Die Einwohnerzahl der Stadt Dessau überschritt 1935 mit der Eingemeindung von Roßlau und Gemeinden die Grenze von 100.000 wodurch sie Großstadt wurde. 1945 wurde Roßlau wieder ausgegliedert so dass Einwohnerzahl wieder unter 100.000 lag. 1972 überschritt die Einwohnerzahl erneut die 100.000-Grenze. den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl jedoch stark gesunken so dass die Stadt inzwischen von der Großstadtgrenze entfernt ist.
im Landkreis Köthen : Quellendorf und Libbesdorf (Verwaltungsgemeinschaft Oberes Ziethetal) und Reppichau (Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg) und Stadt Aken
Dessau liegt inmitten einer waldreichen Auenlandschaft der unteren Mulde die nördlich der Stadt in die Elbe mündet. Südlich begrenzt der Wald der Heide die Stadt.
Beschreibung : In gespaltenem Schild mit gold-rot geviertem vorn in Silber am Spalt ein roter und rot bezungter Adler; hinten neunmal geteilt Schwarz und Gold belegt schrägrechts mit einem Rautenkranz. Das Wappen wird von 5 Mauerzinnen Die Stadtflagge ist Gelb-Rot mit dem Wappen. Bedeutung : Das Wappen hat seinen Ursprung im des Fürstentum Anhalt dessen Residenzstadt Dessau war. ist bereits seit 1540 im Gebrauch. Dabei der Adler für die Markgrafschaft Brandenburg der und Rautenkranz für das Herzogtum Sachsen. Der wurde als Zeichen der Herrschaft Waldersee gedeutet. Zinnenmauer wurde erst 1952 beigefügt und hat besondere Bedeutung wenngleich in früheren Wappendarstellungen teilweise ähnliche Beigaben auftauchen.
Einzelne Stadtteile Dessaus sind über 1000 alt. Die Stadt selbst wurde erstmalig 1213 erwähnt und entwickelte sich aufgrund der Furten an Elbe und Mulde schnell zu lokalen Zentrum. Seit dem 15.Jahrhundert war die Sitz des Adelshauses der Askanier und später Hauptstadt des Fürsten- bzw. Anhalt-Dessau bzw. Anhalt das 1918 Freistaat wurde.
Im 19.Jahrhundert begann die intensive Industrialisierung zur Ansiedlung von Betrieben der chemischen Industrie Maschinenbaus bis hin zu Flugzeugindustrie ( Junkers -Werke) führte. Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte Stadt war der Zuzug der Kunsthochschule Bauhaus 1926 ( Walter Gropius Ludwig Mies van der Rohe Wassily Kandinsky ) die 1932 auf Druck der NSDAP schließen musste.
Dessau erlitt im Zweiten Weltkrieg schwerste Zerstörungen durch alliierte Bombenangriffe (hervorzuheben Terrorangriff britischer Bomber in der Nacht des März 1945). Die Produktionsanlagen der Junkerswerke und Rüstungsunternehmen so der BAMAG erlitten bereits 1944 Schäden in deren Folge unter anderem die der Junkerswerke weiträumig ausgelagert wurde. Zum Kriegsende die Innenstadt zu über 80 % zerstört.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Dessau dem gesamten Land Anhalt und der Provinz zum neuen Land Sachsen-Anhalt das 1949 Bestandteil DDR jedoch 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte als kreisfreie Stadt zum Bezirk Halle dessen zweitgrößte Stadt sie war.
Im Zuge der Wiedervereinigung beider deutschen wurde 1990 das Land Sachsen-Anhalt wieder errichtet Dessau Hauptstadt des neu gebildeten Regierungsbezirks Dessau (seit 1. Januar 2004 wieder aufgelöst). der Abwanderung in die alten Bundesländer und negativen Geburten-Sterbe-Rate ist die Einwohnerzahl von 104.000 Jahr 1989 auf weniger als 80.000 gesunken.
Die Stadt Dessau gehörte von Anfang zum Erzbistum Magdeburg . 1534 wurde die Reformation eingeführt. Danach gab es sowohl Anhänger lutherischen als auch des reformierten Bekenntnisses. Die Vorherrschaft beider Bekenntnisse wechselte Laufe der Geschichte mehrmals. 1827 wurde eine Union beider Bekenntnisse durchgeführt Unierte Kirche ). Nach der Vereinigung der anhaltinischen Fürstentümer 1863 war Dessau Hauptstadt und damit auch der Kirchenverwaltung der Evangelischen Landeskirche Anhalts die zwischen 1875 und 1878 eine synodale Grundlage erhielt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Landeskirche von einem Oberkirchenrat der seit 1957 den Titel Kirchenpräsident führt. Sein Amtssitz befindet sich in Die protestantischen Kirchengemeinden Dessaus gehören - sofern sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Dessau der sich in mehrere Regionen
Ab 1750 gab es auch wieder Katholiken in Dessau deren Zahl sich stets 1856 erhielten sie wieder eine eigene Kirche. gehörten bereits ab 1821 zum Bistum bzw. ab 1929 Erzbistum Paderborn . Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Erzbischof immer seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Erzbistums wahrzunehmen. wurde in Magdeburg 1946 ein Generalvikar eingesetzt der 1949 zum Weihbischof ernannt wurde und zu Amtsbezirk auch die Pfarrgemeinden in Dessau gehörten. die Neuordnung der katholischen Kirche in der DDR wurden die Gebiete 1972 formell abgetrennt und zum Bischöflichen Amt erhoben. Leiter dieses Amtes wurde ein Apostolischer mit dem Titel Bischof. Am 8. Juli 1994 wurde das bisherige Bischöfliche Amt Magdeburg Bistum erhoben und (wieder) der Erzdiözese Paderborn Suffraganbistum unterstellt. Die Pfarrgemeinden Dessaus gehören somit zum Dekanat Dessau innerhalb des Bistums Magdeburg .
Die Selbstverwaltung der Bürgerschaft in Dessau erstmals 1372 erwähnt. An der Spitze der Stadt zunächst der vom jeweiligen Fürst eingesetzte Schultheiß zusammen mit den Schöffen den Rat bildete. Rat wurde ab 1372 in 2 "Mittel" ab 1600 in 3 und ab 1785 wieder in 2 Mittel geteilt. 1832 wurde die Ratsverfassung aufgehoben. Bis in Zeit wechselten die Bürgermeister in Dessau nahezu Danach gab es in der Stadt einen und eine Stadtverordnetenversammlung. Bis in jene Zeit man in eine "Stadt unter dem Rat" eine "Stadt unter dem Amt" wobei letztere fürstlicher Verwaltung und Gericht stand. Beide "Städte" 1834 vereinigt. 1852 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der Partei und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde Volk gewählt . Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das als Stadtverordnetenversammlung später Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender Gremiums ist der "Stadtratsvorsitzende". Das Gremium wählte auch den Oberbürgermeister . Seit 1994 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk
Ab 1771 waren folgende Personen mehrmals von Dessau:
Johann Leopold Stubenrauch zwischen 1771 und 1828 Bürgermeister in jährlichem Wechsel mit anderen
Durch das südöstliche Stadtgebiet Dessaus führt Bundesautobahn A9 Nürnberg-Berlin. Ferner führen die Bundesstraßen B184 und B185 durch Dessau. Der Dessau ist ein Bahnknotenpunkt an den Strecken bzw. Leipzig-Potsdam-Berlin. Darüber hinaus führen Strecken nach und Wittenberg. Auch an das Wasserstraßennetz ist angebunden. Die Elbe bildet die nördliche Stadtgrenze. Der nächste ist Dessau-Roßlau. Dessau hat auch einen Flugplatz ICAO - Kennung: EDAD) der sich im der Stadt befindet.
Den öffentlichen Personennahverkehr ( ÖPNV ) bedienen Straßenbahn- und Buslinien des kommunalen Dessauer Verkehrsgesellschaft mbH (DVG).
In Dessau befindet ein Standort der Anhalt (FH) mit den Fachbereichen Architektur und Design und Vermessungswesen.
Die Stadt ist Sitz dreier Beruflicher (Anhaltisches Berufsschulzentrum "Hugo Junkers" - Berufsbildende Schulen und II sowie Berufsbildende Schulen III - ferner mehrerer Gymnasien und anderer allgemeinbildender Schulen.
Das Stadtgebiet Dessaus ist für statistische in 19 Stadtteile und 47 statistische Bezirke eingeteilt.
01 Innerstädtischer Bereich Nord
02 Innerstädtischer Bereich Mitte
03 Innerstädtischer Bereich Süd
04 Süd
05 Haideburg
06 Törten
07 Mildensee
08 Waldersee
09 Ziebigk
10 Siedlung
11 Großkühnau
12 Kleinkühnau
13 West
14 Alten
15 Kochstedt
16 Mosigkau
17 Zoberberg
18 Kleutsch
19 Sollnitz
Verwaltungsmäßig sind für Dessau gemäß § der Hauptsatzung 8 Ortschaften gebildet worden. Dabei handelt es sich früher selbständige Gemeinden. Jede Ortschaft hat einen Ortschaftsrat der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft 3 und 7 Mitglieder hat. Vorsitzender des ist der Ortsbürgermeister . Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen die betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung jedoch dem Stadtrat der Gesamtstadt Dessau.
¹ die Gemeinde wurde am 1. April 1935 Vereinigung der Gemeinden Jonitz und Naundorf zunächst dem Namen Jonitz-Naundorf gebildet und am 24. 1935 in Waldersee umbenannt. Beide Orte gehörten vom 1. August 1930 bis 1933 zu
² die Gemeinde wurde 1933 durch Vereinigung der Pötniß Scholitz und Dellnau gebildet welche vom August 1930 bis 1933 bereits zu Dessau
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis handelt es sich meist um Schätzungen danach Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Johanniskirche 1702 geweihte Kirche der lutherischen Christen Dessau. Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis wieder aufgebaut. Im Innern drei Cranach-Gemälde (Christus Ölberg Abendmahlsgemälde Kreuzigungsgemälde)
Marienkirche evangelische Hauptkirche der Stadt 1989 bis wieder aufgebaut
Palais Waldersee und Palais Dietrich heute Anhaltische
Folgende Persönlichkeiten sind in Dessau geboren. werden chronologisch nach ihrem Geburtsjahr aufgelistet. Ob Personen ihren späteren Wirkungskreis in Dessau hatten nicht ist dabei unerheblich.
1676 3. Juli Leopold I. genannt "Der Alte Dessauer" 9. April 1747 in Dessau Fürst von Preußischer Feldmarschall