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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 18. Oktober 2017 

Codex Hammurapi


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Der Codex Hammurapi ist eine der ältesten Gesetzessammlungen der die je gefunden wurde zugleich eines der Exemplare dieser literarischen Gattung in Mesopotamien .

Inhaltsverzeichnis
1 Wichtige Passagen
1 Literatur

Codex Hammurapi

Ende des 19. Jahrhunderts fanden Historiker in den Ruinen von Ninive der ehemaligen Hauptstadt der Assyrer eine große Tontafel-Bibliothek. Unter den Texten sich auch Abschriften der Gesetze Hammurapis die über 1000 Jahre hin archiviert immer wieder kopiert wurden.
Einen weiteren Hinweis auf diese Gesetzessammlung man 1901 - 1902 in Susa . Bei Ausgrabungen fand man eine über Meter hohe Stele auf der die Gesetze eingemeißelt waren.

Der Text umfasst 281 Paragraphen (der dreizehnte fehlt) wobei man darunter numerische Aufzählung verstehen darf wie wir sie kennen. Der erste Herausgeber der die Texte dem Auffinden veröffentlichte hatte die einzelnen Abschnitte mit “Wenn...” begannen einfach durchgezählt. Es wurden noch andere Dokumente mit Gesetzen Hammurapis gefunden dass die eigentliche Zahl der “Paragraphen” umstritten
Ungewiss ist auch in welchem Regierungsjahr die Gesetze erlassen wurden einiges deutet darauf das es in seinen letzten Regierungsjahren geschah.
Wie bei älteren Gesetzessammlungen bestand auch Text aus Prolog Gesetzen und Epilog .
Der Prolog würdigte die Leistungen und des Herrschers.
Im Epilog wurde auf die Gerechtigkeit Königs hingewiesen und er empfahl darin seinen diese Gesetze im Sinne Hammurapis zu befolgen. ein Herrscher diesen Hinweis ignorieren sollte dieser sein. Ob das Werk Hammurapis in der Rechtspraxis nach seinem Tod angewandt wurde ist
Manche Historiker vermuteten dass die einzelnen eigentlich der täglichen Rechtspraxis entstammten andere betrachteten Codex Hammurapi als ein eher theoretisches Werk keinen Einzug in die Praxis hatte.

Trotz des Umfanges regelten die Gesetze nicht alle Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens.

Wichtige Passagen

Am Anfang des Gesetzestextes stehen Regelungen Prozessrechts. Die Gerichte behielten sich das Recht Fälle abzulehnen. So mussten Auseinandersetzungen dann zwischen Personen ausgetragen werden.

  • Es wurde derjenige schwer bestraft der jemand ungerechtfertigt des Mordes bezichtigte. Der Ankläger wurde
  • Schwerwiegend waren auch die Anschuldigungen wegen Zauberei . Der Beschuldigte wurde zu einem Gottesurteil gezwungen d.h. er wurde ins Wasser Ertrank er war seine Schuld bewiesen und Anklage war berechtigt. Überlebte er das Gottesurteil verlor der Ankläger seinen eigenen Besitz. Diese waren nicht nur in Babylonien bekannt.
  • Schwer bestraft wurden auch Falschaussagen von Zeugen denen bei Kapitalverbrechen die Todesstrafe drohte. Als Beweise galten in Prozessen die Aussagen der Zeugen und der geleistete Eid .
  • Auch die Richter konnten bestraft werden. Falls ein Richter rechtskräftiges Urteil später revidierte verlor er seinen und musste eine Geldstrafe zahlen. Das galt aber nur für Richter die sich bestechen
  • Des weiteren wurde Eigentum und Besitz geregelt. Neben dem Besitz des Königs des Tempels wurde auch der Besitz der und ihrer Familien unter Schutz gestellt wenn auf dem Land des Königs lebten.
  • Die Strafen für Diebstahl und Hehlerei von Königseigentum waren drakonisch konnte sogar die Todesstrafe drohen.
  • Mit dem Tod wurde auch derjenige bestraft jemand des Diebstahls bezichtigte und es nicht konnte.

Die Richter machten in ihren Urteilen einen gewichtigen Unterschied zwischen König und Tempel der einen Seite und den übrigen Bewohnern Landes.

  • Wurde der König oder der Tempel bestohlen der Dieb eine höhere Strafe bezahlen als er einen “gewöhnlichen” Menschen bestahl.
Insofern herrschte trotz der Ankündigung im keine Gleichheit vor dem Gesetz.

Die Soldaten

Der nächste Abschnitt behandelte die Gesetze das Leben der Soldaten regelten. Die Soldaten von Hammurapi Land zugewiesen um von den der Ernten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

  • Der Soldat war verpflichtet der Einberufung Folge zu Erschien er nicht oder schickte er einen weil er noch sein Land bestellen wollte der Soldat zum Tod verurteilt.
Da Kriege sich über einen längeren erstrecken konnten war es dem Soldaten oft möglich seine Felder zu bewirtschaften. Deshalb wurden Ländereien während seiner Abwesenheit an jemand anderen um sie zu bearbeiten.
Kehrte der Soldat nach einem Jahr dem Kampf zurück erhielt er sein Land
Zwangen die Kämpfe den Krieger jedoch weiteren Fernbleiben verlor er seine Ansprüche auf Land wenn drei Jahre vergangen waren.
Anders war es wenn der Soldat Sohn mit der Bewirtschaftung der Felder beauftragen dann blieb das Land weiter in seinem
  • Ein Krieger der in Gefangenschaft geriet konnten werden. Er konnte dafür Gegenstände seines Hauses Lösegeld anbieten. Die Felder der Garten und Haus durften aber nicht als Lösegeld verwendet
So sollte der freigelassene Soldaten diesen behalten um damit seinen Lebensunterhalt zu sichern.
Auch Kaufleute oder der Tempel konnten freikaufen sie erhielten dann das dafür aufgewendete vom König zurück.

Die Bauern

Auch den Bauern wurden Pflichten auferlegt. Die landwirtschaftliche Produktion war für Babylon lebenswichtig deshalb es nötig dass die Felder ordentlich bestellt

  • Vernachlässigte ein Pächter seine Feldarbeit und es keine Ernte wurde er dazu verurteilt eine Menge Gerste als Strafe zu zahlen. Außerdem er das Feld dem Besitzer zurückgeben.
  • Wurden die Ernten durch Naturkatastrophen vernichtet teilten Pächter und Besitzer die übrig gebliebene Ernte den festgelegten Pachtzinsen. Der Pachtzins schwankte zwischen Drittel und der Hälfte der Ernte.
Miete
  • Es konnten nicht nur Felder und Gärten werden auch Häuser tauchten in den aufgefundenen als Mietsache auf. Auch diese Mietverhältnisse ließ regeln.
  • Die Verträge wurden oft für ein Jahr Die Miete wurde auf zwei Arten bezahlt.
  • Entweder wurde zu Beginn des Jahres eine geleistet und der Rest zum Ende der Mietdauer oder man zahlte erst mit Ablauf Jahres den Mietzins.
  • Die Mieter hatten für den einwandfreien Zustand Hauses zu sorgen. Reparaturen mussten ausgeführt werden. Beschädigungen musste Schadensersatz geleistet werden.
Die Häuser bestanden in dieser Zeit der Hauptsache aus Lehm. Holz kam kaum Waren trotzdem hölzerne Bestandteile wie Türen Schwellen Treppen vorhanden wurden sie im Mietvertrag ausdrücklich Dafür musste eine zusätzliche Miete gezahlt werden. die hölzernen Gegenstände dem Mieter wurden sie Mieter beim Auszug mitgenommen. Das Verhältnis zwischen und Vermieter war auch damals häufig angespannt viele Gerichtsdokumente bewiesen.

Die Kaufleute

Die Bestimmungen über die Geschäfte der waren zum Teil sehr hart. Kaufleute schickten Agenten auf Handelsreise in ferne Länder. Im des Kaufmanns kauften oder verkauften sie Waren. Agenten wurden “Beutelträger” Schamallum genannt und sie einen Anteil am Gewinn der Expedition. Die bei diesen Geschäften konnten hoch sein. Hatte Agent keinen Gewinn erzielt so musste der Kaufmann das Doppelte des anvertrauten Kapitals bzw. Waren als Strafe bezahlen. Die Strafe war so hoch weil man den Agenten in Fall des Betruges verdächtigte. Geregelt wurde auch Fall wenn ein Kaufmann seinen “Beutelträger” fälschlich Geld unterschlagen zu haben. Der Kaufmann musste das Sechsfache des eingesetzten Kapitals an den zahlen.

Schankwirtinnen

Neben den Kaufleuten wurden auch die streng vom Gesetz behandelt wenn sie gegen verstießen. Gasthäuser und ihre Wirtinnen Wirte schien nicht gegeben zu haben waren nicht sehr Sie standen im Ruf die Prostitution und das Verbrechen zu unterstützen. Forderte Wirtin als Bezahlung für das Bier kein Getreide sondern Silber bzw. schenkte sie zu wenig Bier wurde sie ins “Wasser geworfen” d.h. sie ertränkt. Es war für sie auch tödlich sie gesuchte Verbrecher in ihrem Haus beherbergte. “Anschreiben” war im Gasthaus erlaubt man bezahlte Erntezeit seine Schuld mit Gerste. Silber als war bei Hammurabi nicht erlaubt.

Die Familie

Die Ablösung der Tempelwirtschaft durch den hatte auch Folgen für die Gesellschaft des Durch die Individualisierung des Besitzes und der verloren sich die bisherigen Bindungen an Stämme und Großfamilien. Die unmittelbare Familie mit den Nebenfrauen und Sklaven waren Grundlage der Gesellschaft geworden.
Diese gesellschaftliche Entwicklung fand deshalb ihren in der Rechtsprechung. So erließ Hammurapi zahlreiche zum Thema Ehe und Familie Es gab keine Gleichstellung von Mann und Frau aber gewährte den Frauen zahlreiche Rechte.
Eine Frau durfte selbständig Rechtsgeschäfte abschließen Kauf und Verkauf und Tauschgeschäfte. Auch war ihr erlaubt Darlehen zu vergeben. Die Ehe nur dann gültig wenn ein Ehevertrag abgeschlossen Dieser Vertrag war besonders wichtig in Vermögensfragen.
Ertappte ein Mann seine Frau beim Ehebruch so wurden die Frau und der gebunden ins Wasser geworfen und dadurch zum verurteilt. Der betrogene Ehemann konnte seiner Frau das Leben schenken wenn er es wollte. Frau konnte ungerechtfertigte Anschuldigungen dadurch entkräften indem sich einem Gottesurteil (Flussordal) unterzog. Die Todesstrafe den Mann wenn er eine Jungfrau im Hauses ihres Vaters vergewaltigte.
Es gab für eine Ehefrau mehrere Möglichkeiten sich von ihrem Mann trennen. War ihr Mann im Dienst des längere Zeit abwesend oder in Kriegsgefangenschaft so sich die Frau einen anderen Mann nehmen sie nur dadurch ihre Familie versorgen konnte. der erste Ehemann aber zurück musste die den zweiten Ehemann verlassen und in die Ehe zurückkehren. Hatte der Ehemann seinen Wohnort aufgegeben und seine Frau so war die Ehefrau nicht gezwungen zum zurückzukehren falls dieser wieder auftauchte.
Eine Frau konnte das eheliche Haus verlassen wenn der Mann ein lasterhaftes Leben Sie konnte zum Mann dann sagen: “Rühr nicht an!”. Ein anschließender Prozess urteilte dann die Scheidung. Erhielt die Frau recht konnte Ehefrau ihre Mitgift nehmen und zu ihrem zurückkehren. Ein Mann konnte sich leichter scheiden Er konnte seine Frau verstoßen. Er musste den Brautpreis und die Mitgift geben. Hatte sie Kinder musste er noch Garten und Feld dazu geben damit geschiedene Frau ihre Kinder ernähren konnte. Die Scheidungsfolgen wurden in den Eheverträgen geregelt. Es harte Strafen in einigen Verträgen. Falls eine sich von ihrem Mann lossagte konnte sie dem Tod oder der Sklaverei bestraft werden. Strafe des Mannes war weitaus humaner er sich wenn er sich lossagte Silber zahlen.
Die Auflösung einer Verlobung wurde in Paragrafen geregelt. Löste der Bräutigam das Verlöbnis verlor er den an den Vater der gezahlten Brautpreis. Löste der Brautvater die angehende so musste er den doppelten Brautpreis zurückzahlen. Babyloniern war es besonders wichtig den Fortbestand Familie zu sichern. Waren keine Kinder bzw. männlichen Nachkommen vorhanden konnte durch Adoption die Familie weiter erhalten bleiben. Es Freie aber auch Sklaven adoptiert werden. Die konnten auch erben falls es keine weiteren in der Familie gab. Adoptierte Kinder konnten Vater verstoßen werden. Sie bekamen aber einen am Erbe wenn der Vater inzwischen leibliche bekommen hatte. Hart bestraft wurden Gattenmord und Verbindungen. Die Strafen reichten von Verbannung bis Todesstrafe.

Das Erbrecht

Hammurapi regelte in seiner Gesetzessammlung auch Erbrecht. Testamente wie wir sie kennen gab in dieser Zeit noch nicht. In der galt die Erbfolge vom Vater zu den Der Mann konnte aber durch eine Urkunde Frau zur Erbin einsetzen. Die Söhne gingen zunächst leer aus. Die Mutter konnte dann nächsten Erben den Sohn einsetzen den sie meisten liebte.

Die Ammen

Es wurden viele “Säugeverträge” gefunden die Aufgaben und Pflichten der Ammen betrafen. Zu dieser Zeit wurden die bis zum dritten Lebensjahr gestillt. Die Amme dafür Silber Essen Öl u.a. als Lohn Konnte eine Familie das geforderte Entgelt nicht so konnte die Amme das Kind behalten die leiblichen Eltern mussten außerdem noch das vereinbarte Silber

Körperverletzungen

Hammurapis Gesetze werden heute als Beispiel harte Strafen genannt man spricht von “Auge Auge Zahn um Zahn”. Dieses so genannte ( Ius talionis ) wurde aber nur im Zusammenhang mit angewendet. Die Babylonier Hammurapis stammten von den Amurriter ab und deshalb war diese Art Strafe bei ihnen noch im Bewusstsein. Wenn einen anderen verletzte so wurde dieser mit gleichen Verletzung bestraft so der Grundsatz “Auge Auge...”. Andere Länder dieser Epoche übten diese nicht aus sie bestraften in diesem Fall Geldstrafen. Die gab es zwar auch bei doch hier wurde nach der sozialen Stellung Täter und Opfer unterschieden. Verletzte ein freier (Awilum) einen Muschkenum so musste er nur Geldstrafe bezahlen. Wurde der Sklave eines freien verletzt gab es als Strafe die Hälfte Sklaven-Kaufpreises. Die Richter werteten in diesem Fall Verletzung als Wertverlust. Die genaue Bedeutung des Muschkenum ist umstritten. Unter freien Bürgern werden vielen Historikern die Angehörigen des königlichen Adels die Gefolgsleute des Königs die auf Königsland verstanden. Ein Muschkenum schien ein Mitglied der Bevölkerung gewesen zu sein bzw. ein Nichtadliger

Haftung

Es wurde auch die Haftung bestimmter geregelt. So lebten Ärzte und Handwerker gefährlich durch ihre Schuld jemand verletzt oder getötet Starb ein Patient nach einer Operation bzw. schwer behindert konnte dem Arzt die Hand Strafe amputiert werden. Auch hier gab es der Strafzumessung Unterschiede. War der Geschädigte ein war nur eine Geldstrafe die Folge. Starb Sklave nach einer Behandlung so musste der einen Sklaven als Ersatz anbieten. Auch Baumeister für Schäden aufkommen. Stürzte das Haus ein der Besitzer kam dabei ums Leben so der Baumeister sein eigenes Leben als Strafe. Haus musste außerdem neu errichtet und der Hausrat ersetzt werden. Kam beim Hauseinsturz ein ums Leben musste der Baumeister einen Sklaven Ersatz anbieten.

Sklaven

Am Ende der Gesetzessammlung folgten Bestimmungen die Stellung der Sklaven. Man konnte aus Gründen Sklave werden. Kriegsgefangene verurteilte Verbrecher und konnten in die Sklaverei fallen. Auch Familienmitglieder wurden in die verkauft um Schulden zu tilgen. Es gab so viele Sklavinnen als Sklaven weil vorwiegend im Haushalt beschäftigt wurden. Auf den Feldern Kleinbauern arbeiteten kaum Sklaven weil sie zu für die Familien waren. Sklaven wurden auch Nebenfrauen erworben falls die Ehefrau kinderlos blieb. Sklavenhändler musste auch eine Garantie für seine leisten. Wurde der Sklave innerhalb der ersten Wochen krank konnte der Kauf rückgängig gemacht Es gab bei Hammurapi nur wenige Gründe Sklaven freizulassen. Ein Schuldsklave wurde nach drei frei. Eine Sklavin konnte drei Jahre nach Tod ihres Besitzers freigelassen werden wenn sie Kinder geboren hatte. Auch durch Adoption konnte Sklave die Freiheit erringen

Literatur

  • Horst Klengel König Hammurapi und der Alltag Babylons Artemis 1991

eine englische übersetzung des gesamten codex sich hier: http://www.wsu.edu/~dee/MESO/CODE.HTM



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