Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Abkürzungen: chin. = chinesisch; jap. = japanisch; p. = Pâli; skt. = Sanskrit; tibet. = tibetisch.
Abhidharma [skt.] Abhidhamma [p.]. »Höhere Lehre«. Die scholastische Philosophie Buddhismus.
Abhidharmapitaka [skt.] Abhidhammapitaka [p.]. Dritter Korpus des buddhistischen Kanons dem die Lehren Buddhas und seiner Hauptschüler psychologische und philosophische Begründung resp. Ausformulierung erfahren.
Achtfacher Pfad ( ashtângikamârga [skt.] atthangikamagga [p.]). Die letzte der Vier Edlen in der die ethischen Richtlinien der Lehre aufgezeichnet sind: Rechte Einsicht rechter Entschluss rechte rechtes Handeln rechte Lebensführung rechte Bemühung rechte rechte Sammlung oder Konzentration.
ahimsâ [skt./p.]. Das ethische Verhaltensprinzip des Nichtschädigens Nichttötens sowie der absoluten Gewaltlosigkeit.
anâtman [skt.] anattâ [p.]. »Nicht-Selbst«. Der Begriff umschreibt das eines Selbst oder einer Seele (âtman) . – Vgl. Mensch Seele .
arhat [skt.] arahat [p.]. Wrtl. »Würdiger« »Vollendeter«. Bez. für »Heiligen« der auf dem Wege der Loslösung Bindungen an die Welt überwunden und damit Zustand des Nirvâna erreicht hat.
âtman [skt.] attâ [p.]. Selbst oder Seele. – Vgl. antâtman Mensch Seele .
Avalokiteshvara [skt.] Chenresi [tibet.]. Transzendenter Bodhisattva des universellen Mitleids.
avidyâ [skt.] avijjâ [p.]. Nichtwissen Unwissen das an die Existenz bindet. – Vgl. vidyâ .
bar-do [tibet.]. »Zwischenzustand« (skt. antarabhâva ) d.h. Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt. werden sechs Bardo-Zustände beschrieben. Die Lehre ist im Vajrayâna beheimatet und im Bardo Thödol dem Tibetischen Totenbuch beschrieben.
Bedingte Entstehung ( pratîtyasamutpâda [skt.] paticcasamuppâda [p.]). Lehre die besagt dass sämtliche aus sich gegenseitig bedingenden Voraussetzungen entstehen. Es sich demnach um einen Konditionalismus in dem alle Dinge und Zustände Ergebnis reziproker Verhältnisse aufgefasst werden. Die Dinge Vorgänge entstehen nicht aus in sich isolierten (lat. causa ) sondern aus einer Vielzahl sich wechselseitig Faktoren oder Verknüpfungen (lat. conditio ). – Vgl. Kausalität Konditionalismus .
Begierde ( trshnâ [skt.] tanhâ [p.]). Ausdruck des Anhaftens an die und damit die Hauptursache leidvoller Existenz.
bhikshu [skt.] bhikkhu [p.]. Bez. für den buddhistischen Mönch.
bhikshunî [skt.] bhikkhunî [p.]. Bez. für die buddhistische Nonne.
Bodhisattva . Ein nach höchster Erkenntnis strebendes Wesen darum bemüht ist allen noch nicht erlösten auf ihrem Heilsweg beizustehen. Das Ideal des ist Ausdruck des Mahâyâna und dem Theravâda zugehörig.
Ch’an . Chinesischer Name für Zen.
Dalai Lama (Ta-le bLama) [mongol.-tibet.]. »Unbegrenzter Ozean«. Titel der höchsten Autorität im tibet. Buddhismus. Bis 1959 war Dalai Lama auch weltlicher Herrscher Tibets.
dharma [skt.] dhamma [p.]. Wrtl. das »Zugrundliegende« oder »Tragende« dhar = tragen). Vielfältiger Begriff in der von: [1] kosmisches Gesetz [2] Natur oder der Dinge [3] Manifestation der Wirklichkeit (Daseinsfaktoren Sachverhalte) [4] Geistinhalte Denkobjekte Ideen [5] sittliche [6] Lehre Buddhas. – Vgl. dharmâh .
dharmâh [skt.; Pl. von dharma ] dhammâh [p.; Pl. von dhamma ]. Bezeichnung für die den Dingen zugrunde wesenlosen Daseinskonstituenten. – Vgl. Dharma-Theorie .
Dharma-Theorie . Lehre von den das Dasein bedingenden (vgl. dharma [3]). Die dharmâh (Pl. von dharma ) sind in der Art von punktuellen oder wesenlosen Wirkkräften die nicht weiter reduzierbaren Realitäten die alles Dasein konstituieren und im von molekularen Verbindungen oder konditionalen fluktuierenden und Potenzen zu verstehen sind.
Drei Daseinsmerkmale ( trilakshana [skt.] tilakkhana [p.]). Bez. für die drei Merkmale (lakshana) welthafter Existenz: Vergänglichkeit (anityatâ) Leiden (duhkha) und Nicht-Ich (anâtman) .
Dreikorb ( tripitaka [skt.] tipitaka [p.]). Bez. für die drei »Körbe« (pitaka) des buddhistischen Kanons: Vinâyapitaka Sûtrapitaka und – Vgl. Pâli-Kanon Tiptika Tripitaka .
Drei-Leiber-Lehre . Vgl. Trikâya .
duhkha [skt.] dukkha [p.]. Vgl. Leiden .
Ethik . Vgl. Achtfacher Pfad pañcashîla Vier Edle Wahrheiten .
Gesetz kosmisches . Der atheistische Buddhismus kennt kein göttliches auf dem Welt und Kosmos beruhen. Er von keiner Schöpfung und von keinem göttlichen überseienden Urwillen. Und ebenso wenig unterstellt er dem Hinduismus ähnliche Weltseele (brahman) die als kosmischer Weltgeist alles Dasein Dagegen anerkennt er ein universales Prinzip im einer sich selbst regulierenden kosmischen Ordnung oder die er dharma (Weltgesetz) nennt. – Vgl. Dharma Kosmologie Schöpfung .
Gier . Vgl. Begierde .
Glaube ( shraddhâ [skt.] saddhâ [p.]). Der Buddhismus fordert keinen Glauben eine göttlich gedachte Wirklichkeit sondern Einsicht und Allein im Amidismus ist das Vertrauen in Heilswirksamkeit des transzendenten Buddha Amitâbha hervorgehoben. – Kult .
Gott Götter Gottheit . Der Buddhismus ist eine Religion ohne Ist im Buddhismus von Gott (deva) oder Göttern (devatâ) die Rede so sind damit Wesen die sich aufgrund karmischer Verdienste einer zeitweilig Existenzstufe erfreuen. Auch Götter leben nicht ewig unterliegen – gleich allen Erscheinungen der Daseinswelt dem Gesetz des ständigen Wandels (samsâra) . Demnach sind Götter weder absolut noch Im Übrigen gilt auch für göttliche Wesen ihre Existenz letztlich nur subjektiv »real« ist auch sie sind wie alles auf dieser bloße Zustände des Bewusstseins Ideationen des Geistes »wirklich« nur im Erleben der menschlichen Psyche.
Güte ( maitrî [skt.] mettâ [p.]). Güte oder Liebe ist die der Einsicht in die universale Verwobenheit aller bedingten Phänomene resultierende Haltung umfassender Benevolenz. Maitrî ist die selbstlose leidenschaftslose und umfassende zu allem Daseienden und deshalb verschieden von im Sinne der Zuneigung und des Verlangens. ist nicht aktive sondern passive Liebe die Intensität verliert was sie an Umfang gewinnt. fehlt vor allem die leidenschaftliche Inbrunst denn den Buddhisten gilt dass Leidenschaft nur Leiden – Vgl. Liebe Nächstenliebe .
Hass ( dvesha [skt.] dosa [p.]). Hass ist zusammen mit Gier zentrale Grundübel leidvoller Existenz. Sie sind einander da das Begehren immer in Abneigung und umschlägt sobald und solange Widerstände vorhanden sind den eigenen Wünschen entgegenstehen. So konstituiert sich in Ignoranz gefangene Mensch in Gier nach und in Hass auf verhinderte Dinge und – Vgl. Begierde Leiden .
Hînayâna . »Kleines Fahrzeug« [über den Strom des Die neben dem Mahâyâna zweite große Hauptrichtung Buddhismus. Das Hînayâna bildet keine eigene Schule Name ist lediglich ein Überbegriff der in zu den Schulen des Mahâyâna steht. Von früher zahlreichen Schulen des Hînayâna hat nur Theravâda überlebt.
Ich . Vgl. anâtman Mensch pudgala Seele .
Jenseits . Der Buddhismus kennt keine nachtodliche Jenseitssphäre. Nirvâna ist kein ewiges Paradies sondern das der an das Dasein haftenden Bedingungen. Bildlich Jenseitssphären kommt lediglich eine metaphorische Bedeutung zu; sind eine Projektion des Geistes und »wirklich« im subjektiven Erleben des Betrachters.
jôdo [jap.]. Vgl. sukhâvatî .
Karma [skt.] kamma [p.]. Wrtl. »Tat«. Universelles Gesetz von und Wirkung. Als solches ist Karma kein bedingungsloses Geschehen kein blinder Automatismus und keine sondern die Wirkkraft die entsprechend der grundgelegten die Voraussetzungen einer jeden Daseinssituation begründet. Karma somit nicht Schicksal sondern die Tat welche dem Gesetz der bedingten Verursachung in dieser einer neuen Daseinsform ihre Auswirkungen zeitigt. Karma also jene Kraft welche die Ordnung des Kosmos beherrscht und durchwaltet. Da die natürliche Gottheit entbehrende) Weltordnung zugleich eine sittliche ist eine jede Handlung oder Tat (karma) – insoweit sie von moralischer Tragweite – zur Auswirkung und bestimmt den Zustand Lebewesen in ihrer jetzigen oder nächsten Daseinsform. befinden sich alle Wesen in den Zuständen sie durch ihre Taten selbst erwirkt haben das Motiv von Lohn und Strafe entfällt Karma vergilt nicht sondern misst zu . Das heißt: Wir werden nicht für unsere Taten belohnt oder bestraft sondern durch sie konditioniert. – Vgl. Wiedergeburt .
karunâ [skt./p.]. Vgl. Mitleid .
Kastenordnung . In der Betonung der Gleichheit aller weist der Buddhismus das hinduistische Kastensystem von
Kausalität . Ursächlichkeit. In der Bestimmung kausaler Zusammenhänge der Buddhismus nicht von isolierten (Einzel-)Ursachen aus von wechselseitig sich beeinflussenden Voraussetzungen und ersetzt den Begriff der Ursache (lat. causa ) durch den der Bedingung (lat. conditio ). – Vgl. Bedingte Entstehung Konditionalismus .
kô-an [jap.]. Im Zen-Buddhismus Zwiegespräch zwischen Meister Schüler (gewöhnlich in der Form von Frage Antwort) in dem die Aporien des begrifflichen aufgezeigt und in einem intuitiven Akt der (satori) überwunden werden sollen. Die Kô-an-Praxis ist allem Ausdruck der Rinzai-shû.
Konditionalismus . Erkenntnistheoretische Lehre bei der nicht von selbstständigen Ursache eines Ereignisses sondern von der seiner Bedingungen ausgegangen wird. – Vgl. Bedingte Entstehung Kausalität Ontologie Werden .
Kosmologie . Nach buddhistischer Auffassung hat der Kosmos auch die Erde) nicht gegenständlichen sondern dynamischen In dem nie endenden Kreislauf von Werden Vergehen (samsâra) gibt es nichts Beharrendes und keine Substanzen. Der Kosmos ist eine Erscheinung von und somit keine göttliche Schöpfung aus dem (creatio ex nihilo) . Er ist eine Entwicklung aufgrund der Relation konditionaler d.h. aus Bedingungen entstehenden Verursachungen Wirkungen (pratîtyasamutpâda) wobei ein Urbeginn nicht erkennbar ist. keine Schöpfung kein Anfang und kein Ende. allem Geschehen immanente Gesetzmäßigkeit (dharma) ist die einzige Grundlage von Welt Kosmos. – Vgl. Gesetz (kosmisches) Schöpfung .
Kult . Bezeichnung für die religiöse Verehrung die Anbetung Opferhandlungen sakralen oder rituellen Begehungen usw. Ausdruck kommt. Buddha maß dem Kultbetrieb den als hinderlich auf dem Heilsweg bezeichnete keinerlei bei und forderte folgerichtig auch für sich keine kultische Verehrung. Dennoch entwickelte sich unter Eindruck einer nach dinglichen Mitteln verlangenden Volksfrömmigkeit im Laufe der Zeit auch im ein reicher Kult der in vielem zur Lehre stark kontrastiert. Besonders ausgeprägt sind Kult Ritual im Mahâyâna. Die Buddha und den erwiesene Devotion (pûjâ) beinhaltet jedoch keine Anbetung sondern ist ein Ausdruck der Verehrung des Erleuchtungsprinzips. – Glaube .
Lama (bLa-ma) [tibet.]. »Der Obere« tibet. Bezeichnung für Sanskritwort guru . Ein Lama ist kein Priester und nicht in jedem Fall ein Mönch. Gemeinhin »Lama« aber als höfliche Anrede für jeden Mönch verwendet ungeachtet seiner spirituellen Entwicklung oder innerhalb des Ordens.
Leiden ( duhkha [skt] dukkha [p.]). Zentraler Begriff buddhistischer Existenzerfahrung. Leiden jene Konstante die allem Dasein zugrunde liegt; entsteht dadurch dass wir uns an eine binden in der nichts von Bestand ist bewahrt werden kann. Die Überwindung des Leidens sich demnach nur in der Überwindung welthafter (samsâra) erreichen. Der Begriff »Leiden« wird im viel weiter gefasst als in der christlich-abendländischen Leiden ist mehr als nur Traurigkeit Drangsal Angsterfahrungen Isolation Todesgewissheit usw. Leiden ist ein für die karmische Gebunden; es ist all was den Menschen an die Bedingungen dieser fesselt. Leiden bedeutet demnach Unvollkommenheit Unwirklichkeit Nichtigkeit. ist das Charekteristikum allen Daseins denn in allem entsteht und sich vollzieht ist das Ende schon mitangelegt. – Vgl. Vier Edle Wahrheiten .
Liebe . Unterschieden wird zwischen sinnlicher Liebe (kâma) und Liebe im Sinne von Wohlwollen Güte (maitrî) . Ist Erstere in ihren Formen des als leidvoll qualifiziert so gilt Letztere – sie jeder Bindung und Leidenschaftlichkeit entbehrt – die höchste aller Tugenden. – Vgl. Güte Nächstenliebe .
Madhyamaka (auch Mâdhyamika ). Die neben dem Vijñânavâda bedeutendste Philosophenschule Mahâyâna (gegr. im 2. Jh.). Nach der der Madhyamaka sind die Dinge nicht wesenhaft sie in Abhängigkeit von verursachenden Bedingungen entstehen (pratîtyasamutpâda) und ihnen somit kein Eigensein zukommt. sind also seelenlos (nirâtmya) wesenlos (asvabhâva) und leer (shûnya) . Als »leer« werden alle Phänomene bezeichnet in gegenseitiger Abhängigkeit entstehen. Die Welt des ist keine Welt des Seins sondern des Werdens. Die Leere (shûnyatâ) ist aber kein Nichts denn ist Sein nicht dann ist auch das Nichts sein Gegenteil nicht. Leerheit ist die Negation Sein und Nichtsein. Die phänomenale Welt unterliegt konditionalen Entstehen und verfügt über kein Eigensein; sie aber subjektiv vorhanden ist ist sie kein Nichts und somit »real« im Sinne Auffassens und Erlebens. Mit ihrer Leerheitsauffassung vertritt Madhyamaka einen universellen Relativismus . – Vgl. Bedingte Entstehung Nihilismus Relativismus Werden .
Mahâyâna . »Großes Fahrzeug« [über den Strom des Die neben dem Hînayâna zweite große Hauptrichtung Buddhismus. Entstanden im 1. Jh. v.Chr. vertritt eine gegenüber dem mönchischen Ideal (Theravâda) liberalere Auffassung wurde aber vor allem seine doketische Buddha-Interpreation und seine Lehre vom bedeutsam. Im Gegensatz zum mehr rational und angelegten Hînayâna zeichnet sich das Mahâyâna in Linie dadurch aus als in ihm die und volksreligiöse Frömmigkeit stärker hervorgehoben. Das Mahâyâna keine eigene Schule der Name ist lediglich Überbegriff der in Abgrenzung zu den Schulen Hînayâna (heute nur noch durch den Theravâda steht. Das Mahâyâna ist vor allem in und Ostasien (China Japan Taiwan Korea Tibet vertreten. Seine wichtigsten Schulen sind der Amidismus die Lotos-Schulen das Tantrayâna (Vajrayâna) und die Zen -Lehre.
mandala [skt.]. »Kreis«. Vor allem in den Richtungen des Mahâyâna symbolische Darstellung des Universums der meditativen Schaubildentfaltung dient.
mantra [skt.]. Vers oder Silbe oder eine von Versen und Silben von denen angenommen dass sie magische Kräfte in sich bergen. bekannteste mantra ist jenes des Avalokiteshvara: Om mani padme hûm .
Meditation (dhyâna samâdhi) . Neben Sittlichkeit (shîla) und Wissen (prajñâ) stellt die Meditation oder Versenkung ein des Weges zur Erlösung dar. Der Buddhismus unterschiedliche Meditationsweisen die in ihrem Wesen allesamt geistig-körperliche Sammlung und Beruhigung ausgerichtet sind. Die Meditation beinhaltet jedoch kein Suchen kein Sich-Ausrichten eine überirdische Sphäre (Gott Allgeist usw.) und daher keine unio mystica . Die Meditation will primär den Geist machen und ihn von allen Gemütsregungen und befreien. Das Ziel der Meditation ist erreicht alle Vorstellungen von Ich Ding Einheit und ja selbst der Gedanke an die Erleuchtung (bodhi) nicht mehr vorhanden sind.
Mensch . In buddhistischer Sicht ist der Mensch Schöpfung Gottes und kein Wesen das mit von Gott verliehenen ewigen Seele ausgestattet ist. Mensch ist wie alle Phänomene der Daseinswelt Erscheinung sich gegenseitig bedingender Faktoren (dharmâh) und verkörpert demnach keine permanente Ich-Einheit. wir als Einheit »Mensch« »Ich« »Individuum« »Person« bezeichnen ist eine Kombination unzähliger wesenloser inkonstanter aufeinander bezogener Daseinsfaktoren oder Aggregaten ein fluktuierendes von sich ständig erneuernden Elementen und prozessualen denen keine dauerhafte Substanz keine unveränderliche Entität zugrunde liegt. Das wahrgenommene »Ich« oder »Selbst« nicht mehr als ein Verbund instabiler Bestandteile existiert in Wirklichkeit nicht. Der Mensch besteht aus: Körper oder Materie (rûpa) Empfindung (vedanâ) Wahrnehmung (samjñâ) geistigen Regungen (samskâra) – also Wille Vorstellungen Begierden usw. und aus Bewusstsein (vijñâna) . Der Mensch ist eine Kombination dieser Seinszustände (pañcaskandhâh) eine Verbindung physischer und geistiger Energien in ständiger Veränderung und Neubildung begriffen sind. Vgl. Dharma-Theorie pudgala Seele skandhâh Schöpfung Wiedergeburt .
Mitleid ( karunâ [skt./p.]). Tugend des sympathetischen Mitgefühls am der Menschen und aller anderen Lebewesen.
Nächstenliebe . Der Begriff der Nächstenliebe ist dem in seiner christlichen Konnotation fremd. Liebe oder (maitrî) meint nicht die Konzentration auf den als Mitmenschen sondern die von persönlichen und Beziehungen losgelöste Benevolenz oder das umfassende Wohlwollen allen lebenden Wesen. Buddhistische Güte entbehrt des Involviertseins und aktiver Partizipation; sie ist nicht ist weder Emotion noch Leidenschaft sondern als und damit umfassende Identifikation Anteilnahme und Sympathie verstehen. – Vgl. Güte Liebe .
Nihilismus (ucchedavâda) . Lehre vom Nichts welche jede Wertorientierung die Möglichkeit einer Seinsbegründung von sich weist. der Ablehnung von festen Substanzen und der vom Nicht-Ich wird der Buddhismus zuweilen des bezichtigt. Der Buddhismus lehrt jedoch kein Nicht-Sein das aufgrund der Partikel »Sein« ja auch ein Etwas definiert werden müsste – sondern Nichtexistenz von festen Substanzen im Sinne der vom Bedingten Entstehen. Das heißt: Was bedingt ist nicht (ist kein Sein); es ist aber auch kein Nichts da aus nichts entstehen kann. – Vgl. anâtman Bedingte Entstehung Madhyamaka .
Nirvâna [skt.] nibbâna [p.]. Bezeichnung für das buddhistische Heilsziel status perfectae liberationis . Nirvâna bedeutet »Verlöschen« und meint das aller an das Dasein bindenden Faktoren. Es die Stilllegung der ich- und formbildenden Kräfte an die Welt ketten und dadurch leidvolle verursachen. Nirvâna ist ein Abschluss kein Neubeginn einer ewigen Sphäre (Himmel Paradies Jenseits) kein einer geistigen Substanz (Seele). Es ist die der Vorstellung einer Ichheit das »Verlöschen« der Person das Ende allen Verlangens das Zurruhekommen Unruhe des Geistes. Es ist weder ein weder Sein noch Nichtsein sondern die örtliche sowie Sein und Nichtsein transzendierende »Leerheit« (shûnyatâ) in der alle Gegensätze der Vielheitswelt sind. Nirvâna ist auch kein Lohn für heiliges Leben denn wer nur im Blick jenseitiges Verdienst (punya) ein tugendhaftes Leben führt ist nicht von Begierden und bleibt dem leidvollen Geburtenkreislauf (samsâra) verhaftet. Nirvâna ist kein Zustand endgültiger sondern der Status vollkommener Be-freiung das Frei-sein allen karmischen Wünschen und Denkgebilden mithin auch aller Glücksvorstellungen. Das »Glück« des Nirvâna besteht gerade darin dass es kein Glück verheißt alle Glückszustände sind vergänglich und somit dem zugehörig. – Vgl. Jenseits .
om [skt.]. Heilige Silbe der Hindus Jainas Buddhisten. – Vgl. mantra .
om mani padme hûm [skt.] - »O Kleinod in der Mantra des Bodhisattva Avalokiteshvara. – Vgl. mantra .
Ontologie . Die buddhistische Lehre vom Sein (Ontologie) auf der Anschauung dass alles Dasein und Leben auf der gesetzmäßigen Kooperation flüchtiger Faktoren (dharmâh) beruht und es somit nichts auf Welt geben kann das unabhängig von anderem und ein selbstständiges Eigensein (svabhâvatâ) aufweist. Ein beharrendes Sein hinter allem eine ewige Substanz oder Wesenheit wird demnach Alle Existenz ist der dauernden Aufeinanderfolge von und Vergehen anheim gestellt. Unbeständigkeit (anityatâ) und Wesenlosigkeit (asvabhâvatâ) sind die Merkmale aller Erscheinungen schlechthin. Vgl. Bedingte Entstehung Dharma-Theorie Werden .
Pâli-Kanon . Andere Bezeichnung für den »Dreikorb« (Tipitaka / Tripitaka) das kanonische Schrifttum des Frühbuddhismus. Seine sind: Vinayapitaka Suttapitaka und Abhidhammapitaka.
pañcashîla [skt.] pañcasîla [p.]. Von pañca (fünf) und shîla (Sittlichkeit) die »Fünffache Rechtschaffenheit« die die Grundsätze oder Verhaltensregeln des Buddhismus aufweist: [1] von Lebensberaubung [2] Abstehen von Diebstahl [3] von unreinem Lebenswandel [4] Abstehen von Lüge Abstehen von Sucht fördernden Mitteln.
Panchen Lama (Pan-cen bLa-ma) . Neben dem Dalai Lama der zweithöchste der tibet. Gelugpa-Schule des Vajrayâna. Er gilt eine Emanation des transzendenten Buddha Amitâbha.
Person . Vgl. anâtman Mensch Seele .
prajñâ [skt.] paññâ [p.]. Einsicht Erkenntnis Weisheit die als Voraussetzungen für die Befreiung aus den Zwängen Daseins gesehen werden. Im Mahâyâna bezeichnet prajñâ die über philosophische Erkenntnis hinausreichende »höchste im Sinne einer intuitiven Erfahrung der Leerheit (shûnyatâ) als der wahren Wesenheit der gegenständlichen – Vgl. vidyâ .
pudgala [skt.] puggala [p.]. Bez. für die empirische Person Ich oder das individuelle Selbst. Der Buddhismus die Existenz eines »Selbst« und sieht in Wort »Person« lediglich einen konventionellen Ausdruck für scheinbare Seinseinheit die sich allein aus der von instabilen und ephemeren psychophysischen Komponenten ergibt. Vgl. anâtman Mensch Seele Sein .
pûjâ [skt./p.]. Verehrung Andacht. – Vgl. Kult .
punya [skt.] puñña [p.]. Religiöses oder karmisches Verdienst Bezeichnung die karmisch heilsamen Zustände.
Relativismus . Lehre von den wechselseitigen (relativen) Beziehungen der nicht absoluten Erkenntnis. Aufgrund der Unbeständigkeit Vergänglichkeit aller Phänomene der Zurückweisung von festen der gegenseitigen Relation aller Dinge und Zustände der Nichterkenntnis einer absoluten Wahrheit vertritt der einen philosophischen Relativismus der am deutlichsten in Lehren der Madhyamaka in Erscheinung tritt.
sangha [skt./p.]. Bez. für die buddhistische Gemeinschaft.
satori [jap.]. Erleuchtungserlebnis im jap. Zen-Buddhismus.
skandhâh [skt.] khandhâh [p.] (Plural von skandha / khandha ). Bezeichnung für die fünf Aggregate oder des Menschen die zusammen die empirische Person ausmachen: [1] Körper/Materie (rûpa) [2] Empfindung (vedanâ) [3] Wahrnehmung (samjñâ) [4] Geistesregungen (samskâra) [5] Bewusstsein (vijñâna) . – Vgl. Mensch .
Sukhâvatî [tibet.] jôdo [jap.]. Das »Reine Land« des transzendenten Amitâbha (jap. Amida) in das der Vertrauenserweckte Rezitieren seines Namens wiedergeboren wird und in er zum endgültigen Nirvâna heranreift. – Vgl. Amidismus .
Tipitaka [p.]. »Dreikorb« oder Kanon des Theravâda Der Tipitaka der Theravâdin ist nicht identisch den kanonischen Sanskrit-Versionen (Tripitaka) anderer hînayânischer Schulen.
trikâya [skt.]. »Drei-Leiber-Lehre«. Lehre von der dreifachen der Buddha-Natur: [1] der Buddha als über dinglichen Welt stehendes Universalprinzip (= Dharmakâya) ; [2] der Buddha als meditative Projektion Absoluten (= Sambhogakâya) ; [3] der Buddha als Mensch und (= Nirmânakâya) . – Die Trikâya-Lehre ist ein Spezifikum Mahâyâna und dem Theravâda dem einzig noch Zweig des Hînayâna nicht zugehörig.
Tripitaka [skt.]. »Dreikorb« Bez. für die drei des buddhistischen Kanons bestehend aus: Vinayapitaka (Ordenszucht) Sûtrapitaka (Lehrreden) und Abhidharmapitaka (Scholastik). Der Kanon des Theravâda nennt (in der Pâli-Sprache) Tipitaka und seine Bücher Vinayapitaka Suttapitaka und Abhidhammapitaka . – Vgl. Pâli-Kanon .
trisharana [skt.] tisarana [p.]. Die »Dreifache Zuflucht« zu Buddha (Lehrer) Dharma (Lehre) Sangha (Gemeinschaft). Sie ist die Bekenntnisformel zum
tulku (sprul-sku) [tibet.]. »Erscheinungskörper«. Im tibet. Buddhismus (Wieder-)Verkörperungen Reinkarnationen von verstorbenen Persönlichkeiten (z.B. hoher Gelehrter von Heiligen) oder von mystisch gedachten Gestalten resp. Bodhisattva-Emanationen).
Vajrayâna [skt.] rDor-je t’eg-pa [tibet]. »Diamantfahrzeug«. Ausdruck des tantrischen (esoterischen) im tibeto-mongolischen Raum und dritte große Schulrichtung Gesamtbuddhismus die trotz aller Eigenheiten aber dem zuzuordnen ist. Die wichtigsten Richtungen des Vajrayâna die Gelugpa die Sakyapa die Kagyüpa und Nyingmapa. In der Literatur wird das Vajrayâna Lamaismus genannt.
vidyâ [skt.] vijjâ [p.]. Wissen. Gehört zusammen mit Erkenntnis Weisheit (prajñâ) zu den bedeutendsten Grundvoraussetzungen für die des Heils. Angesprochen ist nicht so sehr intellektuelles Wissen sondern die Einsicht in die der Dinge (Nicht-Selbst Vergänglichkeit Unbeständigkeit usw.) die der Illusion des Samsâra befreit. – Vgl. avidyâ .
Vier Edle Wahrheiten ( catvâri-ârya-satyâni [skt.] cattâri-ariya-saccâni [p.]). Die allen buddhistischen Schulen gemeinsame von der Tatsache des Leidens (duhkha-satya) seiner Entstehung (samudaya) seiner Aufhebung (nirodha) und dem zur Leidensbehebung führenden Weg (nirodha-gâminî-pratipad) . – Vgl. Achtfacher Pfad Leiden .
Vijñânavâda . »Bewusstseinslehre« auch Yogâcâra (» Yoga -Praxis«) genannt. Name der nach der Madhyamaka Philosophenschule des Mahâyâna (gegr. im 3./4.Jh.). Nach besteht die Welt nur als Vorstellung [lat. esse est percipi ]; sie ist nur Schein und kreative Phantasie des Betrachters. In dieser Sicht auch die empirische Person (Ich) nicht wirklich auch nur eine Ideation und Objekt einer Welt. Die Dinge bestehen nur im »Geist« (cittamâtra) weshalb ihnen kein Eigensein und keine Wesenhaftigkeit zukommt. Mit dieser Lehre vertritt der einen konsequenten Idealismus der sich in vielen Bereichen mit Relativismus der Madhyamaka verbindet.
Werden (bhava) . Kennzeichnet im Unterschied zu festen Substanzen prozessual-dynamischen sich vollziehenden Weltenlauf die Kontinuität und aller Daseinsphänomene. Die Welt und ihre Erscheinungen kein Sein sondern ein ständiges Werden. – Bedingte Entstehung Ontologie .
Yogâcâra . Synonyme Bezeichnung für die Philosophenschule des Vijñânavâda .
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