Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der aus einem slawischen Platzdorf hervorgegangene Dresdener Stadtteil Striesen wurde 1350 erstmals als Stresen urkundlich erwähnt wobei Name von einem Personennamen abgeleitet wurde (Dorf Streza). Das Dorf dessen Kern sich nördlich heutigen Schandauer Straße befand besaß ein Vorwerk und bestand aus mehreren Bauerngütern. Durch Erbteilungen wurde dieses Vorwerk welches sich im Jh. im Besitz eines Dresdner Bürgers befand in Bauernstellen aufgeteilt. Da sich auf Striesener einst ein alter Elbarm befand waren die Böden um Striesen fruchtbar was die Entwicklung des Ortes positiv Später wurde dieser Elbarm durch den um zur Entwässerung der Felder angelegten Landgraben genutzt.
Striesen unterstand 1445 dem Meißner Domstift und kam nach der Reformation zum Religionsamt sowie zum kurfürstlichen Amt Von den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges blieb Striesen im Gegensatz zu seinen verschont. Teile der ausgedehnten Dorfflur mussten 1676 an den Kurfürsten zur Anlage des Gartens abgetreten werden. Trotzdem verblieben noch ausreichend Nutzflächen die im 18. Jh. durch 28 und Gärtner bewirtschaftet wurden. Hinzu kamen einige und Tagelöhner sowie Handwerker die sich im niedergelassen hatten. Der durch den Dorfkern führende nach Pillnitz wurde 1765 verlegt und umging so das Dorf. diesem Weg entwickelte sich später die Chaussee heute als Borsberg- bzw. Schandauer Straße bezeichnet
Schwer getroffen wurde Striesen während der Napoleonischen Kriege . Da der Ort im Vorfeld der Dresden lag wurden 1813 über 70 Gehöfte rund um den Dorfplatz bei Gefechten zwischen Franzosen und Russen Lediglich drei Gebäude blieben von den Zerstörungen Den Kampfhandlungen fielen auch vier um 1790 Windmühlen zum Opfer an die heute noch Gaststätte “Zum Windmühlenberg” erinnert. Erst nach Ende Kämpfe konnten die Bewohner ihr Dorf wiederaufbauen bis 1945 sein ländliches Aussehen behielt (Foto). Neben Holzlieferungen aus den königlichen Wäldern durften auch Steine der nach 1813 abgetragenen Umfassungsmauer des Großen Gartens für den Aufbau verwendet werden. Auch häufigen Überschwemmungen brachten Not und Leid über Ort so in den Jahren 1784 und 1845 wo weite Teile der Dorfflur bis zwei Meter hoch unter Wasser standen.
1856 begann mit der Errichtung des ersten außerhalb des Dorfkerns ein neues Kapitel der Vier Jahre später wurde ein Bebauungsplan festgelegt auf schachbrettartigem Grundriss Parzellen zum Bau von und Villen auswies. Nach amerikanischem Vorbild erhielten neuen Straßen zunächst nur Zahlen und Buchstaben sich nach der Eingemeindung auch hier richtige durchsetzten. Die Bebauung war in offener Bauweise so dass Striesen zu einem “grünen” Wohnvorort wurde. Dieser Stadtteil der sich auf den nördlich des alten Dorfes bis zum Blasewitzer erstreckte wurde als Neustriesen bezeichnet. Um die hatte die Bebauung die Ortsgrenze erreicht. Da im Westen mittlerweile auch mit der ab 1874 angelegten Johannstadt zusammengewachsen war wurde der am 1. Juni 1892 mit ca. 11.000 Einwohnern nach Dresden
Von wirtschaftlicher Bedeutung war Ende des Jh. der Gartenbau nachdem sich in Striesen 50 Kunst- und Handelsgärtnereien niedergelassen hatten. Einige Unternehmen erlangten Weltruf wie die Gärtnerei Hermann der durch seine Kamelien- und Azaleenzucht berühmt Auf Seidels Rhododendronpflanzungen geht auch die Anlage Striesener Volksparkes zurück. Im Zusammenhang mit der Bebauung mussten die meisten Gärtnereien um 1900 und wurden nach Laubegast Tolkewitz Reick. Leuben Dobritz verlegt. 1883/91 hatte Striesen als einer ersten Stadtteile Straßenbahnanschluss nach Dresden erhalten. Für religiöse Betreuung der Bewohner entstanden 1878/80 die und 1905/09 die Versöhnungskirche. Zeitgleich errichteten auch Katholiken ein eigenes Gotteshaus die Herz-Jesu-Kirche an Grenze zur Johannstadt. Hinzu kamen mehrere Schulbauten das katholische Kinderheim St. Vinzentius (heute Kapellknabeninstitut) der Wittenberger Straße. An der Glashütter Straße für den Vorort 1880 ein eigener Friedhof angelegt.
Obwohl bis 1900 die meisten Freiflächen den früheren Dorfkern geschlossen worden waren konnten den folgenden Jahren durch zwei Wohnungsgenossenschaften neue an der Wormser und der Holbeinstraße sowie der Junghansstraße errichtet werden. An Stelle früherer entstanden Kleingartenanlagen. Erweiterungen erfolgten in den Zwanziger mit der Bebauung der Straßen um den in der Nähe des Großen Gartens.
Um 1900 begann in Striesen die Industrialisierung nachdem zuvor durch die strengen Bauvorschriften Errichtung gewerblicher Anlagen nur sehr eingeschränkt möglich Von überregionaler Bedeutung war die Striesener Kameraproduktion die Zigarettenherstellung. Hinzu kamen Firmen der Kartonnagen- Kunstdruckbranche. Bevorzugt siedelten sich diese Unternehmen an Schandauer Straße an wo mit dem Ernemann-Turm 1923 ein neues Wahrzeichen des Stadtteils entstand. bekannte Striesener Firmen waren das 1904 gegründete Mimosa-Werk zur Herstellung von Fotopapier der Bärensteiner Straße sowie die Zigarettenfabriken Jasmatzi Lande. 1912 entstand auf der Mosenstraße der Dresdner dessen Tradition ab 1952 vom “Verlag der fortgesetzt wurde. Hinzu kamen zahlreiche kleinere Handwerksbetriebe in den Hinterhöfen der Striesener Wohnviertel Schuhe Taschen und andere handwerkliche Produkte herstellten. Während Gewerke überall erlaubt waren durften sich Industriebetriebe auf den Flächen südlich der Schandauer Straße um einen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung zu Mit der Industrialisierung wuchs auch der Arbeiteranteil Striesen wobei diese sich gern in einem zahlreichen Tanz- und Versammlungslokale des Stadtteils trafen. Treffpunkte waren neben dem “Sächsischen Prinzen” auch Hotel an der Augsburger Straße und das Ost welches heute als Programmkino genutzt wird.
Die Luftangriffe vom Februar 1945 trafen auch den Stadtteil Striesen und hier erhebliche Verwüstungen an. Vor allem die des früheren Dorfkerns fielen mit wenigen Ausnahmen Bomben zum Opfer. Getroffen wurden auch die und Gewerbegebiete an der Borsberg- und der Straße während die Villenviertel relativ glimpflich davonkamen. begann in Striesen der Wiederaufbau wobei an Borsbergstraße zum ersten Mal in Dresden Großblockbauten wurden. Bis 1970 konnte der Aufbau des Ortszentrums mit Gaststätten und Läden abgeschlossen werden. 1990 begann die Sanierung der vorhandenen Altbausubstanz dass Striesen heute wieder zu den gefragtesten in Dresden gehört. Im früheren Stammhaus der zuletzt vom VEB Pentacon genutzt haben seit die Technischen Sammlungen der Stadt Dresden ihren Striesener Industrietraditionen werden heute von der f6 fortgeführt während die Kameraherstellung nach vergeblichen Rettungsversuchen eingestellt wurde.
Alte Schule: Die erste Dorfschule Striesens 1839 am Landgraben eingerichtet nachdem die Kinder den langen Weg in die Schulen der antreten mussten. Allerdings gab es bereits im Jh. einen besoldeten Kinderlehrer der seinen Unterricht wechselnden Bauernstuben abhalten musste. Kirchlich unterstand Striesen zum 19. Jh. der Parochie der Frauen- der Kreuzkirche die auch für die Bildung waren. Nachdem diese Schule nicht mehr den genügte wurde 1869 ein weiteres Schulhaus an Tittmannstraße 21 eingeweiht. Beide Gebäude fielen 1945 Bomben zum Opfer.
Volks- und Bürgerschulen: Zur Entlastung der klein gewordenen Dorfschulen entschloss sich die Gemeinde Ende des 19. Jh. zum Neubau dreier 1874 wurde die erste an der Wartburgstraße eingeweiht. 1886 entstand die Bürgerschule an der Rosa-Menzer-Straße die jetzt von der 51. Grundschule wird. 1892 folgte die 25. Bezirksschule am (heute 25. Grund- und Mittelschule). Mit der des Ortes wurden diese Schulen in das Bildungssystem eingegliedert. Zu DDR-Zeiten trugen sie den der Antifaschistin Rosa Menzer (51. POS) und Arbeiterführers Ernst Thälmann (25. POS).
Gymnasium Striesen: Das Gebäude des Striesener wurde 1907 von Stadtbaurat Hans Erlwein entworfen gehörte zu den modernsten Schulbauten seiner Zeit. repräsentative Bau an der Haydnstraße 49 besaß getrennten Klassenräumen für Mädchen und Knaben moderne Bade- und Duschräume eine Aula Lehrküche Bibliothek sogar ein eigenes Schultheater. Die zunächst als Bezirksschule bezeichnete Einrichtung dient heute als Gymnasium trägt den Namen Joseph Haydns. Von Erlwein auch der Entwurf für die 31. Volksschule der Junghansstraße.
Freimauerinstitut: Das Dresdner Freimaurerinstitut geht auf 1772 gegründete Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben die ihr Domizil ursprünglich in der Friedrichstadt Träger dieser Schule war die in Dresden Freimaurerloge “Zu den drei Schwertern und Asträa grünenden Raute”. 1801 wurde sie in eine Bürgerschule 1876 in eine Realschule umgewandelt und ausschließlich Knaben aus. Zu den bekanntesten Schülern der Maler Ferdinand von Rayski sowie der Johann Andreas Schubert. Neben der Vermittlung bürgerlich-humanistischer standen auch militärisch-erzieherische Programme auf dem Stundenplan zum Teil von der Freimaurerbewegung nahestehenden Offizieren wurden. Das Freimauerinstitut ermöglichte Dank einer zugehörigen auch Kindern aus ärmeren Schichten sowie Waisen Schulbesuch.
1897/99 entstand an der Eisenacher Straße Schulneubau im neogotischen Stil nach Entwürfen des H. Kickelhayn (Foto). Zum Komplex gehörten neben Unterrichtsräumen auch zwei Lehrerhäuser Turnhalle Schwimmbad und Die meisten Schüler wohnten in einem angeschlossenen auf dem Schulgelände. Nach dem Verbot der 1933 wurde diese Schule als Scharnhorst-Heimschule bezeichnet noch bis 1944 als Internatsschule weitergeführt.
Trotz einiger Bombenschäden konnte der Gebäudekomplex 1946 wieder bezogen werden. Neben der Kreuzschule vorübergehend auch eine Gehörlosenschule und die Ingenieurschule Bauwesen ein. Außerdem dienten die Räume für Zeit als Notquartier der Sächsischen Landesbibliothek. Heute die Gebäude als evangelisches Gymnasium Kreuzschule genutzt. hat auch der berühmte Kreuzchor sein Domizil.