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Dalmatien


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Dalmatien ( kroatisch Dalmacija serbisch Далмација italienisch Dalmazia lateinisch Dalmatia ) ist eine Region in Südosteuropa an der adriatischen Küste. Es gehört heute zu Kroatien und erstreckt sich vom Gebiet um Zadar im Norden bis zur Bucht von Kotor im Süden und bis zur Grenze Bosnien-Herzegowina im Osten. Die wichtigsten Städte sind Zadar (das zu venezianischer und österreichischer Zeit Hauptstadt war) Split (heute die größte Stadt und das Zentrum) und Dubrovnik .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bevölkerung

Die Bevölkerung Dalmatiens konzentriert sich längs Küste wo auch fast alle größeren Städte Das Landesinnere ist hingegen nur dünn besiedelt.

Aufgrund seiner wirtschaftlichen Rückständigkeit war Dalmatien Zeit ein Auswanderungsland . Ein großer Teil der kroatischen Diaspora Ausland stammt hierher.

Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts lagen die bevorzugten Ziele der Auswanderer Übersee: Nordamerika Südamerika (vor allem Chile und Argentinien) Australien und Neuseeland .

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hingegen gingen viele Dalmatiner als " Gastarbeiter " nach Deutschland Österreich und der Schweiz .

Nationalitäten

Die Bevölkerung besteht zur großen Mehrheit Kroaten .

Die zweitgrößte Gruppe sind die Serben die vor dem Krieg von 1990-1995 einem Teil des Hinterlandes Norddalmatiens (um Knin ) die Bevölkerungsmehrheit stellten. Bei der Rückeroberung Gebietes durch die kroatische Armee verließ die der dortigen Serben das Land; im Laufe letzten Jahre ist nur ein Teil von zurückgekehrt.

In Zadar gibt es eine kleine italienische Minderheit. Die Mehrzahl der ehemaligen italienischen Dalmatiens ist jedoch teilweise schon nach dem Ersten teilweise nach dem Zweiten Weltkrieg nach Italien übergesiedelt.

Außerdem gibt es in jugoslawischer Zeit zugewanderte Gruppen von Bosniaken Albanern und Mazedoniern .

Zusammensetzung der Bevölkerung der dalmatinischen Gespanschaften Nationalitäten laut Volkszählung von 2001 :

Größte Städte

Die größten Städte Dalmatiens sind (Einwohnerzahlen der Volkszählung von 2001 ):

  1. Split 188.694
  2. Zadar 72.718
  3. Šibenik 51.553
  4. Dubrovnik 43.770
  5. Kaštela 34.103
  6. Sinj 25.373
  7. Solin 19.011
  8. Omiš 15.472
  9. Knin 15.190
  10. Metković 15.384
  11. Makarska 13.716
  12. Trogir 12.995
  13. Ploče 10.834
  14. Trilj 10.799
  15. Imotski 10.213

Verwaltungsgliederung

Dalmatien ist heute in vier kroatische Gespanschaften (kroatisch županije ) gegliedert. Das sind von Norden nach

Name Fläche (km 2 ) Einwohnerzahl (2001) Verwaltungssitz geographische Lage
Gespanschaft Zadar ( Zadarska županija ) 3.643 162.045 Zadar umfasst den nördlichsten Teil Dalmatiens um Stadt Zadar die vorgelagerten Inseln und das Hinterland der Adria bis zur Grenze zu Bosnien-Herzegowina
Gespanschaft Šibenik-Knin ( Šibensko-kninska županija ) 2.994 112.891 Šibenik um die Städte Šibenik und Knin von der Adria bis zur Grenze zu Bosnien-Herzegowina
Gespanschaft Split-Dalmatien ( Splitsko-dalmatinska županija ) 4.524 463.676 Split in Mitteldalmatien um die Stadt Split herum umfasst außerdem die Inseln Brač Hvar und Vis
Gespanschaft Dubrovnik-Neretva ( Dubrovačko-neretvanska županija ) 1.782 122.870 Dubrovnik der südlichste Teil Dalmatiens um die Dubrovnik sowie das Gebiet der Neretvamündung die Pelješac und die Inseln Korčula Mljet und Lastovo

Geschichte

Bis zum 11. Jahrhundert

Die Geschichte von Dalmatien beginnt mit Unabhängigkeitserklärung der Dalmatiner gegenüber dem illyrischen König Gentius. Sie errichteten eine Republik der Hauptstadt Delminium. Das Gebiet erstreckt sich von der Neretva ( italienisch Narenta ) bis zur Cetina und später bis zur Krka wo es die Grenzen von Liburnien

Im Jahre 156 v. Chr. wurden die Dalmatiner zum ersten Mal einer römischen Armee angegriffen und unterworfen. Sie wurden tributpflichtig erst unter Augustus ( 31 v. Chr. - 14 n. Chr. ) wurde das Land annektiert nachdem die von zahlreichen bemerkenswerten Revolten durch Tiberius im Jahre 9 unserer Zeitrechnung niedergeschlagen wurde. Dem folgte vollständige Unterwerfung und die Übernahme der lateinischen welche auf ganz Illyrien übergriff.

Der Zusammenbruch Westroms überließ 476 bis 535 diese Region den gotischen Herrschern Odoaker und Theoderich dem Großen . Die Gotenherrschaft endete als Justinian I. Dalmatien Ostrom einverleibte.

Die große Wanderung der Slawen nach Illyrien in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts war ein weiterer Wendepunkt in der des Landes: während in anderen Teilen des Balkans die Invasoren ( Serben Kroaten oder Bulgaren ) keine Schwierigkeiten hatten die Urbevölkerung zu oder einzugliedern trafen sie hier völlig überrascht die mächtigen maritimen Stadtstaaten hochentwickelt und mit Rückhalt ihrer Landsleute in Italien. Während also anderen Bereiche durch die Slawen besiedelt wurden zog die lateinische oder Bevölkerung in die Schutz bietenden großen Städte Ragusa (dem heutigen Dubrovnik ) Zara (heute Zadar ) oder andere. So ward das Land unter zwei feindseligen Völker welche durch das Schisma zwischen der östlichen und westlichen Kirche 1054 nur noch schlimmer wurde.

Die Slawen wählten die orthodoxe oder auch die bogomile Glaubensrichtung während die Bevölkerung Städte treu zum Papst hielt. Erst im 15. Jahrhundert gelang es den beiden Völkern in eine erste Form einer gemeinsamen Kultur zu was sich in der Literatur niederschlug.

In Dalmatien entwickelten sich durch diese bemerkenswerte kulturelle Leistungen: während alle umliegenden Völker Bosnier Serben Bulgaren - ihre staatliche Blütezeit aber kulturell rückständig blieben war es in umgekehrt: es misslang vollständig politische Einheit zu aber die dalmatinischen Stadtstaaten isoliert und dennoch nach dem Mutterland Italien blickend erreichten Höhepunkte Kunst Wissenschaft und Literatur.

Die geographische Lage Dalmatien erklärt den schwachen Einfluss byzantinischer Kultur während der sechs der Herrschaft durch Ostrom ( 535 - 1102 ) die zum Ende hin mehr und nur noch nominell war. 806 wurde Dalmatien dem Heiligen Römischen Reich zugeschlagen. 829 plünderten Sarazenen die Küste. Eine Republik serbischer Piraten an der Mündung der Neretva denen es gelang 887 eine Flotte Venedigs vernichtend zu schlagen und bis zu Vernichtung durch den Dogen Pietro Orseolo II. 998 Tribut von Venedig selbst einzufordern. Mit Sieg nahm der Doge den Titel Fürst Dalmatien an.

Währenddessen erweiterten die Könige von Kroatien ihre Herrschaft über das nördliche und Dalmatien forderten Tribut von den italienischen Städten Zara ein und konsolidierten ihre eigene Macht den slawischen Städten. Auch die Kirche spaltete Völker weiter indem sie in der Synode Spalato (heute Split ) 1059 forderten dass die Liturgien auf Latein Griechisch zu halten seien und so die zwischen den Lateinern und den Slawen noch machten.

Ein Raubzug der Normannen 1073 konnte nur mit Mühe und der der Venedischen Flotte aufgehalten werden.

Die Rivalität zwischen Venedig und Ungarn

Unfähig dem Sturm der Zeiten alleine widerstehen ohne dem Schutz Ostroms und durch internen Querelein daran gehindert ein Verteidigungsbündnis zu bitten die Stadtstaaten Venedig und Ungarn um Unterstützung. Die Venezianer waren im zu den Ungarn nicht an der territorialen ihres Landes interessiert sondern wollten lediglich das einer gefährlichen politischen oder wirtschaftlichen Macht an östlichen Adriaküste verhindern und halfen deswegen großzügig.

Doch auch Ungarn hatte seine Unterstützer was hier wirtschaftlich zu begründen ist: wie fast allen Stadtstaaten kam es auch hier zu dem Entstehen zweier entgegengesetzter Parteien die zu einander fanden. Während die Bauern und eher zu dem mächtigen Nachbar Ungarn standen die seefahrenden Händler um die Unterstützung durch Viele der Städte zahlten somit faktisch Tribut eine der beiden Mächte doch hielten sie an ihre Stadtrechte fest. Selbst nachdem 1102 - 1105 Koloman von Ungarn Dalmatien eroberte wurden Rechte der Städte bestätigt:

  • sie wählten ihre eigenen Magistrat Bischof Richter;
  • das römische Recht blieb in Kraft;
  • sie durften gar weiterhin eine eigene führen';
  • kein Fremder nicht einmal ein Ungar sich in einer Stadt niederlassen ohne willkommen sein;
  • derjenige der die ungarische Herrschaft ablehnen jederzeit mit seinem gesamten Besitz auswandern;
  • die Zolleinkommen wurden zwischen dem Ungarischen dem Magistratsherren dem Bischof und der Bürgerschaft

Die Venezianer boten den Städten die ihnen gehörten prinzipiell die selben Freiheiten und

Nicht überraschend blieben die weiterhin sehr dalmatinischen Städte ihren Herren nur treu wenn ihnen passte und es kam häufig zu Zwischen 1180 und 1345 kam es sogar in Zara zu Aufständen obwohl die Stadt durch ihre venezianischen mit besonderer Obacht behandelt wurde da diese Besitz der Stadt als grundlegend für ihre Aufstieg betrachteten. Die Verbreitung der bogomilen Häretiker Konkurrenz zwischen Venedig und Ungarn und die fast in Vergessenheit geratenen Ansprüche Ostroms trugen zum Frieden in der Region bei.

1202 unterstützte Dalmatien die Armee Venedigs im Vierten Kreuzzug . 1242 brachen Tartaren in das Land ein.

Die Slawen wurden nicht mehr als betrachtet sondern die Macht gewisser kroatischer Magnaten insbesondere der Grafen von Bribir - konnte Norden Dalmatiens gar die Ungarns übertreffen. Stephan begründete das bosnische Königreich und annektierte 1389 die gesamte adriatische Küste zwischen Cattaro (heute Kotor in Montenegro ) und Fiume (heute Rijeka ) abgesehen von dem venezianischen Zara und unabhängigen Alliierten Ragusa.

Als schließlich die Macht Bosniens und Ungarns durch den Ansturm der Türken zerbrach Venedig einen leichten Sieg feiern: 1420 war abgesehen von Almissa (dieses erst 1444 ) und Ragusa (die ihre Unabhängigkeit wahrten) ganz Dalmatien Da die neue Herrschaft Frieden versprach hießen Städte den Wechsel willkommen.

Die Herrschaft Venedigs und der Türken

Kurz herrschte Frieden im Land dorch Türken zogen weiter vorwärts. Konstantinopel fiel 1453 Serbien 1459 Bosnien 1463 und die Herzegowina 1483 . Die Grenzen Venedigs und Ottomans trafen und der Krieg brach aus .

Ragusa suchte Schutz in der Freundschaft den Invasoren. Nachdem 1508 Venedig seine Truppen nach Hause abzog Ungarn 1526 sich mit Dalmatien überwarf eroberten die mit Leichtigkeit den größten Teil Dalmatiens. Der von 1540 ließ Venedig nur wenige Küstenstädte während Rest zu einer türkischen Provinz unter der eines Schanjakbegam - eines Verwalters mit militärischem - von der Festung Clissa aus regiert

Christliche Slawen aus dem umliegenden Land nun in die Städte und bildeten bald den größten Teil ihrer Bevölkerung. Zwar brachten ihre eigene Sprache mit doch übernahmen sie katholische Religion der Städte. Die Piratengemeinschaft der bildeten sich ursprünglich aus diesen Flüchtlingen. Deren führten zu einer Wiederauflage des Krieges zwischen und den Türken von 1571 - 1573 .

Ein Bericht eines venezianischen Agenten malt überraschendes Bild dieser Kämpfe: der Krieg erinnert an einen mittelalterlichen Ritterroman voll von Einzelkämpfen und anderen ritterlichen Abenteuern. Sie zeigen auch dass die dalmatinischen Söldner die italienischen in und Fähigkeiten übertrafen. Viele dieser Truppen dienten etwa in Lepanto (heute Naupaktos ) als 1571 eine dalmatinische Schwadron die alliierte Flotte Spanier Venedigs Österreichs und des Kirchenstaates beim gegen die türkische Marine unterstützten.

Ein neuer Krieg brach 1645 aus und dauerte - mit Unterbrechungen bis 1699 als in der Frieden von Karlowitz ( serbisch Sremski Karlovci) beendete. Der Friedensvertraf gab an Venedig einschließlich der Küste der Herzegowina ohne Ragusa und dem umegebenden Land welches dass Ottomanische Reich beschützt wurde.

Nach weiteren Kämpfen wurde der Friede 1718 durch den Vertrag von Passarowitz ersetzt welchem Österreich-Ungarn auf das Spielfeld Dalmatiens trat.

Dalmatien unter österreichischer Herrschaft (1797-1918)

Nach dem Untergang der Republik Venedig 1797 gab der Vertrag von Campo Formio an Österreich. Die Republiken Ragusa und Poglizza ihre Unabhängigkeit und Ragusa wuchs durch seine in den Napoleonischen Kriegen.

Mit dem Frieden von Pressburg 1805 kam das Land an Frankreich und einen Teil seiner Illyrischen Provinzen aber die Besatzung wurde durch Russland in Frage gestellt welche die Bucht Cattaro besetzte und Montenegro zur Unterstützung gegen Franzosen gewann. Im Wiener Kongress kam der gesamte Landstrich dann an zurück.

In Folge war Dalmatien ein Kronland der Österreichisch-Ungarischen Monarchie . Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich als Kroatien an die ungarische Reichshälfte fiel kam an die österreichische was in Kroatien heftige auslöste. Sowohl südslawische Nationalisten als auch Deutschnationale für einen Zusammenschluss mit Kroatien (letztere um deutschsprachige Mehrheit in der westlichen Reichshälfte zu Alle Pläne insbesondere des Erzherzogs Franz Ferdinand zusammen mit Bosnien einen dritten südslawischen Reichsteil zu gründen vom Ersten Weltkrieg zunichte gemacht. Die Ermordung des Erzherzog Sarajewo hing nicht zuletzt mit diesen Plänen die den Traum eines vereinigten Südslawenstaates unter Führung untergraben hätten.

Im Jahr 1900 hatte das Königreich Dalmatien 12.835 km² und 610.000 Einwohner.

Neueste Geschichte

Infolge des Ersten Weltkrieges kam Dalmatien 1918 / 1919 größtenteils zu Jugoslawien die Stadt Zadar jedoch zu Italien .

Im Zweiten Weltkrieg wurde 1941-1943 große Teile des Küstengebietes der Städte Split und Šibenik und der vorgelagerten Inseln italienisch während der Rest Dalmatiens zum mit Achsenmächten verbündeten "Unabhängigen Staat Kroatien" kam. Mit Sieg der Partisanen über die Achsenmächte 1944 / 1945 kam ganz Dalmatien zur kroatischen Teilrepublik innerhalb Jugoslawiens . Seit dem Zerfall Jugoslawiens 1991 / 1992 gehört es zur unabhängigen Republik Kroatien .

weitere Quellen



Bücher zum Thema Dalmatien

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