Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 14. November 2019 

Bann


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Gemeinde Bann siehe: Bann (Pfalz)
Der Ausdruck Bann bezeichnet die rechtliche religiös aufgeladene Sanktion des Ausschlusses eines abweichlerischen Individuums oder Minderheit zum Zwecke der Aufrechterhaltung einer als angesehenen Ordnung.

Ursprünglich galten Abweichler als von bestimmten Mächten ( Dämonen ) besessen an denen man den Bann magisches Bannen dieser Geister in Gestalt des Exorzismus vollzog. Diese besitzergreifenden Geister trieb und der Bann aus der insofern einen Schutz bot wie es noch heute der der Bannmeile zum Ausdruck bringt.

Aus diesem magisch-exorzistischen Verständnis rührt die bestimmte Menschen könnten etwas oder jemanden bannen ihren Bann ziehen. Darauf gehen die heute Formulierungen zurück etwa: wie gebannt zuschauen oder sich im Bann einer bestimmten Musik befinden .

Der Bann trat im germanischen Recht Acht in Kraft bei Mord Totschlag Raub Körperverletzung Diebstahl Brandstiftung Hexerei falsches Zeugnis Beleidigung Vergewaltigung Inzest etc.

Die Antike praktizierte den Bann in Formen so verbannte das Volk im Scherbengericht Missliebige aus der Gemeinschaft. (siehe auch Zwölftafelgesetz ).

Die semitische Sprachwelt gibt den Bann als haeraem (absondern verbieten weihen) wieder was in Form die Aussonderung einer Gabe zur Opferung (siehe auch Sündenbock ) oder förmlich die Ausrottung einer feindlichen oder eines ganzen Volkes während eines Krieges zelebriert. Auch im arabischen Wort " Harem " findet er seinen Ausdruck.

Das Christentum übernimmt den hebräischen Bannbegriff den es im Neuen Testament mit dem griechischen Anathema wieder. Dieser Begriff eigentlich Weihegeschenk an verbindet den Bann mit einem scharfen Fluch bzw. einer Selbstverfluchung und stellt ihn sogleich in einen gruppensozialen sondern einen ausschließlich Bezug. Für die Exkommunikation aus der Gemeinde hingegen die Formel der Übergabe an den Satan verwendet. (1. Korinther 5 5).

Die Kirche praktiziert den Bann als Buß - und Strafverfahren gegen Häretiker ab dem 4. Jahrhundert mit der Anathema formel. Im Mittelalter wächst dem Bann die prominente Rolle Brandmarkung zu der weithin einhergeht mit der Diskriminierung im weltlichen Bereich. (Weiteres siehe: Exkommunikation ).

Mit der Aufklärung verliert der Bann seine primär theologische bleibt aber als juristische Sanktion präsent. Mächte Großbritannien oder Russland praktizierten teilweise über Jahrhunderte die Verbannung von Delinquienten hauptsächlich zum Zwecke der Kolonisierung .

Gegenwärtig erfährt der Begriff durch den Sommer 2003 von der UNO verhängten Bann über die Organisation Reporter ohne Grenzen eine erneute Aktualität.



Bücher zum Thema Bann

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Bann.html">Bann </a>