Früher nahm man an dass sich Indogermanische - noch bevor die Völker westwärts Europa kamen - sich zuerst in eine und eine Satem-Sprache geteilt habe. "centum" ist und "satem" altiranisch; beide Wörter bedeuten "hundert".
Beim Proto-Indogermanischen geht man von der aus. Irgendwann tendierten einige Indogermanische Sprachen dazu mit einem Zischlaut zu beginnen ähnlich dem oder /sch/. Das geschah bei den östlichen wie dem Indoiranischen zu dem Sanskrit und Persisch gehören. Auch bei den frühen slawischen und baltischen Sprachen sowie einigen Einzelzweigen Albanisch) ereignete sich Ähnliches. Andere Zweige wie Germanische und der Keltische "blieben" bei K bzw. C und "Centumsprachen".
Heute steht fest dass die Unterscheidung centum und satem nur ein Beispiel von vielen für Unterschiede zwischen den Sprachzweigen ist. Zudem ist zu beweisen ob dieser Unterschied von allen frühesten eingetreten ist.
Was aber wichtiger ist: Man konnte dass in den Satem-Sprachen einige Wörter existieren den bewussten Lautwandel nicht zeigen sondern noch ursprüngliche -k- aufweisen. Es kann sich aber auch um Lehnwörter aus irgendeiner Centum-Sprache handeln.
Überdies entstammt die Unterscheidung zwischen Centum- Satem-Sprachen einer Epoche als die historische Sprachwissenschaft allzu sehr in einem sturen Denkschema mit die sich ständig verästeln gefangen war. Dagegen heute Einigkeit dass die tatsächlichen Verhältnisse viel waren und insbesondere das Stammbaummodell spätere Beeinflussungen Sprachkontakt ignorierte.
Da die Unterscheidung zwischen Centum- und sich also als nicht so grundlegend herausgestellt wie man lange gemeint hatte spielt diese in der aktuellen Forschung der Indogermanistik praktisch keine Rolle mehr.
Damit läge in diesem Begriff ein Beispiel dafür vor wie ein Forschungsergebnis zu gewissen Zeit über die ursprüngliche Forschergemeinde hinaus geworden und dies geblieben ist während es der eigentlichen Forschung keine Rolle mehr spielt.
In den Germanischen Sprachen zu denen auch Deutsch zählt fängt das Wort für "hundert" mit h- an (engl.: hundred usw.). Trotzdem gehören die Germanischen Sprachen den Centum-Sprachen. Das liegt daran dass die Erste Germanische Lautverschiebung den ursprünglichen Wortanlaut * k- in allen Fällen zu h- wandelte; vgl.: