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Belagerung von Ostende


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Die Belagerung von Ostende fand während des auch als Achtzigjähriger Krieg bezeichneten niederländischen Unabhängigkeitskampfes statt. Spanische Truppen begannen am 5. Juli 1601 mit der Belagerung der von Niederländern verteidigten Stadt. Am 20. September 1604 kapitulierte die niederländische Garnison. Es handelt um eine der verlustreichsten Belagerungen der Frühen Neuzeit .

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

In den habsburgisch beherrschten Spanischen Niederlanden kam es aufgrund harten spanischen Politik insbesondere gegenüber den meist calvinistischen Niederländern seit 1568 zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Der überwiegend von katholischen Wallonen bewohnte Süden der Spanischen Niederlande gründete im Januar 1579 die Spanien gegenüber loyale Union von Diese Union umfasste die Grafschaften Artois Hennegau sowie den südlichen Teil Flanderns . Als Reaktion darauf formierte sich im Monat die von den Aufständischen getragene Union Utrecht die nicht nur Holland Friesland Seeland Geldern Overijssel Drenthe und Groningen ("Die sieben Provinzen") sondern auch den Teil Flanderns und den westlichen Teil Brabants umfasste. Die Union von Utrecht sagte 1581 von der spanischen Herrschaft los.

Die spanisch-habsburgischen Truppen unter dem Herzog Parma gingen 1581 zur Offensive gegen die Niederländer und Flamen über und drängten diese bis 1590 aus Flandern und Brabant zurück. Auch Drenthe ein großer Teil von Overijssel sowie östliche Teil Gelderns wurden von den Spaniern An der flandrischen Nordseeküste konnte sich jedoch Ostende als niederländische Exklave halten. Es folgten mehrere Rückschläge für spanischen Habsburger. Unter Moritz von Oranien gelang den Niederländern bis 1592 die Rückeroberung von sechs Städten und Dezember dieses Jahres erlag Parma einer schweren Am 30. Juni 1600 landeten niederländische Truppen an der flandrischen und errangen am 2. Juli bei Nieuport Sieg über die Spanier den sie aber ausnutzen konnten. Die Spanier sahen sich nun Handeln gezwungen und beschlossen einen Angriff auf

Verlauf der Belagerung

Ausgangslage

Am 5. Juli 1601 erschien ein Heer mit einer Stärke von circa 12.000 unter dem Kommando von Erzherzog Albrecht von vor Ostende. Es bestand nicht nur aus sondern auch aus Burgundern Deutschen Italienern und Die Hafenstadt war nahezu vollständig von Wasser während sich im Umland diverse Dünen befanden. Die Bewohner der Stadt hatte Jahre darauf verwendet einen doppelten Festungsring aus Bastionen und Wällen zum Schutz der Stadt zu errichten. Befestigungsanlagen bestanden aus stark sandhaltiger Erde waren Palisaden versehen und von breiten Wassergräben umgeben. der sumpfigen Umgebung der Stadt hatten die zahlreiche vorgeschobene Befestigungsanlagen errichtet. Die Stadt wurde einer etwa 7000 Mann starken Garnison verteidigt. stand über den Seeweg in ständiger Verbindung den Kerngebieten des Aufstands Seeland und Holland. dort aus wurde permanent Munition Nahrung Waffen personelle Verstärkung eingeschifft.

Die Sandhügel-Bastion

Während der ersten Monate der Belagerung die Spanier damit beschäftigt in mühsamen Kämpfen Umland der Stadt zu erobern bis sie auf die Wälle von Ostende starten konnten. postierten die Spanier schwere Geschütze auf einer westlich der Stadt gelegenen Von dort aus beschossen sie die so Sandhügel-Bastion im Nordwesten von Ostende. Die aus Erde bestehende hohe Bastion absorbierte mehrere Tausend ohne das sie dabei schwer beschädigt wurde. Kämpfe um die Sandhügel-Bastion waren für die äußerst verlustreich. Während der Gefechtspausen kamen einige Belagerten aus der Stadt heraus und schnitten zahlreich herumliegenden Leichen das Fleisch von den da man menschliches Fett für eine wirksame hielt. In der Nacht vom 7. auf 8. Januar 1602 unternahmen die spanischen Truppen über den der Stadt gelegenen Strand einen Sturmangriff auf Sandhügel-Bastion welcher jedoch scheiterte. Allein dieser Angriff auf spanischer Seite etwa 2000 Menschen das Danach unternahmen die Spanier bis in das 1603 hinein keinen weiteren Sturmangriff auf Ostende sondern beschränkten sich darauf die Düne westlich Stadt zu befestigen und die Stadt von aus unter Geschützfeuer zu nehmen. Während dieser der Belagerung kamen immer mehr schaulustige Zivilisten Ostende. Die Konstruktionen eines vom Papst zur Unterstützung der Spanier entsandten Festungs ingenieurs erwiesen sich als nutzlos.

Die Kämpfe unter Spinola

Im Spätsommer 1603 traf zur Verstärkung Spanier Ambrosio Spinola mit neuen Truppen vor Ostende ein. besaß kaum militärische Erfahrungen hatte jedoch durch Studium entsprechender Bücher gewisse Kompetenzen erworben. Er einen großangelegten Sturmangriff und sorgte stattdessen dafür sich seine Truppen durch die Anlage von Feldbefestigungen langsam an den nordwestlichen Teil von heranarbeiteten. Auch dieses Vorgehen war verlustreich doch es sich für die Spanier als erfolgreich. 4. April 1604 gelang den Spaniern bei einem Überraschungsangriff Einnahme mehrerer Befestigungsanlagen in der Nähe der Kurz darauf zogen sich die Verteidiger von auf den inneren Verteidigungsring zurück. Bis zum mussten die Belagerten auch diesen Ring aufgeben. zogen sich in eine provisorisch erbaute Zitadelle in Nordosten der Stadt zurück die vier Bastionen verfügte. Um diese letzte Befestigungsanlage relativ kurzer Zeit zu errichten hatten die der Stadt nicht nur Erde sondern auch Leichen von ihren getöteten Kameraden verwenden müssen.

Das Ende der Belagerung

Der Fall von Ostende wurde durch Naturgewalten beschleunigt. Im August 1604 kamen Stürme die es den niederländischen Schiffen erschwerten Ostende zu versorgen. Ein niederländisches Heer unter Moritz von Oranien begab sich nach Sluys um die Belagerer von Ostende zur Feldschlacht zu bewegen. kam es aber nicht weshalb sich Moritz Belagerung von Sluys entschloss. Ein spanisches Entsatzheer abgewiesen und die Stadt am 17. August von Moritz eingenommen. Am Schicksal von änderte dieses Ereignis jedoch nichts. Am 22. August trugen ein starker Sturm und hohe einen erheblichen Teil der noch von den gehaltenen Befestigungsanlage ab. Eine weitere Verteidigung der war somit aussichtslos geworden so dass der von Ostende Daniel d'Hertaing Verhandlungen mit den eröffnete. Der Gouverneur liess zahlreiche niederländische Soldaten Priester und spanische Deserteure über den Seeweg der Stadt bringen und erhielt am 20. September 1604 von den Spaniern die Erlaubnis mit verbliebenen Garnison abzuziehen. Der Abzug verlief ohne und am selben Tag besetzten spanische Truppen

Resultat

Die Belagerung von Ostende zählt zu verlustreichsten der Frühen Neuzeit. Die ständig verstärkten Truppen mussten etwa 40.000 Todesopfer hinnehmen die einer tödlichen Verwundung als auch Erkrankungen zum gefallen waren. Die Verluste der Belagerten sind einzuschätzen da niederländische Schiffe etwa 3000 Fahrten Holland und Seeland nach Ostende unternahmen und Verwundete und Kranke aufnahmen die in vielen höchstens wenige Tage überlebten. Man kann von so vielen Todesopfern wie auf spanischer Seite Die politischen Folgen der Eroberung von Ostende die Spanier erscheinen im Vergleich deutlich weniger Die Niederländer verloren permanent ihren letzten Stützpunkt der flandrischen Küste. Die Kämpfe um Ostende beide Seiten dermassen geschwächt das trotz weiterer Auseinandersetzungen bereits 1609 ein zwölfjähriger Waffenstillstand ausgehandelt wurde. Der niederländische Unabhängigkeitskampf bei dem es sich in Linie um einen Festungskrieg handelte endete erst dem Westfälischen Frieden von 1648 endgültig.

Literatur

  • "Siege Warfare: The Fortress in the Modern World 1494-1660" von Cristopher Duffy ISBN 0415146496
  • "European Warfare 1494-1660" von Jeremy Black ISBN 0415275326



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