Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Claudius Claudianus (Claudian) ist einer der wichtigsten nichtchristlichen Dichter der Spätantike und lebte in der zweiten Hälfte 4. Jahrhunderts nach Chr. Für Informationen zu seiner und zu seinem Werdegang sind wir auf spärlichen Aussagen späterer Schriftsteller vor allem aber Claudians eigene Dichtungen angewiesen so dass vieles seine Person betrifft im Dunklen bleibt. Claudian wahrscheinlich aus dem ägyptischen Alexandria und wuchs zweisprachig (griechisch-lateinisch) auf. Über seine Anfänge als wissen wir nichts; möglicherweise verdingte er sich als "wandering poet" im griechischsprachigen Osten. Im 394 nach Chr. jedenfalls finden wir ihn Rom wo er sich mit einem Festgedicht das die Einsetzung der Brüder Olybrius und als amtierende Konsuln des Jahres 395 feiert Dichter in lateinischer Sprache profiliert.
Nach dem Erfolg den Claudian mit Gedicht hatte trat er als Hofdichter in Dienst des weströmischen Kaisers Honorius und seines vandalischen Heermeisters Flavius Stilicho . In diesem Umkreis entstehen bis 405 zahlreiche enkomiastische Gedichte die Stilicho und das ihre Politik und ihre militärischen Erfolge insbesondere die Goten feiern sowie die beiden Invektiven (Schmähgedichte) Rufinum" und "In Eutropium" die sich gegen Machthaber am Hof zu Konstantinopel richten. Dass Claudians literarische Produktion von Stelle anerkannt wurde zeigt sich daran dass (um 400(?) n. Chr.) mit einer Statue dem Trajansforum geehrt wurde deren Sockelinschrift erhalten Auch wenn Claudians Darstellungen tendenziös sind und historische Gehalt vielfach den Prinzipien einer ansprechenden Gestaltung unterworfen ist sind seine politischen Gedichte zeitgeschichtliche Dokumente ersten Ranges da sie für Geschichte des ausgehenden vierten Jahrhunderts zum Teil einzige Quelle bilden. Auch für die Geschichte römischen Literatur sind sie von großer Bedeutung sie die überkommene Gattung des heroischen Epos und - zumindest nach unserem Wissen - höchst innovativer Form panegyrische Aussagen in Kombination einer narrativen Handlung präsentieren.
Neben den zeitgeschichtichen Gedichten sind von zahlreiche kleinere Gelegenheitsgedichte ("carmina minora") sowie sein Epos "De raptu Proserpinae" ("Der Raub der erhalten das vom Raub der Demeter-Tochter Persephone (lat. Proserpina ) durch den Unterweltsgott Pluton berichtet; sowohl der Entstehungshintergrund als auch Deutung des Gedichts sind in der Forschung umstritten. Gleiches gilt auch für die Fragmente "Gigantomachie" eines Gedichtes in griechischer Sprache das in der Sammlung von Claudians Gedichten enthalten
Claudians Spur verliert sich nach 405 Chr.; ob sein Tod oder der Sturz Gönners Stilicho die Ursache für sein Verstummen läßt sich nicht mehr ausmachen.
Die etwas mysteriöse Persönlichkeit Claudians hat zu literarischer Gestaltung inspiriert. Hermann Sudermann verfasste zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein Drama mit dem Titel "Die Lobgesänge Claudian" das den Dichter als ehrgeizigen verlogenen aalglatten Hofpoeten zeichnet der aus gekränkter Eitelkeit Gönner Stilicho ins Verderben reißt und bei Versuch umkommt diesen Fehler wiedergutzumachen. Etwas ausgewogener die Darstellung in Hella S. Haasses Roman nieuwer testament" (1964; engl. 1993 unter dem "Threshold of fire") der Claudians ägyptische Herkunft seine Erfolge am weströmischen Kaiserhof thematisiert.