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Bergpredigt


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Die Bergpredigt ist einer der bedeutendsten und brisantesten des Neuen Testaments . Sie steht im Matthäusevangelium Kapitel 5-7.

Inhaltsverzeichnis

Name und Hintergrund

Ihren traditionellen Namen hat die Bergpredigt der Ortsangabe zu Beginn:

Als Jesus die vielen Menschen sah stieg auf einen Berg. Er setzte sich und Jünger traten zu ihm.

Mit dieser feierlichen Einleitung unterstreicht Matthäus grundsätzliche Bedeutung der folgenden Rede und stellt in bewusste Parallele zur Thora die Mose am Berg Sinai verkündete. Die hier zusammengestellten Worte Jesu sind als Proklamation einer "neuen Gerechtigkeit" die der durch ihn anbrechenden Gottesherrschaft entspricht.

Inhalt

Die Eröffnung der Bergpredigt bilden die Seligpreisungen (5 3-12). Der Form nach stehen in der Tradition der Weisheitsliteratur ("Wohl dem der..."). Ihr Inhalt stellt die Alltagsmaßstäbe der Glückseligkeit auf den Kopf verknüpft sie mit geistlicher Armut Trauer Sanftmut Barmherzigkeit Pazifismus und Leidensbereitschaft.

Es folgen die Gleichnisworte vom "Salz Erde" und "Licht der Welt" (5 13-16) die Jüngergemeinschaft der neuen Gerechtigkeit in ihrem zu den übrigen Menschen charakterisieren.

Daran schließt sich eine Grundsatzreflexion über Verhältnis zwischen "Gesetz und Propheten" und der Jesu an (5 17-20): nicht Aufhebung sondern durch Radikalisierung.

Dies wird im folgenden Hauptteil den Antithesen an verschiedenen Themen gezeigt: Töten und (5 21-26) Ehebruch und Ehescheidung (5 27-32) und Wahrhaftigkeit (5 33-37) Vergeltung und Feindesliebe 38-48). Jedesmal stellt Jesus einem (frei zitierten) Gebot sein autoritatives "Ich aber sage euch" Das Gebot wird auf seine eigentliche Intention und von daher zu neuer uneingeschränkter bedingungsloser gebracht.

Das sechste Kapitel enthält eindringliche Warnungen Veräußerlichung und Heuchelei ("dein Vater der das sieht..."; 6 1-8;14-18) und im Zentrum der Komposition eingefügt das Vater unser als "kindliches" Gebet der neuen Gerechtigkeit 9-13). Daran schließen sich Mahn- und Gleichnisworte den Reichtum die "Sorge" und mangelndes Vertrauen die Gottesherrschaft.

Das siebte Kapitel beginnt mit dem des Verurteilens anderer (7 1-5). Es folgt Einzelwort über die Entweihung des Heiligen (7 ein weiteres Gleichniswort vom Gebetsvertrauen (7 7-11) die " Goldene Regel ": Alles was ihr also von anderen erwartet tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz die Propheten (7 12).

Den Abschluss der Bergpredigt bilden das vom "engen Tor" (7 13f) die Warnung heuchlerischen Glaubenslehrern (7 15-23) und das Gleichnis Hausbau auf Felsen oder auf Sand für Leben mit oder gegen die Grundsätze der (7 24-27).

Der feierlichen Einleitung entspricht ein ebensolcher Als Jesus diese Rede beendet hatte war Menge sehr betroffen von seiner Lehre denn lehrte sie wie einer der Vollmacht hat nicht wie ihre Schriftgelehrten (7 28f).

Die Feldrede des Lukas

Das Lukasevangelium weist in der Feldrede (6 20-49) Parallele von geringerem Umfang auf doch von Struktur. Typisch für die lukanische Fassung der ist dass Armut und Hunger nicht spiritualisiert ("Armut vor Gott" "Hunger nach Gerechtigkeit") sondern ihrer materiellen Ursprungsbedeutung gemeint sind (6 20. - Es gibt Anhaltspunkte dass die Feldrede fixierter Gestalt Matthäus bei der Abfassung der vorlag.

Bedeutung und Wirkung

Die Bergpredigt sprengt alle Grundsätze einer pragmatischen Lebens- und Gemeinschaftsordnung. Sie verneint ausdrücklich Einschränkung durch real existierende Bedingungen durch menschliche durch besonders gelagerte "Fälle" ( Kasuistik ). Eine buchstäbliche Erfüllung scheint nicht möglich einmal kurzfristig und vor dem Horizont urchristlicher des Weltendes.

Geschichte

Bereits der Jakobusbrief greift auf die Ethik der Bergpredigt Auch die Didache und Augustinus begreifen den Text als bedingungslose Anweisungen Handeln.

Doch schon Paulus reflektiert auf die Notwendigkeit einer gewaltgestützten (Röm. 13). Mit der Etablierung der Reichskirche setzen weitere theologische Milderungsbestrebungen ein die Eidverbot die Feindesliebe und den Gewaltverzicht relativieren.

Gegen alle Bestrebungen die Bergpredigt realitätsverträglich entschärfen wendeten sich radikalchristliche perfektionistische Bewegungen. Unter gab es solche die der Kirche trotz nahe blieben ( Orden Heilige ) andererseits solche die mit der Bergpredigt die verfasste Kirche opponierten und dafür (ganz Matth. 5 11) verfolgt wurden (" Ketzer ": Waldenser Katharer Täufer ).

Die Bergpredigt hat zu allen Zeiten unter denen die sie ernst nahmen entschiedene gefunden die in ihr eine Übersteigerung des eine Vergiftung wahrer Ethik oder eine Sklavenmoral ( Friedrich Nietzsche ).

Die lutherische Reformation antwortete auf die Bergpredigt mit der Zwei-Reiche-Lehre wonach der Christ sein Leben einerseits einem göttlichen andererseits einem weltlichen Reich zu hat.

In der Gegenwart hat die von Bergpredigt beeinflusste Politische Theologie durch Leonhard Ragaz Dorothee Sölle und Jürgen Moltmann in besonderer Weise sich Reden gemacht.

Zitate

  • "Mit der Bergpredigt kann man keine Politik ( Bismarck ).
  • "Die Botschaft Jesu ist in der Bergpredigt ganz und unverfälscht ... Wenn nur die und meine eigene Auslegung davon vor mir würde ich nicht zögern zu sagen: "Ja bin ein Christ". Aber ich weiß dass mich in dem Augenblick in dem ich etwas sage den gröbsten Missverständnissen aussetzen werde. kann ich euch sagen dass meiner Meinung vieles was als Christentum gilt eine Verleugnung Bergpredigt ist ..." ( Mahatma Gandhi )
  • "Wenn der Verstand sagt es sei unmöglich der Glaube: Es ist doch möglich! Jeder wird mit der Feststellung enden dass wir haben. Dennoch dürfen wir das Gebot nicht ( Romano Guardini )

Literatur

  • Eberhard Arnold : Salz und Licht Robertsbridge 2004
  • Georg Strecker: Die Bergpredigt Göttingen 1984
  • Der verbotene Friede. Reflexionen zur Bergpredigt zwei deutschen Staaten. hg.: Wolfgang Erk Stuttgart

Weblinks



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