Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der Kaiser- und Mariendom zu Speyer ist nach der Zerstörung der Abtei Cluny die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt.
Der salische Kaiser Konrad II. ließ um 1030 den Bau beginnen mit dem Ziel größte Kirche des Abendlandes zu schaffen. Er jedoch wie sein Sohn Heinrich III. den Abschluß der Arbeiten nicht mehr und erst unter seinem Enkel Heinrich IV. konnte der Bau im Jahre 1061 eingeweiht werden.
Knapp 20 Jahre später ließ Heinrich den Dom zur Hälfte einreißen um in noch größer wieder aufzubauen: Im Westteil wurde Decke abgetragen der Bau wurde um 5m und statt der flachen Holzdecke wurde ein Kreuzgratgewölbe nach den Idealen der damaligen romanischen konstruiert. Im Ostteil wurde der Bau sogar auf die Fundamente abgerissen und auf bis 8m starken Fundamenten neu gegründet. Das Turmgewölbe Ostteil mit seinen Spitzbögen zeigt bereits Stilmerkmale Gotik . Im Todesjahr Heinrichs IV. 1106 war der neue Dom fertig: Mit Länge von 444 römischen Fuß und einer von 111 römischen Fuß war es das Bauwerk der damaligen Zeit. Man schätzt dass gesamte damalige Bevölkerung Süddeutschlands rund 11.000 Personen der Halle untergebracht werden konnte.
Blick ins Hauptschiff
Speyer zählte damals nur rund 500 Es hatte wohl machtpolitische Gründe dass Kaiser IV. einen solch scheinbar sinnlos großen Bau dem nach heutigen Maßstäben winzigen Städtchen bauen Die deutschen Kaiser beanspruchten nicht nur weltliche auch kirchliche Macht. Der daraus resultierende politische mit dem Papsttum kulminierte im Investiturstreit zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Die Größe und Pracht des Speyerer unterstrich den politischen Machtanspruch des Kaisers.
1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg stellten die Speyerer Bürger ihre Möbel ihren Hausrat im Dom unter in der sie seien dort vor Brandschatzung durch die Truppen sicher. Mehrere Meter hoch stapelte sich Hausrat im Dom. Die Hoffnung der Bürger sich als trügerisch: Die Soldaten brachen den auf und steckten die Möbel in Brand. die gewaltige Hitze wurde das Gewölbe im brüchig und stürzte ein. Der Ostteil hingegen den Flammen stand. Auch die Kaisergräber im wurden von den Soldaten aufgebrochen und geplündert.
Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war genügend Geld vorhanden den Westteil Doms wieder aufzubauen. Das Torhaus entstand damals barocker Manier neu. Dieser Stilbruch hatte nur 60 Jahre lang Bestand.
Fresko im Hauptschiff
In der französischen Revolution wurde der Dom erneut zum Politikum: aufgeputschte Bevölkerung randalierte im Dom und zerstörte Altäre. 1806 war sogar geplant den Dom abzureißen als Steinbruch zu verwenden. Dem damaligen Mainzer Bischof Joseph Ludwig Colmar ist es zu verdanken dass dies geschah. Unter Napoleon Bonaparte nutzten die französischen Truppen den Dom Viehstall Futter- und Materiallager.
Nach der Niederlage Napoleons wurde der neu geweiht und saniert. 1819 wurde das Innere großflächig verputzt und Fresken im Nazarener Stil bemalt.
Leider erwies sich der Putz als Mitte des 20. Jahrhunderts waren große Teile der Fresken unansehnlich verwittert. So wurde bei der bislang letzten des Domes in den 1960er Jahren der Putz mitsamt den Fresken entfernt bis auf die 19m² großen Fresken dem Marienzyklus in der Haupt-Fensterreihe. Bei dieser wurden auch die brüchig gewordenen Sandsteinpfeiler durch Zementinjektionen verstärkt und der Bau wurde in Details re-romanisiert.