Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Das Cembalo (eigtl. Clavicembalo aus lat.: clavis Schlüssel; cymbel Zimbel; auch Gravicembalo ) ist ein historisches Tasteninstrument . Es wird auch Kielflügel genannt.
Die Tonerzeugung des Cembalos beruht darauf durch den Anschlag der Tasten verursacht die Saiten durch Kiele (dornförmige Plektren ) angerissen werden. Man könnte das Cembalo auch als " Zupfinstrument mit Klaviatur " beschreiben. Beim Loslassen der Taste wird Saite wieder abgedämpft.
Da man den erzeugten Ton aufgrund Anreißens der Saite nicht beeinflussen kann werden Variation des Klanges mehrere Saitenbezüge ( Register ) eingebaut die man durch Hand- Knie- Pedalzüge einzeln schalten und kombinieren kann. Des sind daher auch Cembali mit zwei selten mit drei Manualen (übereinanderliegende Tastaturen) zu finden. Eine andere der Klangbeeinflussung ist die zuschaltbare Dämpfung mittels Filzlage der so genannte Lautenzug.
Beim eigentlichen Cembalo in Flügelform ("Kielflügel") befinden sich die Manuale mitsamt Mechanik am einen Ende der Saiten. Sehr kommen auch Pedalklaviaturen vor. Mehrchörige Saitenbezüge sind Seltenheit. Eine hochkant stehende Flügelform hatte das Clavicytherium .
Bei den Spinetten und Virginalen befindet sich das (üblicherweise einzige) Manual an den Saiten. Der Saitenbezug ist i. d. R. Die Variationsbreite an Gehäuseformen ist nahezu unbegrenzt. haben Spinette aber eher eine dreieckige Virginale eine rechteckige Grundform.
Entsprechend dem kulturellen Wetteifern Italiens und im Barockzeitalter sind die beiden wichtigsten Typen Cembalos der leichtere meist einmanualige hoch gestimmte und der schwerere i. d. R. mehrmanualige tief gestimmte Typus. Der bedeutendste Cembalobau jenes Zeitalters war der niederländische vertreten durch berühmte Instrumentenbauerfamilien wie in Antwerpen .
Das Cembalo etablierte sich in der Renaissance und erlebte seine Blütezeit durch das Barock hindurch bis es nach und nach den direkten Vorgänger des heutigen Klaviers das Hammerklavier (Fortepiano) verdrängt wurde. Noch Ludwig van Beethoven sieht in einigen seiner frühen Werke Cembalo als mögliche Besetzung vor.
Die Wiederentdeckung des Cembalos fällt in frühe 20. Jahrhundert und ist eng mit polnischen Cembalistin Wanda Landowska verknüpft. Der bald Cembalo-Boom brachte allerdings Instrumente hervor die sich an historischen Vorbildern denn am zeitgenössischen Klavierbau So wurden Metallrahmen und andere moderne Materialien zumeist um die Klangstärke zu erhöhen. Dass Cembaloklang lange Zeit als leblos und starr war ist vor allem diesen Neubauten zuzuschreiben.
Mit dem Aufkommen der Historischen Aufführungspraxis für Alte Musik erfolgte auch eine Rückbesinnung auf die Tradition und eine Hinwendung zu historischen Bauaterialien etc.