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Baan (Software)


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Baan ist ein Hersteller von Standardsoftware zum Enterprise Resource Planning bzw. der Name der entsprechenden Software. Unternehmen Baan existiert zwar noch als Aktiengesellschaft komplette Geschäft ist aber durch die Firma übernommen worden.

Geschichte

Die Firma Baan entwickelte sich in Ende der siebziger / Anfang der Achtziger aus einer Unternehmensberatung des Gründers Jan Baan in Barneveld in den Niederlanden. Für einen Computer so sagt die Legende Jan Baan als für Beratungsleistungen bekommen hatte wurde dann ein zur Anlagenbuchhaltung entwickelt. Die Firma verlegte sich à peu auf das Anbieten von Komplettpaketen und Softwaremodule in Basic) für diese Geräte. ein markanter Gegensatz zur Gründung von SAP das von Ex-IBM-Mitarbeitern also nicht gerade gegründet wurde.

Die Geschäfte liefen offenbar ziemlich gut dass zusätzliche Programmierer eingestellt wurden. 1982 stieß der Bruder Gründers Paul dazu. Nach wie vor bewegte sich jedoch im Bereich von kundenspezifischer Software Auftragsprogrammierung. Mitte der achtziger kristallisierten sich dann Module heraus eine Entwicklung die erst einmal bewusst forciert wurde.

Und: Baan setzte auf das gerade Unix als Betriebssystem und auf relationale Datenbanken. weiteres Merkmal das sie von der damals auf Großrechner fixierten Softwarewelt differenzierte.

Der CIM -Gedanke damals groß en vogue beschleunigte das Mitte der achtziger Jahre wurde der Vorläufer heutigen Baan-Software aus der Taufe gehoben: BMCS wesentlichen ein PPS-System . Parallel startete die Entwicklung einer Zwischenschicht die Software von der Hardware entkoppeln sollte: einem Basic-nach-C übersetzer entwickelten sich die Baan

Den beiden Baan-Brüdern gelang es teils ihr mit einem hohen Charisma gepaarten Verkaufstalent teils durch die starken und religiösen Bande die sie pflegten das sehr schnell wachsen zu lassen. Zu schnell.

Ende 1989 waren 400 Mitarbeiter beschäftigt Zahl die das Unternehmen nicht mehr bewältigte. geriet in seine erste Krise und musste die Hälfte der Mitarbeiter abbauen. Nebenlinien in Produktpalette wie Hardware oder CAD-Systeme wurden eingestellt. Geschäft wurde ganz auf die Softwareentwicklung konzentriert.

Die Konsolidierung hatte Erfolg: 1990/1991 wurde 1.0 das erste Produkt aus der Familie heutigen Baan-Softwarepakets fertiggestellt. Die Phase der Globalisierung Bereits Ende der achtziger war ein OEM-Vertrag Bull geschlossen worden der Bull das Recht der Vermarktung von Baan-Software gab. 1991 kam als Partner dazu. Parallel dazu wurde ein von internationalen Niederlassungen aufgebaut und der eigene über diese Niederlassungen drängte den OEM-Channel in Hintergrund. Im Zuge dieser Erweiterung entstand auch deutsche Baan: Ein ehemaliger Vertriebspartner die SPACE Hannover wurde gekauft (bzw. erhielt der Eigentümer Voß einen gehörigen Anteil an Baan selbst)

1993 investierte General Atlantic Partners eine Invenstmentfirma in Baan. Mit dieser Kapitalspritze gelang Sprung über den Atlantik. 1995 ging Baan Amsterdam und an der NASDAQ an die und entwickelte sich schnell zu einem Börsenliebling. den nächsten Jahren stieg der Kurs stetig das Unternehmen florierte.

Analysten setzten große Erwartungen in Baan. wurde als der Herausforderer von SAP betrachtet.

Um das jedoch wirklich zu werden Baan extrem wachsen und den Funktionsumfang der schnell vergrößern. Für Eigenentwicklung fehlte die Zeit. die hohe Börsenkapitalisierung war jedoch genug Geld Form von Aktien vorhanden. Damit wurden Software-Unternehmen die die Funktionalität hatten die der Baan-Software

Der rasante Zukauf von Unternehmen entwickelte in zweierlei Hinsicht zum Problem: Zum einen die zugekaufte Softwarepalette zu verschieden vom Kernpaket Sie konnte letztlich nie wirklich integriert werden. anderen jedoch stieg die Anzahl der Konzernunternehmen an. Baan war im Zuge der Globalisierung eine vielzahl von querbeteiligten Unternehmen gesplittet worden.

Die Erwartungen der Börse waren immens. auch um diesen Erwartungen gerecht zu werden der Konzern in einen Bilanz-Trick hinein der letztlich das Genick brechen sollte: Softwarelizenzen wurden der Muttergesellschaft an die Töchter verkauft. Diese die Software bilanziell die Mutter wies hohe - und was im Zuge der angestrebten noch wichtiger sein sollte - sehr viele Lizenzen aus. Nur dass diese eben nicht einem Kunden produktiv arbeiteten sondern bei den im Safe lagen.

1998 stellte Baan auf das US-GAAP um. Bei diesen Buchhaltungsrichtlinien dürfen die Lizenzumsätze noch dann als Umsatz ausgewiesen werden wenn Lizenzen tatsächlich den Konzern verlassen hatten. Im 1998 kippte die Geschichte auf. Mit einem wurde bekannt dass weit weniger Lizenzen verkauft waren als angenommen.

Im Juli 1998 trat Jan Baan Vorstand zurück Tom Tinsley übernahm das Ruder. dritte Quartal 1998 wurde zum ersten Mal dem Börsengang mit Verlust abgeschlossen. Der Kurs bis zum Oktober 1998 von 50 Euro 10 Euro zusammen. Daraufhin wurde eine Restrukturierung der von Oktober 1998 bis zum Früjahr weltweit 1200 der vorher 6200 Arbeitsplätze bei zum Opfer fielen. In Deutschland wechselten 170 zu outgesourcten Partnerunternehmen gewechselt 80 wurden entlassen.

Im Januar 1999 investierte der US-Investmentfonds International Limited in Baan und beteiligte sich 75 Mio. Dollar (126 Mio. DM/64 42 Euro) an 2 5% des Firmenkapitals. Die Kursversluste jedoch führten bei potentiellen Käufern von zu einer abwartenden Haltung: Schließlich kauft man um einen langfristig zur Verfügung stehenden Partner haben der einem die Entwicklung der unternehmenskritischen abnimmt. Zu allem Überfluss kam noch eine schlechte Marktsituation für ERP-Produkte dazu. Dies führte enormen Umsatzeinbrüchen bei Baan die das Unternehmen tiefer in die Krise stürzten. Der Kurs weiter ab.

Ein Teufelkreis war in Gang gesetzt aus dem das Unternehmen nicht mehr aus Kraft entkommen konnte.

Im Januar 2000 trat die glücklose Mary Coleman von ihren Ämtern zurück. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Pierre Everaert übernahm kommissarisch Leitung des schwer angeschlagenen Konzerns.

Im Februar 2000 drohte schließlich die Börse Baan Aktiengesondert zu listen falls der nicht innerhalb von drei Wochen erhöht werden Baan überzeugte daraufhin Anleger Wandelschuldverschreibungen früher als gegen Baan Aktien einzutauschen und verkaufte das Meta4 einen Anbieter von Personalmanagement-Systemen sowie den CODA.Dies spülte zwar ca. 90 Mio Dollar die Kassen hatte aber kaum Auswirkungen auf Aktienkurs.Als dann bekannt wurde dass Jan Baan Vorjahr einen größeren Posten seiner Aktien verkauft noch dazu ohne dies vorschriftsmäßig bekannt zu fiel der ohnehin niedrige Aktienkurs nochmals auf Hälfte.

Schließlich war eine so aussichtslose Lage dass der Interims-Chef Pierre Eveart auf der 2000 verkündete dass Baan zum Verkauf stände sich ein Investor fände. Offenbar liefen daraufhin mit allen möglichen "Großen" der Branche an. wurde als möglicher Käufer gehandelt aber auch oder IBM. Relativ überraschend erschien dann Ende 2000 die britische Invensys auf der Bildfläche Anbieter von Fabrikautomations und Ingengieursdienstleistung. Invensys bot alle Baan Aktien zu 2 85 Euro Stück zu übernehmen. Der Baan-Vorstand riet den zum Verkauf die Großaktionäre Fletcher Vanenburg Ventures übertrugen Ihre Aktien sehr zügig. Einige Anteilseigner den Deal jedoch nicht mitmachen zum Teil Ihnen der gebotene Kaufpreis zu niedrig schien Teil weil ein Konkurs von Baan höhere Vorteile gebracht hätte als mit dem Verkauf zu verdienen war.

Nach einigem Hin- und Her gab Anfang August 2000 bekannt dass man nunmehr Kontrolle über 72 Prozent der Baan Aktien Baan hat die kompletten Aktiva wie Passiva den Invensys-Konzern übertragen. Dort wurde Baan in eigene Software-Sparte eingebracht.

Das Produkt und der Name Baan weiterhin erhalten.

Links

Homepage von Baan: http://www.baan.com



Bücher zum Thema Baan (Software)

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