Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 19. Oktober 2017 

Chemiekatastrophe


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Eine Chemiekatastrophe ist die im allgemeinen Sprachgebrauch verwendete für einen verheerenden Unfall im Umgang mit explosiven oder giftigen Chemikalien .

Inhaltsverzeichnis

Explosion von Oppau 1921

Am 21. September 1921 explodierte ein Silo in einem Zweigwerk der BASF in Oppau der Nähe von Ludwigshafen das mit dem Stickstoffdünger Ammoniumnitrat gefüllt war. Ammoniumnitrat ist explosiv und gemischt mit Öl ein Sprengstoff Da Ammoniumnitrat stark hygroskopisch ist verfestigte sich der Stoff im Da die Arbeiter mit ihren Spitzhacken nicht weit kamen (und im inneren Teil des Einsurzgefahr durch nachrutschenden Dünger bestand) entschied man dafür den Dünger mit dem Sprengstoff Dynamit aufzulockern. 561 Menschen kamen ums Leben das Werk wurde völlig zerstört: An Explosionsstelle wurde ein 100 Meter großer und 20 Meter tiefer Krater herausgeschlagen. Die Menge des Düngemittelgemisches betrug Tonnen und entsprach somit der Explosivkraft einer Atombombe von ca. 1-2 Kilotonnen TNT-Äquivalent.

http://www.wortlastig.de/text/oppau.htm

Seveso 1976

Am 10. Juli 1976 wurden bei einem Unfall im norditalienischen Ort Seveso schätzungsweise 2 kg hochgiftigen TCDDs ("Dioxin") freigesetzt.

In einer Anlage die Trichlorphenol herstellen kam es durch einen Bedienfehler zu einer TCDD-Entwicklung und schließlich Explosion.

Der Unfall machte sich vor allem den plötzlichen Tod vieler Rinder und Kleintiere in der Umgebung bemerkbar.

Trotz des Unfalls wurde in der noch eine Woche weiter gearbeitet.

In der Folge wurden 220000 Menschen medizinischen Untersuchung unterzogen und 70000 Tiere notgeschlachtet.

Bei rund 200 Menschen wurde eine das Gift verursachte Chlorakne festgestellt. Die Häuser von Familien mussten abgerissen Boden abgetragen und deponiert Es flossen über 150 Millionen Euro an

Das Unglück von Seveso führte zu Verschärfung der Gesetze und Verordnungen z.B. in der Europäischen (Seveso-Richtlinie) und in Deutschland (Störfall-Verordnung Chemikaliengesetz).

Giftgasunglück in Bhopal 1984

Die schlimmste Chemiekatastrophe ereignete sich am 3. Dezember 1984 in der Stadt Bhopal im Zentrum Indiens . In einem Werk der Union Carbide India wurden aus einem Lagertank viele Tonnen des hochgiftigen Methylisocyanats freigesetzt. Tausende Menschen mussten sterben. Die Zahl der Opfer ist unbekannt da nicht Bewohner des betroffenen Elendsviertels registriert waren. Die der sofort getöteten Menschen liegt im Bereich 1600-2000 je nach Quelle auch bis zu Die Folgen des Unglücks insbesondere die vielen Vergiftungen führten zu vielen weiteren Todesopfern deren inzwischen mit etwa 20000 angegeben wird.

Brand in Schweizerhalle 1986

Am 1. November 1986 brannte eine Lagerhalle der Firma Sandoz in Schweizerhalle (Ortsteil von Pratteln Kanton Baselland ). Die Ursache war glimmendes Berlinerblau . Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien und Verbrennungsprodukte vernichteten praktisch gesamte tierische und pflanzliche Leben im Rhein.

Explosion in Toulouse 2001

Am 21. September 2001 kam es in einer Fabrik bei Toulouse in Frankreich zu einer Explosion bei der 31 starben. Entgegen ersten Gerüchten die nach den vom 11. September 2001 ebenfalls einen Terrorakt vermuteten belegen Untersuchungen des Unglücks einen Unfall. In der der AZF (Azote de France) Werk wurden hergestellt. Die Explosion ging ähnlich wie genau Jahre zuvor in Oppau von einem Lager Ammoniumnitrat aus.

Literaturhinweise

  • Stefan Böschen: Katastrophe und institutionelle Lernfähigkeit. In: (Hg.): Entsetzliche soziale Prozesse. Münster (LIT-Verlag) 2003 ISBN 382586832X
  • Zweiter Gefahrenbericht der Schutzkommission beim Bundesminister des Bonn ( Bundesverwaltungsamt - Zentralstelle für Zivilschutz ) 2001




Bücher zum Thema Chemiekatastrophe

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Chemiekatastrophen.html">Chemiekatastrophe </a>