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Aristippos von Kyrene


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Aristipp auch Aristippos von Kyrene genannt war griechischer Philosoph und jüngerer Zeitgenosse des Sokrates . Seine genauen Lebensdaten sind unbekannt. Man an daß er etwa um 435 v. Chr. in Kyrene einer griechischen Kolonie in geboren wurde und bis etwa 355 v. Chr. gelebt hat. Er gilt als der der kyrenaischen Philosophenschule.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Über Aristipps Leben und Charakter sind vor allem durch Mitteilungen Xenophons in dessen Denkwürdigkeiten (Memorabilien II 1 und III 6) und Eusebius von Caesarea in dessen Praeparatio evangeliva (XIV 18) unterrichtet.

Aristipp offenbar aus wohlhabendem Hause kommend anläßlich eines Besuchs der Olympischen Spiele einen des Sokrates getroffen haben (Isomachos) dessen Berichte veranlaßten nach Athen zu gehen um Sokrates kennenzulernen. Er verkehrte dort einige Zeit im der Sokrates-Schüler hatte wohl auch Kontakt zu und dessen Kreis entfernte sich aber dann Athen um auf eigene Rechnung umherzuziehen und Unterricht gegen Bezahlung anzubieten. Von einigen wird daher auch den Sophisten zugerechnet. Ob er zusammen mit Platon den Hof des Dionysios II. von Syrakus aufsuchte ist nicht gewiß. Bekannt ist noch dass er eine Tochter namens Arete hatte die er auch selbst erzog unterrichtete. Deren Sohn Aristippos der Jüngere hat die kyrenaische Schule in Nordafrika

Wenn wir auch wenig über die Lebensumstände Aristipps wissen so hat die Überlieferung doch jene Charakterzüge und Lebenslehren bewahrt die Ruhm bei der Nachwelt begründen. Übereinstimmend berichten erhaltenen Zeugnisse von seiner heiteren Natur seiner Beherrschtheit und seiner Fähigkeit in allen Lebenslagen Freude und in Not eine distanzierte Gelassenheit bewahren.

Theodor Gomperz hat in seinen Griechischen Denkern (Buch IV Kap. 9) darauf hingewiesen dass die aristippische Lebenskultur Jahrhunderte später vielleicht in etwas affektierterer Form gewisse Entsprechung in der Welt der französischen des 18. Jahrhunderts gefunden hat. Er zitiert dazu einen Montesquieus aus dessen Portrait de Montesquieu par lui-même der als prägnante Zusammenfassung dessen verstanden kann was auch Aristipps charakterliche Veranlagung gewesen könnte:

Meine Maschine ist so glücklich zusammengesetzt dass von allen Gegenständen lebhaft genug ergriffen werde sie zu genießen nicht lebhaft genug um zu leiden.

Werk

Schriftliche Werke Aristipps sind bis auf paar Zeilen die Demetrius von Phaleron zitiert elocutione § 296) und einen unter den überlieferten Brief an seine Tochter Arete von Kyrene nicht überliefert. Da Aristoteles ihn in Metaphysik (B 2 996a B 3 1078a) mehrfach zitiert und Theopomp (nach Athenaios 508 C) sogar behauptet haben soll dass Platon von ihm abgeschrieben habe scheint er Aufzeichnungen hinterlassen zu haben; Neben mehreren "Essays" ist ihm eine vollständig verlorene Geschichte Libyens zugeschrieben worden. Der viel spätere und immer zuverlässige Diogenes Laertios berichtet ebenfalls von schriftlichen Werken Aristipps Dieser überliefert uns auch den Wahlspruch mit bereits die Antike Aristipps Lebensmaxime charakterisiert hat: Ich besitze ich werde nicht besessen . Er erwähnt weiter zwei Dialoge einen Speusippos einen des Stilpon die Aristipps Lehren Gegenstand gehabt haben sollen aber auch nicht erhalten sind.

Über den Inhalt der Werke Aristipps sich angesichts der spärlichen Nachrichten die wir besitzen wenig sagen. Da so wenig tradiert wird wohl zu Recht angenommen dass Aristipp er auch als der Begründer der kyrenaischen angesehen wird deren spätere Lehre in theoretischer nicht in dem Maße beeinflusst hat wie Nachfolger insbesondere der von Aristoteles öfter als der Kyreniker zitierte Eudoxos von Knidos. Seine dürfte eher in seiner persönlichen Ausstrahlung gelegen Diese muß bemerkenswert gewesen sein. Plutarch (De cohibenda ira 14) preist ihn als Muster vornehmer Gelassenheit. (De officiis I 148) stellt ihn auf eine Stufe mit selbst indem er von den großen und göttlichen Vorzügen der beiden spricht. Horaz den man in gewisser Weise als wird bezeichnen können bezieht sich mehrfach auf Beispiel wobei er mehr seine Genügsamkeit als eleganten Lebensstil lobt (Epistulae I 1 18; I 17 19 23) .

Rezeption

In der Neuzeit könnten manche Äußerungen Rousseaus von Aristipp inspiriert sein. Auch Jeremy Benthams Lehren vom Glück enthalten deutliche Anklänge Aristipps Vorstellungen vom guten Leben. Eine Nähe gegenwärtigen hedonistischen Strömungen wird man hingegen als äußerlich ansehen da letzteren der theoretische Unterbau und analytische der Kyrenaiker fehlt durch den diese die einer vollendeten Lebenskultur auch in bedrängten Verhältnissen wollten.

Der Grund dass der Name Aristipp in Deutschland noch einige wenn auch meist bestimmte Erinnerungen wachruft dürfte darin liegen dass Christoph Martin Wieland ihn zum Helden seines Bildungsromans Aristipp und einige seiner Zeitgenossen gemacht hat. Man wird allerdings in ziehen müssen dass der Wieland'sche Aristipp zu guten Teil der politischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts seine Stimme verleiht. In der einen anderen Weise wirkt aber das von Wieland aristippischen Lebensstil gesetzte Denkmal in Teilen der Literatur fort. Wenn Wieland auch selbst nur seinen Lebzeiten fleißig gelesen wurde so haben Kenner auch später gern bei ihm Rat wenn es um Fragen der Antikerezeption in ging. Arno Schmidt der nach eigenem Bekunden gern Wieland hat ihm seine Reverenz erwiesen indem er Fouqué-Biographie unverkennbar in direkter Anlehnung an Wielands Aristipp betitelt hat.

Literatur

  • Christoph Martin Wieland: Aristipp und einige seiner Zeitgenossen 1800
  • Theodor Gomperz: Griechische Denker 4. Aufl. Frankfurt 1996 (Nachdruck)
  • C. J. Classen: Aristippos Hermes 86 1958




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