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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 20. Oktober 2014 

Bevölkerungswachstum


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Das Bevölkerungswachstum bezeichnet die Zu- oder Abnahme der der Einwohner einer Raumeinheit. Es ist eines der Untersuchungsgebiete der Demografie .

Inhaltsverzeichnis

Demografische Grundgleichung

Es existieren zwei zentrale Einflussfaktoren für Bevölkerungswachstum in einer einzelnen Raumeinheit:
  • Das natürliche Wachstum das heißt Veränderungen aufgrund der Zahl Geburten und Sterbefälle ( Geburtenrate und Sterberate ) und
  • der Migrationssaldo also das Verhältnis von Zu- und ( Immigration und Emigration ) über die Gebietsgrenzen.

Dieser Sachverhalt wird in der sogenannten Grundgleichung festgehalten:

<math>P_{t+n} = P_t + B_{t t+n} - t+n} + I_{t t+n} - E_{t t+n}</math>

mit:

<math>P_t</math> = Bevölkerung zum Zeitpunkt t ( P opulation )
<math>P_{t+n}</math> = Bevölkerung zum Zeitpunkt t +
<math>B_{t t+n}</math> = Zahl der Geburten zw. und t + n ( B irth )
<math>D_{t t+n}</math> = Zahl der Sterbefälle zw. und t + n ( D eath )
<math>I_{t t+n}</math> = Zuwanderung zw. t und + n ( I mmigration )
<math>E_{t t+n}</math> = Abwanderung zw. t und + n ( E migration )

In verbaler Beschreibung gibt die Gleichung Bevölkerung zum Zeitpunkt t+n an als Resultat vormaligen Bevölkerungszahl zum Zeitpunkt t modifiziert durch Differenz von Geburten und Sterbefällen (B - und durch die Differenz von Zu- und (I - E) im Betrachtungszeitraum (n).

Quantifizierung des Wachstums

Das Ausmaß des Bevölkerungswachstums wird als in Prozent ausgedrückt. Bei einem Bevölkerungswachstum von 5% (die mittlere globale Wachstumsrate beträgt gegenwärtig 1 9%) braucht eine gegebene Bevölkerung ca. Jahre für eine Verdoppelung der Bevölkerungszahl; beträgt Wachstumsrate 2% verkürzt sich die Verdoppelungszeit auf Jahre. Bei einer Rate von 3 5% in einigen afrikanischen Ländern erreicht bzw. überschritten beträgt die Verdoppelungszeit nur noch 22 Jahre auch Geburten- und Sterberate ).

Theoretische Auseinandersetzung mit Bevölkerungswachstum

Das Grundprinzip des Bevölkerungswachstums und seine von den natürlichen Umweltbedingungen erkannte bereits Thomas Malthus und beschrieb sie in seinem 1798 "Essay on the Principle of Population". Seine lautete dass Bevölkerungswachstum grundsätzlich exponentiell das Wachstum der verfügbaren Nahrungsmittelressourcen jedoch linear verlaufe. Nach dieser Annahme muss es früher oder später (abhängig von den Wachstumsraten) einem Überschreiten der natürlichen Tragfähigkeitsgrenze kommen ("Wachstumsfalle" checks).

Die Vorstellung eines exponentiellen Wachstums überschreitet das menschliche Vorstellungsvermögen denn im Alltag wird zumeist mit Wachstum in geometrischen Schritten konfrontiert. exponentieller Wachstumsprozess (als vereinfachtes Modell für Bevölkerungswachstum unbegrenzt bei konstanter Wachstumsrate) wird durch folgende beschrieben:

<math>N_t = N_0 \cdot e^{rt}</math>

wobei <math>N_t</math> die zu bestimmende Bevölkerung zu Zeitpunkt <math>t</math> ist <math>N_0</math> die Bevölkerung zum <math>t_0</math> <math>e</math> die Euler'sche Zahl (2 1718...) und <math>rt</math> die Wachstumsrate zum Zeitpunkt <math>t</math>

Ein anschauliches Beispiel (Quelle: DITFURTH H.v. So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen) die Überlegung wie dick ein Blatt Zeitungspapier 2mm) nach fünfzigmaligem Falten sein wird?

Das (theoretisch) entstehende Papierungetüm würde eine "Dicke" 225.179.981 km aufweisen und damit nur unwesentlich sein als die durchschnittliche Distanz zwischen Sonne und Mars (227.940.000 km).

Mit zunehmender Annäherung an eine Tragfähigkeitsgrenze (tg) der Umweltdruck (rot) und sinkt die Wachstumsrate

Man geht davon aus dass biologisches nicht ohne Regulation stattfindet und Anpassungsvorgänge stattfinden eine natürliche Tragfähigkeitsgrenze erreicht oder überschritten wird. Erkenntnisse beispielsweise aus der Beobachtung von Tierpopulationen nahe natürliche Wachstumsprozesse als logistische Wachstumsprozesse zu begreifen: Mit der Annäherung an Tragfähigkeitsgrenze nimmt der Umweltdruck auf eine wachsende Population zu das heißt beispielsweise dass die mit Lebensmitteln zunehmend schwieriger wird die Sterblichkeit der Population zunimmt die Geburtenraten sinken usw. Verlauf eines derartigen Wachstums nähme die Form S-Kurve an (vergleiche Abbildung).

Das weltweite Bevölkerungswachstum ist nur begrenzt Eine langfristige Stabilisierung der Weltbevölkerung wird jedoch angenommen (siehe UNFPA ). Zwei Trends sind möglich:

  1. Schnelles Wachstum bis zu einem Gipfel krisenhafter Rückgang.
  2. Logistischer Wachstumsverlauf mit anschließender Stabilisierung der Eventuell nimmt die Weltbevölkerung in einem weiteren dann langsam wieder ab.

Problemkreis weltweit

Umgangssprachlich wird oft das Wachstum der Weltbevölkerung mit dem Begriff Bevölkerungswachstum gleich gesetzt. Ungehemmtes Wachstum führt zu ökologischen Problemen und politischen Herausforderungen. Bis vor wuchs die Weltbevölkerung exponentiell . Heute gibt es Anzeichen für eine des Bevölkerungswachstums in sehr vielen Ländern. In allen Industrieländern ist in den nächsten 50 Jahren einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen.

Ein solcher Rückgang ist auch in Volksrepublik China und in einigen Ländern des südlichen zu erwarten. Dort gibt es bereits Länder praktisch kein Bevölkerungswachstum mehr aufweisen ( Botswana (-0 55% 2003) Simbabwe Südafrika ) vor allem wegen Misswirtschaft Hunger Krieg Seuchen v.a. (Aids aber auch Tuberkulose und Malaria ).

In Russland und der Ukraine gibt es bereits einen größeren Bevölkerungsrückgang (ca. 0 5-1% pro Jahr). Auch Nordamerika ist die Zahl der Geburten pro auf unter 2 gerutscht und in vielen Südamerikas ist ein Rückgang auf 2 Geburten Frau zu beobachten.

In Mittel- und Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR sind 1 bis 1 4 Geburten pro Frau schon die Regel. Lediglich in islamischen Ländern und in Südostasien ist noch mit größerem Bevölkerungswachstum zu wenn die Aids-Krise in Afrika gestoppt werden

Die so genannte Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern wird zwar in den entwickelten Ländern beklagt es werden aber nur wenige Maßnahmen um den Wachstumstrend zu bremsen. Darüber wird Rahmen der Weltbevölkerungskonferenzen der UNO debattiert.

Abmindernde Faktoren zum Bevölkerungswachstum

  • Krankheiten führen zu einer Begrenzung des Bevölkerungswachstums
    • AIDS und andere Krankheiten können sich bei großen Zahl von Menschen ("Monokultur Mensch") und besonderen Verhalten explosionsartig ausbreiten.
  • Hungersnöte und soziale Konflikte wie Krieg und oder Drogensucht die vor allem den jungen Menschen betreffen.
  • Einige Länder haben Bevölkerungsprogramme gestartet die mit recht autoritären Mittel das Wachstums stoppen In Indonesien China und Thailand laufen solche oder minder erfolgreichen Programme.

Siehe auch


Weblinks



Bücher zum Thema Bevölkerungswachstum

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