Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Als Säugling bezeichnet man ein Kind ab der Geburt im ersten Lebensjahr. In dieser Zeit es häufig mit der Muttermilch gestillt. Wegen des Saugreflexes wird es Säugling genannt. Während der vier Wochen heißt es " Neugeborenes ". Ab dem zweiten Lebensjahr nennt man " Kleinkind ".
Für das erste Lebensjahr gibt es typische Entwicklungsphasen. Die Toleranzbreite wird mit zunehmendem Alter größer. Entwicklungsdefizite können durchaus kurzfristig aufgeholt Auffällige oder langfristige Abweichungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Sie Gegenstand der Pädiatrie .
Mit sensomotorischer Entwicklung ist die dynamische Wechselwirkung von Empfindungen (über Sinnesreize) und reaktiver Bewegung (über das neuromuskuläre Zusammenspiel) gemeint. Die Forschung geht davon aus dass der Mensch in seinem ersten Lebensjahr auf ein immanentes Lernprogramm zurückgreift dass es ihm ermöglicht kontinuierliche Entwicklung von der Geburt bis zum aufrechten Stand zu vollziehen.
Säuglinge sind wie alle Menschen bereits Sie sind verschieden und haben bereits Charakter-Eigenschaften. normale Entwicklung des Säuglinges ist daher eine dem Durchschnitt entspricht keinesfalls bedeutet jedoch ein von der Normalität gleich Unnormalität . Es gibt vielmehr eine sehr große an normalen Entwicklungen und die Reihenfolge der erlernten kann auch sehr verschieden sein. Während der Säugling bereits aus vollem Hals lacht grinst gleichaltriger nur milde; während der eine direkt Robben zum Laufen übergeht krabbelt der andere länger und so weiter.
Sofort nach der Geburt erfolgt in Deutschland eine Überprüfung der nach der APGAR- Skala (Neugeborenen-Screening). Überprüft werden Atmung Puls Hautfarbe Muskeltonus und einige Primitivreflexe im Abstand von 1 5 und Minuten. Bei Geburten im Krankenhaus werden gesund Kinder zusammen mit der Mutter ins Neugeborenen-Zimmer und können oft am selben Tag nach Risikofälle werden beobachtet pathologische Kinder kommen auf Intensivstation .
Die normale Atemfrequenz liegt bei etwa die Atmung erscheint zunächst sehr unregelmäßig. Der liegt im Mittel bei 120/min. Säuglinge sind der Geburt ca. 52 cm groß. Während ersten Jahres wachsen sie um etwa 25 Das Durchschnittsgewicht beträgt 3400g. Bei unter 2500g man von einer Mangelgeburt (häufig bei Frühgeburten). die Anpassung kommt es in den ersten zu einem Gewichtsverlust von bis zu 300g einer Woche steigt das Gewicht wieder. Die betreffen die Atmung die Wärmeregulation das Herz-Kreislauf-System den Verdauungstrakt die allgemeine Durchblutung und die Auseinandersetzung mit der Schwerkraft .
Der erste Stuhlgang des Neugeborenen das Mekonium oder auch Kindspech ist zähflüssig und sehr dunkel bis gefärbt. Die darauf folgenden Tage wird er und ist eher grünlich gefärbt. Gefährlich kann werden wenn der erste Stuhlgang schon vor Geburt erfolgt weil der Fetus ihn aspirieren könnte. Dies kann bei Verdacht durch Fruchtwasseruntersuchung (Amnioskopie) oder einfach während der Geburt werden das Fruchtwasser ist dann grün gefärbt. das Mekonium innerhalb der ersten zwei Tage der Geburt aus kann im Darmbereich eine ein Verschluss oder eine Transportstörung vorliegen. Dies zu einer Bauchfellentzündung ( Peritonitis ) führen.
Auffallend – aber normal – sind Massenbewegungen die schiefe Körperhaltung ( Asymmetrie ) und die so genannte Moro-Reaktion (Streck- Umklammerungsreflex bei plötzlichen Geräuschen ).
auf dem Rücken liegend
auf dem Bauch liegend
Kopf
zur Seite gedreht nach hinten gestreckt
zur Seite gedreht nach hinten gestreckt
Wirbelsäule
konvex zur Gesichtsseite
großbogig (Kastensitz) Schwerpunkt: Brustbein
Arme
in U-Halte Hand gefaustet Daumen versteckt
angebeugt unter dem Körper keine Stützfunktion
Beine
leicht gebeugt und gespreizt Füße Bodenkontakt
zum Bauch gezogen
Verhalten
Schreien bei Unbehagen Körperkontakt Herumtragen und beruhigen. Der Säugling schläft sehr viel.
Die Massenbewegungen sind noch dominant Balancierversuche die Schwerkraft führen zum Tonuswechsel der Muskulatur das Kind streckt "alle Viere von sich" Dystonie ). Nach 6 Wochen sollte der Daumen frei sein.
auf dem Rücken liegend
auf dem Bauch liegend
Kopf
zur Seite gedreht ab der 6. fixieren möglich
zur Seite gedreht kann kurz bis angehoben werden
Wirbelsäule
weniger Asymmetrie
Schwerpunkt: untere Rippen / Nabel
Arme
Hand-Hand-Koordination
Unterarmstütz Handgelenk in Mittelstellung
Beine
werden ab und zu abgehoben
Hüfte und Knie gehen in Streckung
Verhalten
wird aufmerksamer betrachtet – lauscht – zu zufälliges Greifen Vokalisieren
Die Massenbewegungen sind durch die zunemende Gehirnreife abgebaut. Reflexartige Körperhaltungen sind von der Kopfstellung abhängig (tonische Reflexe). Der Kopf kann ohne dem Rumpf gedreht werden. Das Tragen der Beine und der Ellbogenstütz (Bauchlage) sollten "aktiv" sein kein "Durchhängen".
auf dem Rücken liegend
auf dem Bauch liegend
Kopf
Mittelstellung und selektive Kopfdrehung möglich
wird außerhalb der Stützfläche gedreht
Wirbelsäule
symmetrisch Gewicht wird Richtung Schulter verlagert
Schwerpkt: Unterbauch / Symphyse
Arme
Hand-Hand-Mund-Koordination Zufallsgreifen
symmetrischer Ellbogenstütz
Beine
Tragen der Beine möglich (Hüft- und in 90°-Stellung)
Mittelstellung der Gelenke selektive Fußbeweglichkeit
Die Primitivreflexe und die tonischen Reflexe abgebaut. Die Hirnreife ermöglicht ein selektives Bewegen Kopfes des Rumpfes und der Extremitäten gegeneinander. Es beginnt die "geh- und Zeit" ( Abasie und Astasie).
auf dem Rücken liegend
auf dem Bauch liegend
Kopf
selektive Kopfdrehung voll entwickelt
bei Kopfdrehung Gewichtsverlagerung zur Hinterseite
Wirbelsäule
beginnende Rotation Kind versucht sich zu
Einzelellbogenstütz selektives Drehen der Wirbelkörper möglich
Arme
gleichseitiges gezieltes Greifen ( split brain )
Einzelellbogenstütz
Beine
Fuß-Fuß-Koordination
Übernahme von Stützfunktion in Seitlage
Verhalten
Farbensehen ist möglich es werden mehr aufgenommen es spielt mit seiner Sprache
Es beginnt die Stehbereitschaft. Dazu entwickeln die "Körperstellreaktionen" d.h. der Körper beginnt den gegen die Schwerkraft zu gewinnen und neue koordiniert einzuüben. Dies beginnt mit dem eigenständigen das bis zum siebten Monat voll entwickelt sollte. Die Kopfbeweglichkeit und -kontrolle ist abgeschlossen.
auf dem Rücken liegend
auf dem Bauch liegend
Wirbelsäule
volle Wirbelsäulenbeweglichkeit Drehung möglich
Drehen bis zum Einzelellbogenstütz (Spielhaltung)
Arme
Greifen über die Körpermitte zur anderen möglich
intensives Spielen im Einzelellbogenstütz ("kleiner Gartenzwerg")
In der Rückenlage wird die Entwicklung der Hand-Hand-Fuß-Koordination abgeschlossen. Die Umgebungsreize motivieren das Kind die Welt in einer Etage" zu erkunden. Es dreht sich auf Bauch um den Handstütz zu erarbeiten. Dabei es sich mit den Handinnenflächen ab.
Spielverhalten: es erzählt wenn es alleine es beginnt Namen zu verstehen (Mama Papa...)
Aus der Bauchlage heraus beginnen die Fortbewegungsversuche zur Erkundung der Umgebung.
Robben --> Vorwärtsziehen mit gebeugten Armen mit ohne Beinbeteiligung um etwas vor sich zu Auffällig wären steife Streckungen der Arme oder
Pivoting --> Kind macht eine Kreiselbewegung in (Einzelellbogenstütz) um etwas neben oder hinter sich erreichen. Auffällig wären Seitenunterschiede.
Die Hand greift im Zangengriff Gegenstände werden von einer in die Hand übergeben ("Bimanuelle Koordination"). Der Aktionsradius wird es ahmt viel nach verweigert durch Kopfschütteln bei Freude .
Die Stehbereitschaft sollte voll entwickelt sein beim passiven Hinstellen soll es bewusst Gewicht den Beinen übernehmen. Das Krabbeln wird vorbereitet: Aus dem Vierfüßlerstand fällt zurück in den Fersensitz und stößt sich nach vorne ("Rocking"). Das Spielen auf der Seite wird mit gestreckten gemacht um höher zu kommen ("großer Gartenzwerg").
Es deutet mit dem Zeigefinger auf Gegenstände. Die Hand fasst mit "Pinzettengriff". Es legt Gegenstände und schiebt Hindernisse um andere Dinge zu greifen/erreichen. Das Kind seine erlernten Fähigkeiten nicht nur jetzt passt es sie Situationen an (Wenn-Dann-Denken). Es zeigt Suchverhalten nimmt Decke von etwas Verstecktem weg ("Objektpermanenz") Es zu "Fremdeln" (Unterscheidung: bekannt <--> unbekannt).
Das Krabbeln wird koordinierter. Das Kind verschiedene Sitzpositionen ein: Langsitz Seitsitz Fersensitz Zwischenfersensitz Hürdensitz (ein Bein gebeugt das andere gestreckt). wäre eine Beschränkung auf eine einzige Position bzw. eine bevorzugte Seite beim Seit- Hürdensitz. Sozialverhalten wie im achten Monat.
Das Kind beginnt sich hinzustellen. Es sich mit den Armen zunächst in den dann beginnt es sich mit dem Bein Um entfernte Gegenstände zu erreichen geht es im gestützten Seitwärtsgang ("Küstenschifffahrt") bevor es lernt zu laufen. Dabei verringert es allmählich seine (von breitbeinig bis hüftbreit): Die Gleichgewichtsreaktionen müssen ausgebildet werden.
Es kennt Personen und Gegenstände aus dem täglichen Umgang mit ihren Es beginnt sinngemäße Sätze zu bauen ( mir...!" Wo ist...?").
Alle frühkindlichen Reflexe und Reaktionen sind einem bestimmten Bereich oder Niveau ZNS zugeordnet. Innerhalb eines bestimmten Zeitraumes sind physiologisch bzw. werden sie erwartet. Sie begleiten sensomotorische Entwicklung des Kindes. Reflexe sind unwillkürliche regelhaft ablaufende Vorgänge als auf äußere Reize (hauptsächlich über die Hautrezeptoren das Labyrinth). Sie werden zentral über das Zwischenhirn (Thalamus u. Pallidum) vermittelt die Antwort kaum variabel. Reaktionen sind Antworten auf äußere Reize die einem bestimmten Muster erfolgen. Die Muster können und verändert werden. Im folgenden werden nur für die Diagnose und Behandlung wichtige Reflexe Reaktionen erläutert (Wo = Woche LM = LJ = Lebensjahr). Wo es nicht anders ist die Ausgangsstellung die Rückenlage.
Bestreichen der Handinnenflächen mit dem Daumen => Faustschluß
physiologisch: 0–6. LM danach verhindert er den u. koordiniertes Greifen
plantarer Greifreflex
Bestreichen der Zehenballen mit dem Daumen =>
physiologisch: 0–11. LM ab Laufbeginn stört bzw. er das Gehen
Moro
laute Geräuschen oder Erschütterungen => 1.Abstreckphase (Anspannung Streckmuskulatur + Kopfstreckung) 2.Umklammerungsphase ( Anspannung der + Kopfbeugung)
physiologisch: ab 6. Wo nur noch Abstreckphase ab mit der Fixierung des Kopfes
Galant
Kind wird in Bauchlage in der Schwebe 2 cm neben der Wirbelsäule (WS) mit Fingern vom Schulterblatt bis zum Beckenkamm entlang => WS-Seitbeugung + Kopfdrehung zur gleichen Seite
physiologisch: 0–2. LM Abschwächung bis 5. LM
Schreitreflex (automatisches Gehen)
man trägt das Kind mit beiden Händen am Brustkorb und lässt die Füße wechselseitig Gewicht übernehmen => das Kind schreitet voran.
physiologisch: 0–3. Mo die Beine müssen dabei bleiben.
Extensorstoß
man trägt das Kind mit beiden Händen am Brustkorb und lässt die Füße gleichzeitig Gewicht übernehmen => das Kind antwortet mit raschen Streckung der Beine und des Rumpfes.
Nach dem Abbau der Massenbewegungen und Primitivreflexe entwickeln sich differenzierte Bewegungen wobei der von der Kopfstellung abhängt. Es entstehen tonische die bei einem gesunden Säugling aber nie stark ausgeprägt sind dass sie die Einnahme Körperstellungen behindern. Wenn sie über den physiologischen hinaus persistieren verhindern sie die Aufrichtung und Entwicklung der Stell- und Gleichgewichtsreaktionen.
TLR (Tonischer Labyrinthreflex)
Vorbeugen des Kopfes => zunehmender Beugetonus
Rückstrecken des Kopfs => zunehmender Strecktonus
physiologisch: 0–3. LM
STNR (Symmetrisch tonischer Nackenreflex)
Vorbeugen des Kopfes => Beugung der Arme Streckung der Beine
Rückstrecken des Kopfes => Streckung der Arme Beugung der Beine
physiologisch: 0–3. LM
Fechterstellung
Seitwärtsdrehung des Kopfes => Gesichtseite: Arm gestreckt locker gefaustet Bein gestreckt mit aufgesetztem Vorfuß Arm gebeugt in lockerer U-Halte Bein locker mit Bodenkontakt.
Die Stellreaktionen dienen dazu Kopf und bei einer Lageveränderung im Raum einzustellen. Sie sich nach dem Abbau der tonischen Reflexe der Antischwerkraftentwicklung und sind die Voraussetzung für Stütz- und Gleichgewichtsreaktionen. Sie werden in die integriert und bleiben in modifizierter Form ein lang erhalten.
LSR (Labyrinthstellreaktion)
ab der 6 Wo beginnt das Kind Bauchlage den Kopf zu heben und ihn die Schwerkraft einzustellen.
physiolog: volle Entwicklung bis zum 5. LM.
HSR (Halsstellreaktion)
Wird der Kopf in Rückenlage gedreht folgt Körper "en bloc".
physiolog: bis zum 3. LM danach sollte selektive Beweglichkeit möglich sein.
Körperstellreaktion auf den Körper
sie ermöglicht bei einer Drehung die Rotation Schulter- und Beckengürtel.
physiolog: sie sollte bis zum 7. LM entwickelt sein wenn sich das Kind von in Bauchlage und zurück drehen kann. Sie Voraussetzung für die Ausrichtung des Kopfes des und der Extremitäten gegen die Schwerkraft.
Sprungbereitschaft
Mit den Händen seitlich am Becken wird getragene Kind zügig bauchwärts zur Unterlage geführt das Kind bringt die Arme zum Abstützen vorne.