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Armenier in Mitteleuropa


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Über die unmittelbar an Armenien angrenzenden Gebiete hinaus wanderten Armenier schon frühen Mittelalter nach West kleinasien Südosteuropa Syrien Ägypten und Persien . Im 16. Jh. unterhielten armenische Kaufleute auf die weitgestreuten ihrer Landsleute gestützt ein Handelsnetz das den eurasischen Raum von Westeuropa bis Ostasien umspannte. Die Verfolgungen und Massaker des 19 und frühen 20. Jh.s brachten Armenier auch nach Nord - und Südamerika sowie Australien.

Dabei konnten sie je verschieden gemäß Verhältnissen in ihren neuen Heimatländern ihre sprachliche religiöse Identität erhalten. Gerade in Mitteleuropa war der Assimilationsdruck der katholischen Herrscher im 17. Jh. besonders groß. Seit dem 13. Jh. auch Rom Teile der armenischen Christenheit zur Konversion Union mit dem Heiliger Stuhl zu bewegen und hatte dabei teilweise Nach dem Konzil von Trient ( 1545 - 1563 ) wurden diese Bemühungen verstärkt auch mit des Jesuitenordens . Eine der wichtigsten armenisch-katholischen Persönlichkeiten war Mechitar von Sebasteia ( 1676 - 1749 ) der als Mitglied des Klerus des Patriarchats von Konstantinopel zum Katholizismus konvertierte und 1717 auf der Insel von San Lazzaro Venedig die katholische Kongregation der Mechitaristen begründete. ein großartiger Sprachforscher wurden Mechitar und seine zu einem entscheidenden Faktor in der Erforschung armenischer Sprache und Kultur.

Inhaltsverzeichnis

Armenia maritima

Zu einem ersten Zentrum der armenischen im Spätmittelalter auf europäischem Boden wurde die Krim in deren Städten sich Armenier seit 11. Jh. nachweisen lassen. Die Krim wurde Endpunkt der Karawanenrouten durch das Reich der Horde zu einer blühenden Handelszone vor allem die Genuesen ab 1267 die Kontrolle über die Häfen im übernahmen. Die Armenier leisteten den Italienern unentbehrliche Dienste als Handelsagenten und Soldaten. Zahl wuchs durch weitere Zuwanderung aus Armenien und dem Süden Russlands wohin die Mongolen Armenier verbracht hatten und betrug im und 15. Jh. mehrer Zehntausend; in einigen westlichen Quellen der Süden der Krim deshalb als Armenia bezeichnet.

Die Krim wurde Mitte des 14. als eigenes armenisches Bistum eingerichtet die Stadt allein wies 44 armenische Kirchen und 46 Gläubige auf. Die Vertreibung der Genuesen durch Osmanen und die mit ihnen verbündeten Krimtataren brachte diese Blütezeit 1475 zu einem Ende. Viele Armenier emigrierten Konstantinopel Bulgarien oder nach Polen-Litauen. Dennoch existierten weiter Gemeinden auf der Krim ehe sie Zarin die Große nach ihrer Unterwerfung der Krim 1774 im Jahr 1778 in die Region von Rostow am Don umsiedelte.

Armenier in Lehastan

Seit dem 11. Jh. waren Armenier das Gebiet der russischen Fürstentümer eingewandert. Nach der mongolischen Eroberung 1240 konzentrierten sich ihre Gemeinden in den Gebieten Galizien Wolhynien und Podolien (in armenischen Quellen „Lehastan“ genannt) die 1340 von Kasimir III . an das Königreich Polen angegliedert wurden. III. gewährte wie den Juden auch den das Recht ihren Glauben zu praktizieren und Gerichte zu erhalten.

Weitere Einwanderungen vor allem auch von Krim nach 1475 ließen die armenischen Gemeinschaften anwachsen die zahlreichen Städten der heutigen Westukraine zu finden Ihr Zentrum bildete Leopolis/Lemberg seit 1364 Sitz eines armenischen Bischofs und wichtigster der Armenier. Anfang des 17. Jh.s lebten 2500 Armenier in der Stadt. führende Schicht waren die reichen Handelsherren die bedeutende Rolle im Handel mit Russland dem Osmanischen Reich und Persien spielten die Armenier stellten hervorragende Handwerker. Auch in der militärischen Verteidigung Landes leisteten sie dem polnischen Königreich wichtige mehrere tausend Armenier zogen im Heer des Jan III. Sobieski 1683 zum Entsatz der Stadt von den Osmanen nach .

Galizien wurde zu einem Zentrum des armenischen Buchdrucks und der Literatur . Die Jesuiten gründeten im 17. Jh. ein Seminar in Lemberg zur Förderung armenischen Studien und Literatur. Damit verbunden war ein steigender Assimilationsdruck der polnischen weltlichen und Autoritäten auf die Armenier (wie auf alle Konfessionen – 1596 mussten die Orthodoxen die Union von Brest eingehen) der zahlreichen Konversionen führte – 1689 erkannte der von Lemberg dann die Hoheit des Papstes bei Beibehaltung des armenischen Ritus an. kirchlichen Union folgte die sprachliche Polonisierung; unter Umständen aber auch aufgrund der schwindenden wirtschaftlichen politischen Prosperität des polnisch-litauischen Staates wählten viele die Emigration etwa nach Russland Konstantinopel Persien die Walachei . Das Aus für den armenischen Ritus Osten von Lehastan brachte die russische Herrschaft 1820 nach der Annexion Podoliens im Rahmen polnischen Teilungen . In Lemberg selbst und Galizien konnte armenisch-katholische Glaubensleben unter österreichische Herrschaft fortgesetzt werden Bistum umfasste 1880 etwa 3000 armenisch-katholische Christen. In begrenztem überstand diese Gemeinde auch die erneute polnische den Zweiten Weltkrieg und die Sowjetherrschaft und bestand 1970 noch aus 1500 Mitgliedern. Heute noch eine kleine armenische Gemeinde mit dem Zentrum der im 14. Jh. errichteten Kirche.

Armenier in den Donaufürstentümern

Seit dem 14. Jh. fanden Armenier Fürstentum Moldau eine Heimat. 1350 errichteten sie eine erste Kirche in 1395 eine zweite in Iashi. 1401 erlaubte Fürst Alexander ihnen die Errichtung Bistums in Suceava. Während Immigrationen von der die Gemeinden nach 1475 verstärkten wurden sie durch osmanische Deportationen Angriffe und Flucht vor religiöser Verfolgung durch Fürsten des 16 und 17. Jh.s dezimiert. Dennoch hatten sie weiter Bestand 1790 etwa 4000 Armenier nach Russland auswanderten.

In die Walachei immigrierten Armenier vor nach 1475 1620 bauten sie eine erste Kirche in Bukarest . Wie in anderen Regionen spielten sie zentrale Rolle im Handel ab dem 19. Jh. nahmen sie aktiv am intellektuellen künstlerischen politischen Leben des entstehenden rumänischen Staates teil. von Stalin geförderte Repatriierung von Armeniern aus Osteuropa in die Armenische Sowjetrepublik von 1946 bis 1948 (die nach der Einwanderung von mehr 100 000 Armeniern aus der Diaspora wieder wurde) sowie die Emigration nach Westeuropa und den Mittleren Osten in den 1950er und 1960er Jahren schwächten die Gemeinden. 1956 wurden noch 6400 Armenier gezählt 1992 nur mehr 2000 vor allem in Bukarest Konstanza und Tulca.

In den Ländern der Stephanskrone

Seit dem hohen Mittelalter fanden Armenier Weg nach Siebenbürgen wo im 14. Jh. sogar ein Bischof residierte. Im [[15. Jh.|15.] und 16. Jh. flohen Armenier vor allem aus der über die Kaparten. 1680 gewährte ihnen der Fürst von Siebenbürgen Privilegien und Handelskonzessionen ebenso 1696 die neuen habsburgischen Herren nach der Vertreibung der Osmanen. Armenier durften eigene Gerichte unterhalten vor allem ihren zwei Hauptsiedlungen Gherla (nordöstlich von Klausenburg ) und Elizabethspol (Dumbraveni nordöstlich von Sibiu ); ihre Gesamtzahl betrug wohl 20 000.

Dennoch stieg der Druck der Staatsmacht katholischen Glauben zu wechseln; nach der Angliederung an Österreich wurde dem armenisch-katholischen Bischof von die Jurisdiktion über die Armenier in Siebenbürgen 1848 nahmen einige armenische Gemeinden aktiv an Revolution Ungarns gegen die Habsburger teil – drei armenischer Herkunft waren unter den militärischen Führern Erhebung zwei wurden 1849 hingerichtet. Die armenischen Städte mussten hohe leisten und verloren ihre Privilegien; kirchlich wurden einem nichtarmenischen Bischof unterstellt. In den nächsten schwand ihre Zahl dahin dennoch bestehen bis armenisch-katholische Gemeinden in Siebenbürgen.

Armenier in Österreich

Armenische Kaufleute bezogen auch Wien in ihr Handelsnetz ein und siedelten ab dem 17. Jh. in der Donaumetropole Von den zahlreichen Armeniern die im Heer Polenkönigs Jan III. Sobieski 1683 an der Entsatzschlacht gegen die Osmanen blieben einzelne in der Stadt. Kaiser Leopold gewährte ihnen einige Privilegien darunter das Monopol den Verkauf von Kaffee ; die Armenier wurden somit zu den der Wiener Kaffeekultur.

Neue Impulse erhielt das Armeniertum in mit der Ansiedlung einer Kongregation der katholischen 1810 / 1811 die sich 1773 vom Mutterkonvent in Venedig abgespaltet hatten. einem Feuer 1835 wurden die Kirche und der Konvent siebten Bezirk neu errichtet. Die Wiener Patres eine Reihe von hervorragenden Linguisten und Historikern darunter den berühmten Pater Arsen Aydenian ( 1824 - 1902 ) der 1866 eine grundlegende Grammatik des modernen Armenisch Der Konvent zog zahlreiche Studenten aus den Gemeinden Osteuropas und des Nahen Osten an unterhielt mit der Zeitschrift Handes Amsorya („Monatliche ab 1887 ein vielbeachtetes Fachorgan da bis die 1980er Jahre Bestand hatte und seit kurzem von Armenien aus herausgegeben wird.

Emigranten aus dem Osmanischen Reich verstärkten des 19. und Anfang des 20. Jh.s die Gemeinde so dass der Bau eigenen Kirche erwogen wurde. 1966 wurde die armenisch-apostolische Kirche in den Rat der Kirchen aufgenommen seit 1972 gilt sie als gesetzlich anerkannte Gemeinde. 21. April 1968 erfolgte die Einweihung der unter dem der armenischen Erzmärtyrerin St. Hripsime (4. Jh.) Kirche in der Kolonitzgasse 11 im dritten Gemeindebezirk durch Katholikos Vasgen I. ( 1955 - 1994 der selbst der rumänischen Diaspora entstammte) Oberhaupt der armenischen Kirche mit Sitz in in Armenien. 1980 errichtete er eine neue Diözese für mit Sitz in Wien. Die armenisch-apostolische Kirche Gemeinde in Österreich ca. 3000 Seelen zählt hervorragende Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche und den Konfessionen und ist besonders aktives Mitglied der „Pro Oriente“. Wien wurde deshalb auch zu zentralen Ort für die Vorbereitung der Aussöhnung Rom und den altorientalischen miaphysitischen Kirchen.




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