Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 23. September 2014 

Erbsünde


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Die Lehre von der Erbsünde ist eines der grundlegenden Elemente christlicher Theologie .

Allerdings wird der Begriff in der römisch-katholischen und evangelischen Tradition unterschiedlich verstanden wobei einzelne evangelische nochmals ein unterschiedliches spezifisches Verständnis haben können.

Gemeinsam ist allen Traditionen die Lehre der Mensch durch die Erbsünde von der mit Gott getrennt ist und aus eigener diese Gemeinschaft nicht wieder herstellen kann und diese Trennung durch Jesus Christus überwunden wird. Über die genaue Art Erlösung und den Weg dazu gibt es der verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedliche Auffassungen.

Philosophisch und psychologisch enthält die Lehre von der Erbsünde christliche Menschenbild.

Inhaltsverzeichnis

Traditionelle Christliche Lehre

Entwicklung nach Paulus

Der Apostel Paulus von Tarsus entwickelt die Theologie von der Erbsünde seinem Brief an die Römer im 5. Kapitel.

Paulus sucht darin nach einer theologischen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi. Für steht fest dass der Tod Christi einen hat und zwar die Erlösung der Menschen. folgt dass der Mensch absolut erlösungsbedürftig (mit anderen Wort: sündig) sein muss (Röm 5 denn wenn der Mensch von sich aus Zustand der Sünde verlassen könnte wäre der nicht notwendig gewesen. Das Ereignis des Kreuzestodes also aus Paulus Sicht die Notwendigkeit der der Menschheit. Der Ursprung dieser Sündhaftigkeit kann bei Gott selbst liegen da dieser per definitionem sündlos ist sondern muss auf eine Handlung zurückgehen. Diese menschliche Handlung findet Paulus der Auflehnung von Adam und Eva nachdem von Satan zum Ungehorsam angestiftet worden waren. Die dieser Auflehnung ist die Trennung von Gott nur für Adam und Eva sondern auch ihre Nachkommen:

Darum wie durch einen Menschen die Sünde die Welt gekommen ist und durch die der Tod und so der Tod zu Menschen durchdrungen ist weil(*) sie alle gesündigt (Röm. 5 12)
(*)griechisch "eph' hô". Es ist umstritten "weil" eine mögliche Übersetzung ist. Andere Möglichkeiten: ihm (also in Adam) haben alle gesündigt" oder "deshalb (also wegen des Todes) haben gesündigt." (Orthodoxe Kirche)

Der zentrale Punkt wird in seinem ersten Brief an die Korinther nochmals betont:

Denn wie in Adam alle sterben so auch in Christus alle lebendig gemacht werden (1. Kor. 15 22)

Die Lehre in den Kirchen

Der Mensch ist durch den Sündenfall Adams aus katholischer Sicht vom Beginn Lebens im Mutterleib d.h. von seiner Empfängnis im Zustand der Erbsünde welche eine Unordnung menschlichen Natur darstellt imdem sie den Menschen heiligmachenden Gnade beraubt und dazu führt dass Mensch zum Tun von Bösem neigt. Den aus der Erbsünde sieht die Kirche im Jesus Christus der es dem Menschen ermöglicht in Zustand der Erlösung einzutreten und mit Gott versöhnt zu

Nach Auffassung Luthers - die hier im Gegensatz zur Lehre steht - ist der Mensche aber Beginn seines Lebens an böse (im "Zustand Sünde") und befindet sich dadurch in Trennung Gott . Dabei ist es unerheblich ob der gut oder schlecht handelt; selbst das passive Kind ist nach diesem Verständnis schlecht.

Die von Augustinus von Hippo begründete Lehre von der Erbsünde ist für das westliche Christentum. Ohne die Erbsünde der Mensch sich zum Guten oder Bösen (wie es etwa in den verwandten Religionen des Judentums oder des Islam gelehrt wird). Da der Mensch anders die gefallenen Engel deren Auflehnung gegen Gott ist an die Zeit gebunden ist ist und Reue möglich. Aus der Erbsünde ergibt daher die Notwendigkeit der Erlösung des Menschen durch die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ermöglicht wurde. Aus diesem Grund spricht Apostel Paulus von Christus als dem neuen Adam. Diese Erlösung der Mensch in der Wiedergeburt (eigentlich wohl Neugeburt) deren äußeres Bild Taufe ist. Der Christ unterliegt danach nicht der Erbsünde sondern ist in den Zustand Gotteskindschaft emporgehoben.

Nach Ansicht der Orthodoxen Kirche wird nicht die Sünde Adams selbst seine Nachkommen vererbt sondern nur die Folge Sünde der Tod; dieser wird jedoch nicht an die Nachkommen Adams vererbt sondern erfasst versklavt die gesamte Schöpfung wobei die Angst dem Tod in einem Teufelskreis zur Hauptursache Sünden wird. Die Orthodoxe Kirche geht davon dass die Menschen auch nach dem Sündenfall ihren freien Willen haben und immer noch zu guten Taten sind. Der Sündenfall hat eine Welt hinterlassen in der Sünde bequem angenehm und naheliegend erscheint Tugend dagegen anstrengend abgehoben und langweilig. So hat er eine zwischen den Menschen und Gott aufgestellt die von sich aus nicht niederbrechen kann. Da Mensch nach dem Sündenfall nicht mehr zu kommen kann kam Gott in Christus zu Menschen und versöhnt die Menschen so wieder sich. Es wird betont das nicht etwa mit dem Menschen versöhnt wird wozu kein besteht da Gott dem Menschen in keiner feindlich ist sondern der Mensch mit Gott.

Kurz gefasst

Zusammenfassend ist nach christlicher Auffassung der als von Gott nach seinem Abbild geschaffenes ursprünglich gut da Gott als der Gute schlechthin nur Gutes schaffen kann. Aufgrund dem Menschen gegebenen Freiheit konnte sich dieser Person Adam und Evas im Sündenfall von Gott abwenden. Alle Nachkommen Adams Evas erben diese auch Sünde genannte Abwendung. die Person Jesu Christi wird es dem möglich sich Gott wieder zuzuwenden.

Geschichtliche Entwicklung der Lehre

Judentum

Das Judentum teilt mit dem Christentum das alte Testament der Bibel. Allerdings interpretiert das Judentum Geschichte vom Sündenfall nicht als den Beginn zwangsweisen Sündenkette und kennt auch keinen Zusammenhang der von Adam begangenen Sünde und der später lebender Menschen. Die von Gott in des Sündenfalls verhängten Konsequenzen (Fluch Vertreibung aus Paradies Geburtswehen schwere Feldarbeit) werden als ausreichende angesehen unter der seitdem alle Menschen leiden.

Im Christentum als indirekte Hinweise auf ewige Verdammung und Christi Erlösung angesehene Worte werden im Judentum als Maßnahmen verstanden die materielle nicht aber das spirituelle Leben betreffen. wird die Ankündigung dass die Nachkommen Evas Nachkommen der Schlange (Satans) den Kopf zertreten (1. Mose 3 15) im Christentum als Hinweis auf den Sieg Jesu über den verstanden. Im Judentum gilt diese Textstelle dagegen schlichte Aussage zur Gefahr von Giftschlangen.

Die wichtigste jüdische Aussage zum Status Seele des Menschen lautet sie sei rein Nach jüdischem Glauben bleibt die Seele des auch dann rein wenn er sündigt. Der Gott vergibt uns Menschen unsere alltäglichen Sünden wenn wir diese bereuen (vgl. Teshuva). Eine Erlösung ist deshalb nicht nötig.

Das alte Testament bezieht sich auch in keiner Situation in der das Volk sündigt auf den Sündenfall Adams. Es kennt nicht die Notwendigkeit eines Erlösers von der in die Hölle in der der sündige auch nach seinem Tode leide. Insofern ist Erbsünde ein rein christliches Konzept das einen Bruch zur jüdischen Theologie darstellt.

Christentum

In den Evangelien spricht Jesus Christus nirgendwo vom Sündenfall dessen Fehler er Jesus rückgängig zu machen Die Autoren der Evangelien weisen gleichfalls nicht derartige Bezüge zur Schöpfungsgeschichte hin. Im neuen Testament ist Paulus der einzige Autor der Aussagen zur Erbsünde macht; insofern kann man als Vater der Lehre von der Erbsünde bezeichnen.

Von der Kirche wurde in den Jahrhunderten die zentrale Bedeutung des Konzeptes der erkannt. Insbesondere die enge Verbindung mit der Jesus Kreuzigung und Auferstehung sowie mit der Jesu wie sie schon von Paulus erkannt haben die christliche Theologie seitdem geprägt.

Moderne und rationale Ansichten zur Erbsünde

Eine eher moderne wissenschaftliche Begründung der lässt sich folgendermaßen entwickeln: Der Mensch als Säugetier betrachtet entstammt einer Welt in der Evolutions-Regeln des Tierreiches gelten: Darwinismus Fressen und Gefressen-Werden der Erhalt der steht über dem Erhalt des Individuums. Der Mensch erfährt aber durch seinen Verstand (mit den Augen des Christentums : durch die Seele ) dass es noch eine andere Welt andere Art des Daseins gibt in der herrschen wie "Nächstenliebe" "jeder einzelne ist wichtig" etc. (mit christlichen Augen: die Welt in der Gott existiert.)

Je mehr sich der Mensch dieser Ebene zuneigt umso mehr ist er Mensch. der Mensch aber von seiner biologischen Veranlagung erste "tierische" Welt nie ganz ablegen kann also das oben genannte egoistische sündhafte Verhalten in ihm. (Von daher sind Ideologien die Sozialdarwinismus das Recht des Stärkeren etc. propagieren christlicher Sicht in besonderem Maße abzulehnen.)

Genau diese dem Menschen imanente latente schlechtes zu tun die in der Praxis jedem Menschen permanent zum Durchbruch kommt bezeichnet Christentum mit Erbsünde.

Kritisch ließe sich bei dieser Theorie anmerken dass danach die Erbsünde von Gott Bestandteil der menschlichen Natur sei und dass Theorie keine Erlösung kennt oder verlangt.



Bücher zum Thema Erbsünde

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Erbs%FCnde.html">Erbsünde </a>