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Deutsche Inflation 1914 bis 1923


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Deutsche Inflation 1914 bis 1923

Die Hyperinflation des Jahres 1923 im Deutschen Reich ihre Vorgeschichte und ihre Ursachen in der der Finanzierung des Ersten Weltkrieges und seiner Folgen. Dies wird daran dass die Mark mit dem Ende des 1918 bereits mehr als die Hälfte ihres (genauer: ihrer Kaufkraft im Innen- und Außenverhältnis) hatte.

Inhaltsverzeichnis

Die Ursachen

Das Deutsche Reich hob mit dem des Krieges im August 1914 die gesetzliche in Gold auf. Niemand konnte mehr von Banken verlangen dass ihm der Gegenwert seiner in Gold ausgezahlt werden muss. Außerdem wurden Möglichkeiten zur Schuldenaufnahme und der Vermehrung der ausgeweitet. Der Plan war im Verlaufe des und getragen von der "nationalen Begeisterung" diese durch Kriegsanleihen gegenzufinanzieren. Anders als in England und Frankreich wo der Krieg durch finanziert wurde sollten diese Kriegsanleihen nach dem mit der "Kriegsbeute" in Form von Reparationen abgelöst werden. Unumwunden und öffentlich bekannte der konservative Finanzpolitiker Karl Helfferich im August in einer Sitzung des Reichstags zur Ausplünderung der Kriegsgegner: "Meine Herren wie die Dinge liegen bleibt vorläufig nur der Weg die endgültige Regelung Kriegskosten durch das Mittel des Kredits auf Zukunft zu verschieben auf den Friedensschluss und die Friedenszeit. Und dabei möchte ich auch wieder betonen: Wenn Gott uns den Sieg und damit die Möglichkeit den Frieden nach Bedürfnissen und nach unseren Lebensnotwendigkeiten zu gestalten wollen und dürfen wir neben allem anderen die Kostenfrage nicht vergessen (lebhafte Zustimmung) ; das sind wir der Zukunft unseres schuldig (sehr wahr!) . Die ganze künftige Lebenshaltung unseres Volkes soweit es irgend möglich ist von der Bürde befreit bleiben und entlastet werden die Krieg anwachsen lässt (sehr wahr!) . Das Bleigewicht der Milliarden haben die diese Krieges verdient (sehr richtig!) ; s i e mögen es durch Jahrzehnte schleppen nicht wir (sehr gut!)." (Das Zitat findet sich einschließlich der bezeichenden Zwischenrufe - in den Berichten der Verhandlungen des Reichstags Band 306 224)

Dies mißlang je länger der Krieg umso gründlicher. Außerdem verlor das Deutsche Reich Krieg bekanntlich musste selber Reparationen zahlen statt welche zu bekommen. (siehe: Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg )

Die Geldvermehrung über die Druckerpresse geschah des Krieges finanzierungstechnisch gesehen in der Form so genannten "Schatzanweisungen" die durch die Zeichnung Kriegsanleihen durch die Bevölkerung im nachhinein finanziert mussten sollten sie nicht reine Vermehrung von sein. Hier eine Tabelle dazu aus der immer geringere Deckung hervorgeht:

Kriegsanleihen und Schatzanweisungen (in Millionen Mark)
Kriegsanleihe      Nennbetrag der Zeichnung           Ausstehende Schatzanweisungen           Saldo     
   I. September 1914 4.460 2.632 + 1.832
II. März 1914 9.060 7.209 + 1.851
III. September 1915 12.101 9.691 + 2.410
IV. März 1916 10.712 10.388 + 324
V. September 1916 10.652 12.766 - 2.114
VI. März 1917 13.122 14.855 - 1.733
VII. September 1917 12.626 27.204 - 14.578
VII. März 1918 15.001 38.971 - 23.970
IX. September 1918 10.443 49.414 - 38.971
Quelle: Konrad Roessler: Die Finanzpolitik des Deutschen Reiches im Ersten Berlin 1967 S. 79 Tabelle 5

Gleichzeitig nahm die Menge der Lebensmittel Bekleidung Heizstoffe usw.) für den Verbrauch im mit der Dauer des Krieges ab. Außerdem erhebliche Mittel für die Unterhaltung der Armee Die für den Konsum verfügbaren Geldmittel nahmen im gleichen Maße ab. Die Preise stiegen.

Um Unruhen zu vermeiden wurden die der Preisentwicklung angepasst wenn auch mit deutlicher Und um die Vermögenden nicht aufzubringen wurden Steuern nicht angemessen angehoben. Trotzdem bekam nur kleiner Kreis von besonders Reichen die allgemeine bedingt durch Güterknappheit und Teuerung nicht zu (Vgl. dazu auch ausführlicher den Beitrag Sozial- und Wirtschaftsgeschichte im Ersten Weltkrieg .)

Damit war der Keim der Inflation gelegt. Im November 1918 überstiegen die des Reiches mit ca. 150 Milliarden Mark Volkseinkommen des Jahres 1919 von geschätzten 142 Mark. Weil der Krieg verloren wurde konnte Deutsche Reich die Kriegslasten nicht auf andere abschieben.

Zur Übersicht über den Verfall des der deutschen Währung eine Tabelle:

Jeweilige Verzehnfachung des Dollarkurses seit Kriegausbruch
1 Goldmark = Papiermark      Datum           Dollarkurs in Mark           Zeitraum     
  1 Juli 1914 4 20 k. W.
10 Januar 1920 41 98 5 1/2 Jahre
100 3. Juli 1922 420 00 2 1/2 Jahre
1.000 21. Oktober 1922 4.430 00 108 Tage
10.000 31. Januar 1923 49.000 00 101 Tage
100.000 24. Juli 1923 414.000 00 174 Tage
1.000.000 8. August 1923 4.860.000 00 13 Tage
10.000.000 7. September 1923 53.000.000 00 30 Tage
100.000.000 3. Oktober 1923 440.000.000 00 26 Tage
1.000.000.000 11. Oktober 1923 5.060.000.000 00 8 Tage
10.000.000.000 22. Oktober 1923 40.000.000.000 00 11 Tage
100.000.000.000 3. November 1923 420.000.000.000 00 11 Tage
1.000.000.000.000 20. November 1923 4.200.000.000.000 00 17 Tage
Quelle: Hermann Bente Die deutsche Währungspolitik von 1914 - 1924 in: Weltwirtschaftliches Archiv 25 (1926)1 S.

Die deutsche Revolution 1918 bis 1920

Mit der Novemberrevolution und in deren weiteren Verlauf stand kapitalistische System vor der Gefahr seiner Ablösung ein sozialistisches. Keine der Parteien (außer der KPD und einer Reihe von linken Splittergruppen) dies. Im Grunde wurde so weiter verfahren im Krieg eingeübt. Bei sozialen Unruhen wurden Löhne und sozialen Hilfen erhöht den Vermögenden immer noch erhebliches Geld- und sonstiges Vermögen zugunsten des neuen demokratischen Gemeinwesens und seiner enteignet oder weggesteuert. Die Politiker der Regierungsparteien auf Zeit.

Mit den Verpflichtungen des Versailler Vertrages Entschädigungen ( Reparationen ) an die Siegermächte (insbesondere Frankreich ) zu zahlen glaubten die politische Verantwortlichen guten Buhmann für die weitere Geldentwertung gefunden haben. Im Januar 1920 hatte die Mark dem US-Dollar nur noch ein Zehntel ihres des August 1914.

Die Jahre 1921/22

Auch die anderen kriegsbeteiligten Staaten hatten den Folgen des Weltkrieges zu leiden. In Jahren 1921 und 1922 kam es zu weltweiten Konjunktureinbruch . Die deutsche Volkswirtschaft konnte sich in dieser Zeit erholen. entwerteten Löhne und Einkommen wirkten wie Lohndumping. deutsche Wirtschaftswachstum war stärker als in den der Sieger.

Gleichzeitig wurde weiterhin erbittert um die der Reparationen und die Modalitäten ihrer Zahlung Die Reichsregierung behauptete sie könne nicht zu stabilen Währung zurückkehren weil dann das Wachstum würde. Die Folgen wären höhere Arbeitslosigkeit und Löhne mit dem Ergebnis dass es wiederum sozialen Unruhen mit der Möglichkeit des Systemswechsels könnte.

Mit erheblichen Verlusten für ihre eigenen im Deutschen Reich machten die Siegermächte aus vor dem Bolschewismus dieses Spiel mit. Dann aber brachen der Ermordung Walther Rathenaus im Juni 1922 alle Dämme. Die gemessen am US-Dollar machen dies deutlich: am Juli 1922 hatte die Mark noch ein des Wertes vom August 1914 am 3. 1922 nurmehr ein Tausendstel.

Das Jahr 1923

Weil die Reichsregierung behauptete nicht in Lage zu sein die Reparationen in angemessener zu bezahlen oder Ersatzleistungen in Form von Kohle zu bringen kam es zur Ruhrbesetzung . Die deutsche Regierung ( Reichskanzler Wilhelm Cuno ) rief den " Ruhrkampf " aus. Um die Streikenden bei Laune halten wurden ihnen entsprechende finanzielle Hilfen ausgezahlt in einer Mark die sich immer rascher Damit begannen die Monate der Hyperinflation die noch Generationen von Deutschen als für die Schrecken einer Inflation verfolgten.

Immer schneller verzehnfachte sich die Abwertung dem US-Dollar bis schließlich im November 1923 Kurs für 1 US-Dollar 4 2 Billionen entsprach.

Die Hyperinflation sorgte für einen Zusammenbruch deutschen Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit stieg die Löhne ins Bodenlose und die KPD erhielt immer mehr Zulauf. Die staatstragenden Gewerkschaften waren inzwischen so ausgeblutet dass sie der Regierung finanziert werden mussten. Als Gustav Stresemann Reichskanzler wurde brach er am 26. September Ruhrkampf ab. Entscheidend war dabei die Furcht einem Umsturz. Die Behauptung des Reichskanzlers Wilhelm Cuno (Vorgänger von Gustav Stresemann ) das Deutsche Reich könne die Reparationen erbringen wurde stillschweigend kassiert.

Jetzt aber waren die Bedingungen gegeben Stabilisierung der Währung zugunsten des großen Kapitals Diese Stabilisierung forderten auch die Siegermächte als von Verhandlungen über die Reparationszahlungen die zum führten. Mit der Währungsreform des November 1923 der Rentenmark unterbindung von Spekulationen) wurde die Inflation Die wirtschaftlichen Verhältnisse konnten sich im Verlauf Jahres 1924 stabilisieren - in ihrer Folge die politischen Verhältnisse.

Die Folgen

Mit der Hinnahme der inflationären Geldentwertung konnten die ökonomischen und sozialen Lasten verlorenen Krieges auf die Masse der abhängig und die reinen Geldvermögensbesitzer abgeschoben werden. Erst erreichten die Reallöhne im Durchschnitt wieder das des Jahres 1913 (nach den Zahlen der Statistik). Ein wesentlicher Teil der Mittelschichten - ihr Leben ohne Hilfe des Staates zu ja Feinde des Sozialstaates - fand sich in Armut wieder. finanziellen Rücklagen schmolzen in der Inflation bis kümmerliche Reste dahin.

Die Inflation als wichtiger Teil eines Prozesses der frühen Jahre der Weimarer Republik hat die erste deutsche Demokratie in Augen vieler diskrediert. Teile der gesellschaftlichen Mitte kleine und mittlere Bürgertum fühlten sich von Republik betrogen. Wachsende Teile der Arbeiterschaft vermochten diesem Staat (anders als 1920 als sie auf den Kapp-Putsch mit einem Generalstreik reagierten) nichts Verteidigenswertes zu erblicken insbesondere als mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 ihre soziale Lage wieder wie 1923 katastrophal wurde.

Die Machtübergabe an Adolf Hitler ist Ergebnis einer ganzen Reihe von desaströsen Umständen Entwicklungen des Kaiserreichs und der Weimarer Republik denen die Inflation der ersten Jahre gehört. Sebastian Haffner hat die Zusammenhänge Ende der dreißiger so beschrieben: "Das Jahr 1923 machte Deutschland fertig - speziell zum Nazismus aber zu jedem phantastischen Die psychologischen und machtpolitischen Wurzeln des Nazismus tiefer zurück ... Aber damals entstand das ihm heute seinen Wahnsinnszug gibt: die kalte die hochfahrend hemmungslose blinde Entschlossenheit zum Unmöglichen; »Recht ist was uns nutzt« und »das unmöglich gibt es nicht«. Offenbar liegen Erlebnisse Art jenseits der Grenze dessen was Völker seelischen Schaden durchmachen können." (Haffner. Geschichte - s. Literatur - 54f.)

Literatur

  • Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen. Erinnerungen 1914 - 1933 München (dtv) 2002 - hier wird das Kapitel 10 dieser Taschenbuchausgabe empfohlen ihm auch das Zitat über das Jahr 1923 (S. 54f.)
  • Claus-Dieter Krohn: Die große Inflation in Deutschland 1918 - Köln 1977 - knappe aber hinlänglich Darstellung.
  • Carl-Ludwig Holtfrerich: Die deutsche Inflation 1914 - 1923. Ursachen Folgen in internationaler Sicht Berlin/New York 1980 - umfassende Darstellung deutscher Sprache mit vielen Daten und Fakten ökonomisch.
  • Gerald D. Feldman: The Great Disorder. Politics Economics and Society the German Inflation 1914 - 1924 New York/Oxford 1997 - das aktuelle zum Thema - sehr umfangreich bisher nur Englisch.




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