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Cannabis


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Dieser Artikel behandelt die unter dem Namen Cannabis zusammengefassten pflanzlichen Rauschmittel. Für die Pflanzengattung Cannabis und andere Verwendungsmöglichkeiten der Hanfpflanzen siehe Hanf .


Cannabis ist der Sammelbegriff für die aus Hanf ( Cannabis sativa Cannabis indica Cannabis ruderalis ) hergestellten Rauschmittel .

Die berauschende Wirkung wird vor allem den Cannabinoiden wie Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD) verursacht. Diese Substanzen stimulieren spezifische Rezeptoren im zentralen Nervensystem . Dabei handelt es sich um die Cannabinoid-Rezeptoren. Die endogenen Agonisten dieser Rezeptoren heißen Endocannabinoide und spielen eine wichtige bei der Modulation synaptischer Prozesse.

Die bekanntesten Verwendungsformen sind Marihuana ( = 'Maria Juana' ein mexikanischer Frauenname als ) also getrocknete Blütenstände Haschisch gepresste Harze der Hanfpflanze die meistens geraucht oder in Fett gelöst gegessen werden oder das ätherische Haschöl das verdampft eingeatmet oder gegessen getrunken wird. In Medikamentenform wird meist reines verwendet. Synthetisch kann lediglich die delta-8-THC-Form produziert werden synthetisches delta-9-THC zu instabil ist. Es weist ungefähr 70 % der Wirksamkeit der natürlichen auf.

Je nach Art der Anwendung liegt Wirkungseintritt bei 1-10 Minuten beim Inhalieren und 30-300 Minuten bei oraler Aufnahme. Wirkung hält bis zu 12 Stunden an beginnt mit einem High das unter anderem Euphorie Redseligkeit Entspannung oder Gelächter geprägt sein Ebenfalls können leichte Wahrnehmungsveränderungen bei Farben Formen Tönen auftreten. Diese Phase ist durch das THC geprägt welches eine kürzere Wirkdauer als CBD besitzt. Wenn es nachlässt tritt die CBD-Wirkung in den Vordergrund.

Inhaltsverzeichnis

Gesetzliche Regelungen

In Deutschland ist laut Betäubungsmittelgesetz der von Pflanzenteilen und Saatgut von Hanf strafbar. wegen Besitzes geringer Mengen Cannabis müssen laut Bundesverfassungsgericht im Allgemeinen eingestellt werden. Die Auslegung Beschlusses hängt aber vom Einzelfall ab und im Ermessen des Richters; Wiederholungstäter können nicht Milde rechnen. Das Bundesverfassungsgericht kam der 1994 vom Lübecker Richter Neskovic angestrengten Legalisierung nicht nach. Es beauftragte die Innenministerkonferenz eine bundesweit gültige Höchstgrenze für festzulegen. Dies wurde bis heute nicht umgesetzt.

In Österreich sind die gesetzlichen Grundlagen das Suchtmittelgesetz (SMG) geregelt. Demnach ist zu wer Suchtmittel erwirbt besitzt erzeugt einführt ausführt einem anderen überläßt oder verschafft. Nicht strafbar der Konsum der jedoch ohne Erwerb bzw. Besitz möglich ist. Bei geringen Mengen (20g THC) die Staatsanwaltschaft die Anzeige zurückzulegen. Allerdings können auch in diesem gesundheitsbezogene Maßnahmen angeordnet werden wenn sie notwendig sind Überwachung Entzugsmaßnahmen etc.). Saatgut und Pflanzen unterliegen Bestimmung dann wenn sie zur Erzeugung von geeignet sind (mehr als 0 3% THC-Gehalt). gibt es hier eine gewisse Grauzone da Samen und Jungpflanzen diesen Gehalt übersteigen. Tatsächlich kann man auch in Geschäften und Jungpflanzen erwerben die zu potenten Pflanzen Man wird jedoch Probleme haben zu argumentieren man teure Pflanzen im Hanfgeschäft kauft und das billige Industriesaatgut im nächsten Lagerhaus.

In Kanada und den Niederlanden wird Cannabis seit 2003 zur medizinischen Verwendung staatlich kontrolliert an Patienten abgegeben ohne dass diese Angst vor Verfolgung durch die Justiz haben müssen. Seit 2003 ist in den Niederlanden Marihuana als Medikament zugelassen.

Seit etwa einem halben Jahrhundert ist in den USA verboten. Im US Staat Kalifornien wurde kürzlich wieder zur medizinischen Anwendung erlaubt. Es aber weiterhin durch Bundesgesetz der USA verboten in kalifornischen Kliniken wurden schon von Bundespolizisten durchgeführt. Diese menschenverachtende Vorgehensweise der amerikanischen DEA (Drug Enforcment Administration) wurde kürzlich jedoch einem Bundesgericht untersagt. Im Mai 2004 hat Vermont (als elfter US-Staat neben Alaska Arizona California Colorado Hawaii Maine Maryland Nevada Oregon und Washington ) medizinisches Marihuana legalisiert.

Zur Geschichte der Anwendung

Obwohl Hanf seit etwa 5000 Jahren in China zur Fasergewinnung angebaut wurde finden erste Berichte über die Anwendung der Inhaltsstoffe medizinischen oder rituellen Zwecken erst in indischer vor etwa 2400 Jahren . Hier werden schwach konzentrierte Wirkstoffe ( Bhang Ganja ) als gesellschaftlich akzeptabel angesehen stärkere Drogen Haschisch ) jedoch abgelehnt. Medizinische Literatur dieser Zeit auch Anwendungen in der Epilepsie und bei Schmerzen.

Mit bekanntwerden der psychischen Wirkung im Europa des 17. Jahrhunderts setzten zwei Betrachtungsweisen ein: In Frankreich wurden die bewusstseinsverändernden Eigenschaften der Inhaltsstoffe in literarischen Kreisen (Alexandre Dumas (Vater) Der Graf von Monte Christo Fitzhugh Ludlow The Hasheesh Eater ) betont während in England medizinische Anwendungen B. O'Shanghnessy: Beruhigungsmittel Anfallslinderung Krampflinderung) im Vordergrund Er wurde oft als günstiger Tabakersatz verwendet in diesem Zusammenhang in der Literatur oft als Knaster oder Starker Tobak bezeichnet.

Bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts war Cannabis gewöhnlich in wässeriger Lösung leicht verfügbares Medikament . Zusammen mit der Prohibition in den USA wurde jedoch auch Cannabis als eine für die Gesellschaft angesehen. Hintergrund war jedoch dass die Baumwollfarmerverbände der Südstaaten und Tabakproduzenten fürchteten an Hanf Marktanteile zu verlieren und unter Hinweis die Rauschwirkung zum Verbot drängten. Während des zweiten Weltkrieges wurde Cannabis als Anbau der bis gebräuchlichen Hanfpflanze zu Kriegszwecken zwar noch einmal mit dessen Ende ging aber auch die Vernichtung von Feldern einher auf denen Marihuana - ein Synonym spanischer Einwanderer das kurzen Werbefilmen der Regierung als Droge für siechende Untermenschen Schwarze und mexikanische Immigranten beschrieben wird - angebaut wurde. Dieser Dualismus in der Drogendiskussion hielt sich lange hartnäckig und führte zur erfolgreichen Verbannung der Nutzpflanze Hanf aus dem westlichen Kulturkreis. Im 1925 fand die Internationale Opium-Konferenz in Genf statt. Dort wurde auch ein Verbot Cannabis diskutiert.

Obwohl in den europäischen Staaten mit von Portugal wo der Konsum von Cannabis zu unter den Negersklaven“ geführt hatte keine negativen des Cannabis-Konsums bekannt waren wurde auf Drängen Ägypten das seinerseits damit gedroht hatte die von Kokain und Heroin aus Europa zu verbieten Cannabis zu illegalen Droge erklärt. Im Zuge des Kampfes Mariuhana stieg der Straßenpreis in den vergangenen Jahren um bis zu 8000% von 60 auf 1.500 bis 5.000 US$ (regional sehr Diese gesetzliche Stellung haftet Cannabis seither an es keine allgemein akzeptierten medizinische Studien zu Gefährlichkeit gibt.

Möglicherweise spielt die enorm vielseitige Verwertbarkeit Hanfes eine große Rolle dabei dass Cannabis heute illegalisiert bleibt. Denn Hanf steht z. in Konkurrenz zu Holzprodukten wie Papier Textilien Lebensmittelölen und vor allem zu Tabak einer Vielzahl von chemisch hergestellten und patentierten

Folgen für die Gesundheit

In der Diskussion um die Legalisierung Cannabiskonsums ist das Gefährdungspotential für den Langzeitkonsumenten Bedeutung. Auf Zeit zeigt sich bei Dauerkonsumenten das Motivationsverlust-Syndrom gekennzeichnet durch Antriebslosigkeit und Interessenverlust.

Toxizität

THC ist nur in sehr hoher (nach Tierversuchen 125 mg pro kg Körpergewicht) Wert bei Menschen:10g Marihuana/kg Körpergewicht.Solche Konzentrationen sind durch Rauchen mehrerer 100 Joints zu erreichen. daher sind keine Todesfälle die auf einer von Cannabis beruhen bekannt. Jährlich sterben jedoch Hunderttausende an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums und im Tabak enthaltene Nikotin ist das zweitstärkste in der Natur Nervengift. Sowohl Alkohol als auch Nikotin haben wie THC ein hohes Suchtpotential. Bei den fällt dies aber wegen der langen Halbwertzeit Körper nicht so auf. Aus diesem Grunde Joints nicht so harmlos wie viele denken die Gefahren des Rauchens über die man schon oft genug worden ist mit denen des Hanfs addiert Es existieren Vermutungen dass durch die Kombination zwei Drogen der Schaden vervielfacht wird dies aber bisher nicht ausreichend belegt werden.

Cannabis steht im Verdacht dass bei Konsum eine psychische Abhängigkeit erzeugt wird. Die einer seelischen Abhängigkeit durch Gewöhnung an die Wirkung ist wahrscheinlich stärker als beim Alkohol. als beim Alkohol verbleiben noch lange Zeit dem Cannabis-Konsum Metaboliten im Körper zurück. Leberschädigungen damit in Zusammenhang stehen (Kew Possible Hepatoxity Cannabis The Lancet 1 S. 578f.). Außerdem manche Konsumenten auf die Einnahme von Cannabis Angst die sich bis zum Wahnhaften steigern Psychosen nach Einnahme der Droge sind ebenfalls wobei umstritten ist inwieweit die Droge hier bzw auslösende Funktion hat.

Auswirkungen auf das Gehirn

Aufgrund der Wirkung des THC auf Gehirn wurde es auf mögliche bleibende Veränderungen Struktur oder Funktion untersucht. Dabei wurden keine durch Computertomographie sichtbare) Veränderungen erkannt. Allerdings hat Untersuchung ergeben dass der Konsum durch Jugendliche Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns haben es wurde bei Menschen die vor einem von 17 Jahren Cannabis benutzten ein verringertes sowie ein erhöhtes Verhältnis von weißer zu Hirnmasse festgestellt. (W. Wilson et al. Journal Addictive Diseases 19 1-22 (2000)). Unbestritten ist die regelhafte Einnahme der Droge fast regelhaft Zurückbleiben des Konsumenten in seiner Entwicklung zur hat. Neben Einschränkungen in Wahrnehmung und geistiger als direkte Drogenwirkung kommt hinzu dass in Zeit in der konsumiert wird oftmals keine Lernerfahrungen gemacht werden. Der exzessive Konsument kann und nach den Anschluss an seine Altersgruppe und beruflich und privat zurückbleiben.

Daneben wurde festgestellt dass Langzeitkonsumenten eine Durchblutung der Großhirnrinde aufweisen. (Volkow et al. Research: Neuroimaging 67 29-38 (1996); Block et NeuroReport 11 749-753 (2000))

Konsumformen

  • inhalativ
  • oral
    • essen
      • Butter
      • Gebäck
      • Schokolade
    • trinken
      • alkoholischer Extrakt
      • Kakao
      • Tee
    • Pflanzenextrakt oder THC in Reinform als Medikament

Gesundheitsbelastung: oral/aerosolspray < vaporisieren <<< rauchen

Während Rauchen die Atmungsorgane und den stark belasten kann birgt Vaporisieren nur ein Risiko und bei oralem Konsum bzw. als konnte bisher keines nachgewiesen werden.

Cannabis als Medizin

Die heilenden Eigenschaften der Cannabis-Pflanze werden seit Jahrtausenden vielseitig in der Medizin genutzt. in der asiatischen Medizin genießt sie bis großes Ansehen. Sie kann bei vielen verschiedenen und chronischen Krankheiten zur Heilung oder Linderung Symptome eingesetzt werden wobei ganz oder teilweise andere Medikamente verzichtet werden kann. Vor allem Multiple Sklerose - AIDS - und Krebspatienten schätzen die schmerzlindernde und appetitanregende Wirkung Linderung der schweren Nebenwirkungen der Chemotherapie und Medikamente.

Dem gegenüber stehen allerdings die Ergebnisse Evidenzbasierten Medizin : Es gibt wohl vielversprechende Ansätze die der Grundlagenforschung kommen - die bislang vorliegenden Studien belegen jedoch keine klinische Wirksamkeit - weder bei der Multiplen Sklerose den anderen spastischen Störungen wie Querschnittsyndromen Bewegungsstörungen wie dem Morbus Parkinson der Chorea Huntington der Dystonie und dem Tourette-Syndrom ; der Epilepsie - auch wenn bestimmte Cannaboide einen Effekt haben könnten. Ebenfalls können noch keine zu einem Einsatz im Sinne einer Neuroprotektion Schädel-Hirn-Traumata und zerebraler Ischämie ausgesprochen werden. Große Studien werden hier noch gefordert bevor der von Cannaboiden in der klinischen Praxis befürwortet könnte. Allerdings ist es möglich dass in synthetische Cannaboide oder Stoffe die endogene Cannaboide freisetzen in der Behandlung dieser eine wichtige Rolle spielen. ( Quelle: P. Schwenkreis; M. Tegenthoff; Bochum: „Therapeutischer von Cannaboiden bei neurologischen Erkrankungen“ in: „Der (Band 17 Heft 5 Oktober 2003)

Wirkspektrum

  • antibakteriell
  • antiemetisch (brechreizhemmend)
  • antiepileptisch
  • antiviral
  • appetitanregend
  • bronchienerweiternd
  • entkrampfend
  • entzündungshemmend
  • fiebersenkend
  • gefühlsintensivierend
  • gerinnungshemmend
  • juckreizhemmend
  • kommunikationsfördernd
  • stimmungsaufhellend
  • schmerzstillend
  • schlaffördernd
  • temperatursteigernd
  • tumorhemmend

Anwendungsgebiete

Erwünschte und unerwünschte Wirkungen

  • leichte Euphorie
  • Rauschzustände
  • Schwindel
  • Tachykardie (beschleunigter Puls)
  • trockene Schleimhäute
  • erweiterte Pupillen rote Augen
  • Hungergefühl
  • erotisierend und aphrodisierend
  • Enthemmung
selten:
  • Erbrechen (im Zusammenhang mit Alkohol z.B. [strafbar Deutschland])
  • Halluzinationen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Nicht anwenden

Anwendung in der alternativen Medizin

Eine gesundheitsschädigende Wirkung von Cannabis bei Konsum konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Wird jedoch geraucht kann es zur Beeinträchtigung der Atemwege bis hin zu chronischer Bronchitis oder Lungenentzündung kommen. Die Beimischung von Tabak verstärkt diese Risiken in besonderem Maße. der Rauch von Cannabis nur 1/15 der (die oberen Bronchien ) belastet sind es bei Tabak die 14/15. Zusätzlich wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen Im Gegensatz zu Tabak enthält der Rauch radioaktiven Bestandteile.

Cannabis und Straßenverkehr

Wer Cannabis konsumiert muss in Deutschland Entzug des Führerscheins rechnen und zwar auch wenn er ohne erkennbare Rauschwirkung das Fahrzeug Die Argumentation beruht auf Expertenmeinung nicht aber Studien. Bislang gab es weltweit eine einzige über den Einfluss von THC auf das die nicht im Labor sondern im Verkehr wurde. Sie wurde 1993 von der nationalen bei der Uni Maastricht in Auftrag gegeben. ergab dass sich mäßiger THC-Einfluss auf das positiv auswirkt da sich die Fahrer defensiver Sie kam allerdings sofort unter Verschluss.

Drei Jahre lang wurden in Zusammenarbeit der Universität Adelaide und dem australischen Verkehrsministerium mit Schwerverletzten und Toten auf den Zusammenhang Drogeneinwirkung ausgewertet. Dabei wurde Nüchternheit mit dem 1 belegt - während ein Blutalkoholgehalt von 6 bis 1 0 Promille die Unfallgefahr das 4 2-fache erhöht wurde festgestellt dass unter THC-Einfluss nur den Faktor 0 6 Studien der University of Michigan und im des britischen Transportministeriums kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Literatur

Grotenhermen Franjo; Karus Michael (Hrsg.): Cannabis und Arbeitswelt. Springer-Verlag Berlin 2002 ISBN: 3-540342689-2

Kleiber Dieter; Soellner Renate: Cannabiskonsum. Entwicklungstendenzen Risiken. Juventa Verlag Weinheim 1998. ISBN: 3-7799-177-9

van Treeck Bernhard:Das große Cannabis-Lexikon Lexikon-Imprint-Verlag 2000 ISBN: 3-89602-268-7

Weblinks


Siehe auch: Haschisch Kiffen Droge Hinweis Gesundheitsthemen



Bücher zum Thema Cannabis

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