Ein Banachraum ist also ein Vektorraum V über den reellen oder komplexen Zahlen mit einer Norm und einer diese Norm induzierten Metrik bezüglich derer jede Cauchy-Folge aus Elementen von V gegen ein Element von V konvergiert.
Banachräume gehören zu den zentralen Studienobjekten Funktionalanalysis . Die interessantesten Banachräume sind unendlich-dimensionale Funktionenräume .
f : [ a b ] → K auf einem abgeschlossenen Intervall wird zu einem Banachraum wenn man Norm solch einer Funktion als || f || = sup {| f ( x )|: x ∈[ a b ]} definiert. Dies ist in der Tat Norm da stetige Funktionen auf einem abgeschlossenen beschränkt sind. Der Raum ist vollständig unter Norm und der resultierende Banachraum wird geschrieben <math>C[a b]</math>.
Dieses Beispiel kann auf den Raum C( X ) aller stetiger Funktionen
<math>X \rightarrow \mathbb{K}</math> verallgemeinert werden wobei ein kompakter Raum ist oder auf den Raum beschränkten stetigen Funktionen <math>X \rightarrow \mathbb{K}</math> wobei ein beliebiger topologischer Raum ist oder sogar auf den Raum aller beschränkten Funktionen <math>X \rightarrow \mathbb{K}</math> wobei eine beliebige Menge ist. In all diesen Beispielen kann Funktionen multiplizieren und im selben Raum bleiben: Beispiele sind in Wirklichkeit unitäre Banach-Algebren.
Sei <math>p \ge 1</math> eine reelle Zahl kann man den Raum aller endlichen Folgen (<math>x_1 x_2 x_3 \ldots</math>) mit Elementen <math>\mathbb{K}</math> betrachten so dass die unendliche Reihe ∑ | x i | p konvergiert. Diee p -te Wurzel des Wertes dieser Reihe sei definiert als die p -Norm der Folge. Der Raum zusammen mit Norm ist ein Banachraum; er wird bezeichnet l p .
Der Banachraum l ∞ besteht aus allen beschränkten Folgen mit aus '<math>\mathbb{K}</math> die Norm solch einer Folge definiert als das Supremum der Absolutbeträge der Elemente der Folge.
Wiederum falls <math>p \ge 1</math> eine reelle ist kann man alle Funktionen f : [ a b ] -> <math>\mathbb{K}</math> betrachten wobei | f | p Lebesgue-integrierbar ist. Die p -te Wurzel aus diesem Integral sei dann Norm von f . An sich ist dieser Raum noch Banachraum denn es gibt Funktionen die nicht sind ihre Norm jedoch wohl. Man definiert Äquivalenzrelation wie folgt: f und g sind äquivalent genau dann wenn die von f - g Null ist. Die Menge der Äquivalenzklassen bildet dann einen Banachraum; er wird mit L p [ a b ]. Es ist entscheidend hier das Lebesgue-Integral verwenden und nicht das Riemann-Integral denn das würde keinen vollständigen Raum ergeben.
Sind <math>V</math> und <math>W</math> Banachräume über Körper <math>\mathbb{K}</math> so wird die Menge aller <math>\mathbb{K}</math>- linearen Abbildungen <math>A: V \rightarrow W</math> mit <math>L(V bezeichnet.
Man bemerke dass in unendlich-dimensionalen Räumen alle linearen Abbildungen notwendigerweise stetig sind. L( V W ) ist ein Vektorraum und indem man Norm || A || = sup { || Ax || : x in V mit || x || ≤ 1 } definiert kann er einen Banachraum verwandelt werden.
Der Raum L( V ) = L( V V ) bildet sogar eine unitäre Banach-Algebra; die ist gegeben durch die Komposition linearer Abbildungen.
Es ist möglich die Ableitung einer Funktion f : V -> W zwischen zwei Banachräumen zu definieren. Intuitiv man dass falls x ein Element von V ist die Ableitung von f im Punkt x eine stetige lineare Abblidung ist die f nahe x approximiert.
Formell gesprochen nennt man f differenzierbar in x falls eine stetige lineare Abbildung A : V -> W existiert so dass
lim h -> 0 || f ( x + h ) - f ( x ) - A ( h )|| / || h || = 0
Der Grenzwert wird hier über alle Folgen mit nicht-Null-Element aus V gebildet die gegen 0 konvergieren. Falls Grenzwert existiert schriebt man D f ( x ) = A und nennt es die Ableitung von f in x .
Dieser Begriff der Ableitung ist eine der gewöhnlichen Ableitung von Funktionen '<math>\mathbb{R} \rightarrow da die linearen Abbildungen von <math>\mathbb{R}</math> auf einfach Multiplikationen mit reellen Zahlen sind.
Falls <math>f</math> differenzierbar ist in jedem x aus V dann ist D f : V -> L( V W ) eine weitere Abbildung zwischen Banachräumen (im keine lineare Abbildung!) und kann möglicherweise erneut werden wodurch die höheren Ableitungen von f definiert werden. Die n -te Ableitung im Punkt x kann somit als multilineare Abbildung <math>V_n W</math> gesehen werden.
Differentiation ist eine lineare Operation im Sinne: sind f und g zwei Abbildungen V - W die in x differenzierbar sind und r und s sind Skalare aus <math>\mathbb{K}</math> dann ist rf + sg differenzierbar in x mit D( rf + sg )( x ) = r D( f )( x ) + s D( g )( x ).
Die Kettenregel ist in diesem Zusammenhang ebenfalls gültig: f : V -> W differenzierbar ist in x aus V und g : W -> X differenzierbar ist in f ( x ) dann ist die Komposition g o f differenzierbar in x und die Ableitung ist die Komposition Ableitungen:
Ist <math>V</math> ein Banachraum und <math>\mathbb{K}</math> zugrundeliegende Körper dann ist <math>\mathbb{K}</math> selbst ebenfalls ein (mit dem Absolutbetrag als Norm) und man kann den dualen Raum definieren durch <math>V = L(V \mathbb{K})</math>. ist wiederum ein Banachraum. Er kann verwendet um eine neue Topologie auf <math>V</math> zu definieren: die schwache
Es gibt eine natürliche Abbildung <math>F</math> <math>V</math> auf V'' definiert durch
F ( x )( f ) = f ( x )
für alle x aus <math>V</math> und <math>f</math> aus <math>V'</math>. es aus dem Satz von Hahn-Banach folgt diese Abbildung injektiv ; falls sie zudem noch surjektiv ist so nennt man den Banachraum V reflexiv. Reflexive Räume haben viele wichtige Eigenschaften. Ein Raum ist reflexiv genau dann sein Dual reflexiv ist was der Fall genau dann wenn seine Einheitskugel in der Topologie kompakt ist.
Jeder Hilbertraum ist ein Banachraum aber nicht umgekehrt.
Einige wichtige Räume in der Funktionalanalysis Beispiel der Raum aller unendlich oft differenzierbaren <math>\mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}</math> oder der Raum aller auf <math>\mathbb{R}</math> sind zwar vollständig aber keine Vektorräume und daher keine Banachräume. In Fréchet-Räumen man noch eine vollständige Metrik während LF-Räume vollständige uniforme Vektorräume sind als Grenzwerte von Fréchet-Räumen auftauchen.