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Böckenförde-Diktum


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Das Böckenförde-Diktum auch Böckenförde-Dilemma genannt bezeichnet das Problem säkularisierte Staaten soziales Kapital zu erschaffen. Dieses Problem warf der Richter am Bundesverfassungsgericht Ernst-Wolfgang Böckenförde in seinem Buch „Staat Gesellschaft Freiheit“ auf. Sein viel zitierter Kernsatz lautet:

" Der freiheitliche säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis das um der Freiheit willen eingegangen ist. Als Staat kann er einerseits nur bestehen wenn die Freiheit die er seinen Bürgern gewährt innen her aus der moralischen Substanz des und der Homogenität der Gesellschaft reguliert. Anderseits er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges autoritativen Gebots zu garantieren versuchen ohne seine aufzugeben und - auf säkularisierter Ebene - jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen aus dem er in konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat." (S. 60)

Wenn das Individuum im modernen Staat sich von den Kirchen emanzipiert hat und auch andere Institutionen im Staat wie Parteien oder Gewerkschaften dem Individuum keinen Sinn mehr vermitteln können muss überlegt werden dies anders möglich ist damit die Demokratie nicht in Gefahr gerät.

In diesem Zusammenhang muss die Diskussion Wertewandel beachtet werden.

Nach Ronald Inglehart findet eine Zuwendung materiellen zu immateriellen Werten statt. Als zukünftiges Ergebnis wird eine Engagementbereitschaft und höhere Freiheit angenommen.

Nach Elisabeth Noelle-Neumann gibt es hingegen 1968 einen kontinuierlichen Werteverfall. Als Symptome werden von Kirche und Religion Autoritätsverluste Erosion der Sekundärtugenden abnehmender Gemeinsinn sinkendes politisches Engagement genannt.

Gerhard Himmelmann macht darauf aufmerksam dass Soziologen der Wertedebatte entgegenhalten dass „die modernen Regelungsmechanismen und die demokratischen Umgangsformen als Grundlagen gesellschaftlichen Integration“ dienen. Nicht der Appell der anderem Kommunitaristen sondern der öffentliche Diskurs die herrschaftsfreie Kommunikation ( Habermas ) erschaffen aus sich heraus („Selbstschöpfungsprozess“) jene und Verhaltensweisen (demokratische Tugenden ) die der freiheitliche Staat zum Leben Überleben braucht.

Siehe auch: Politische Bildung Civic Education und Demokratische Erziehung

Literatur:

Wolfgang Böckenförde Staat Gesellschaft Freiheit Frankfurt 1976

Himmelmann Integration durch Wertebildung oder durch Einübung demokratischen Verhaltensweisen? Ein Beitrag zum Konzept "Demokratie-Lernen" Gotthard Breit Siegfried Schiele Hrsg. Werte in politischen Bildung LpB 2000

Weblink

Gotthard Breit Siegfried Schiele Hrsg. Werte in der politischen Bildung LpB 2000



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