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Autorenfilm


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Der Autorenfilmer Andrei Tarkowski am Drehort

Als Autorenfilm werden in strenger Hinsicht nur Filme bezeichnet in denen Autor (Drehbuchautor) und identisch sind und das Drehbuch keine Adaption sondern die originale Schöpfung des Autors darstellt. Der Autorenfilm erhebt oft Anspruch künstlerische Originalität in der - im Gegensatz kommerziellen Filmprojekt - ein persönlicher Stil des erkennbar ist. Viele moderne Filmemacher des Autorenkinos in ihren Filmen Kunstwerke mit literarischem Ausdruck.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anfänge

Plakat einer Lumière-Veranstalung

Die ersten Filme die je gedreht waren Autorenfilme. Schon die Gebrüder Skladanowski drehten - zwar ohne erkennbare Dramaturgie eines Drehbuchs - kleine Szenen von turnenden Menschen die sie am November 1895 im Berliner Varietê " Wintergarten " vor 1500 Zuschauern vorführten.

Fast zwei Monate später am 28. 1895 führten die Gebrüder Lumière ihren ersten Film im Pariser Grand Café auf der beim anwesenden Publikum einen Schock auslöste weil auf der Leinwand ein ankommender Zug zu sehen war scheinbar in das Publikum hineinfuhr.

In diese Pionierzeit des Kinos ging es den Filmemachern vordergründig um den kuriosen Schaueffekt der bewegten Bilder . In der Folgezeit entstanden viele kleine die alltägliche Szenen und kleine humoristische Farcen zum Inhalt hatten.

Georg Méliès Zauberkino

Als den ersten "echten" Autorenfilmer kann man Georges Méliès ( 1861 bis 1938 ) - den Urvater des phantastischen Films ansehen. Er betrieb in Paris ein Zaubertheater und besuchte die erste der Gebrüder Lumière im Pariser Grand Café erkannte die Möglichkeiten des neuen Mediums . Sogleich begann er neben seiner Bühnenarbeit mit trickreichen Filmen zu experimentieren die sich schon bald regen Publikumsinteresses Diese ersten phantastischen Filme von Méliès waren kurze karikaturistisch übersteigerte Farcen die sich selbst nie nahmen aber doch die Faszination und Begeisterung zukünftige Technologien zeigten. In seinem " Les Rayons Roentgen " (Die Röntgenstrahlen Frankreich 1897 1min) wird ein Patient vom Arzt geröntgt worauf sein Skelett sich vom Körper löst und zu fällt. Der erboste Patient beginnt mit dem Arzt zu streiten der schließlich explodiert .

Die Filmindustrie

Russisches Filmplakat von "Panzerkreuzer Potemkin"

Im Zuge der Verbesserungen der Filmtechnik ( Edison ) und des Aufkommens einer regelrechten Filmindustrie ( Nickelodeons Filmpaläste Ateliers ) waren sehr bald lange Spielfilme möglich (60 bis 90 min) die nicht mehr von Einzelpersonen bestritten werden konnten. wurden Filme zunehmens als Politikum eingesetzt z.B. in UDSSR als Agitationspropaganda ( Panzerkreuzer Potemkin UDSSR 1925 von Sergej Eisenstein ) oder als Kriegspropaganda . Die letzten bedeutenden Stummfilme mit Autorencharakter waren Fritz Langs " Metropolis "( 1926 ) und Friedrich Wilhelm Murnaus " Nosferatu " ( 1922 ) ebenso die Filme Chaplins und Buster Keatons .

Während der kurzen Zeit des " New Deals " ( 1929 - 1941 ) - der amerikanischen Wirtschaftsdepression entstand in USA ein neues Kino dass sich sozialkritischen gesellschaftlichen Themen widmete und sehr stark vom kritischen Realismus beinflusst war (Carné Renoir Duvivier); z.B. John Ford " Früchte des Zorns (The Grapes of Wrath) " ( 1940 ) nach einem Roman von John Steinbeck .

Nach zwei Weltkriegen versank die europäische Filmindustrie in die Bedeutungslosigkeit während in den USA sehr produktive und auch agressive Oligopole ( Trusts ) entstanden die mittels Studio- Starsystem Verleihmonopolen Lizenzen einen Weltmarkt eroberten. Die neuen Produktionsweisen den Autorenfilm so gut wie unmöglich und Einflüsse aus dem wiedererstarkten Europa - vor allem den französischen Film Film Noir ) und italienischen Film ( Neorealismus ) betreffend - führten in den USA kurzfristig zu einem kleinen Boom des an dem in erster Linie immigrierte Filmemacher beteiligt waren ( Ernst Lubitsch Billy Wilder Otto Preminger ) und der frühe Alfred Hitchcock (als Siehe weiter unten !).

Die Übermacht der US -amerikanischen Filmindustrie ( Hollywood ) mit ihren Majors und dem eingeführten Prinzip des Casting -Systems führte zur Entwicklung einer stereotypen Filmsprache in der sich der Filmautor mehr als primär unabhängiger Künstler sah. Er war nurmehr zum Drehbuchlieferanten eines Filmprojektes abgesunken und musste den und Gesetzmäßigkeiten einer filmindustriellen Produktion nachkommen.

Nouvelle Vague

"The Birds" von Alfred Hitchcock

Erst in der nächsten großen Epoche des Autorenfilms der Nouvelle Vague aus Frankreich die wiederum sehr stark von den Alfred Hitchcocks beeinflusst waren gewann der Autorenfilmer künstlerischen Stellenwert wieder zurück. Alfred Hitchcock ist jedoch als Ausnahme zu sehen; obwohl er echter Autorenfilmer war (alle Drehbücher waren Adaptionen literarischen Vorlagen) entwickelte er eine eigene Filmsprache trat als Starregisseur in den Vordergrund. Ebenso auch in der frühen Phase des amerikanischen der Autorenfilmer Orson Welles ( 1915 - 1985 ) als singuläre Erscheinung gesehen werden. Zum ersten Mal wurden Film " Citizen Kane " ( 1941 ) alle wesentlichen Produktionsschritte dem Autor überlassen: Drehbuch Regie Kamera Schnitt ( Final Cut ). Auch der Einfluss des japanischen Autorenfilmers Akira Kurosawa ( 1910 - 1998 ) mit seinen zwei Filmen " Die sieben Samurai " ( 1954 ) und " Rashomon " ( 1952 ) auf das amerikanische Hauptgenre Western soll hier nicht unerwähnt bleiben. Die Nouvelle Vague des französischen Films der 50 und Jahre glänzte mit bedeutenden Filmemachern wie François Truffaut ( 1932 - 1984 ) Jean-Luc Godard Louis Malle Jacques Rivette dem Spanier Luis Buñuel ( 1900 - 1983 ) und Eric Rohmer .

New Hollywood

Francis Ford Coppolas Klassiker

Der Vietnamkrieg ( 1964 - 1975 ) und dessen verheerende Auswirkung auf die Gesellschaft vor allem aufgrund der großen ersten Medienpräsenz eines Krieges führte zur Entstehung eines Kinos" ( New Hollywood die wilden 70er) welches gegen den Kitsch rebellierte und einen neuen Realismus einforderte. Autorenfilmer wie Francis Ford Coppola Martin Scorsese Dennis Hopper Peter Bogdanovich Robert Altman und John Cassavetes ( 1929 - 1989 ) können als Exponenten diese Zeit gelten. Als Einzelphänomen ist seit langen Jahren auch kommerziell erfolgreiche Autorenfilmer Woody Allen zu sehen. Schon früh von der Nouvelle Vague beeinflusst und begeistert von Ingmar Bergmans Filmen hat er mit seinen geistreichen scharfsinnigen Komödien einen eigenen unnachahmlichen Stil entwickelt.

Einen Sonderstatus wie Alfred Hitchcock hat amerikanische Filmemacher Stanley Kubrick ( 1928 - 1999 ) verdient. Obwohl auch er kein "echter" war (Alle Drehbücher sind Adaptionen oder gemeinsam den Originalautoren erarbeitet worden; z.B. mit Arthur C. Clarke bei " Odyssee 2001 " ( 1965 ) oder mit Vladimir Nabokov in " Lolita " ( 1961 )) hat er mit neuer Bild- Filmsprache neuen Techniken das Kino revolutioniert. "Odyssee 2001" nach wie vor als Meilenstein des Science Fiction Film .

Europa

Alexander Kluges programmatischer Titel

Als weitere bedeutende Gegenbewegungen zum Mainstream des Kinos können noch "New british Cinema" (mit wichtigsten Vertreter Peter Greenaway ) "British Cinema of the Sixties" und "Neue deutsche Film" genannt werden der vor von dem Filmemacher und Autor Alexander Kluge initiiert wurde. Als Gegenentwurf zum gefälligen deutschen der Wirtschaftswunderjahre fanden sich 26 Filmautoren die sogenannte " Oberhausener Manifest " formulierten und damit eine fruchtbare Zeit den deutschen Autorenfilm einleiteten. Bedeutende Vertreter sind Volker Schlöndorff Alexander Kluge Rainer Werner Fassbinder Werner Herzog und Hark Bohm.

Selten in Betracht gezogen und von Filmliteratur sträflich vernachlässigt sind die hervorragenden Autorenfilme ehemaligen DDR . Trotz des Diktats der Agitationspropaganda und anderen politischen Zwängen und Einschränkungen einzigartige Autorenfilme ( Die Legende von Paul und Paula ( 1973 ) von Heiner Carow/Ulrich Plenzdorf; Spur der Steine ( 1966 ) von Frank Beyer ) die nicht nur junge Filmemacher aus BRD beeinflussten ( Rainer Werner Fassbinder ) sondern auch den russischen Film dessen Ikone des Autorenfilms der " Filmphilosoph " Andrei Tarkowski ( 1932 - 1986 ) war.

Der Autorenfilm heute

Tarkowkskis Nostalgia

Rege Aktivitäten des Autorenkinos können derzeit aufstrebenden europäischen Ländern beobachtet werden: In Spanien mit seinem Starfilmemacher Pedro Almodovar in Belgien mit Benoit Poelvoorde und Dänemark mit der programmatischen Gruppe Dogma 95 . Auch in den USA sind seit den 90er Jahre einige Filmemacher zu beobachten z.B. Quentin Tarantino Jim Jarmusch Darren Aronofsky Paul Thomas Anderson der Franzose Luc Besson und die Coen-Brüder Ethan und Joel . Ein Phänomen das in den letzten zunahm ist die amerikanische Wertschätzung für europäische Nicht selten wurden Autorenfilme adaptiert und neu

  • Wim Wenders " Himmel über Berlin " (BRD 1987) / " Stadt der Engel " (City of Angles) (USA 1998)
  • Alejandro Amenabars " Öffne die Augen " (Abre los Ojos) (Spanien 1997) / Vanilla Sky " (USA 2001)
  • Ole Bornedals " Nachtwache " (Dänemark 1993) / Nightwatch (USA 1996)
  • Andrei Tarkowskis " Solaris "(Russland 1972) / " Solaris " (USA 2003)

Bedeutende Filmautoren

Und ihre wichtigsten Filme (Eine Auswahl)

USA

Frankreich

  • Bertrand Tavernier : Der Saustall (1981) Das Leben und nichts (1988)
  • Claude Chabrol : Die Fantome des Hutmachers (1981)
  • Eric Rohmer : Pauline am Strand (1982)
  • François Truffaut : Sie küssten und sie schlugen ihn (1959) und Jim (1961) Die amerikanische Nacht (1972)
  • Jacques Rivette : Die schöne Querulantin (1991)
  • Jacques Tati : Die Ferien des Herrn Hulot (1953)
  • Jean-Pierre Jeunet : Delicatessen (1990) Die fabelhafte Welt der Amelie
  • Jean Renoir : Das Verbrechen des Monsieur Lange (1935)
  • Jose Giovanni: Der Komissar und sein Lockvogel (1969)
  • Louis Malle : Fahrstuhl zum Schafott (1957 )
  • Luc Besson : Im Rausch der Tiefe (1987) Leon der (1994)
  • Yves Boisset: Irisches Intermezzo (1977)

Italien

  • Bernardo Bertolucci: Der letzte Tango in Paris (1972)
  • Federico Fellini : La Strada (1954)
  • Giuseppe Tornatore: Cinema Paradiso (1988) Die Legende vom Ozeanpianisten
  • Luchino Visconti : Der Leopard (1962)
  • Marco Ferreri: Das große Fressen (1973)
  • Pier Paolo Pasolini : Teorema - Geometrie der Liebe (1968) Medea
  • Roberto Rossellini : Rom offene Stadt (1944)
  • Sergio Leone : Für eine handvoll Dollar (1964) Zwei glorreiche (1966)
  • Vittorio de Sica: Fahrraddiebe (1940)

Deutschland

  • Alexander Kluge : Abschied von Gestern (1966)
  • Detlev Buck: Karniggels (1991 )
  • Doris Dörrie : Männer (1985)
  • Hark Bohm: Nordsee ist Mordsee (1975) Moritz lieber Moritz
  • Heiner Carow: Die Legende von Paul und Paula (1973) Out (1989)
  • Rainer Werner Fassbinder : Liebe ist kälter als der Tod (1969) essen * Seele auf (1973)
  • Volker Schlöndorff : Die Blechtrommel (1979) nach Günter Grass
  • Werner Herzog : Aguirre der Zorn Gottes (1972)
  • Wim Wenders : Himmel über Berlin (1987)

Großbritannien

  • Alan Parker: Birdy (1984) die Asche meiner Mutter (1999)
  • Jim Sheridan: Mein linker Fuß (1989) Im Namen des (1993)
  • Neil Jordan: The crying Game (1992)
  • Peter Greenaway : Die Verschwörung der Frauen (1988)
  • Richard Lester: How I won the War (1966)
  • Terry George: Teufelskreis der Gewalt (1996)
  • Terry Gilliam : Brazil (1984)

Andere Länder

  • Aki Kaurismäki (Finnland): Das Mädchen aus der Zündholzfabrik (1989) Das der Boheme (1992)
  • Akira Kurosawa (Japan): Rashomon (1950) Uzzala der Kirgise (1973)
  • Andrei Tarkowski (UDSSR): Solaris (1972) Stalker (1979) Das Opfer (1986)
  • Ang Lee (Taiwan): Das Hochzeitsbankett (1993)
  • Ingmar Bergman (Schweden): Fanny & Alexander (1981) Das Schweigen (1963) Erdbeeren (1957)
  • Konstantin Lopuschanski (UDSSR): Brief eines Toten (1986)
  • Lars von Trier (Dänemark): Geister (1994) Dogville (2003)
  • Roman Polanski (Polen): Der Mieter (1976)
  • Shinji Aoyama (Japan): Eureka (2000)

Literatur

  • Helmut Diederichs: The Origins of the Autorenfilm 1895-1920 hg.v.P.Cherchi Usai u. L.Codelli. Pordenone S.380-401
  • Leonardo Quaresima: Dichter heraus! The Autorenfilm and German Cinema the 1910s In: Griffithiana Nr.38/39 (1990) S.101-120
  • Deniz Göktürk: Atlantis oder: Vom Sinken der Kultur. Die des frühen Kinos im Autorenfilm In: Schwarzer Traum und weiße Sklavin (Red.) München (1994) S.73-86
  • Hermann Kappelhoff: Der möblierte Mensch Berlin (1995)
  • Gustav Ernst: Autorenfilm Filmautoren Wien (1996)
  • Corinna Müller: Das andere Kino? Autorenfilme in der Vorkriegsära In: Die Modellierung des Kinofilms hg.v.C.Müller H.Segeberg München (1998) S.153-192
  • Markus Stiglegger (Hg.): Splitter im Gewebe. Filmemacher zwischen Autorenfilm und Mainz (2000)

Weblinks




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