Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Epigramm (griech.) ursprünglich "Aufschrift" an einem Weihgeschenk Grabmal einem Kunstwerk etc. lediglich mit dem der Bezeichnung des Gegenstandes und dessen Bedeutung.
Später erhielten diese Inschriften eine poetische indem sie in knappster Fassung des Sinnes in Distichen auch Gefühlen und Gedanken Raum welche sich an die betreffende Person Handlung Begebenheit knüpften und bildeten sich so zu selbständigen Dichtgattung heraus. Lessing erklärt das Epigramm für ein Gedicht welchem nach Art der eigentlichen Aufschrift unsre und Neugierde auf irgend einen einzelnen Gegenstand und mehr oder weniger hingehalten werden "um mit Eins zu befriedigen".
Erwartung und Aufschluß sind daher die wesentlichen Teile des Epigramms von denen erstere ein Rätsel) durch einen scheinbaren Widerspruch gespannt durch eine überrraschende Deutung des Sinnes herbeigeführt (daher auch der deutsche Name Sinngedicht für Epigramm). Begründer der epigrammatischen Kunst Simonides von Keos dessen Epigramme zum großen Teil für Monumente der Kämpfer in den Perserkriegen gedichtet poetischer Auffassung sind und sich durch Schärfe Gedankens und großartige Einfachheit auszeichnen. In der fand das Epigramm die allgemeinste Pflege und poetische Sinn der Griechen entfaltete in dergleichen Gedichten noch lange eine große Anmut Vielfeitigkeit Gewandtheit auch nachdem ihnen die Kraft zu Pro-Auktionen entschwunden war.
Ein Teil des reichen Nationalschatzes griechischer ist uns in der griechischen Anthologie ( Anthologia Graeca ) erhalten. Von den Griechen kam die Poesie nach Rom und wurde hier mit gepflegt nahm aber bald den vorwiegend satirischen an. In der Periode des Augustus werden ersten Dichter Roms sowie die angesehensten Männer Staats unter den Epigrammdichtern genannt. Das Bedeutendste was sich von dieser Art Poesie der erhalten hat sind die Epigramme des Martial ; in späterer Zeit tritt noch Ausonius Auch bei den romanischen Völkern trug das meist den beißenden Charakter ward aber zum zum Madrigal zum Teil auch zum Sonett umgestaltet.
Am beliebtesten war es in Frankreich Element Marot (1495-1544) als der erste bekannte in dieser Gattung genannt wird. Mittels des pflegte sich besonders seit Richelieus Zeiten und kurz vor dem Ausbruch Revolution die zum Stillschweigen verurteilte politische Opposition äußern. In England wußte vornehmlich Owen den Ton des Martial zu treffen. die ältesten deutschen epigrammatischen Produkte gelten die des 13. und 14. Jahrhunderts die jedoch den Sinngedichten des Orients (Indien Persien) mehr Sitten- und Weisheitssprüche sind. Im 17. Jahrhundert man sich im Epigramm an das Vorbild Alten und nahm sich vornehmlich Martials sarkastische zum Muster; so besonders Logau später Wernicke Erich Kästner Lessing Haug. Goethes und Schillers Epigramme sind die scharf treffenden "Xenien" meist Sinnsprüche allgemeinern Inhalts. Aus neuerer Zeit Platen Grillparzer Hebbel Vischer u. a. anzuführen. Die beliebteste Form Epigramms ist noch jetzt das Distichon das als sein vollkommenes formales Schema werden kann indem der Hexameter die Erwartung der Pentameter den kurz zusammenfassenden Aufschluß gibt. Indessen sich auch der kurze Jambus mit passenden Reimverschlingungen zum Träger des
Die Theorie des Epigramms behandelten Lessing den "Anmerkungen über das Epigramm" und Herder der Abhandlung "Über das griechische Epigramm" jener in Rücksicht auf das satirische Epigramm der dieser im Anschluß an die griechische Anthologie einem umfassendern Gesichtspunkt aus. Neuere Sammlungen von veröffentlichten R. Benedix ("Sammlung deutscher Epigramme" Leipz. Booth ("Epigrams ancient and modern " 2. Lond. 1865) und Dodd ("Epigrammatists" 2. Aufl. 1875).
Dieser Artikel basiert auf einem Text aus Konverstaionslexikon 1888