Anno dazumal vor vielen Jahren Ist Ulmern folgendes widerfahren: Zu allerlei Bauten in Stadt Man Rüst- und Bauholz nötig hat' wollt es den Leuten nicht gelingen Die durchs Tor hereinzubringen Und doch war reiflich Sach' überlegt Das Holz in die Quer' den Wagen gelegt; Das Tor war zu die Balken zu lang Dem Stadtbaumeister ward und bang.
Viel gab es hin und her sprechen: Und ungeheures Kopfzerbrechen Ja selbst der Magistrat Wusste für diesen Fall nicht Rat mochte in alle Bücher sehen Der Casus nirgends vorgesehen Der Bürgermeister selbst sogar Hier ausnahmsweise ratlos war. der doch alles am besten weiß Machte Sache entsetzlich heiß.
Und stündlich wuchs die Verlegenheit Da begab sich eine Begebenheit Von den klügsten ein Spätzlein schauet Das oben am Turm sein bauet Und einen Halm der sich in Quer' Gelegt hat vor sein Nestchen her dem Schnäblein - und das war nicht An der Spitze wendet zum Nest herum könnte man" ruft der Mann mit Lachen dem Balken am Tore ja auch so
Man probierts und es ging. - guten Gedanken Hatten die Ulmer dem Spätzlein danken: Sie stünden wohl heute noch an Tor Mit dem balkenbeladenen Wagen davor Oder ohne des Spätzleins Wissen Gar den Turm auf den Abbruch müssen. Zum Danke dem Spatzen ist heut zu schauen Hoch am Münster sein Bild in Stein gehauen: Auch beim echten Ulmerkind Die Lieblingsspeise " Spätzle " sind.