Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Laut dem Weltbevölkerungsbericht der UNO werden alljährlich weltweit mindestens 5.000 Mädchen und Frauen im Namen der Ehre ermordet. Diese so genannten Ehrenmorde sind kein religiöses sondern ein soziales Phänomen: Sie treten häufig in islamisch geprägten Ländern auf beschränken sich jedoch auf diese. In manchen islamischen Staaten sind vollkommen unbekannt.
Auch Männer bringen sich im Namen Ehre gegenseitig um meistens spricht man in Fällen von Blutrache.
Im Wertesystem vieler traditionell streng patriarchalen Länder hängt die Ehre eines Mannes vom normgerechten Verhalten seiner weiblichen Familienangehörigen ab. Wenn eine Frau die ihrem Geschlecht auferlegten Regeln und Normen verletzt sind davon auch ihre männlichen betroffen die sich durch ihr Verhalten entehrt In einem solchen Wertesystem hat die Frau keine Ehre sondern ist Trägerin der Familienehre der Ehre des Mannes.
Je nachdem wie streng der Ehrbegriff wird verletzt eine Frau die Familienehre sehr Es reicht wenn sie ihre von der garantierten Menschenrechte in Anspruch nimmt und beispielsweise einen sie auserwählten Ehemann ablehnt (siehe Zwangsheirat ) oder ihren Ehemann verlassen will. In wie Afghanistan oder Pakistan reicht je nachdem bereits der Wille zu einer solchen "Tat" oder gar Verdacht diesen Willen zu haben damit sich männlichen Verwandten in ihrer Ehre gefährdet sehen.
Ein Mann und seine Familie sind diesem kulturellen Verständnis auch dann entehrt wenn Frau keine eigene Schuld an den Vorkommnissen trägt: zum Beispiel sie vergewaltigt wird oder wenn sich ein unpassender in sie verliebt. Die afghanische Frauenrechtsorganisation RAWA machte Fälle von Ehrenmorden infolge eines Blickes einer Frau auf einen Mann bekannt.
In einem solchen Wertesystem kann die der Familie respektive des durch die Frau Mannes nur dadurch wiederhergestellt werden dass die die Schande über die Familie gebracht hat bestraft wird. Diese Bestrafung kann von Misshandlung Verstoßen bis hin zu Mord Säureattentaten und Steinigung gehen.
Aufgrund der sozialen Struktur in den von Ehrenmorden betroffenen Ländern Ehrverletzungen vom sozialen Umfeld sehr streng sanktioniert . Deshalb darf die Ehrenmordproblematik nicht als verstanden werden. Es handelt sich dabei vielmehr eine "Familiensache": Im Normalfall wird die gesamte erweiterte Familie von den Vorfällen informiert und entscheidet über das weitere Vorgehen.
So sind zwar meist nahe männliche (Väter Brüder Ehemänner) die Täter an der Tatvorbereitung sind jedoch auch beteiligt.
Nur die wenigsten Fälle kommen jedoch Gericht so dass die Dunkelziffer weitaus höher liegen muss. Die Schätzungen jedoch zwischen 10.000 und 100.000 Fällen jährlich dass hier keine verlässliche Aussage gemacht werden
Obwohl in den meisten Staaten der Mord und Totschlag verboten sind gehen in vielen Ländern von Ehrenmorden straffrei aus. Vielerorts werden wegen spezifischen kulturellen Traditionen Verbrechen im Namen der von Richtern toleriert. In Ländern wo das so ist (wie z.B. in der Türkei ) werden oft Minderjährige zur Tat angestiftet um Strafmilderung zu
Bis weit in die 1990er Jahre wurden Ehrenmorde nicht als Menschenrechtsverletzungen behandelt sondern als in die jeweilige Gesetzgebung fallende "normale Verbrechen". Erst auf Druck Frauenrechtsorganisationen haben in den letzten Jahren nichtstaatliche wie Amnesty International und Human Rights Watch angefangen diese Problematik aus einer Menschenrechtsperspektive betrachten.