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Christoph Martin Wieland


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Christoph Martin Wieland 1733-1813

Christoph Martin Wieland (* 5. September 1733 in Oberholzheim bei Biberach an der Riß ; † 20. Januar 1813 in Weimar ) war ein deutscher Dichter Übersetzer und Herausgeber der Aufklärung .

Inhaltsverzeichnis

Leben

Christoph Martin Wieland ist neben Gotthold Ephraim Lessing der bedeutendste Schriftsteller der Aufklärung im Sprachgebiet. Er ist der älteste des klassischen von Weimar (siehe auch Johann Wolfgang von Goethe Johann Gottfried von Herder Friedrich von Schiller ).

Kindheit und Jugend

Pfarrhaus in Oberholzheim um 1840

Geboren wurde Wieland am 5. September 1733 im Pfarrhaus von Oberholzheim (heute Gemeinde bei Biberach) im Gebiet der ehemaligen Reichsstadt Biberach nach der sein Vater bald darauf Pfarrer versetzt wurde. Bei diesem und in Biberacher Stadtschule wurde er unterrichtet. Schon im Jahr versuchte er sich in lateinischen und Versen. Im 16. hatte er bereits fast römischen Klassiker gelesen; unter den modernen zogen Schriftstellern Voltaire Fontenelle und Bayle und unter den deutschen Poeten insbesondere Barthold Heinrich Brockes an.

Noch vor dem 14. Jahr auf Schule zu Klosterberge bei Magdeburg geschickt gab der sehr fromm erzogene sich anfangs ganz dem dort herrschenden Geist und entwickelte sich zu einem großen Verehrer Friedrich Gottlieb Klopstocks . Nachdem er seit Ostern 1749 sich ein Jahr lang bei einem zu Erfurt aufgehalten wo er mit dem " Don Quijote " fruchtbare Bekanntschaft machte verbrachte er den 1750 im Vaterhaus. Hier traf er mit Verwandten Sophie Gutermann (Sophie von Laroche) zusammen. schwärmerische Neigung welche er zu ihr fasste rasch sein poetisches Talent. Auf einem Spaziergang ihr empfing Wieland die Anregung zu seinem der Öffentlichkeit übergebenen Gedicht das 1752 von Ästhetiker Meier in Halle welchem es Wieland zugeschickt unter dem Titel: Die Natur der Dinge. Ein Lehrgedicht in 6 Büchern herausgegeben wurde.

Studium Schweiz Biberach Erfurt (1750ff.)

Wieland Büste vor der Stadthalle von Biberach der Riß

Im Herbst 1750 hatte Wieland die Universität Tübingen bezogen angeblich um Jura zu studieren er jedoch über der Beschäftigung mit der und eigener poetischer Produktion vernachlässigte. Ein Heldengedicht: von welchem er fünf Gesänge ausarbeitete und Bodmer sandte brachte ihn mit diesem in sehr intimen Briefwechsel.

Seine übrigen Erstlingsdichtungen: "Zwölf moralische Briefe Versen" (1752) "Anti-Ovid" (Amsterdam 1752) u. a. ihn als ausschließlichen und leidenschaftlichen Klopstockianer und auf eine spezifisch seraphisch christliche Dichtung hin. Sommer 1752 folgte er einer Einladung Bodmers Zürich. Auf das herzlichste empfangen wohnte er traulichsten Verkehr eine Weile bei Bodmer den sich durch eine Abhandlung über die Schönheiten dessen Gedicht "Noah" und durch die neue der 1741 erschienenen "Züricherischen Streitschriften" (gegen Gottsched ) verpflichtete und in dessen Sinn er episches Gedicht in drei Gesängen: "Der geprüfte (Zürich 1753) verfasste.

In anregendem Verkehr mit Breitinger Hirzel Salomon Geßner Füßli Heß u.a. schrieb Wieland in Zürich um Zeit noch die "Briefe von Verstorbenen an Freunde" (Zürich 1753).

Die plötzliche Nachricht dass seine Geliebte verehelicht sowie ein längerer Aufenthalt in dem gestimmten Grebelschen Haus in Zürich hielten ihn Weile länger als es sonst geschehen sein bei der seiner innersten Natur ganz entgegengesetzten Richtung. In seinen "Hymnen" (Zürich 1754) und "Empfindungen eines Christen" (Zürich 1755) sprach er letzten mal die Sprache die er seit geredet und erklärte sich mit besonderer Heftigkeit alle erotische Poesie. Der nüchterne Nicolai verglich damals Wielands Muse mit einer jungen Schönen die Betschwester spielen will und sich ehestens eine Kokette verwandeln könne; auch Lessing durchschaute Hohlheit der seraphischen Schwärmerei Wielands.

Bald genug vollzog sich in Wieland unter dem Einfluss der Schriften des Lukian Horaz Miguel de Cervantes Shaftesbury d'Alembert Voltaire u. a. eine vollständige Umkehr von eben bezeichneten Bahnen. Schon das Trauerspiel "Lady Gray" (Zürich 1758) konnte Lessing mit der begrüßen Wieland habe "die ätherischen Sphären verlassen wandle wieder unter Menschen". In demselben Jahr das epische Fragment "Cyrus" (Zürich 1759) zu die Taten Friedrichs II. die Inspiration gegeben hatten ferner das Bern wo Wieland 1759 eine Hauslehrerstelle angetreten geschriebene Trauerspiel "Clementina von Porretta" (das. 1760) die dialogisierte Episode aus der Kyropädie des Xenophon : "Araspes und Panthea" welche Dichtungen sämtlich Wielands späteren eignen Worten die "Wiederherstellung seiner in ihre natürliche Lage" ankündigen oder geschehen In Bern trat der Dichter in sehr Beziehungen zu der Freundin Jean-Jacques Rousseau Julie Bondeli.

Im Wieland Schauraum in Biberach an der

1760 nach Biberach an der Riß zurückgekehrt erhielt er eine amtliche Stellung seiner Vaterstadt deren kleinbürgerliche Verhältnisse ihm minder wurden nachdem er auf dem Schloss des Stadion der sich nach dem Biberach benachbarten Warthausen zurückgezogen eine Stätte feinster weltmännischer Bildung persönliche Anregung und eine vortreffliche Bibliothek gefunden In Warthausen traf Wieland auch seine ehemalige Geliebte mit ihrem Gatten bei Stadion lebte wieder. Verkehr mit den genannten und anderen Personen sich in jenem hochgebildeten Kreis bewegten vollendete Bekehrung ins "Weltliche". Jetzt erst trat seine Tätigkeit in die Epoche die seinen Ruhm seine Bedeutung für die nationale Literatur umfasst. 1761 wurde der Roman "Agathon" (Frankf. 1766) 1764 "Don Silvio von Rosalva oder der der Natur über die Schwärmerei" (Ulm 1764) daneben hatte seit 1762 die Ausführung einer verdienstlichsten Arbeiten Wielands seine Übertsetzung des William Shakespeare (Zürich 1762-66 8 Bde.) begonnen. Mit beiden oben genannten Romanen und den Dichtungen: oder die Philosophie der Grazien" (Leipzig 1768) "Idris" (das. 1768) in den nächsten Jahren Erzählungen: "Nadine" (das. 1769) "Combabus" (das. 1770) Grazien" (das. 1770) und "Der neue Amadis" 1771) betrat Wieland seinen neuen Weg und eine Philosophie der heitern Sinnlichkeit der Weltfreude leichten Anmut welche im vollen Gegensatz zu Anschauungen seiner Jugend stand.

Inzwischen hatte Wieland der seit 1765 einer Augsburgerin verheiratet war einem durch Riedel Erfurt vermittelten Ruf an die dortige Universität Sommer 1769 Folge gegeben. Seine Lehrtätigkeit die mit Eifer betrieb tat seiner dichterischen Produktivität Abbruch. In Erfurt verfasste er außer einigen oben genannten Schriften noch das Singspiel "Aurora" "Dialoge des Diogenes" und den Staatsroman "Der Spiegel oder die Könige von Scheschian" (1772) ihm den Weg nach Weimar bahnte.

Weimar (1772ff.)

1772 berief ihn die Herzogin Anna Amalie Sachsen Weimar zur literarischen Erziehung ihrer beiden nach Weimar. Hier trat Wieland in den bedeutendsten Lebenskreis des damaligen Deutschland der schon seiner Ankunft Männer wie Musäus v. Knebel Bertuch u.a. in sich schloss aber bald durch Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried von Herder erst feine höchste Weihe und Belebung Wieland bezog unter dem Titel eines herzoglichen einen Gehalt von 1000 Talern welcher ihm nach Karl Augusts Regierungsantritt als Pension verblieb. behaglichen ihn beglückenden Lebensverhältnissen entfaltete er eine und sich immer liebenswürdiger gestaltende poetische und literarische Tätigkeit. Mit dem Singspiel "Die Wahl Herkules" und dem lyrischen Drama "Alceste" (1773) er reiche Anerkennung. In der Zeitschrift "Der Merkur" deren Redaktion er von 1773 bis führte ließ er fortan die eignen dichterischen zunächst erscheinen neben denen er auch eine kritische Tätigkeit übte die lange Zeit hindurch aus fast alles was für die literarische vorzüglich die deutsche von Bedeutung war erstreckte. im "Merkur" abgedruckte "Briefe über Alceste (September gaben Goethe und Herder Ärgernis und riefen ersteren Farce "Götter Helden und Wieland" hervor welchen Angriff Wieland mit der ihm in zweiten Hälfte seines Lebens fast unverbrüchlich eignen Milde antwortete. Schon im Titel von Goethes ist wahrscheinlich eine zweite Lesemöglichkeit angelegt: Göt ter He lden und Wieland ). Als Goethe bald darauf nach Weimar übersiedelte bildete sich zwischen ihm und ein dauerndes Freundschaftsverhältnis dem der überlebende Altmeister Wielands Tod in seiner schönen Denkrede auf ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. Goethe gewann den stärksten Einfluss auf Wielands Bestrebungen in dritten Periode in deren Werken sich die und rühmlichsten Eigenschaften unsers Dichters gleichsam konzentrieren seine Neigung zur ermüdenden Breite und zur Lüsternheit bis auf einen gewissen Punkt überwunden

Die "Geschichte der Abderiten" das romantische Gedicht "Oberon" (Weimar 1781) die prächtigen poetischen "Das Wintermärchen" "Geron der Adelige" "Schach Lolo" u. a. gesammelt in den "Auserlesenen Gedichten" 1784-87) entstanden in den ersten Jahrzehnten zu Dazu gesellten sich die treffliche Bearbeitung von Lukians sämtlichen Werken" (Leipzig 1788 bis 1789) zahlreiche kleinere Schriften.

Eine Gesamtausgabe der bis 1802 erschienenen (1794-1802 in 36 Bänden und 6 Supplementbänden) Georg Joachim Göschen in Leipzig verlegte hatte Wieland in Stand gesetzt das Gut Ossmannstedt bei Weimar Dort verlebte der Dichter seit 1798 im der großen Familie (seine Gattin hatte in Jahren 14 Kinder geboren) glückliche Tage bis der Tod seiner Gattin 1803 veranlasste den zu veräußern und wieder in Weimar zu wo er dem Kreis der Herzogin Anna bis an deren Tod angehörte. Die Zeitschrift Museum" welche Wieland allein 1796-1801 und das attische Museum" das er mit Hottinger und Jacobs 1802-10 herausgab dienten dem Zweck die Nation mit den Meisterwerken der griechischen Poesie und Redekunst vertraut zu machen. Wieland hatte gewöhnliche Schicksal hochbejahrter Menschen den Verlust der Freunde und Lieben durch den Tod in Alter in hohem Grad zu erfahren blieb bis zu seinem Tod am 20. Januar 1813 in seltener Weise lebensfrisch. Seine Überreste seinem Wunsch gemäß zu Ossmannstedt in einem mit denen seiner Gattin und einer Enkelin Jugendfreundin Laroche Sophie Brentano.

Die mittelbare Nachwirkung Wielands brachte der Literatur eine Fülle zuvor nicht gekannter Anmut Heiterkeit die lebendigste Beweglichkeit und gesteigerte Fähigkeit alle Arten der Darstellung.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Meyers Konversationslexikon von 1888.

Werke

  • "Zwölf moralische Briefe in Versen" (Heilbronn moralische Briefe in Versen" Heilbronn 1752.
  • "Der goldene Spiegel oder die Könige Scheschian" Leipzig 1772.

Ausgaben

  • Werke in Einzelausgaben hg. von Jan Philipp Reemtsma :
    • Peregrinus Proteus hg. von Jan Philipp Reemtsma [Mitarbeit Hans und Johanna Radspieler] Nördlingen 1985.
    • Politische Schriften insbesondere zur Französischen Revolution hg. von Jan Philipp Reemtsma zusammen Hans und Johanna Radspieler 3 Bände Nördlingen

Literatur

  • Wieland Christoph Martin in: Meyers Konversationslexikon 4. Aufl. 1888 Bd. 16 S.
  • Burkhardt Repertorium zu Wielands deutschem Merkur Jena 187?
  • Arno Schmidt : Wieland oder die Prosaformen in: ders. Nachrichten von Büchern und Menschen 1971
  • Jan Philipp Reemtsma: Das Buch vom Ich Christoph Martin Wielands »Aristipp und einige seiner Zeitgenossen« 1993.
  • Jan Philipp Reemtsma: Der Liebe Maskentanz . Aufsätze zum Werk Christoph Martin Wielands

Weblinks




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