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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 18. Dezember 2014 

Vorsatz


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Vorsatz bezeichnet einen in die Zukunft gerichteten Entschluss.

Vorsatz ist ein Fachbegriff aus der Buchherstellung .

Vorsatz ( dolus ) beschreibt den wesentlichen Teil des äußeren in der Rechtslehre ( Strafrecht ). Im groben stellt er den Tatentschluss

Inhaltsverzeichnis

Buchherstellung

Der Vorsatz eines Buches verbindet (neben Schrenz u. a.) den Buchblock mit dem Buchdeckel (ähnelt vom Optischen in der Mitte gefalteten Doppelseite): den Teil am Buchdeckel festgeklebt ist nennt man Spiegel ; den anderen Teil der mit dem verbunden ist nennt man fliegendes Blatt.

Da es bei einem Buch bekanntlich Anfang und ein Ende gibt müssen entsprechend Vorsätze eingefügt werden um den Buchdeckel mit Buchblock zu verbinden. Diese werden unterteilt in Vorsatz" und "hinterer Vorsatz".

Rechtslehre

Für die Verwirklichung von Handlungen werden Merkmale zur Ermittlung von Rechtsfolgen herangezogen. Der Vorsatz als Willensbildung auf eine Handlung kann ausschlaggebend für die Rechtsfolgen der unterschiedlichen Rechtsgebiete sein.

Zivilrecht

Nach den Maßgaben des Zivilrechts wird Verschulden gemäß § 276 Abs. 1 BGB an den subjektiven Merkmalen des Vorsatzes der Fahrlässigkeit gemessen.

Vorsatz ist demnach das Wissen und des rechtswidrigen Erfolges. Damit entspricht der Begriff weitesten Sinne dem des Strafrechts . Der Irrtum lässt daher den Vorsatz Die vorsätzliche Handlung kann eine verschärfte Haftung (z. B. § 826 BGB).

Strafrecht

Im Strafrecht ist der Vorsatz zwingendes (kaum umstritten) der Verwirklichung einer Straftat. Sofern anderes bestimmt ist bedarf es daher immer Vorsatzes (außer bei den explizit genannten Fahrlässigkeitsdelikten z. B. §§ 222 229 306d StGB ).

Der Vorsatz ist nach dem Umkehrschluss § 16 Abs. 1 StGB das Wissen Wollen sämtlicher Tatbestandsmerkmale. Der Vorsatz muß dabei wesentlichen Elemente des eingetretenen Kausalverlaufs umfassen zumindest bedingter Form (atypischer Kausalverlauf). Zur Abgrenzung wird Dolus -Begriff (Vorsatz) in drei Stufen eingeteilt:

  1. Dolus directus 1. Grades (" Absicht "): Die Absicht ist der zielgerichtete Wille tatbestandlichen Erfolg herbeizuführen.
  2. Dolus directus 2. Grades ("direkter Vorsatz"): Der muss den Erfolg durch wissentliches Handeln herbeiführen. Dabei ist es nicht dass der Erfolg das angestrebte Ziel (siehe darstellt.
  3. Dolus eventualis ("Eventual- oder bedingter Vorsatz"): nach Auffassung des Bundesgerichtshofs ist der bedingte Vorsatz gegeben wenn Täter "den Taterfolg für möglich gehalten und in Kauf genommen hat". Der Eventualvorsatz ist grundsätzlich ausreichend um den Vorsatz eine Tat zu begründen.

Für den Vorsatz gilt - wie die übrigen Tatbestandsmerkmale - das Simultanitätsprinzip . Das bedeutet dass der Vorsatz bei vorliegen muss. Ein nur vor der Tat dolus antecedens) oder nach der Tat (lat. subsequens) vorliegender Wille genügt für die Annahme Vorsatztat nicht.

Ein Irrtum über die Tatbestandsmerkmale (§ 16 Abs. 1 StGB) schließt den Vorsatz aus eine Bestrafung wegen der fahrlässigen Begehung eines Delikts bleibt davon unberührt.

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