Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Die (moderne) Avantgarde kann inzwischen als historische Literaturepoche klassifiziert obwohl ihre Epochengrenzen nicht einfach zu bestimmen Eine vielversprechendere systematische Bestimmung der Avantgarde(n) erlaubt jedoch eine bestimmte historische Situation als Kernphase Literatur darzustellen.
In Deutschland durch den Nationalsozialismus europaweit durch den Zweiten Weltkrieg erfährt die Avantgarde Zäsur in gewissem Sinne sogar ihren außerliterarisch Abbruch.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich in Wien die Wiener Gruppe ausdrücklich um Anknüpfpunkte an die avantgardistische Der Wiener Aktionismus versucht seinerseits diese Form der Nachkriegsavantgarde überbieten. Seine Hochphase erlebt er in den 1970er Jahren.
Bei einer systematischen Begriffsklärung lassen sich Tendenzen aufzeigen die es erlauben die Avantgarde andere Epochen und Stilrichtungen abzugrenzen. Die avantgardistische tritt jederzeit als antibürgerliche neuartigkeitsorientierte und theoriebetonte auf.
Impuls war in den Avantgarden immer Unerhörtes zu machen um damit das (Bildungs)-Bürgertum schockieren. Baudelaires Gedichtsammlung Die Blumen des Bösen sind hierfür eines der ersten Zeugnisse. an diesen Gedichten war es das hässliche Leben als Material für Lyrik überhaupt zuzulassen. Dieser antibürgerliche Gestus zieht sich durch die gesamten Einen gewissen Höhepunkt erreicht er im Dadaismus der das bildungsbürgerliche Publikum mit Nonsense-Literatur und später im Wiener Aktionismus der den guten Geschmack zum eigentlichen Angriffspunkt wählt und durch Performances provoziert.
Das übergreifende Problem der Avantgarden ist bereits gekennzeichnet: Avantgarden bilden eine eigendynamische Art Überbietungsform aus: Was den Bürger gestern noch schockierte ist heute schon ein "alter Hut". schon da - ist schon bekannt!" - Urteile treffen avantgardistische Projekte ins Herz. In zwischen den Avantgarden hat sich daher ein herausgebildet das Literatur zum Äußersten treiben musste. Nach den in Performance Aktionen des Wiener Aktionismus ist in gewisser Weise nichts Schockierenderes möglich (außer in bestimmten vereinzelten aber nicht dieser Weise programmatischen Fällen). Daran hat sich Avantgarde als Kunstrichtung totgelaufen.
Ein weiteres Merkmal aller Avantgarden ist Theoriebedürftigkeit. Je extremer je extravaganter je entsemantisierter Texte auftreten desto notwendiger wird ihre außerliterarische Kommentation. Avantgardistische Kunstwerke tendieren dazu immer weniger sich selbst heraus verständlich zu sein sie keine unmittelbare Möglichkeit des Kunstgenusses. Vielmehr etabliert eine Dauerreflexion darüber warum was aus welchem überhaupt noch als Literatur wahrgenommen werden kann.
Hierin kann letztlich das große Verdienst Avantgarden gesehen werden: sie mach(t)en literarische Kunstwerke Mit dem Auftreten avantgardistischer Literatur ist kein mehr leicht zu rechtfertigen.