USA werden von vielen als der Energieverschwendung das auf Kosten anderer lebt des national gesinnten Militarismus und eines durchgreifenden Waffen-Lobbyismus und somit Problem angesehen. Dies kommt in vielfältiger Gestalt Ausdruck und betrifft Amerikaner und Nicht-Amerikaner.

Während bestimmte Ausformungen eher global ausgerichtet politisch als Anti-Imperialismus ökonomisch als Anti-Kapitalismus oder Kommunismus religiös (atheistisch oder aber anti- säkular fundamentalistisch) richten sich andere Meinungen ganz gegen das mit den jeweiligen Erscheinungen identifizierte (kulturell (Anti- Hollywood ) moralische (gegen die "westliche Dekadenz ") oder gegen militärische Gestaltungen seiner Globalstrategie.

Antiamerikanismus ist ein Begriff mit geringer und geringer Begriffstiefe. Antiamerikanismus ist häufig ein politischer Kampfbegriff der bisweilen als "platter Antiamerikanismus" und benutzt wird um etwa die Friedensbewegung zu diskreditieren [1] . Er wird selten benutzt um einen zu verdeutlichen sondern um einem anderen Standpunkt ("Das ist ja antiamerikanisch!"). Zugleich werde der Amerikanismus der Willigen [2] jegliche Kritik und Analyse entzogen.

Nach dem Historiker Tony Judt errege Amerika ... Ressentiments durch das was es und Antipathien durch das was es tut [3] . Die Amerikaner wirken ungern bei internationalen Initiativen und Vereinbarungen sei es in Fragen der Klimaerwärmung der biologischen Kriegführung des Strafrechts ( Internationaler Gerichtshof ) oder der Rechte der Frauen [...] . Aus den zwei unterschiedlichen Gesellschaftsmodellen in Europa und Amerika ergäben sich recht unterschiedliche der Weltlage.

Antiamerikanismus hat auch eine irrationale Komponente.

Von außen
Handlungen des Subjekts Amerika (meistens der werden nicht als Handlungen an sich kritisiert das Subjekt selbst wird Gegenstand der Kritik . Das führt zu Problemen in Diskussionen wie eine Gerichtsverhandlung geführt werden mit den USA als Angeklagter . In diesem Diskurs ist es schwierig spezifische Kritik zu
Von innen
Aufgrund der Einflussmöglichkeiten im Zeitalter der Massenmedien ist eine kritisch-reflektierende Verhaltensweise der amerikanischen erschwert. Auch auf Seiten der Bevölkerung werden Gut/Böse Schemata aufgenommen und verbreitet. (siehe Achse des Bösen )

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Amerika war schon früh eine Projektionsfläche für Europa . Der irische Bischof und Philosoph George Berkeley meint 1726 dass die ehrwürdige Theorie von der translatio imperii studii et religionis d.h dass die Entwicklung der Menschheit Sonnenlauf folge und sich von Osten nach - ex oriente lux - bewege: er sah Amerika als "westlichsten" Kontinent.

Charles Dickens kehrte 1842 von einer USA-Reise enttäuscht zurück: er einen sozialkritischen Reisebericht "American Notes" in dem er die Verbundenheit zur Scholle und die schlechten Umgangsformen

Für Metternich war die damals in den USA etablierte Demokratie eine Hölle: Für politische Rebellen lautete Alternative oft Festungshaft in Kufstein oder Ausweisung in die USA. 1848 gab es eine Auswanderungswelle in die der zivile und soziale Unmut wurde gleichsam Amerika "exportiert". Auch aus anderen Gründen gab Auswanderungsbewegungen : die hungernden Iren die unter Armut leidenden Skandinavier Russen und Burgenländer wollten ihre Lage verbessern: "Fare Amerika" im Italienischen heute noch als Synoym für "Erfolg Die Eisenbahnen betrieben selbständig so genannte Auswanderungsagenturen.

Im 20. Jahrhundert wurden die USA zeitweilig zum Feindbild der Gewerkschaften : der aufkommende Fordismus und Taylorismus wurden als unmenschlich gegeißelt. Bertolt Brecht kritisierte den "nackten Kapitalismus ".

In den 20er Jahren kamen amerikanische Filme und auch Firmen nach Europa. Die schwarze Sängerin Josephine Baker galt als Sensation. Jazz galt damals ironischerweise bei den amerikanischen Eliten als unamerikanisch. So kann man auch Beschimpfen des Jazz und von Comics als amerikanisch bezeichnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Niederschlagung des Nationalsozialismus in Deutschland 1945 brachen die ideologischen Gegensätze zwischen der Sowjetunion einerseits und den westlichen Alliierten mit den USA an der Spitze offen aus und mündeten in der Ost-West-Auseinandersetzung im Kalten Krieg . In dieser Phase wurde von den Ländern ein ideologisch begründeter Antiamerikanismus geschürt. Zum kommt er zum Beispiel in den Worten Walter Ulbrichts : "Wir sind gegen diesen ganzen Amerikanismus sind für die Schätze der deutschen Kultur und wir führen einen harten Kampf gegen Amerikanismus. Das ist eine große Aufgabe zur der deutschen Kultur." ( Neues Deutschland vom 26. April 1952 )

Die Maßnahmen der USA gegen Ende Zweiten Weltkrieges ( Atombomben auf Hiroschima und Nagasaki mit Hunderttausenden von Opfern die Kriege Korea und Vietnam ) haben nicht nur eine neue Friedensbewegung auf den Plan gerufen sondern auch bis dahin gültige Amerikabild in Frage gestellt.

Da die US-amerikanisch finanzierte Popkultur für Jugend Europas Vorbild war die US-Politik jedoch unterstützt wurde übernahm man in Europa Formen Widerstands der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung : "Teach-Ins" und " sit-ins " wurden abgehalten und es wurden unter auch amerikanische Friedenslieder gesungen. Solche Kulturen der Emanzipation wurden von einer "Kultur elite " in der USA selbst als "unamerikanisch" und teilweise bekämpft. Organisationen wie ACTA thematisieren heute den aus ihrer Sicht Patriotismus in Amerika.

Siehe auch

Literatur


Weblinks



Bücher zum Thema Antiamerikanismus

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