Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 26. Mai 2012 

David Friedrich Strauß


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
David Friedrich Strauß (* 27. Januar 1808 in Ludwigsburg ; † 8. Februar 1874 in Ludwigsburg) war ein berühmter Schriftsteller Philosoph und Theologe .

David Friedrich Strauß wurde am 27. 1808 zu Ludwigsburg in Württemberg geboren. Er Theologie am Evangelischen Stift zu Tübingen . 1830 wurde er Vikar und 1831 Professoratsverweser am Seminar zu Maulbronn ; er ging aber noch ein halbes nach Berlin um Hegel und Schleiermacher zu 1832 wurde er Repetent am Tübinger Stift hielt zugleich philosophische Vorlesungen an der Universität.

Damals erregte er durch seine Schrift Leben Jesu kritisch bearbeitet" (Tübing. 1835 2 4. Aufl. 1840) ein fast beispielloses Aufsehen. wandte in demselben das auf dem Gebiet Altertumswissenschaften begründete und bereits zur Erklärung alttestamentlicher einzelner neutestamentlicher Erzählungen benutzte Prinzip des Mythus auf den gesamten Inhalt der evangelischen Geschichte in welcher er ein Produkt des unbewusst Maßgabe des alttestamentlich jüdischen Messiasbildes dichtenden urchristlichen erkannte. Die Gegenschriften gegen dieses Werk bilden eigne Litteratur in der kaum ein theologischer philosophischer Name von Bedeutung fehlt. Seine Antworten dieselben erschienen als "Streitschriften" (Tübing. 1837). Für persönlichen Verhältnisse des Verfassers hatte die Offenheit Auftretens die von ihm stets schmerzlich empfundene dass er noch 1835 von seiner Repetentenstelle und als Professoratsverweser nach Ludwigsburg versetzt wurde Stelle von ihm jedoch schon im folgenden mit dem Privatstand vertauscht wurde.

Früchte dieser ersten (Stuttgarter) Muße waren "Charakteristiken und Kritiken" (Leipz. 1839 2. Aufl. und die Abhandlung "Über Vergängliches und Bleibendes Christentum" (Altona 1839). Von einer versöhnlichen Stimmung auch die in der 3. Auflage des Jesu" (1838) der positiven Theologie gemachten Zugeständnisse aber schon die 4. Auflage nahm sie zurück. 1839 erhielt Strauß einen Ruf als der Dogmatik und Kirchengeschichte nach Zürich; doch diese Berufung im Kanton so lebhaften Widerspruch er noch vor Antritt seiner Stelle mit Franken Pension in den Ruhestand versetzt ward. verheiratete sich Strauß mit der Sängerin A. (s. d.) doch wurde die Ehe nach Jahren getrennt. Sein zweites Hauptwerk ist: "Die Glaubenslehre in ihrer geschichtlichen Entwickelung und im mit der modernen Wissenschaft dargestellt" (Tübing. 1840 2 Bde.) worin eine scharfe Kritik der Dogmen in Form einer geschichtlichen Erörterung des und Auflösungsprozesses derselben gegeben wird. Auf einige ästhetische und biographische Artikel in den "Jahrbüchern Gegenwart" folgte das Schriftchen "Der Romantiker auf Thron der Cäsaren oder Julian der Abtrünnige" 1847) eine ironische Parallele zwischen der Restauration Heidentums durch Julian und der Restauration der Orthodoxie durch den König Friedrich Wilhelm IV. Preußen.

1848 von seiner Vaterstadt als Kandidat das deutsche Parlament aufgestellt unterlag Strauß dem welches die pietistische Partei unter dem Landvolk Bezirks gegen ihn wachrief. Die Reden welche teils bei dieser Gelegenheit teils vorher in Wahlversammlungen gehalten hatte erschienen unter dem Titel: theologisch-politische Volksreden" (Stuttg. 1848). Zum Abgeordneten der Ludwigsburg für den württembergischen Landtag gewählt zeigte wider Erwarten eine konservative politische Haltung die von seinen Wählern sogar ein Mißtrauensvotum zuzog dessen Folge er im Dezember 1848 sein niederlegte.

Seiner späteren teils in Heidelberg München Darmstadt teils in Heilbronn und Ludwigsburg verbrachten entstammten die durch Gediegenheit der Forschung und Darstellung ausgezeichneten biographischen Arbeiten: "Schubarts Leben in Briefen" (Berl. 1849 2 Bde.); "Christian Märklin Lebens- und Charakterbild aus der Gegenwart" (Mannh. "Leben und Schriften des Nikodemus Frischlin" (Frankf. "Ulrich von Hutten (Leipz. 1858; 4. Aufl. 1878) nebst der Übersetzung von dessen "Gesprächen" 1860); "Herm. Samuel Reimarus" (das. 1862); "Voltaire Vorträge" (das. 1870; 4. Aufl. Bonn 1877); "Kleine Schriften biographischen litteratur- und kunstgeschichtlichen Inhalts" 1862; neue Folge Berl. 1866) woraus "Klopstocks etc." (Bonn 1878) und der Vortrag "Lessings der Weise" (3. Aufl. das. 1877) besonders Eine neue "für das Volk bearbeitete" Ausgabe "Lebens Jesu" (Leipz. 1864; 5. Aufl. Bonn ward in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Einen der hierauf gegen ihn erneuten Angriffe wies in der gegen Schenkel und Hengstenberg gerichteten zurück: "Die Halben und die Ganzen" (Berl.1865) noch gehört: "Der Christus des Glaubens und Jesus der Geschichte eine Kritik des Schleiermacherschen Jesu" (das. 1865).

Noch einmal kurz vor seinem am Februar 1874 zu Ludwigsburg erfolgten Tod erregte allgemeines Aufsehen durch seine Schrift "Der alte der neue Glaube ein Bekenntnis" (Leipz. 1872; Bonn 1881) in welcher er mit dem definitiv brach alle gemachten Zugeständnisse zurücknahm und positiven Aufbau der Weltanschauung auf Grundlage der materialistisch und monistisch gerichteten Naturforschung unternahm. Strauß' Schriften" hat Zeller herausgegeben (Bonn 1876-78 11 dazu als Bd. 12: "Poetisches Gedenkbuch" Gedichte).


[Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus Meyers Konversationslexikon von 1888-90.]

Literatur

  • Hausrath D. F. Strauß und die seiner Zeit (Heidelb. 1876-78 2 Bde.).
  • Zeller Strauß nach seiner Persönlichkeit und Schriften geschildert (Bonn 1874).
  • <Strauß > 3) David Friedrich in: Meyers Konversationslexikon 4.Aufl. 1888-90 Bd.15 S.381.




Bücher zum Thema David Friedrich Strauß

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/David_Friedrich_Strau%DF.html">David Friedrich Strauß </a>