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Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch


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Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch ( russisch Дмитрий Дмитриевич Шостакович ; * 25. September 1906 in Sankt Petersburg ; † 9. August 1975 in Moskau ) war ein sowjet russischer Komponist . Früher waren auch die Transkriptionen Dimitri Dimitrij Dmitrij für den Vornamen üblich.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Kindheit

Väterlicherseits stammte seine Familie aus Polen und wohnte in Wilna um später nach Kazan und Tomsk umzuziehen. Die erhaltenen Dokumente bieten eine Vielfalt der Schreibung seines Namens: Szostakowicz Szostakiewicz und sogar Szustakiewicz.

Der Vater Dmitri Boleslawowitsch der inzwischen Sankt Petersburg wohnte heiratete 1903 eine junge Russin Sofia Wassiliewna. Dmitri das zweite von drei Kindern. Die Mutter bereits früher Klavierunterricht genommen hatte lenkte früh Interessen des Mitia genannten Dmitri und seiner großen Schwester auf das Klavier .

1917 wurde der Elfjährige Zeuge als vor Augen bei einer Demonstration ein Arbeiter von erschossen wurde. Mitia komponierte daraufhin eine Hymne an die Freiheit und einen Trauermarsch für die Opfer der Revolution .

Ausbildung und Studium

Schostakowitsch studierte ab 1919 am Konservatorium in Petrograd (das bis 1914 St. Petersburg hieß und 1924 in Leningrad umbenannt wurde) Klavier bei Nikolajew und Kompositionslehre bei Maximilian Steinberg. Konservatoriumsdirektor Alexander Glasunow verfolgte die Entwicklung des Jungen mit absoluten Gehör mit Aufmerksamkeit und unterstützte ihn auch finanziell.

Anfang 1923 ein Jahr nach dem Tod seines war die Familie fast ruiniert. Zudem wurde Schostakowitsch der seit jeher eine schwache Gesundheit eine Lungen- und Lymphdrüsentuberkulose diagnostiziert. Dieses Leiden sein ganzes späteres Leben prägen.

Der sensationelle Erfolg seiner 1. Sinfonie in f-moll 1925 verschaffte ihm im Alter von nur Jahren den Abschluss am Konservatorium. Die Sinfonie am 12. Mai 1926 von der Leningrader Philharmonie unter der Leitung von Nikolai Malko

Schostakowitschs Hymnen oder die Doppelbödigkeit der

Die 2 folgenden Sinfonien sind verhältnismäßig Die Zweite „Widmung an den Oktober“ ist zu hören Der Komponist erhielt im März den Auftrag für die Feierlichkeiten zum 10. der Revolution eine Art Hymne zu schreiben. ist seine gewagteste und avantgardistischste Komposition. Nach lyrischen Episode setzt nach einem Paukenschlag der ein der die Oktoberrevolution die Pariser Kommune Lenin grüßt. Die Zweite wurde geschrieben zu Zeit in der der Künstler die Werke Gustav Mahlers kennen lernte. Die Dritte „Zum ersten wieder ein Orchesterstück mit abschließendem Choraleinsatz kommt daher sie gibt sich sogar andeutungsweise ausgelassen. die Doppelbödigkeit scheint zunehmend durch. Vielleicht ist Festtagsstimmung auch nur eine Parodie ihrer selbst?

Hochzeit ohne Bräutigam

..zerbrechlich schwach in sich gekehrt antikonformistisch ohne und rein wie ein Kind (So beschrieb Michail Zochtschenko 1941 seinen Schostakowitsch in einem Brief an die armenische Mariette Schguinian)

Als er sich von der 2. erholte lernte er 1927 die Geschwister Varzar Töchter eines bekannten Juristen kennen. Die jungen verbrachten ihre Abende mit Poker. Bei jeder bietenden Gelegenheit besuchte Schostakowitsch die Familie Varzar. fühlte sich zu Nina hingezogen die ihr und Physikstudium noch nicht abgeschlossen hatte. Davon ihre Familie nicht gerade begeistert. Doch die Verliebten setzten sich durch und so fand Heirat am 13. Mai 1932 statt. Das bereits der zweite Anlauf denn einige Monate sollte sie stattfinden … nur der Bräutigam nicht erschienen. Der Komponist mitten in einer Krise tauchte erst einige Tage später völlig wieder auf.

Das ist albernes Zeug keine Musik

(Stalin zum Musikkorrespondenten der Iswestija am 26. Januar 1936)

Nachdem seine erste Oper „Die Nase“ Satire auf die sowjetische Bürokratie nach 16 von den Bühnen verschwand begann der Komponist seiner wichtigsten Oper der „Lady Macbeth von ein Werk das noch für sehr viel sorgen sollte. Es kam zu zwei Uraufführungen. erste am 22. Januar in Leningrad war gewaltiger Erfolg. Zwei Tage später fand die in Moskau unter dem Namen „Katarina Ismailowa“ Zwei Jahre lang feierte das Werk einen nach dem anderen. Dann kam der Abend 26. Januars 1936. Stalin Molotov Mikojan und beehrten im Bolschoi-Theater die Aufführung der Oper ihrer Regierungsloge rechts über dem Orchestergraben. Die war mit Stahlplatten abgeschirmt um mögliche Attentate verhindern. Stalin sass hinter einem Vorhang so das Volk ihn nicht erblicken.

Nach der Vorstellung verschwand Stalin ohne Komponisten in seiner Loge empfangen zu haben.

Am 28.bringt die Prawda einen nicht signierten (das heißt er von der Partei abgesegnet) Artikel „Chaos statt über Lady Macbeth. Der Verriss war immens von katastrophaler Wirkung. Alle Aufführungen wurden gestoppt. Kritiker nach dem anderen tat Abbitte und über seine vorherigen Meinungen. Die nächsten Monate Schostakowitsch in seinen Kleidern einen kleinen Koffer seinem Bett. Dann befielen ihn Depressionen und die ihn in unregelmässigen Abständen für Jahrzehnte sollten.

Die Fünfte: Unstillbarer Schmerz

„Ich empfinde unstillbaren Schmerz um alle die umgebracht hat. Aber nicht weniger Schmerz bereitet der Gedanke an die auf Befehl Stalins (Schostakowitsch in seinen Memoiren)

Mit der 5. Sinfonie in d-moll begann Schostakowitsch am 18. April 1937 auf der Krim . Er hielt sich in Gaspra auf Ort der ihm die glücklichen Kinderjahre und Jugendfreundin Tatjana Gliwenko in sein Gedächnis rief. er später erzählte schrieb er den 3. in drei Tagen. Als er die Krim 2. Juni verließ hatte er bereits drei fertig.

Zurück in Leningrad erfuhr er dass Mann seiner Schwester verhaftet und sie selbst Sibirien deportiert worden war. Die Gewerkschaft der Komponisten hatte beschlossen Schostakowitsch solle ihnen sein präsentieren damit sich feststellen ließ ob es Öffentlichkeit zugemutet werden konnte. Der junge Dirigent Jewgenij Mrawinskij 34 Jahre alt sollte die Uraufführung Die Proben dauerten fünf Tage. Das Konzert im großen Saal der Leningrader Phiharmionie statt. des Beifalls fuchtelte Mrawinskij über eine halbe mit der Partitur in der Luft herum.

Nach dieser Vorstellung wurde das Werk als die Rückkehr des verlorenen Sohnes unter Fittiche der linientreuen Kuturpolitik dargestellt. Das Marschfinale lange als Verherrlichung des Regimes angesehen. In zeigte der Komponist das genaue Gegenteil: Erst dem Erscheinen der Memoiren erfuhren Schostakowitschs Kritiker aller Welt dass der Triumphmarsch in Wirklichkeit ein Todesmarsch ist.

Die Siebente: Leningrad eine Sinfonie gegen den Faschismus

„Ich widme meine Siebente Sinfonie unserem Kampf den Faschismus unserem unabwendbaren Sieg über den und Leningrad meiner Heimatstadt...“ (Schostakowitsch am 19. März 1942 in der Prawda ).

Die 7. Sinfonie in C-Dur gilt als Schostakowitschs bekanntestes Werk. Ursprünglich die Sinfonie nur aus einem Satz bestehen entschloss der Komponist sich zum klassischen Aufbau 4 Sätzen und gab den einzelnen Sätzen Themennamen:

1. Der Krieg
2. Erinnerungen
3. Die großen Lebensräume meines Vaterlands
4. Der Sieg.

Schließlich verzichtete er auf die Satznamen. musikalische Sprache ist einfach gehalten:

1. Satz Allegretto (25'): Die feindlichen Horden brechen in ruhige Stimmung ein. Unter andauerndem Trommelwirbel kommt zu einer dramatischen Steigerung (ähnlich Ravels Bolero ) die zu einer Art gespenstischen Lähmung
2. Satz Moderato (poco Allegretto) (10'): Entspannung. Geigen bringen tragischen Humor
3. Satz Adagio (16'): Der Krieg meldet sich wieder das Volk wehrt sich.
4. Satz Allegro non troppo (16'): Es kommt zum Endkampf dann Siegesgesang.

Das Werk entstand zur Zeit der Leningrads durch Hitlers Truppen während Schostakowitsch der zugeteilt war und er arbeitete unter Granatenbeschuss seinem Werk. Im Oktober wurde er mit Familie aus der Stadt geflogen und konnte Werk in Kuibysche fertig stellen. Die Moskauer im März fand ebenfalls unter lebensgefährlichen Umständen doch selbst ein Luftalarm konnte die Zuhörer dazu bewegen die Schutzräume aufzusuchen. Arturo Toscanini leitete die erste Aufführung der Sinfonie der Sowjetunion die am 19. Juli 1942 New York mit dem NBC Orchester stattfand. Wunsch nach einer Aufführung in Leningrad ging kurze Zeit später in Erfüllung: Ein Sonderflugzeug die Luftblockade um die Orchesterpartituren nach Leningrad fliegen. Das Konzert vom 8. August wurde allen sowjetischen Rundfunksendern übertragen.

Nach der Siebenten

Auch die 8. Sinfonie in c-moll entstand unter dem Eindruck der Kriegsgeschehnisse.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Musikwelt eine Triumphsinfonie doch Schostakowitsch fiel seiner ironisch-verspielten 9. Sinfonie in Es-Dur bei der sowjetischen Kritik erneut durch.

Komponieren unter Stalin: Schostakowitsch im Kulturkampf

Nachdem Schostakowitsch schon vor dem Krieg Zentrum der Kritik stand entzündete sich nach über zeitgenössische sowjetische Dichter und Literaten (unter Anna Achmatowa ) nun erneut eine Diskussion über moderne Musik: Schostakowitsch wurde 1948 vom Sowjetischen Komponistenverband und dessen Präsidenten Tichon Chrennikow wiederum des Formalismus und der Volksfremdheit beschuldigt. Schostakowitschs Entgegnungen blieben verbal höflich seiner musikalischen Sprache wich er jedoch nicht und hatte daher eine absurde Situation zu Er war gleichzeitig in der ganzen Welt der Höhe des Ruhmes und galt doch Hause weiterhin als persona non grata als ein Komponist der an Stelle gewünschten Arbeiterkantaten lieber Streichquartette und textlose Sinfonien Nachdem Schostakowitsch durch die Angriffe des Zentralkomitees Lehrämter verlor komponierte er zwar prompt ein Das Lied von den Wäldern den Stalinschen Aufforstungsplan preisend doch zur Zeit wurden andere wichtige Uraufführungen seiner Streichquartette

Die Abrechnung

1953 starb Stalin und Schostakowitsch veröffentlichte 10. Sinfonie in e-moll seine Abrechung mit dem Diktator. Nach Zeugnis seines Sohnes Maxim beschreibt der Komponist schreckliche Gesicht Stalins“. Es ist ein Werk Trauer und des Schmerzes. Aber Schostakowitschs Abrechnung noch nicht abgeschlossen. 1957 folgte die 11. Sinfonie mit dem Untertitel Das Jahr 1905 . 1905 bezieht sich auf den Petersburger als der Zar auf eine unbewaffnete Menschenmenge ließ die ihm eine Bittschrift zu kommen wollte. An diesen Zwischenfall der über 1000 forderte sollte mit der 11. Sinfonie erinnert oder war es eine Verneigung vor dem Volk das ein Jahr zuvor von sowjetischen überfallen und unterdrückt wurde. Am 30. Oktober fand die Uraufführung unter Nikolai Rachlin statt.

Erneute Diskussionen folgten doch nach und errang Schostakowitsch wieder mehr Anerkennung in der begünstigt vor allem durch zahllose Aufführungen und im Ausland: Unter anderem erhielt er die der Universität Oxford . Nach Uraufführung der gefälligen 12. Sinfonie in d-moll erfolgte Schostakowitschs Aufnahme in die Partei konnte unterrichten und Wiederaufführungen von Lady Macbeth fanden in einer überarbeiteten Fassung als Katarina Ismailowa statt. 1961 erlebte Schostakowitsch endlich die verspätete Uraufführung 4. Sinfonie unter Kyrill Kondraschin.

Spätwerk und Tod

Nach einer zweiten unglücklichen Ehe die 3 Jahre dauerte heiratete er 1962 Irina Supinskaja ein Glücksfall seines Lebens. Die junge kümmerte sich bis zu seinem Tod liebevoll ihren Mann. Mitte der 1960er Jahre häuften sich Erkrankungen Schostakowitsch litt einer chronischen Rückenmarkentzündung die zu einer progressiven der rechten Hand führte. 1966 erlitt einen Herzinfarkt 5 Jahre später ein zweiter. Seine 13. Sinfonie nach Texten von Jewgenij Jewtuschenko wurde einigen Aufführungen abgesetzt. Die 14. Sinfonie für Sopran Bass und Kammerorchester setzte bereits eindrücklich mit dem Thema Tod und auseinander. In den letzten Lebensjahren beginnend etwa dem 2. Cellokonzert ist in Schostakowitschs Schaffen deutliche Reduktion der Mittel und Konzentration des zu beobachten zudem erfährt seine Musik eine Schärfung der Harmonik. 1967 brach sich Schostakowitsche Bein und blieb gehbehindert. Von da an er jedes Jahr einige Monate in Krankenhäusern Pflegeheimen. Die 15. Sinfonie in A-Dur seine letzte ist ein mit (Selbst-)Zitaten rätselhafter freundlicher und abgründiger Rückblick auf ein voller Höhen und Tiefen. Sein letztes vollendetes ist eine Sonate für Bratsche und Klavier.

Schostakowitsch starb am 9. August 1975 einem Herzinfarkt. Er war ein Meister der Andeutung und der introvertierten Ironie.

Unter den vielen Kränzen die das schmückten war auch einer vom KGB.

Schostakowitsch war außerordentlich produktiv und vielseitig Bühnen- und Orchesterwerken ( Opern Symphonien Balletten und anderem) schrieb er auch Kammermusik Filmmusik Oratorien und Liederzyklen. Außerdem war er Professor St. Petersburger (damals Leningrader) und Moskauer Konservatorium . Zu seinen Schülern gehören wichtige zeitgenössische wie Edison Denissow und Sofia Gubaidulina

Mit 15 Sinfonien gehört er zu großen Sinfonikern des 20. Jahrhunderts . Aber ebenso viele Streichquartette machen ihn einem der wichtigsten und produktivsten Meister auch Gattung.

Werke

(eine Auswahl)

1925 1. Sinfonie in f-moll Opus 10 (Diplomarbeit am Konservatorium)
1928 Tahiti Trott Opus 16 eine Orchesterversion von Tea for Two
1931 Der bedingt Ermordete Opus 31 eine kritische Revue
1932 Lady Macbeth von Mzensk Opus 29 eine Oper in vier
1933 Konzert für Klavier Trompete und Streichorchester in Opus 35
1934 Suite für Jazzorchester Nr. 1 ohne Opus
1936 4. Sinfonie in c-moll Opus 43
1937 5. Sinfonie in d-moll Opus 47
1938 Suite für Jazzorchester Nr. 2 ohne Opus
1942 7. Sinfonie in C-Dur Opus 60 Leningrader Symphonie
1945 9. Sinfonie in Es-Dur Opus 70
1951 24 Präludien und Fugen für Klavier Opus 87
1953 10. Sinfonie in e-moll Opus 93
1956 Katarina Ismailowa Neufassung der Lady Macbeth
1960 8. Streichquartett in c-moll arrangiert von Rudolf als Kammersinfonie für Streichorchester gewidmet den Opfern des Faschismus und Krieges
1962 13. Sinfonie in b-moll für Bass Männerchor und Orchester Opus nach Gedichten von Jewgeni Jewtuschenko
1969 14. Sinfonie in g-moll für Sopran Bass und Kammerorchester Opus nach Gedichten von Lorca Rilke Apollinaire und Küchelbecker
1971 15. Symphonie in A-Dur Opus 141

Literatur

  • E. Wilson Shostakovich: A Life Remembered . Princeton University Press 1995 ISBN 0691044651 .
  • S. Wolkow D. Schostakowitsch Die Memoiren des Dmitri Schostakowitsch . List 2003 ISBN 3-548-60335-1 .
  • R. Blokker / R. Dearling The Music of Dmitri Shostakovich. The Symphonies London The Tantivy Press 1979
  • H.A. Brockhaus Dmitri Schostakowitsch Leipzig Breitkopf u. Härtel 1962
  • B. Feuchtner Und Kunst geknebelt von der groben Macht. Schostakowitsch Frankfurt/Main Sendler Verlag 1986
  • D. Goïovy Schostakowitsch Reinbeck bei Hamburg Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • L. Seehaus Dmitri Schostakowitsch. Leben und Werk Wilhelmshafen Florian Noetzel Verlag 1986
  • G. Wolter Dmitri Schostakowitsch - Eine sowjetische Tragödie Frankfurt/Main Peter Lang Verlag 1991

Weblinks

Verschiedenes

Das ständig wiederholte Musikthema in Stanley Film "Eyes Wide Shut" ist der 2. aus Schostakowitschs "Jazz Suite". Ricardo Chailly leitet Royal Concertgebouw Orchestra.

  
  



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