Die Bärtierchen (Tardigrada) wörtlich langsame Geher sind eine als eigener Tierstamm eingeordnete Gruppe von mehrzelligen Kleinstlebewesen.
Es sind etwa 750 Arten beschrieben. größten Arten werden 1 5 mm lang kleinsten erreichen weniger als 0 2 mm. Bärtierchen haben sich an sehr unterschiedliche Biotope angepasst. Viele Arten können durch Kryptobiose auch Extrembedingungen (Vakuum tiefste Temperaturen Trockenheit etc.) unbeschadet überdauern.
Die Tardigraden sind - wie molekulargenetische (Nelson et. al.) gezeigt haben - den Gliederfüßern (Arthropoda) besonders nah verwandt. Bärtierchen werden diesen und den Stummelfüßern (Onychophora) zur Gruppe der Pararthropoden zusammengefasst. bilden nach herkömmlicher Systematik zusammen mit den Ringelwürmern (Annelida) die Articulaten . Nach neuerer Systematik werden sie mit Fadenwürmern (Nematoda) und anderen Stämmen zur Gruppe Häutungstiere (Ecdysozoa) zusammengefasst. Diese Zuordnung beruht neben Merkmalen vor allem auf Untersuchungen des genetischen der ribosomalen RNA von 18-S- Ribosomen .
Die Fortpflanzung erfolgt bei den getrenntgeschlechtlichen durch Kopulation und Eiablage. Manche Bärtierchen legen Eier in die Exuvien (Häutungshemden). Zumindest eine (Pseudobiotus megalonyx) betreibt Brutfürsorge (die mit Eiern Exuvie wird über mehrere Wochen bis zum der Jungtiere vom Weibchen mitgeführt). In der diploider Chromosomensatz bei einigen Arten der Eutardigraden allerdings triploide Weibchen vor.
Bärtierchen haben sehr viele Lebensräume erobert der Tiefsee (unterhalb 4.000 m) bis zum Himalaya (oberhalb 6.000 m) und von den bis in äquatoriale Gebiete.
Die meeresbewohnenden ( marinen ) Bärtierchen bevölkern unterschiedliche Lebensräume. Besonders häufig sie im Meiobenthos des Sandlückensystems zu finden.
Bärtierchen unter Mikroskop (Foto: Dr. Ralf Wagner
So genannte terrestrische (landlebende) Bärtierchen (Eutardigrada) ( Echiniscoidea ) leben bevorzugt im Wasserfilm der Moose oder Flechten umgibt sowie - in geringerer Anzahl in Böden. In stark austrocknenden Moosen sowie Dünen bilden sie zusammen mit bdelloiden Rädertierchen (Rotatoria) die häufigste Gruppe mehrzelliger Tiere. in Meeres- und Süßgewässersedimenten können sie häufig (bis zu 25.000 Exemplare pro Liter Boden) mehr als 20 % der Biomasse stellen.
Die weltweite Verbreitung der Bärtierchen wird der Winzigkeit und Leichtigkeit der Eiern und in Verbindung gebracht die ohne weiters durch oder Tiere großräumig verteilt werden können möglicherweise in die obere Atmosphäre. Auch sehr ungewöhnlicher sind belegt. Für diese These gibt es wenig Beweise. Viele Arten haben ein klares und sind auf einzelne Klimazonen und Kontinente Meeresgebiete beschränkt. Einige Arten beispielsweise Milnesium tardigradum oder Echiniscus testudo sind jedoch weltweit verbreitet Exemplare aus Kontinenten zeigen keine morphologischen Unterschiede. Inwieweit sich hinter der gleichen Morphospezies unterschiedliche genetische Arten ist noch nicht hinreichend geklärt.
Viele landlebende Bärtierchen sind sehr anpassungsfähig können auch Extrembedingungen überdauern sie sind die Rekordhalter im Überleben widriger Bedingungen.
Sie sind in der Lage beim von Feuchtigkeit in einen Kryptobiose genauer: Anhydrobiose genannten Zustand überzugehen in alle Stoffwechselvorgänge aussetzen und in dem der von über 80% auf 3% reduziert wird das Wasser durch Trehalose ersetzt wird. Äußerliches der Eintrocknung ist das so genannte Tönnchenstadium.
In diesem Zustand können Bärtierchen nach Forschung mehrere Jahre in völliger Trockenheit im Vakuum in starker Radioaktivität und anderer Strahlung unter sehr starken Drücken bei 6000 bar bei minus 270° C also knapp am absoluten Nullpunkt oder 70° Celsius überleben! Bei Wasserangebot erwacht das bereits nach 5 Minuten aus der Trockenstarre ist dann sofort stoffwechsel- oder auch fortpflanzungsfähig.
Die meisten Forscher sind der Auffassung sich der Zustand der Kryptobiose evolutionär als und Anpassung an den Lebensraum Land entwickelte - wenngleich nicht immer so ausgeprägt - bei anderen Tierstämmen z.B. den Rädertierchen (Rotatoria) vorkommt. Durch diese Anpassung konnten viele teilweise trockene Lebensräume mit sehr geringer besiedeln (z.B. Hochgebirge Arktis Dünen). Zudem ist Fähigkeit zur Kryptobiose innerhalb der Tardigraden wahrscheinlich unabhängig voneinander entwickelt worden (so bei Echinisciden vielen aber nicht allen Eutardigraden). Hingegen ist den evolutiv ursprünglichsten Arten (Arthrotardigrada) kein Fall Kryptobiose nachgewiesen.
Eine andere weniger konventionelle Theorie geht aus dass - da Bärtierchen unter Bedingungen die normalerweise auf der Erde nicht auftreten ein außerirdischer Ursprung oder zumindest Aufenthalt anzunehmen Nur so sei eine evolutionäre Anpassung an derartige Extrembedingungen denkbar.
Der Anpassungsmechanismus ist bisher nur teilweise und Objekt der Weltraum- und Militärforschung.
Fossile Belege gibt es nur wenige so Art Beorn leggi aus kreidezeitlichem kanadischem Bernstein . Auch für Aysheaia ( Kambrium Burgess Schiefer) nehmen manche an dass Fossil näher den Bärtierchen als den Stummelfüßern sei. Neuere Untersuchungen von Mikrofossilien (Dieter Walußek) tardigradenartige Tiere aus dem sibirischen Kambrium nachgewiesen.
Bärtierchen werden als sehr alte Abstammungslinie die sich direkt in der kambrischen Explosion vor mindestens 530 Millionen Jahren entwickelt noch vor den berühmten "Burgess Shale" Fossilien. die Fossilfunde als auch die molekulargenetischen Untersuchungen der rRNA der 18-S-Ribosomen legen nahe dass sich bereits vor der Aufspaltung der Gliederfüßer (Arthropoda) von dieser Evolutionslinie abgespalten haben.