Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Richard Wagner schrieb diesen antisemitischen Aufsatz im Jahr 1850 während seines Aufenthalts in Zürich. Am und neunten September 1850 erschien er in der von Robert Schumann gegründeten " Neuen Zeitschrift für Musik " unter dem Pseudonym K. Freigedank.
Wagner reagierte mit seinem Beitrag auf vorangegangene Äußerung über den " hebräischen Kunstgeschmack ". Er hielt es wie er selbst für notwendig diesen Gegenstand näher zu erörtern " das unwillkürlich Abstoßende welches die Persönlichkeit und Wesen der Juden für uns hat zu um diese instinktmäßige Abneigung zu rechtfertigen von wir doch deutlich erkennen daß sie stärker überwiegender ist als unser bewußter Eifer uns Abneigung zu entledigen. "
Der Aufsatz fand zunächst keine große mit Ausnahme eines Protestes von elf Professoren Leipziger Konservatoriums an Franz Brendel den Herausgeber " Neuen Zeitschrift für Musik ".
Im Jahr 1869 veröffentlichte Wagner den Aufsatz als eigenständige unter eigenem Namen mit einer Widmung sowie Vor- und Nachworten an Marie von Mouchanoff-Kalergis 1860 ein Defizit seiner Konzerte in Paris 10000 Frs. gedeckt hatte.
Wagner vertritt in seinem Aufsatz die daß " der Jude " an sich unfähig sei " weder durch seine äußere Erscheinung seine Sprache allerwenigsten aber durch seinen Gesang sich uns kundzugeben ". Gleichwohl sei " er " in der Musik zur Beherrschung des Geschmacks gelangt.
Er kritisiert das musikalische Schaffen jüdischer seiner Zeit. Als gebildete Juden seien diese die " auffälligen Merkmale ihrer niederen Glaubensgenossen " von sich abzustreifen. Gerade dadurch aber sie zur " tiefen seelenvollen Symphatie mit einer großen gleichstrebenden " deren unbewußten Ausdruck der wahre Musiker Dichter zu deuten habe nicht fähig. Was der gebildete Jude " auszusprechen habe " wenn er künstlerisch sich kundgeben " wolle könne " nur das Gleichgültige und Triviale sein weil ganzer Trieb zur Kunst ja nur ein unnötiger " sei. Wagner geht dabei insbesondere auf Mendelssohn-Bartholdy ein. In seinem theoretischen Hauptwerk " Oper und Drama " von 1852 hatte er die gleiche Kritik gegenüber Meyerbeer geäußert.
Im Jahr 1850 hatte Wagner den Aufsatz in der verfaßt " den Einfluß der Juden auf unsere Musik Aussicht auf Erfolg noch zu bekämpfen ". Bei der Wiederveröffentlichung im Jahr 1869 sieht er sich als Unterlegenen der Agitation. Das seinerzeitige Pseudonym habe " dem Feinde das strategische Mittel " zu seiner - Wagners - Bekämpfung die Hand gegeben. Mit der erneuten Veröffentlichung eigenem Namen will er seine Position der Anhängerschaft gegenüber offenlegen. Zugleich spricht er die an " daß nur diese Offenheit auch Freunde im Lager nicht sowohl mir zuführen als zum Kampfe für ihre wahre Emanzipation stärken könne. "
Ungeachtet seiner antisemitischen Äußerungen hatte Wagner Reihe jüdischer Freunde und Mitarbeiter z.B. Hermann der 1882 - allerdings nach Taufe und gemeinsamem Abendmahl - die Uraufführung des Parsifal dirigierte.
Die Publikation von 1869 zog zahlreiche Repliken nach sich so Engel " Richard Wagner das Judentum in Musik eine " E. M. Oettinger " Offenes Billetdoux an Richard Wagner " Dresden 1869 und A. Truhart " Offener Brief an Richard Wagner " St. Petersburg 1869. Der Schriftsteller Gustav Freytag warf Wagner in einer Rezension der vor: " Im Sinne seiner Broschüre erscheint er selbst der größte Jude ".
Im Hinblick auf die Frage inwieweit Antisemitismus Wagners mentale Voraussetzungen des Holocaust im nationalsozialistischen Deutschland vorwegnimmt ist der folgende Textabschnitt im der Publikation von 1869 aufschlußreich: " Ob der Verfall unsrer Kultur durch eine Auswerfung des zersetzenden fremden Elements aufgehalten werden vermag ich nicht zu beurteilen weil hierzu gehören müßten deren Vorhandensein mir unbekannt ist. dagegen dieses Element uns in der Weise werden daß es mit uns gemeinschaftlich der Ausbildung unsrer edleren menschlichen Anlagen zureife so es ersichtlich daß nicht die Verdeckung der dieser Assimilation sondern nur die offenste Aufdeckung hierzu förderlich sein kann. "
Ein weiteres Thema der fortdauernden Auseinandersetzung der Schrift ist die Frage inwieweit sie Interpretation und die ästhetische Beurteilung der musikdramatischen Richard Wagners beeinflussen muß.