Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 29. Juli 2014 

Judenfeindlichkeit (Spätmittelalter bis Frühe Neuzeit)


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Antisemitismus im späten Mittelalter und der frühen ist ein Aspekt der durch Reformation Hexenwahn Pest und Türkengefahr geprägten Auseinandersetzungen in Europa.

Inhaltsverzeichnis

Antisemitisches Gedankengut

Mehrere Gruppen sind zu nennen deren teilweise in Wort und Schrift antisemitisches Gedankengut
  • Katholiken
  • Protestanten
  • Islamisten
  • Herrscher die sich bei Juden verschuldet hatten diese Schulden auf billige Art loswerden wollten
  • und da besonders durch aggressiven Eifer auffallend konvertierte Juden .

Insgesamt baut das antisemitische Gedankengut auf Ideen des Mittelalters auf: siehe auch: Antisemitismus (Früh- und Hochmittelalter)

Legendenbildung

Antisemtische Gedanken erscheinen auf verschiedene Weise. gab es Formen der Antisemtische Legendenbildung die Antisemitische (Propaganda)-Schriften einfließen und von diesen wiederum werden. Typische Anschuldigungen sind etwa: Da das Mittelalter war eine Zeit Seuchen und des Aberglaubens war fielen diese auf fruchtbaren Boden.

"wissenschaftlicher" Antisemtismus

Des weiteren wurden antisemtische Gedanken auch theologisch entwickelt. Basis waren die Bibel und auslegende theologische Schriften. Folgende Gedanken stehen im
  • Zum einen wird die Kreuzigung Jesu direkt den Juden zur Last gelegt. knüpft dies an die Verurteilung Jesu durch - jüdischen - Hohepriester an.
  • Zum anderen werden die Weherufe Jesu über Galiläischen Städte im Lukasevangelium 10 13-16 und im Matthäusevangelium 11 20-24 als Verfluchung des gesamten Volkes angesehen.
  • Die Klage über Jerusalem in Matthäus 23 wird ebenfalls gegen die Juden im Allegmeinen Volk) interpretiert.
  • Gleiches gilt für die an vielen Stellen Evangelien fallenden Worte Jesus gegen die Schriftgelehrten Pharisäer
  • Die Steinigung des Stephanus in der Apostelgeschichte Kapitel 7 durch die Juden in die Nichtannahme des Evangeliums durch die Juden wird wird wie auch andere Verfolgungen von und Jüngern den Juden insgesamt zur Last

In Verbindung mit Stellen des Alten konnte aus den oben aufgeführten Stellen der die These der Verstocktheit der Juden gegen ihre Bekehrung entwickelt Diese Verstocktheit wurde allen Juden gleichsam als Wesensmerkmal

Theologisch problematisch war Absolutheitsanspruch der Kirche in ihrer Lehre den allein wahren Weg Gott sah. Die gravierenden Unterschiede im Messiasglauben der Christen und des rabbinischen Judentums zu immer wiederkeherender Konfrontation.

Die infolge der Reformation verstärkt betriebene Rückbesinnung auf den Text Bibel führte gerade bei einigen Reformatoren zur antisemtischer Gedanken.

Antisemitische Schriften

Die im folgenden aufgeführte Auswahl antisemitischer soll einen Überblick über die weite Verbreitung Gedanken in der Geisteswelt von Spätmittelalter Rainessance Früher Neuzeit geben. Dennoch bleibt zu beachten der Antisemitismus nicht bei jedem der Genannten war. Genauere Angaben zu Leben und Werk sich in den jeweiligen Biographien.

Der Hexenhammer

Die Dominikaner Jakob Sprenger und Heinrich Institoris verfassten den Hexenhammer eine durch den soeben erfundenen Buchdruck gewaltiger Menge verbreiteten Hexenbulle (von 1487 bis 1609 29 Auflagen!). Dieses Werk bildete die nicht nur der Hexen- sondern auch einer angelegten Judenverfolgung

Weitere Autoren

Als weitere Autoren traten mit judenfeindlichen in Erscheinung:
  • Victor v. Karben: "Von dem Leben und der Juden" 1504
  • Johannes Pfefferkorn: "Die Judenbeichte" Flugschrift 1508 wonach die Juden als gefährlicher als der Teufel bzw. Bluthunde galten.
  • Ders.: Das Osterbuch 1509 wo es hieß Juden trachteten den Christen nach dem Leben es sei Pflicht jedes Christen die Juden wie räudige Hunde zu verjagen .
  • Selbst der Humanist Johannes Reuchlin der einzige Katholik seiner Zeit der Hebräisch beherrschte vermochte nur mit eigenen antijüdischen antisemitische Ausschreitungen zu verhüten indem er beteuerte seien barbarisch ohne Kunstsinn... abergläubisch niedrig und verworfen lästerten zudem Jesus Maria und die Apostel . Als Reaktion auf den von Pfefferkorn "Handspiegel" wandte sich Reuchlin in seinem "Augenspiegel" 1511 ) deutlich gegen ein mögliches Verbot von Büchern. Zudem deckte er zahlreiche Vorurteile seines als solche auf.
  • 1536 verfasst Paul Staffelsteiner "Eine kurtze underrichtung" bezeichnet jüdische Gläubige als Heuchler und Blender sowie ihren Glauben als ungegrundte erdichtete Ceremonien .
  • Im gleichen Jahr gibt Wolfgang Rus das "Buch der Altveter / des Israelitischen Volks nemlich woher di Synagog das Volck Gottes oder die Kirche iren ursprung habe" heraus.

Antonius Margaritha

Eine besondere Rolle für die theoretischen des frühneuzeitlichen Antisemitismus legt 1531 Antonius Margaritha in Leipzig in der Schrift Der gantz judisch und fasst dort zusammen: " In summa kein Jud will keynem Christen ."

Über die Arbeitsmoral der Juden auf der Christen heißt es da u.a.: Nach diesem tun die Juden den ganzen nichts. Wenn sie bedürfen einzuheizen Licht anzuzünden zu melken etc. nehmen sie etwa einen armen Christen der ihnen solches tue. Des sie sich sie bilden sich ein sie also Herren und die Christen ihre Knechte sie haben noch das wahre Regiment und Herrschaft sintemal die Christen ihnen dienten in Arbeit und sie müßig liegen .

Auch über die Schuld der Juden politischen Nöten und Zwistigkeiten hat Margaritha ein Denkmuster weiter profiliert: Die Juden frohlocken sehr wenn sich ein Krieg in Christenheit vor allem durch den Türken erhebt. beten sie weiter gegen alle Obrigkeit der Sie können nicht leugnen dass ihr Fluche die jetzigen christlichen Königreiche und das Kaisertum

Auf dem Reichstag 1530 in Augsburg Margaritha gegen den Schtadlan der Juden Josel von Rosheim eine öffentliche Disputation und muss den verlassen.

Martin Bucer

Der Reformator Martin Bucer versteigt sich 1539 zu der einer Handlungsanleitung für ein vergleichbaren Schrift "von den jude / ob wie die unde den Christe zu halten

Bucer greift die Sichtweise Margarithas auf gibt in seinem Ratgeber für den Umgang Juden die Anweisung: ? ir Recht ist jnen von dem Barmhertzigen vff erlegt das sie bey den volkern denen sie wonen die vndersten und der sein vnd am aller herttestenn gehalten werden

Martin Luther

Martin Luther versuchte anfangs die Juden zum Christentum zu bekehren z.B. in seiner Schrift Jesus ein Geborner Jude Sei ( 1523 ). Nachdem ihm das nicht gelang wandelte seine Einstellung in den letzten Lebensjahren zu Judenhass der in den Schriften "Brief wider Sabbather an einen guten Freund" ( 1538 ) oder "Vom Schem Hamphoras und vom Christi" ( 1544 ) zum Ausdruck kam.

Luther ließ sich insbesondere die Schriften Antonius Margaritha bei Tisch vorlesen.

Er forderte den Juden ihre Synagogen und Häuser zu zerstören sie in unterzubringen zu harter Arbeit zu zwingen ihnen und Gold und ihre Bücher zu rauben ihren Rabbinern das Lehren zu verbieten. Auch Deportation von Juden begrüßte er.

In seinem Werk "Von den Juden ihren Lügen" 1543 greift er die jüdischen Geistlichen an Jugend zu verderben da sie die Ankunft Messias erst nach Christus in Aussicht stellten. Aber ire verdampte Rabinen / so es anders wissen / ir arme Jugendt und Man / so mutwilliglich vergifften / und der warheit abwenden ... sie sollten ire alle steinigen und erger hassen / denn uns Christen thun.

Luther fungiert aufgrund seiner literarischen Fähigkeiten Lage der Dinge eher als Sammler und des vielfältigen ihm wohlbekannten antisemitischen Gedankengutes seiner Er funktionalisiert alle verfügbaren Argumente und Gehässigkeiten in seine Verurteilung der Juden wegen ihrer Zu klären bliebe ob und welche eigenständigen aus Luthers Sicht im antisemitischen Konzert seiner herausragen.

Stimmen gegen den Antisemitismus

Trotz des Gewichtes der Stimme Luthers seinem Umfeld fanden seine antisemitische Auslassungen nicht allen Reformatoren ein freundliches Echo. Insbesonder der Schem Hamphoras stießen bei Melanchthon sowie dem Schweizer Heinrich Bullinger auf Kritik: von einem Schweinehirten nicht von einem berühmten geschrieben .

Zu dem hinsichtlich der Juden besonneneren der Reformatoren zählte Philipp Melanchthon der 1539 auf dem Ständetag in die Unschuld von 38 Juden belegte die wegen Hostiendiebstahls verbrannt wurden. Besonders ist auch Osiander hervorzuheben der in einer (von den bald identifizierten anonymen) Flugschrift (" Ob es wahr und glaublich sey daß Juden der Christen kindt heymlich erwürgen und Blut gebrauchen ") 1540 engagiert und hoch differenziert gegen Vorwürfe des Ritualmordes vorgeht und schließlich zusammenfasst: Wer aber will so teuflische Hirngespinste glauben gegen Gottes Wort die Natur und alle sind? "

Siehe auch


Progrome und Ausschreitungen



Bücher zum Thema Judenfeindlichkeit (Spätmittelalter bis Frühe Neuzeit)

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Antisemitismus_(Sp%E4tmittelalter-Fr%FChe_Neuzeit).html">Judenfeindlichkeit (Spätmittelalter bis Frühe Neuzeit) </a>