Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG ist eine Verlagsgruppe die besonders für Herausgabe von Wörterbüchern und Lexika bekannt ist.
Von Brockhaus aufgekauft und fortgeführt wurde Conversations-Lexikon - Conversations-Lexicon oder kurzgefaßtes Handwörterbuch für die in gesellschaftlichen Unterhaltung aus den Wissenschaften und Künsten Gegenstände mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse älteren und neueren Zeit in 6 Bänden von Renatus Gotthelf und Christian Wilhelm Franke.
Es erschienen 2 Nachtragsbände in verschiedenen Leipzig: F. A. Leupold 1796 - 1800 und Leipzig: J. C. Werther 1806 und bereits vom F. A. Brockhaus: Amsterdam 1810 und Leipzig 1811 .
Friedrich Arnold Brockhaus ( 1772 - 1823 ) begann 1805 mit seinem Verlag in Amsterdam . 1808 erwarb er auf der Leipziger Buchmesse das unvollständige »Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen von Löbel und Franke gab dazu Ergänzungsbände heraus. Die 2. Auflage in 10 erschien 1812 - 1820 wurde ein Erfolg und legte den für die heute in 20. Auflage erscheinende »Brockhaus Enzyklopädie« . 1811 verlegte Brockhaus seinen Verlag nach Altenburg in Thüringen Deutschland.
In der Vorrede der Redaktion und Verlagshandlung zum 15. Band der 11. Auflage Brockhaus von 1868 wird die Zielsetzung des Werkes beschrieben:
"Das Conversations-Lexikon [hat] die Flüssigmachung und Popularisierung wissenschaftlichen künstlerischen und technischen Ergebnisse nicht für die geschäftliche Praxis sondern für die Befriedigung Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. [...] jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als humane Bildung welche das Individuum innerhalb des seiner Zeit erlangt die für ihren Ausgangspunkt Berufsbildung voraussetzt und wie den intellectuellen so moralischen Menschen umfassend als der Quellpunkt socialer nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet werden muß.[...] Kreis der Ideen und Thatsachen wie er für den einzelnen unabsehbar in Geist Geschichte Natur auseinanderlegt in begrenztem Rahmen gleichsam als zur Anschauung zu bringen nicht zur Lösung wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer Kunstfertigkeit um den Menschen als solchen mit der die über seinen alltäglichen Horizont hinausliegt bekannt machen indem ihm die Einsicht in den und den organischen Zusammenhang der Dinge sowie Uebersicht über das Ganze wenn nicht erschlossen doch erleichtert wird."
1817 - 1818 zog der Verlag nach Leipzig um wo Brockhaus später dann auch eigene Druckerei betrieb. In der Buchstadt Leipzig erschienen dann auch die weiteren des Lexikons ferner Werke aus den Gebieten Geschichte (F. Rückert die Memoiren Casanovas u.a.) Philosophie (A. Schopenhauer) die »Leipziger Allgemeine Zeitung« P. Eckermanns »Gespräche mit Goethe«. Das Programm später durch populärwissenschaftliche Schriften und Reisewerke (F. S. Hedin) erweitert. Das eigentliche Hauptarbeitsgebiet des sind jedoch immer die Nachschlagewerke gewesen.
Nach 1945 wurde das Stammhaus in Leipzig enteignet in Wiesbaden setzte der F. A. Brockhaus-Verlag die fort und firmierte als F.A. Brockhaus.
Das Bibliographische Institut wurde 1826 von Joseph Meyer ( 1796 - 1856 ) als Verlagsbuchhandlung in Gotha gegründet später nach Hildburghausen und schließlich 1874 nach Leipzig verlegt. Durch die Herausgabe Klassikerausgaben und durch neue Werbe- und Vertriebsmethoden Meyer neue Käufer- und Leserschichten. Neben dem »Großen Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände« ( 1840 - 1855 ) erschienen weitere Reihenwerke wie »Meyers Universum« Reiseführer« »Meyers Atlanten« und » Brehms Tierleben «. Das 1880 von Konrad Duden herausgegebene »Orthographische Wörterbuch« bildete die Grundlage eine einheitliche deutsche Rechtschreibung .
Das Bibliographische Institut wurde 1915 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nach der Enteignung 1946 in der DDR als Volkseigener Betrieb fortgeführt. 1953 gelang den Aktionären den Sitz des Unternehmens in Bundesrepublik und zwar nach Mannheim zu verlegen.
1984 fusionierten die beiden deutschen Lexikonverlage: F.A. und Bibliographisches Institut AG. Seit 1985 ist Mannheim Unternehmenssitz des Verlags »Bibliographisches Institut & Brockhaus AG«. 1988 wird der Verlag Langenscheidt KG zum Mehrheitsaktionär des Buchverlags.
Nach der Wiedervereinigung nahmen beide Verlage ihre Tätigkeit auch Leipzig wieder auf. Insgesamt gliedert sich das in vier Bereiche die durch eigene Verlagsnamen sind:
Anja Zum Hingst: Die Geschichte des Großen Brockhaus. Vom Conversationslexikon Enzyklopädie (Buchwissenschaftliche Beiträge aus dem Deutschen Bucharchiv 53; Zugl.: Erlangen Univ. Magisterarbeit 1991). Wiesbaden: 1995. ISBN 3-447-03740-7
Heinz Sarkowski: Das Bibliographische Institut: Verlagsgeschichte und Bibliographie 1826-1976 . Mannheim: Bibliographisches Institut 1976. ISBN 3-411-01368-0