Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 27. November 2014 

Computerlinguistik


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
In der Computerlinguistik wird untersucht wie natürliche Sprache mit Computer verarbeitet werden kann. Die praktische Aufgabe Computerlinguistik besteht darin Computerprogramme zu entwickeln die bestimmte an Sprache geknüpfte Leistungen erbringen. Dazu gehören zum

  • Die Unterstützung des Computerbenutzers bei der Textverarbeitung z.B. die Korrektur von Tipp- und die Prüfung von Sätzen auf grammatische Richtigkeit Silbentrennung.
  • Die Suche nach Textstellen und zwar nur oberflächlich so wie die Wörter eingegeben sind sondern ihrer Bedeutung nach.
  • Die Unterstützung von Autoren beim Verfassen Texten z.B. das Finden des treffenden Ausdrucks der richtigen Terminologie.
  • Die Unterstützung beim Übersetzen von Texten in eine andere Sprache Computer Aided Translation ) oder gar die vollständig automatische Übersetzung .
  • Die Interaktion des Benutzers mit dem in natürlicher Sprache so dass Computer auch zugänglich sind die sich mit den speziellen nicht auskennen.
  • Die Umsetzung von gesprochener Sprache in und von geschriebener Sprache in gesprochene z.B. telefonischen Auskunftsdiensten oder Lesegeräten für Blinde (siehe Spracherkennung und Sprachsynthese ).
  • Die Aufbereitung von sprachlich vorliegenden Daten die Verschlagwortung von Literatur die Anfertigung von und Inhaltsverzeichnissen die Herstellung von Zusammenfassungen und
  • Die Auffindung von Information in großem von Literaturangaben bis hin zu direkter Beantwortung Fragen auf der Basis großer Datenbanken.
  • Schließlich auch Sprachlernprogramme wie z. B. und andere Übungsprogramme.

Einige der Probleme die man dabei muss sind:

  • Bestimmen der Wortbedeutung. Die gleiche Wortform je nach Kontext eine andere Bedeutung aufweisen Homonym ). Man muss die für den Kontext Bedeutung auswählen. Auf der anderen Seite braucht Formalismen zur Repräsentation von Wortbedeutungen.
  • Syntaktische Mehrdeutigkeit : In einigen Fällen lässt sich ein auf mehrere Arten analysieren und deuten. Die auszuwählen erfordert semantische Information über den Sprechakt die Intention der Sprecher.
Beispiel: "Peter sah Maria mit dem - hier ist für einen Computer nicht klar ob Peter Maria gesehen hat die Fernglas in der Hand hielt oder ob Maria mit Hilfe des Fernglases sehen konnte.
  • Manche Sätze sind nicht wörtlich zu Z.B. erwartet man auf die Frage "Können mir bitte das Salz reichen?" nicht die "Ja" oder "Nein". Ein anderes Beispiel: Falls Kurs im letzten Jahr nicht angeboten wurde ist die korrekte Antwort auf die Frage Studenten haben den Kurs im letzten Jahr " nicht "keine" sondern "Der Kurs wurde letzten Jahr nicht angeboten".

Ob und wie sich diese Aufgaben lösen lassen ist nicht nur vom Stand Computertechnologie her vorgegeben sondern hängt natürlich sehr den Eigenschaften der Sprache ab. Mehr noch: wird zwar nach Verfahren streben die auf Sprachen anwendbar sind die Details müssen aber jede einzelne Sprache gesondert ausgearbeitet werden. Ein das gut ist für das Englische wird für das Deutsche taugen weil hier die der Worttrennung andere sind. Im Unterschied zur die sich allgemein mit dem Programmieren von befasst liegt das Anwendungsfeld der Computerlinguistik also den sprachspezifischen Teilen von Computerprogrammen.

Eine Wissenschaft definiert sich freilich nicht durch ein Anwendungsfeld sondern auch durch ein Interesse. Computer sind Automaten die Symbole (im lauter Nullen und Einsen) nach bestimmten Regeln Ebenso wie die Zahlen sind aber auch - freilich sehr vielschichtige - Symbolsysteme. Es daher nahe Computerprogramme zu entwerfen welche die die der Mensch mit den Wörtern einer vollzieht zumindest teilweise simulieren. Man kann so Hypothesen mit dem Computer prüfen. Die Computerlinguistik in diesem Sinne eine Linguistik welche die Computersimulation als methodisches Mittel um unser Wissen über menschliche Sprachen zu

Letztlich wirft dieser Ansatz allerdings mancherlei und philosophische Fragen auf. Der Computer ist Maschine; die Sprache ist etwas Geistiges. Wie kann man das Rechnen mit Sprache treiben? Computer eines Tages denken bzw. funktioniert der Geist wie eine Symbolmaschine? Das Faszinierende an Computersimulation von Sprachverhalten ist gerade das Ausloten Grenzen. Ein Erkenntnisinteresse aus dem heraus man Computerlinguistik studieren kann ist es herauszufinden was Kommunikation von Computerprogrammen unterscheidet. Diese Erkenntnis ist wichtig für den Platz den wir Computern der Gesellschaft einräumen wollen.

Siehe auch: Maschinelles Lernen Künstliche Intelligenz Kognitionswissenschaft Sprachverarbeitung Spracherkennung

Literatur

  • Daniel Jurafsky James H. Martin: Speech and Langugage Processing - An Introduction Natural Language Processing Computational Linguistics and Speech . Upper Saddle River New Jersey: Prentice 2000.
  • Kai-Uwe Carstensen et al. (Hrsg.): Computerlinguistik und Sprachtechnologie . Berlin: Spektrum Akademischer Verlag 2004.

Weblinks



Bücher zum Thema Computerlinguistik

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Computerlinguistik.html">Computerlinguistik </a>