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Echter Baldrian


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Echter Baldrian ( Valeriana officinalis ) ist eine horstbildende Rhizomstaude der Gattung Valeriana . Baldrian ist ein Attribut des Gottes dem Lichtgott und einzigen Sohn der germanischen Frigg . Ob der Name mit Balder zusammenhängt noch nicht endgültig geklärt. Von manchen Autoren dies vehement bestritten und darauf hingewiesen daß Baldrian vom lateinischen "valeriana" ableite. Im Volksmund die Pflanze auch Katzenkraut Stinkwurz Hexenkraut Augenwurzel Mondwurz Bullerjan Tolljan

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Inhaltsstoffe

Die Pflanze trägt kleine weiß oder Blüten in rundlichen Trugdolden die auf den stehen und im Mai/ Juni erscheinen und sattgrüne eschenähnlich gefiederte lanzettförmige Blättchen.

Baldrian enthält u.a. ätherisches Öl (neben Valerensäure u.a. auch die Isovaleriansäure die für den unangenehmen Geruch verantwortlich Valepotriate und Alkaloide .

Verbreitung

Baldrian kommt in ganz Europa vor bis nach Russland und Westasien. Baldrian ist frostbeständig und gedeiht in Sonne oder Halbschatten fast jedem Boden. Die Vermehrung erfolgt durch oder Teilung größerer Pflanzen.

Als Feuchtbodenpflanze verträgt er auch gelegentliche Überschwemmungen und daher auf den in der freien Natur auf Wiesen entlang von Gewässerläufen zu finden.

Verwertung

Verwendung in der Heilkunst

Medizinische Verwendung findet der gesamte Wurzelstock mit Verzweigungen. Er wird zwischen August und Oktober ausgegraben getrocknet zerkleinert und sicher vor Katzen aufbewahrt. Besonders beim Trocknungsprozeß entströmt der Baldriangeruch der Katzen anzieht und sie geradezu Entzückung geraten läßt.

Baldrian ist eine der ältesten Arzneipflanzen. Dioskurides beschreibt eine Pflanze mit dem Namen die dem Baldrian ähnlich ist. Er empfiehlt als harntreibendes erwärmendes und menstruationsförderndes Heilmittel. Tabernaemontanus rühmt in seinem 1588 geschriebenen „New Baldrian aber vor allem als Augenarznei:
„Die Wurzel dess gemeinen Baldrinas zu einem Pulver gestossen/ und je über den andern ein halbes quintlein mit einem Trüncklein Weins und eyngenommen/ vertreibt alle Mängel die dz hindern/ macht ein scharpffes Gesicht und erhaltet biss zum Ende dieses zeitlichen Lebens.“ Heilsam für die Augen sei Baldrian auch als Baldriandestillat als Baldrianextrakt und Baldriansalz. nicht zuletzt gilt für Tabernaemontanus:


„Baldrianwasser des Morgens nüchtern...bewahret denselben Tag vor gifftigen Contagion dess bösen pestilentzischen Luffts.“

Auch in der Volksmedizin zählt er manchen Gegenden zu den Augenpflanzen. Augenwurz wurde genannt und als „Augenbündeli“ um den Hals Dieses Kräuteramulett galt als Sympathiemittel bei entzündeten In Siebenbürgen kaute man gegen trübe Augen und hauchte den Atem dann über die Hildegard von Bingen empfahl Baldrian auch gegen Brustfellentzündungen.

Auf die nervenberuhigende Wirkung des Baldrians man erst Anfang des 17. Jahrhunderts aufmerksam Baldrian gilt auch heute noch als hervorragendes das ohne Bedenken verwendet werden kann. Im Weltkrieg sollen Ärzte mit Baldrian den „Granatsplitterschock“ neurologische Ausfälle durch extremen psychischen Stress mit behandelt haben.
Baldrian kann man nicht als „ Schlafmittel “ bezeichnen. Nur dadurch daß es zu allgemeinen Entspannung kommt wird z.B. bei einer infolge einer Überreiztheit eine Schlafbereitschaft erzeugt. Durch entspannenden Effekt soll Baldriantropfen sich daher auch für „Prüfungskandidaten“ eignen.

Verwendung in der Küche

Baldrianextrakte werden als Aromastoffe in Nahrungsmitteln Gebäck und Eis eingesetzt – vor allem wenn man Apfelgeschmackkomponenten erzielen möchte.

Baldrian ist eine Verwandte des Feldsalats (Valerianella sp. – kleiner Baldrian). Das Frühlingsgrün des Baldrians kann in Salaten mitgegessen – er erinnert im Geschmack an Feldsalat sogar etwas zarter. Die Blüten sind gleichfalls eßbar.

Verwendung in der Duftindustrie

Vor allem während des Trocknungsprozesses strömt Wurzel des Baldrians den Geruch aus den so anziehend finden. Menschen erinnert der ranzige dagegen an Limburger Käse und wirkt eher Er ist so durchdringend daß die Legende der Rattenfänger von Hameln habe Baldrian bei getragen um die Ratten anzulocken. Trotzdem wird auch in der Parfümindustrie eingesetzt – in richtigen Mischungen können damit moschusähnlich-holzige balsamische Gerüche werden.

Baldrian im Aberglauben

Bei den nordischen Völker wurde Baldrian stark aromatisch riechende Pflanze zum Schutz vor Geistern über die Tür gehängt. Die altgermanische Göttin Herta stellten unsere Vorfahren mit einem Baldrianstengel in der auf einem Hopfenranken gezäumten Edelhirsch reitend vor. Wer Baldrian sich trug galt als unempfindlich gegen Hexenzauber geschützt vor dem Teufel. Man war auch Überzeugung daß sich ein im Zimmer aufgehängte bewegen würde sobald eine Hexe das Zimmer Baldrian in den Bienenkorb gelegt sollte das der Bienen verhindern und weitere anlocken.

Baldrian taucht auch zusammen mit Bibernelle geweissagtes Heilmittel in vielen Pestsagen auf: „Eßt Bibernellen und Baldrian
so geht euch die Pest nicht an“

Baldrian stand in dem Ruf Zorn erregen wenn er ein wenig gekaut würde. Scharfrichter der ein für seinen Beruf unübliches Herz hatte mußte deshalb vor jeder Hinrichtung dieser Wurzel kauen um nicht vom Mitleid dem Delinquenten übermannt zu werden.

Baldrian in der Kunst

Baldrian erscheint als Pflanze gelegentlich auf Gemälden des späten Mittelalters und der Renaissance weil man sich so die Narde vorstellte aus der in der Antike kostbares Öl gewonnen wurde. Der indische Nardenbaldrian Nardostachys jatamansi Valerianaceae der im Unterschied zu Valeriana officinalis einen angenehmen Duft hat lieferte das der alten Welt sehr gesuchte außerordentlich kostbare Mit Nardenöl wurde Jesus von Maria der Schwester Marthas die gesalbt und als einer seiner Jünger dies wies Jesus ihn mit den Worten zurück sie damit sie es für den Tag Begräbnis tut“. (Evangelium nach Johannes; 12 1-7).
Die Darstellung von Baldrian verweist auf Salbung und letztlich übertragen auf Jesu Tod. ist daher auf vielen Tafelbildern der Renaissance sehen oft sehr exponiert im Zentrum.

Literatur

  • Manfred Bocksch; Das praktische Buch der Heilpflanzen München
  • Hartwig Abraham Inge Thinnes; Hexenkraut und Zaubertrank - Unsere Heilpflanzen in Aberglauben und Legenden Greifenberg 1995
  • Gertrud Scherf; Zauberpflanzen Hexenkräuter: Mythos und Magie heimischer Wild- Kulturpflanzen München 2002
  • Marianne Beuchert ; Symbolik der Pflanzen Frankfurt am Main 1995



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